Titel:

Naturschutzgebiete und Nationalpark Eifel in NRW


Logo:

Naturschutzgebiete und Nationalpark Eifel in NRW


Suche:


Schriftmenü:

Schriftgrösse: ||

Inhalt:

Naturschutzgebiet Koellnischer Wald (BOT-005)

Objektbezeichnung:

NSG Koellnischer Wald

Kennung:

BOT-005

Ort: Bottrop
Kreis: Bottrop
Bezirksregierung: Münster
Digitalisierte Fläche: 187,33 ha
Offizielle Fläche: 187,90 ha
Flächenanzahl: 1
Schutzstatus: NSG, bestehend
Verfahrensstand: LP rechtskraeftig
Inkraft seit: 1988
Inkraft: 2004
Außerkraft: 9999
Schutzziel: Die Festsetzung als NSG ist nach Paragraph 20 Buchstabe a), b) und c) LG
erforderlich

- um die seltenen Lebensgemeinschaften und Lebensstaetten, insbesondere in
Altholzbestaenden und Bachbereichen, von z.T. gefaehrdeten Tier- und Pflanzenarten
zu erhalten,
- wegen der Erhaltung und Wiederherstellung naturnaher Laubwaldgesellschaften,
- um die Altholzbestaende und die Bachbereiche wegen der naturgeschichtlichen und
erdgeschichtlichen Gruende zu erhalten,
- wegen der Seltenheit, besonderen Eigenart und hervorragenden Schoenheit von Teilen
des Waldbestandes und des Bachbereiches.

Schutzgegenstand gemaess FFH-Richtlinie:

a) fuer die Meldung des Gebietes sind ausschlaggebend:

- Hainsimsen-Buchenwald (9110),
- Stieleichen-Hainbuchenwald (9160),

b) das Gebiet hat im Gebietsnetz "Natura 2000" Bedeutung fuer folgende Lebensraumtypen des
Anhangs I der FFH-Richtlinie:

- Waldmeister-Buchenwald (9130),
- Alte bodensaure Eichenwaelder auf Sandebenen (9190),
- Erlen-Eschen und Weichholzauenwaelder (91E0),

und folgende Arten des Anhangs I der Richtlinie 79/409/EWG des Rates vom 02.04.1979 ueber
die Erhaltung der wildlebenden Vogelarten (EG-Vogelschutzrichtlinie):

- Schwarzspecht.
Referenzen FFH- und VS-Gebiete:
Referenzen Schutzwürdige Biotope (BK):
  • BK-4407-0130
Kennung:

BK-4407-0130

Objektbezeichnung:

