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Naturschutzgebiete und Nationalpark Eifel in NRW


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Naturschutzgebiet Reyerdingvenn (BOR-012)

Objektbezeichnung:

NSG Reyerdingvenn

Kennung:

BOR-012

Ort: Bocholt
Kreis: Borken
Bezirksregierung: Münster
Digitalisierte Fläche: 66,44 ha
Offizielle Fläche: 66,00 ha
Flächenanzahl: 3
Schutzstatus: NSG, bestehend
Verfahrensstand: VO rechtskraeftig
Inkraft seit: 1988
Inkraft: 2013
Außerkraft: 2033
Schutzziel: (1) Das in § 1 näher bezeichnete Gebiet wird als Natur-schutzgebiet gemäß § 23 BNatSchG ausgewiesen.

(2) Die Unterschutzstellung erfolgt

a) zur Erhaltung, Entwicklung und Wiederherstellung von Lebensstätten, Biotopen und Lebensgemein-
schaften, insbesondere von seltenen, z. T. stark gefährdeten landschaftsraumtypischen Pflanzen- und
Tierarten, v.a. von seltenen, z. T. stark gefährdeten Wat- und Wiesenvögeln sowie von Pflanzen und
Pflanzengesellschaften des offenen Wassers und des feuchten Grünlandes;

b) zur Erhaltung und Entwicklung eines ausgedehnten Feuchtwiesenbereiches als bedeutsames Brut-,
Rast- und Überwinterungsquartier für zahlreiche, z. T. stark gefährdete Vogelarten;

c) aus wissenschaftlichen, naturgeschichtlichen, landeskundlichen und erdgeschichtlichen Gründen und
wegen der biogeographischen Bedeutung;

d) wegen der Unersetzlichkeit, Seltenheit, besonderen Eigenart und der hervorragenden Schönheit des
Gebietes;

e) zur Sicherung der im Gebiet auftretenden regionaltypischen sandigen und im natürlichen Zustand nähr-
stoffarmen Gley- und Podsol-Gley-Böden;

f) zur Sicherung des Naturhaushalts und zur Abwehr schädlicher Einwirkungen und negativer Verände-
rungen ökologischer Zusammenhänge;

g) als Bestandteil eines Biotopverbundes von herausragender Bedeutung.

(3) Die über die Verordnungsdauer hinausgehende langfristige Zielsetzung für das Gebiet ist die Erhaltung,
Sicherung und weitere Entwicklung einer charakteristischen, weitgehend offenen Feuchtwiesenlandschaft
sowie die Sicherung eines stabilen, landschaftstypischen Wasser- und Nährstoffhaushalts. Zum Schutz der
nährstoffarmen Lebensräume ist die Extensivierung des Grünlandes zur Vermeidung einer Eutrophierung
sicherzustellen.
Referenzen FFH- und VS-Gebiete:
Referenzen Schutzwürdige Biotope (BK):
  • BK-4005-901
  • BK-4105-0006
Kennung:

BK-4005-901

Objektbezeichnung:

