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Naturschutzgebiete und Nationalpark Eifel in NRW


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Naturschutzgebiet Heidesee (COE-012)

Objektbezeichnung:

NSG Heidesee

Kennung:

COE-012

Ort: Coesfeld
Kreis: Coesfeld
Bezirksregierung: Münster
Digitalisierte Fläche: 5,22 ha
Offizielle Fläche: 4,74 ha
Flächenanzahl: 1
Schutzstatus: NSG, bestehend
Verfahrensstand: LP rechtskraeftig
Inkraft seit: 1985
Inkraft: 2004
Außerkraft: 9999
Schutzziel: Die Unterschutzstellung erfolgt gemaess LG Paragraph 20
- Zur Erhaltung des Heidesees als seltenes, naturnahes Heidegewaesser,
- Zur Foerderung des Heidebestandes,
- Zur Verhinderung der Verlandung und Eutrophierung des Heidesees und der Heideflaeche.
Referenzen FFH- und VS-Gebiete:
Referenzen Schutzwürdige Biotope (BK):
  • BK-4008-0111
Kennung:

BK-4008-0111

Objektbezeichnung:

NSG Heidesee

Link zur Karte: BK-4008-0111
Objektbeschreibung: Das NSG Heidesee liegt ca. 3 km südwestlich der Stadt Coesfeld inmitten des großen Kiefern-Waldgebietes Hünsberg-Monenberg. Zentrales Element des rund 5 ha umfassenden Schutzgebietes ist ein dystrophes Stillgewässer in einer Ausblasungssenke auf Flugsanddecken, dessen Entstehung auf die letzte Eiszeit zurückgeführt wird. Den Untergrund bilden die Halterner Sande mit einer wasserundurchlässigen Ortsteinschicht. Der von einem Binsengürtel dominierte Verlandungsbereich des Heidesees ist mit typischen Arten der Moorgewässer ausgestattet. Zum Arteninventar gehören Torfmoose (Sphagnum fallax, Sphagnum cuspidatum), Wollgräser (Eriophorum angustifolium, , Eriophorum vaginatum), Großseggen (Carex rostrata), Rundblättriger Sonnentau (Drosera rotundifolia) und Moosbeere (Vaccinium oxycoccus). Auch seltene Moosarten wie Calliergon stramineum, Aulacomnium plaustre sind hier zu finden. Besonders der nordöstliche Uferbereich ist mit dichten Beständen des Scheiden-Wollgrases (Eriophorum vaginatum) und Moosbeere besiedelt. Nordwestlich des Gewässers wird der Binsengürtel von einem kleinen Erlenbruchwald abgelöst. Nach Beobachtungen aus den letzten Jahren nutzen Krickenten (Anas crecca) und Zwergtaucher (Tachybaptus ruficollis) das Gewässer, und am Ufer des Sees fliegt im Sommer die Torf-Mosaikjungfer (Aeschna juncea). Von besonderer Bedeutung ist der Heidesee als Laichgewässer für den Moorfrosch (Rana arvalis). Im Südosten des Gewässers sind angrenzend an den Binsengürtel großflächige Übergangsmoorbereiche mit geschlossenen Sphagnum fallax-Schwingrasen ausgebildet. Vorherrschend ist hier die Sphagnum fallax-Eriophorum angustifolium-Gesellschaft. An zwei Stellen wurden Initialbestände der Hochmoor-Bultgesellschaft (Erico-Spahgnetum magellanici) auf Sphagnum papillosum-Polstern vorgefunden. Die Übergangsmoorbereiche sind durch Sukzession mit Birken- und Kieferngehölzen gefährdet. Am Südrand des Gebietes befindet sich ein Birken-Pioniergebüsch mit einer dichten Faulbaum-Strauchschicht. Das nördliche Umfeld des Heidesees bilden Feuchtheidebestände, die zu den Resten eines ehemals großflächigen Heidegebietes rund um den Monenberg gehören. In den trockeneren Randbereichen kommt auf offenen Sandflächen die gefährdete Pioniergesellschaft des Frühen Schmielenhafers (Airetum praecocis) vor. Bemerkenswert sind hier auch die typischen Tierarten der offenen, besonnten Sandböden. Im Gebiet sind zum Beispiel Sandlaufkäfer, verschiedene Solitärbienen, Heuschrecken (u.a. Gefleckte Keulenschrecke Myrmeleotettix