NSG Köllnischer Wald

Link zur Karte: BK-4407-0130
Objektbeschreibung: Das Naturschutzgebiet umfasst den nördlich der B 223 gelegenen Teil des Köllnischen Waldes bei Bottrop. Das Gelände ist schwach wellig und wird von einem Nordost nach Südwest verlaufenden Kreidemergelzug geprägt. Im westlichen Gebietsteil lagern altpleistozäne Sande der Hauptterrasse. Auf den reicheren Kreidemergeln stockt großflächig Perlgras-Buchenwald, der hier einen nordwestlichen Vorposten seines Verbreitungsgebietes darstellt. Das Gebiet wird durch den sommertrockenen, naturnah mäandrierenden Spechtsbach durchzogen. Insbesondere im Norden schließt sich ein kleiner Erlen-Auenwald an, der in brennnesselreiche Erlenbestände übergeht. Zur Bachaue hin stocken Sternmieren-Eichen-Hainbuchenwälder. In der dichten Krautschicht wachsen je nach Standort größere Bestände von Bingelkraut, Perlgras und Flattergras, auf feuchteren Standorten stellenweise auch Brennnesseln und Echtes Springkraut. In den Randzonen auf Standorten mit pleistozänen Sanden geht der Perlgras-Buchenwald in einen Eichen-Buchenwald über. Örtlich überstaute oder stärker pseudovergleyte Böden sind durch rasenschmielenreiche Bestände gekennzeichnet. Eingestreut finden sich erlen- und birkenreiche (Feucht-)Wälder. Arme Standorte tragen Eichen, z. T. Eichen-Birkenparzellen. Stellenweise treten großflächige Laubholz-Verjüngungsflächen auf. Die vielfältigen Eichen- und Buchenwälder des Köllnischen Waldes, einem alten Herrschaftswald sind vielfach über 150 Jahre alt. Totholz und Höhlenbäume tragen zur strukturellen Bereicherung des Waldes bei. Im mittleren Teil des Waldes sind einige Bombentrichter mit ständiger Wasserführung vorhanden. Das Gebiet wird von vielen Erholungssuchenden frequentiert. Am Nordrand liegt das Landschaftsbauwerk "Schöttelheide" (Abraumhalde). Das Naturschutzgebiet zeichnet sich durch seine Großflächigkeit und seine naturnahen Waldbestände aus. Des Weiteren ist das naturnahe Spechtsbachsystem besonders erwähnenswert. Der Wald sollte weiterhin naturnah bewirtschaftet werden. Der westlichste Bombentrichter ist teilweise mit Bauschutt verfüllt, dieser sollte beseitigt werden. Der Spechtsbach wird von einem parallel verlaufenden Trampelpfad begleitet. Die den Bach säumenden Feuchtwälder werden durch diesen Trampelpfad deutlich beeinträchtigt (großflächige Trittschäden). Diese sensiblen Bereiche sollten gesperrt werden.
Lebensraumtypen:
  • Hainsimsen-Buchenwald (Luzulo-Fagetum) <9110> (43,23 ha)
  • Waldmeister-Buchenwald (Asperulo-Fagetum) <9130> (17,05 ha)
  • Subatlantischer oder mitteleuropaeischer Stieleichenwald oder Hainbuchenwald (Carpinion betuli) [Stellario-Carpinetum] <9160> (35,75 ha)
  • Alte bodensaure Eichenwaelder auf Sandebenen mit Quercus robur <9190> (17,66 ha)
  • Auen-Waelder mit Alnus glutinosa und Fraxinus excelsior (Alno-Padion, Alnion incanae, Salicion albae) <91E0> (1,85 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete Laubwaelder ausserhalb von Sonderstandorten (nicht FFH-LRT) <NA00> (44,50 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete Stillgewaesser (nicht FFH-LRT) <NFD0> (0,05 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete Fliessgewaesser (nicht FFH-LRT) <NFM0> (0,10 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete Saeume und Hochstaudenfluren (nicht FFH-LRT) <NK00> (2,00 ha)
Geschützte Biotope (§62):
  • Auwaelder (1,85 ha)
  • Fliessgewaesserbereiche (natuerlich o. naturnah, unverbaut) (2,00 ha)
  • stehende Binnengewaesser (natuerlich o. naturnah, unverbaut) (0,02 ha)
Biotoptypen:
  • Buchenwald <AA0> (20,00 ha)
  • Eichen-Buchenmischwald <AA1> (20,00 ha)
  • Pappelwald <AF0> (7,50 ha)
  • Kiefernwald <AK0> (9,50 ha)
  • Bachbegleitender Eschenwald <AM2> (4,50 ha)
  • Ahornmischwald <AR1> (4,50 ha)
  • Schlagflur <AT0> (2,00 ha)
  • stehendes Kleingewaesser <FD0> (0,02 ha)
  • Bombentrichter <FD4> (0,05 ha)
  • Tieflandbach <FM5> (0,10 ha)