NSG Reyerdingvenn

Link zur Karte: BK-4005-901
Objektbeschreibung: Das Feuchtwiesenschutzgebiet grenzt im Norden unmittelbar an die niederlaendische Grenze. Der noch um die Mitte des letzten Jahrhunderts aus Moor und Heide bestehende Landschaftsraum wird heute vorwiegend landwirtschaftlich genutzt. Der geologische Untergrund des Naturschutzgebietes setzt sich aus ueberwiegend san- digen Sedimenten ueber wasserstauenden, schluffhaltigen Ablagerungen des Tertiaer zusammen. Podsol-Gleye und Gleye mit natuerlichen Grundwasserschwankungsbereichen waehrend der Vegetationsperiode zwischen 0 und 0,80 m unter Flur sind die vorherrschenden Bodentypen. Wasserstauende Ortsteinhorizonte fuehren stellenweise zu starken Vernaessungen des Oberbodens. Das Oberflaechenwasser fliesst groesstenteils in Richtung Sueden zum Reyerdingbach, der spaeter in die Ijssel muendet. Entwaesserungsmassnahmen und Brechen verdichteter Horizonte haben die Standortverhaeltnisse des Gebietes veraendert. Das Naturschutzgebiet wird ueberwiegend von Gruenland eingenommen, wobei verschiedenen Varianten und Ausbildungen der Weidelgras- Weisskleeweide dominieren. Eingestreut finden sich kleinflaechige Knickfuchsschwanz-Flutrasen. Eine neu angelegte Gruenlandflaeche entwickelt sich zu einer artenreichen Feuchtwiese, erfuellt aber derzeit noch nicht die Kriterien fuer eine Ausweisung als geschuetzter Biotop nach Paragraph 62 LG. Die das Gebiet durchziehenden Entwaesserungs- graeben weisen noch viele feuchtwiesentypischen Arten auf, sie sind auch die Wuchsorte der drei im Gebiet nachgewiesenen gefaehrdeten Pflanzenarten. In den letzten Jahren sind einige Optimierungsmassnahmen durchgefuehrt worden. So sind viele Aecker in Gruenland umgewandelt worden. Im Nordwesten des Gebietes sind im Gruenland Blaenken angelegt worden. Inbesondere in den Randbereichen sind aber noch einige Ackerschlaege vorhanden. Die wenigen Hecken und Baumreihen innerhalb des Naturschutzgebietes setzen sich zum groessten Teil aus Pflanzenarten der potentiellen natuerlichen Vegetation (Feuchter Eichen-Birkenwald) zusammen. Fuer das Naturschutzgebiet liegen kontinuierlich durchgefuehrte Bestandserhebungen von gefaehrdeten Wiesenvoegeln seit 1978 vor.
Lebensraumtypen:
Geschützte Biotope (§62):
Biotoptypen:
  • Gehoelzstreifen <BD3> (1,18 ha)
  • Baumreihe <BF1> (0,59 ha)
  • Fettweide <EB0> (37,11 ha)
  • Nass- und Feuchtwiese <EC1> (1,18 ha)
  • Nass- und Feuchtweide <EC2> (2,95 ha)
  • stehendes Kleingewaesser <FD0> (0,59 ha)
  • Graben <FN0> (0,59 ha)
  • Acker <HA0> (14,73 ha)
  • ohne Zuordnung <OZ> (NaN ha)
Rote Liste Arten 2010 NRW:
Planungsrelevante Arten:
Pflanzenarten:
  • Acker-Kratzdistel (Cirsium arvense)
  • Asch-Weide (Salix cinerea subsp. cinerea)
  • Behaarte Segge (Carex hirta)
  • Brennender Hahnenfuss (Ranunculus flammula (subsp. flammula))
  • Brombeere Sa. (Rubus sectio Rubus)
  • Deutsches Weidelgras (Lolium perenne)
  • Eingriffliger Weissdorn (Crataegus monogyna)
  • Englisches Fingerkraut Sa. (Potentilla anglica agg.)
  • Faulbaum (Frangula alnus (subsp. alnus))
  • Feld-Hainsimse (Luzula campestris (subsp. campestris))
  • Flatter-Binse (Juncus effusus (subsp. effusus))
  • Gaense-Fingerkraut (Potentilla anserina)
  • Gemeine Sumpfsimse (Eleocharis palustris)
  • Gemeiner Blutweiderich (Lythrum salicaria)
  • Gemeiner Froschloeffel (Alisma plantago-aquatica)
  • Gemeiner Gilbweiderich (Lysimachia vulgaris)
  • Gemeines Rispengras (Poa trivialis (subsp. trivialis))
  • Gewoehnliche Eberesche (Sorbus aucuparia)
  • Gewoehnliche Wald-Engelwurz (Angelica sylvestris)
  • Gewoehnlicher Glatthafer (Arrhenatherum elatius (subsp. elatius))
  • Gewoehnliches Ruchgras (Anthoxanthum odoratum)