maculatus), Ameisenlöwen, Tagfalter (z.B. Kleiner Feuerfalter Lycaena phlaeas) und Reptilien (Waldeidechse Zootoca vivipara, Blindschleiche Anguis fragilis) nachgewiesen. Mit Unterstützung des ehrenamtlichen Naturschutzes wird die Heidefläche regelmäßig von den aufkommenden Gehölzen befreit. Junge Birken, Kiefern, Brombeeren und vor allem auch die aus Nordamerika stammende Spätblühende Traubenkirsche (Prunus serotina) siedeln sich im Zuge der natürlichen Sukzession als Pioniergehölze an und verdrängen die lichtliebenden Heidearten. Darüber hinaus wird seit Mitte der 1980er Jahre die Heide zur Pflege einige Wochen im Jahr mit Heidschnucken beweidet. Das NSG Heidesee befindet sich Eigentum des Kreises Coesfeld.
Lebensraumtypen:
  • Dystrophe Seen und Teiche <3160> (0,83 ha)
  • Trockene europaeische Heiden <4030> (1,47 ha)
  • Uebergangs- und Schwingrasenmoore <7140> (0,55 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete Moor- und Bruchwaelder (nicht FFH-LRT) <NAC0> (0,04 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete Hochmoore, Uebergangsmoore und Torfstiche (nicht FFH-LRT) <NCA0> (0,07 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete Feuchtheiden (nicht FFH-LRT) <NDB0> (0,11 ha)
Geschützte Biotope (§62):
  • Moore (0,62 ha)
  • stehende Binnengewaesser (natuerlich o. naturnah, unverbaut) (0,83 ha)
  • Zwergstrauch-, Ginster-, Wacholderheiden (1,47 ha)
Biotoptypen:
  • Birkenwald <AD0> (NaN ha)
  • Nadelbaum-Birkenmischwald <AD3> (NaN ha)
  • Birken-Moorwald <AD5> (0,04 ha)
  • Kiefernwald <AK0> (NaN ha)
  • Schlagflur <AT0> (NaN ha)
  • Uebergangs-, Zwischenmoor, Quellmoor <CA3> (0,07 ha)
  • Pfeifengras-Feuchtheide <DB2> (0,11 ha)
  • Uebergangs-, Zwischenmoor, Quellmoor <zCA3> (0,47 ha)
  • Rasen-Grossseggenried <zCD1> (0,08 ha)
  • Calluna-Heide <zDA1> (1,47 ha)
  • Heideweiher <zFE1> (0,83 ha)
Rote Liste Arten 2010 NRW:
Planungsrelevante Arten:
Pflanzenarten:
  • Besenheide (Calluna vulgaris)
  • Birke unbestimmt (Betula spec.)
  • Brombeere Sa. (Rubus sectio Rubus)
  • Draht-Schmiele (Deschampsia flexuosa)
  • Echte Glockenheide (Erica tetralix)
  • Einwaertsgebogenes Krummstielmoos (Campylopus introflexus)
  • Faulbaum (Frangula alnus (subsp. alnus))
  • Flatter-Binse (Juncus effusus (subsp. effusus))
  • Fruehe Haferschmiele (Aira praecox)
  • Kleiner Sauerampfer (Rumex acetosella)
  • Mittlerer Sonnentau (Drosera intermedia)
  • Moor-Birke (Betula pubescens)
  • Moosbeere (Vaccinium oxycoccos)
  • Pfeifengras (Molinia caerulea)
  • Pillen-Segge (Carex pilulifera (subsp. pilulifera))
  • Rundblaettriger Sonnentau (Drosera rotundifolia)
  • Sand-Birke (Betula pendula)
  • Scheiden-Wollgras (Eriophorum vaginatum)
  • Schmalblaettriges Wollgras (Eriophorum angustifolium)
  • Schnabel-Segge (Carex rostrata (subsp. rostrata))
  • Sparrige Binse (Juncus squarrosus)
  • Sumpf-Streifensternmoos (Aulacomnium palustre)
  • Truegerisches Torfmoos (Sphagnum fallax)
  • Wald-Kiefer (Pinus sylvestris)
  • Warziges Torfmoos (Sphagnum papillosum)
Tierarten:
  • Moorfrosch (Rana arvalis)
Schutzziele: Erhaltung und Entwicklung hochgradig gefährdeter Pflanzengesellschaften oligotropher Standorte
Gefährdungen:
  • nicht bodenstaendige Gehoelze (FW)
  • Stoerungs-, Eutrophierungszeiger
  • unerwuenschte Sukzession
Maßnahmen:
  • Beseitigung von Gehoelzen
  • Jagdausuebung beschraenken
  • NSG-Erweiterung / vertragliche Regelung
  • Vegetationskontrolle
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