  • Buchenwald <xAA0> (24,28 ha)
  • Eichen-Buchenmischwald <xAA1> (37,78 ha)
  • Buchenmischwald mit einheimischen Laubbaumarten <xAA2> (1,10 ha)
  • Nadelbaum-Buchenmischwald <xAA4> (4,28 ha)
  • Eichenwald <xAB0> (5,96 ha)
  • Buchen-Eichenmischwald <xAB1> (3,04 ha)
  • Eichenmischwald mit einheimischden Laubbaumarten <xAB3> (1,48 ha)
  • Hainbuchen-Eichenmischwald <xAB9> (35,75 ha)
  • Bachbegleitender Erlenwald <xAC5> (1,85 ha)
  • Tieflandbach <yFM5> (2,00 ha)
Rote Liste Arten 2010 NRW:
Planungsrelevante Arten:
Pflanzenarten:
  • Adlerfarn (Pteridium aquilinum (subsp. aquilinum))
  • Arznei-Baldrian Sa. (Valeriana officinalis agg.)
  • Bachbunge (Veronica beccabunga (subsp. beccabunga))
  • Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus)
  • Brombeere Sa. (Rubus sectio Rubus)
  • Draht-Schmiele (Deschampsia flexuosa)
  • Echte Brunnenkresse Sa. (Nasturtium officinale agg.)
  • Echtes Maedesuess (Filipendula ulmaria (subsp. ulmaria))
  • Echtes Springkraut (Impatiens noli-tangere)
  • Einbluetiges Perlgras (Melica uniflora)
  • Esche (Fraxinus excelsior (subsp. excelsior))
  • Fieder-Zwenke (Brachypodium pinnatum)
  • Flutender Schwaden Sa. (Glyceria fluitans agg.)
  • Gamander-Ehrenpreis Sa. (Veronica chamaedrys)
  • Gegenblaettriges Milzkraut (Chrysosplenium oppositifolium)
  • Gemeiner Gilbweiderich (Lysimachia vulgaris)
  • Gewoehnliche Goldnessel (Galeobdolon luteum)
  • Gewoehnliche Wald-Engelwurz (Angelica sylvestris)
  • Grau-Pappel (Populus canescens (P. alba x tremula))
  • Grosse Brennessel (Urtica dioica)
  • Grosse Sternmiere (Stellaria holostea)
  • Grosser Dornfarn (Dryopteris dilatata)
  • Grosses Hexenkraut (Circaea lutetiana)
  • Gundermann (Glechoma hederacea)
  • Hain-Gilbweiderich (Lysimachia nemorum)
  • Hain-Rispengras (Poa nemoralis)
  • Hain-Sternmiere (Stellaria nemorum)
  • Hainbuche (Carpinus betulus)
  • Haselnuss (Corylus avellana)
  • Himbeere (Rubus idaeus)
  • Hohe Schluesselblume (Primula elatior)
  • Kleine Wasserlinse (Lemna minor)
  • Laerche unbestimmt (Larix spec.)
  • Rasen-Schmiele (Deschampsia cespitosa)
  • Rotbuche (Fagus sylvatica (subsp. sylvatica))
  • Rote Johannisbeere (Ribes rubrum)
  • Roter Fingerhut (Digitalis purpurea (subsp. purpurea))
  • Sal-Weide (Salix caprea (subsp. caprea))
  • Schmalblaettriges Weidenroeschen (Epilobium angustifolium)
  • Schoenes Frauenhaarmoos (Polytrichum formosum)
  • Schwarz-Erle (Alnus glutinosa)
  • Schwarzer Holunder (Sambucus nigra)
  • Stechpalme (Ilex aquifolium)
  • Stiel-Eiche (Quercus robur (subsp. robur))
  • Stink-Storchschnabel Sa. (Geranium robertianum agg.)
  • Sumpf-Helmkraut (Scutellaria galericulata)
  • Sumpf-Kratzdistel (Cirsium palustre)
  • Sumpf-Labkraut Sa. (Galium palustre s.l.)
  • Teich-Schachtelhalm (Equisetum fluviatile)
  • Wald-Bingelkraut (Mercurialis perennis)
  • Wald-Geissblatt (Lonicera periclymenum)
  • Wald-Kiefer (Pinus sylvestris)
  • Wald-Sauerklee (Oxalis acetosella)
  • Wald-Schachtelhalm (Equisetum sylvaticum)
  • Weissdorn unbestimmt (Crataegus spec.)
  • Weisse Hainsimse (Luzula luzuloides)
  • Winkel-Segge (Carex remota)
  • Zweiblaettrige Schattenblume (Maianthemum bifolium)
Tierarten:
Schutzziele: Erhaltung eines großflächigen, vielfältigen und örtlich naturnahen Laubwaldgebietes mit unterschiedlichen Waldgesellschaften, Altholzbeständen und naturnahen Bachläufen in der Randzone des Ruhrgebietes.
Gefährdungen:
  • Aufschuettung
  • Freizeitaktivitaeten
  • Grundwasserabsenkung
  • Muellablagerung, Bauschutt
  • nicht bodenstaendige Gehoelze (FW)
Maßnahmen:
  • Altholz erhalten
  • Beschraenkung der Freizeitaktivitaeten
  • Beseitigung von Muell
  • der Sukzession ueberlassen
  • keine wegebaulichen Massnahmen
  • naturnahe Waldbewirtschaftung
  • Totholz erhalten
Die Kartenanwendung benötigt Javascript. Falls Sie diese Karte aufrufen möchten, schalten Sie in Ihrem Browser Javascript ein.