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Naturschutzgebiete und Nationalpark Eifel in NRW


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Naturschutzgebiet Kranenmeer (BOR-018)

Objektbezeichnung:

NSG Kranenmeer

Kennung:

BOR-018

Ort: Heiden
Kreis: Borken
Bezirksregierung: Münster
Digitalisierte Fläche: 53,92 ha
Offizielle Fläche: 54,00 ha
Flächenanzahl: 1
Schutzstatus: NSG, bestehend
Verfahrensstand: VO rechtskraeftig
Inkraft seit: 1951
Inkraft: 1994
Außerkraft: 2014
Schutzziel: Gemaess LG Paragraph,

- Zur Erhaltung, Foerderung und Wiederherstellung von Lebensgemeinschaften und
Lebensstaetten bestimmter von Aussterben bedrohter und stark gefaehrdeter wild-
wachsender Pflanzen und wildlebender Tierarten,
- Zur Sicherung und Wiederherstellung extensiv genutzter Acker- und Gruenlandbereiche,
eines feuchten Bruchwaldstandortes und zur Entwicklung von naturnahen Waldgesellschaften,
- Aus naturwissenschaftlichen Gruenden,
- Wegen der Unersetzbarkeit, Seltenheit, besonderen Eigenart, Vielfalt und hervorragenden
Schoenheit der Landschaft.
Referenzen FFH- und VS-Gebiete:
Referenzen Schutzwürdige Biotope (BK):
  • BK-4207-0036
Kennung:

BK-4207-0036

Objektbezeichnung:

NSG Kranenmeer

Link zur Karte: BK-4207-0036
Objektbeschreibung: Im Reker Feld liegt, umgeben von Kiefern-, Erlen- und Birken(misch)wald, in einer Ausblasungsmulde innerhalb West-Ost verlaufender Terrassenzüge der ehemalige Heideweiher des Kranenmeers. Das langgestreckte Flachgewässer weist nach Optimierungsmassnahmen teilweise wieder den Charakter eines Heideweihers auf, mit den Optimierungsmaßnahmen wurde auch die offene Wasserfläche deutlich vergrößert. Wasserschlauch und Armleuchteralgen bilden stellenweise ausgedehnte Unterwasserrasen, kleinflächig treten Schwimmblattgesellschaften aus Seerose und Schwimmendem Laichkraut auf. Größere Uferbereiche fallen zeitweilig trocken und sind mit mesotraphenten Zwiebelbinsenrasen, Froschkrautbeständen und Wassernabelfluren besiedelt. Stellenweise beginnt eine Röhrichtentwicklung mit Froschlöffel und Rohrkolben, die auf eine Zunahme des Nährstoffgehaltes hinweist. Örtlich aufkommende Erlen und Grauweiden deuten eine Ufergebüschentwicklung an. Insgesamt ist derzeit noch eine eutrophe Verlandungsserie angedeutet. Durch die in den letzten Jahren vorgenommene Verlegung eines Entwässerungsgrabens ist allerdings zukünftig der Eintrag nährstoffbelasteten Wassers aus oberhalb gelegenen Agrarbereichen in den Weiher unterbunden. Nach Osten schließt sich an das Gewässer in einer Rinnenlage ein Birken- und Erlenmischwald an und nur noch lokal Bruchwaldunterwuchs aufweist. Randliche, trockenere Bereiche werden vornehmlich von Brombeere, Gundermann und Brennessel eingenommen. Dieser gesamte Waldbereich östlich Haus Lücke wird massiv durch Staudenknöterich beeinträchtigt, der sich großflächig ausgebreitet hat. Südlich des Hauses Lücke liegt in einem Birken- und Birken-Kiefernwäldchen ein ehemaliger Heideweiher (Ententeich), der zu jagdlichen Zwecken eingerichtet wurde. Relikte der augenscheinlich nicht mehr ausgeübten Jagd bilden mehrere getarnte Schießstände und Hochsitze. Der stark verschlammte und zur Kartierzeit fast trockene Weiher ist von dichtem Grauweidengebüsch und eine jungen, aber schon typisch ausgebildeten, torfmoosreichem Birken-Moorwald umgeben. Östlich des Wohnhauses ist eine temporär überstaute Geländemulde mit dichtem Grauweidengebüsch bewachsen. Im Norden der Geländemulde wurde in den letzten Jahren ein wohl jagdlich genutztes, aber naturnahes Kleingewässer ausgehoben. Wasserschlauch konnte nicht mehr nachgewiesen werden. Fieberklee, der vermutlich angesalbt ist wächst neben Zwiebel-Binse in den Flachufernzonen des Gewässers. Nördlich und westlich des Kranenmeeres grenzen lichte Kiefernwaldbereiche an, die aktuell stark durchforstet worden sind. Es wurden insbesondere Kiefern entnommen. Die Sukzession führt zu Eichen-Birkenwäldern. Im Südwestteil stocken Birken- und Kiefermischwälder auf Flugsand. Der Unterwuchs dieser Wälder wird von Brombeere und Drahtschmiele geprägt. Stellenweise dominiert Faulbaum in der Strauchschicht. Suedlich des Ententeich stockt eine z.T. mit Kiefern durchsetzte Birkenparzelle mit Heidelbeere und Drahtschmiele als Unterwuchs. International bedeutsamer Heideweiherkomplex mit typischer Artenausstattung u.a. dem auch in 2009 nachgewiesenen und vom Aussterben bedrohten Froschkraut sowie weiteren naturnahen Kleingewässern im Umfeld. Zusammen mit den Bruchgebüschen und dem Birken-Moorwald sowie den umgebenden Kiefern-, Birken- und Birken-Eichenwäldern ergibt sich ein für den Naturraum Lembecker Sandplatten hochrepräsentatives Biotoptypenensemble. Bedeutender Gewässer- und Feuchtwald-Trittsteinbiotop im Naturraum Lembecker Sandplatten als Lebensraum für an selten gewordene mesotrophe Gewässer angepasste Tier- und Pflanzenarten. Erhaltung und Entwicklung eines Heideweiherkomplexes durch ein begleitendes Biotopmonitoring zur Erhaltung dieser seltenen mesotrophen Gewässervegetation u.a. wissenschafliche Begleitung zu möglichen Eutrophierungprozessen durch Luftstickstoffeinträge. Erhaltung der Bruchgebüsche und Moorwälder durch Überlassen der Sukzession Umwandlung der umgebenden Kieferwälder durch Entnahme der Kiefern und Förderung der Eichen-Birkenwald-Naturverjüngung.
Lebensraumtypen:
  • Oligo- bis mesotrophe stehende Gewässer mit Vegetation der Littorelletea uniflorae und/oder der Isoeto-Nanojuncetea <3130> (0,78 ha)
  • Birken-Moorwald <91D1> (0,12 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete Laubwaelder ausserhalb von Sonderstandorten (nicht FFH-LRT) <NA00> (10,40 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete Moor- und Bruchwaelder (nicht FFH-LRT) <NAC0> (1,56 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete Waelder auf Duenenstandorten und naehrstoffarmen Sandboeden (nicht FFH-LRT) <NAD0> (5,20 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete linienfoermige Gehoelzstrukturen und Einzelbaeume <NBD0> (0,81 ha)
  • Schutzwuerdiges und gefaehrdetes Nass- und Feuchtgruenland incl. Brachen (nicht FFH-LRT) <NEC0> (0,54 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete Stillgewaesser (nicht FFH-LRT) <NFD0> (0,30 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete Obstbaumbestaende <NHK0> (0,54 ha)
Geschützte Biotope (§62):
  • Bruch- und Sumpfwaelder (0,56 ha)
  • Moore (0,12 ha)
  • stehende Binnengewaesser (natuerlich o. naturnah, unverbaut) (1,08 ha)