  • Haselnuss (Corylus avellana)
  • Hasenpfoten-Segge (Carex leporina)
  • Herbst-Loewenzahn (Scorzoneroides autumnalis)
  • Hunds-Rose (Rosa canina)
  • Kanadische Pappel (Populus canadensis (P. deltoides x nigra))
  • Kleine Wasserlinse (Lemna minor)
  • Kleiner Sauerampfer (Rumex acetosella subsp. acetosella)
  • Knick-Fuchsschwanz (Alopecurus geniculatus)
  • Korb-Weide (Salix viminalis)
  • Krauser Ampfer (Rumex crispus (subsp. crispus))
  • Kriechender Hahnenfuss (Ranunculus repens)
  • Kuckucks-Lichtnelke (Lychnis flos-cuculi (subsp. flos-cuculi))
  • Lockerbluetiges Vergissmeinnicht (Myosotis laxa)
  • Moor-Birke (Betula pubescens)
  • Ohr-Weide (Salix aurita)
  • Pfeifengras (Molinia caerulea)
  • Rauhes Hornblatt (Ceratophyllum demersum)
  • Rohr-Glanzgras (Phalaris arundinacea (subsp. arundinacea))
  • Rotes Straussgras (Agrostis capillaris)
  • Rotschwingel (Festuca rubra)
  • Sand-Birke (Betula pendula)
  • Sauerampfer (Rumex acetosa (subsp. acetosa))
  • Scharfer Hahnenfuss (Ranunculus acris)
  • Schilf (Phragmites australis (subsp. australis))
  • Schlank-Segge (Carex acuta)
  • Schwarz-Erle (Alnus glutinosa)
  • Silber-Pappel (Populus alba)
  • Silber-Weide (Salix alba (subsp. alba))
  • Stiel-Eiche (Quercus robur (subsp. robur))
  • Sumpf-Hornklee (Lotus pedunculatus)
  • Sumpf-Kratzdistel (Cirsium palustre)
  • Sumpf-Schafgarbe (Achillea ptarmica)
  • Sumpf-Veilchen (Viola palustris (subsp. palustris))
  • Sumpf-Vergissmeinnicht (Myosotis scorpioides)
  • Sumpf-Wasserstern (Callitriche palustris)
  • Sumpf-Weidenroeschen (Epilobium palustre)
  • Teufelsabbiss (Succisa pratensis)
  • Wasser-Knoeterich (Persicaria amphibia)
  • Wasserdost (Eupatorium cannabinum (subsp. cannabinum))
  • Wasserpfeffer-Knoeterich (Persicaria hydropiper)
  • Weide-Kammgras (Cynosurus cristatus)
  • Weisses Straussgras (Agrostis stolonifera)
  • Wiesen-Fuchsschwanzgras (Alopecurus pratensis)
  • Wiesen-Rispengras (Poa pratensis)
  • Wiesen-Schaumkraut (Cardamine pratensis var. pratensis)
  • Wiesen-Schwingel (Festuca pratensis)
  • Zitter-Pappel (Populus tremula)
Tierarten:
  • Austernfischer (Haematopus ostralegus)
  • Bachstelze (Motacilla alba)
  • Bekassine (Gallinago gallinago)
  • Braunkehlchen (Saxicola rubetra)
  • Buchfink (Fringilla coelebs)
  • Feldlerche (Alauda arvensis)
  • Goldammer (Emberiza citrinella)
  • Grosser Brachvogel (Numenius arquata)
  • Habicht (Accipiter gentilis)
  • Kiebitz (Vanellus vanellus)
  • Rebhuhn (Perdix perdix)
  • Sperber (Accipiter nisus)
  • Steinkauz (Athene noctua)
  • Steinschmaetzer (Oenanthe oenanthe)
  • Stockente (Anas platyrhynchos)
  • Uferschnepfe (Limosa limosa)
  • Wiesenpieper (Anthus pratensis)
Schutzziele: Erhaltung, Optimierung und Wiederherstellung von extensiv genutztem
Feuchtgruenland als Lebensraum fuer viele gefaehrdete Pflanzen- und
Tierarten, insbesondere der stark gefaehrdeten Uferschnepfe
Gefährdungen:
  • Biozideinsatz
  • Drainage
  • Duengung
  • Entwaesserung, Wasserentnahme, Wasserregime
  • Gewaesserunterhaltung (WA)
  • Gruenlandbewirtschaftung, Beweidung zu intensiv (LW)
  • Grundwasserabsenkung
  • Muellablagerung
  • Pflegeumbruch (LW)
  • Umbruch, Umwandlung von Gruenland in Acker
  • Verfuellung
Maßnahmen:
  • Anlegung von Gewaessern
  • Beseitigung von Gehoelzen
  • Beseitigung von Muell
  • Erhaltung des Kleinreliefs
  • extensive Gruenlandbewirtschaftung, Beweidung
  • extensive Gruenlandbewirtschaftung, Mahd
  • Gruenland anlegen, wiederherstellen
  • Gruenlandnutzung beibehalten
  • keine Biozidanwendung
  • keine Duengung
  • keine Entwaesserung
  • keine wegebaulichen Massnahmen
  • Pflege von Hecken
  • Wiedervernaessung
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