Biotoptypen:
  • Birken-Eichenmischwald <AB2> (8,40 ha)
  • Erlenwald <AC0> (1,00 ha)
  • Birkenwald <AD0> (2,00 ha)
  • Eichen-Birkenmischwald <AD1> (1,00 ha)
  • Kiefernmischwald mit einheimischen Laubbaumarten <AK1> (10,20 ha)
  • Laerchenwald <AS0> (0,50 ha)
  • Vorwald, Pionierwald <AU2> (1,00 ha)
  • Strauchhecke, ebenerdig <BD2> (0,54 ha)
  • Baumhecke, ebenerdig <BD6> (0,27 ha)
  • Fettwiese, Neueinsaat <EA3> (1,08 ha)
  • Brachgefallene Fettwiese <EE1> (0,27 ha)
  • Brachgefallenes Nass- und Feuchtgruenland <EE3> (0,54 ha)
  • Acker <HA0> (20,00 ha)
  • Ackerbrache <HB0> (2,90 ha)
  • Streuobstweide <HK3> (0,54 ha)
  • Bruchgebuesch <yBB5> (0,56 ha)
  • Weiher (stetig) <yFB0> (0,16 ha)
  • stehendes Kleingewaesser <yFD0> (0,14 ha)
  • Birken-Moorwald <zAD5> (0,12 ha)
  • Weiher (stetig) <zFB0> (0,78 ha)
Rote Liste Arten 2010 NRW:
Planungsrelevante Arten:
Pflanzenarten:
  • Apfelbaum unbestimmt (Malus spec.)
  • Asch-Weide Sa. (Salix cinerea)
  • Biegsame Glanzleuchteralge (Nitella flexilis)
  • Bittersuesser Nachtschatten (Solanum dulcamara)
  • Breitblaettriger Rohrkolben (Typha latifolia)
  • Brennender Hahnenfuss (Ranunculus flammula (subsp. flammula))
  • Brombeere Sa. (Rubus sectio Rubus)
  • Dornfarn Sa. (Dryopteris carthusiana agg.)
  • Draht-Schmiele (Deschampsia flexuosa)
  • Dreiteiliger Zweizahn (Bidens tripartita (subsp. tripartita))
  • Einfacher Igelkolben (Sparganium emersum)
  • Esskastanie (Castanea sativa)
  • Faulbaum (Frangula alnus (subsp. alnus))
  • Feine Armleuchteralge (Chara virgata)
  • Fieberklee (Menyanthes trifoliata)
  • Flatter-Binse (Juncus effusus (subsp. effusus))
  • Flutender Schwaden (Glyceria fluitans)
  • Flutender Schwaden Sa. (Glyceria fluitans agg.)
  • Froschkraut (Luronium natans)
  • Gelbe Schwertlilie (Iris pseudacorus)
  • Gemeiner Froschloeffel Sa. (Alisma plantago-aquatica agg.)
  • Gemeiner Wasser-Hahnenfuss Sa. (Ranunculus aquatilis agg.)
  • Gewoehnliche Eberesche (Sorbus aucuparia)
  • Gewoehnlicher Wasserschlauch Sa. (Utricularia vulgaris agg.)
  • Grau-Segge (Carex canescens)
  • Grosser Dornfarn (Dryopteris dilatata)
  • Harzer Labkraut (Galium saxatile)
  • Haselnuss (Corylus avellana)
  • Heidelbeere (Vaccinium myrtillus)
  • Hunds-Straussgras (Agrostis canina)
  • Kleine Wasserlinse (Lemna minor)
  • Kleiner Dornfarn (Dryopteris carthusiana)
  • Knick-Fuchsschwanz (Alopecurus geniculatus)
  • Moor-Birke (Betula pubescens)
  • Nickender Zweizahn (Bidens cernua)
  • Ohr-Weide (Salix aurita)
  • Pfeifengras Sa. (Molinia caerulea agg.)
  • Rispen-Segge (Carex paniculata (subsp. paniculata))
  • Rohr-Glanzgras (Phalaris arundinacea (subsp. arundinacea))
  • Rotbuche (Fagus sylvatica (subsp. sylvatica))
  • Sachalin-Staudenknoeterich (Fallopia sachalinensis)
  • Sand-Birke (Betula pendula)
  • Schild-Ehrenpreis (Veronica scutellata)
  • Schlehe (Prunus spinosa agg.)
  • Schmalblaettriges Weidenroeschen (Epilobium angustifolium)
  • Schnabel-Segge (Carex rostrata (subsp. rostrata))
  • Schoenes Frauenhaarmoos (Polytrichum formosum)
  • Schwarz-Erle (Alnus glutinosa)
  • Schwarzer Holunder (Sambucus nigra)
  • Schwimmendes Laichkraut (Potamogeton natans)
  • Stiel-Eiche (Quercus robur (subsp. robur))
  • Sumpf-Labkraut Sa. (Galium palustre s.l.)
  • Sumpf-Reitgras Sa. (Calamagrostis canescens agg.)
  • Sumpf-Veilchen (Viola palustris (subsp. palustris))
  • Sumpf-Vergissmeinnicht (Myosotis scorpioides)
  • Sumpf-Vergissmeinnicht Sa. (Myosotis scorpioides agg.)
  • Sumpf-Wasserstern Sa. (Callitriche palustris agg.)
  • Torfmoos unbestimmt (Sphagnum spec.)
  • Traubenkirsche (Prunus padus)
  • Ufer-Wolfstrapp (Lycopus europaeus)
  • Vielstengelige Sumpfsimse (Eleocharis multicaulis)
  • Wald-Geissblatt (Lonicera periclymenum)
  • Wald-Kiefer (Pinus sylvestris)
  • Wasser-Minze (Mentha aquatica)
  • Wasserdost (Eupatorium cannabinum (subsp. cannabinum))
  • Wassernabel (Hydrocotyle vulgaris)
  • Wasserpfeffer-Knoeterich (Persicaria hydropiper)
  • Weiches Honiggras (Holcus mollis (subsp. mollis))
  • Weide unbestimmt (Salix spec.)
  • Weissdorn unbestimmt (Crataegus spec.)
  • Weisse Seerose (Nymphaea alba)
  • Zwiebel-Binse (Juncus bulbosus)
Tierarten:
Schutzziele: Erhaltung und Entwicklung eines Heideweiherkomplexes durch ein begleitendes Biotopmonitoring zur Erhaltung dieser seltenen mesotrophen Gewässervegetation (Froschkraut) u.a. wissenschafliche Begleitung zu möglichen Eutrophierungprozessen durch Luftstickstoffeinträge.
Erhaltung der Bruchgebüsche und Moorwälder durch Überlassen der Sukzession
Umwandlung der umgebenden Kieferwälder durch Entnahme der Kiefern und Förderung der Eichen-Birkenwald-Naturverjüngung.
Gefährdungen:
  • Eutrophierung
  • Freizeitaktivitaeten
  • nicht bodenstaendige Gehoelze (FW)
  • Stoerungs-, Eutrophierungszeiger
  • unerwuenschte Sukzession
Maßnahmen:
  • Beschraenkung der Duengung
  • Beschraenkung der Freizeitaktivitaeten
  • Entschlammung, abschnittsweise
  • Erhaltung der Gewaesser
  • Erhaltung des Kleinreliefs
  • naturnahe Waldbewirtschaftung
  • Problempflanzen bekaempfen
  • Umwandlung in bodenstaendigen Gehoelzbestand
  • Vermeidung Eutrophierung
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