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Naturschutzgebiete und Nationalpark Eifel in NRW


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Naturschutzgebiet Heubachwiesen (COE-001)

Objektbezeichnung:

NSG Heubachwiesen

Kennung:

COE-001

Ort: Coesfeld
Kreis: Coesfeld
Bezirksregierung: Münster
Digitalisierte Fläche: 56,44 ha
Offizielle Fläche: 56,47 ha
Flächenanzahl: 1
Schutzstatus: NSG, bestehend
Verfahrensstand: LP rechtskraeftig
Inkraft seit: 1982
Inkraft: 2004
Außerkraft: 9999
Schutzziel: Die Festsetzung erfolgt

- Zur Erhaltung, Foerderung und Wiederherstellung von Lebensgemeinschaften
oder Lebensstaetten, insbesondere von seltenen, zum Teil stark gefaehrdeten
Wat- und Wiesenvoegeln, Gaensen und von seltenen, zum Teil gefaehrdeten
Pflanzengesellschaften des offenen Wassers und des feuchten Gruenlandes,
- Zur Erhaltung der Niedermoor- und Hochmoorflaechen, insbesondere aus erd-
geschichtlichen Gruenden,
- Wegen der Seltenheit, besonderen Eigenart und Schoenheit des Gebietes,
- Weil die Raeker Wiese als Teilflaeche des Vogelschutzgebietes "Heubachniederung, Lavesumer
Bruch und Borkenberge" insbesondere fuer Rast- und Ueberwinterungsvoegel von europaweiter
Bedeutung ist.

Dieses Schutzgebiet hat im Gebietsnetz Natura 2000 besonderen Wert als Lebensraum fuer
nachstehend genannte Vogelarten gemaess Artikel 4 der EG Vogelschutzrichtlinie
(79/403/EWG des Rates vom 2.4.1979 über die Erhaltung der wild lebenden Vogelarten) als
massgebliche Bestandteile des Gebiets i.S. des Paragraphen 48d Abs. 4 LG:

Vogelarten, die im Anhang I der Richtlinie 79/403/EWG aufgefuehrt sind:

Rast- und Ueberwinterungsvogelarten:

- Kranich - Grus grus,
- Fischadler - Pandion haliaetus,
- Kampflaeufer - Philomachus pugnax,
- Goldregenpfeifer - Pluvialis apricaria,
- Bruchwasserlaeufer - Tringa glareola,

Vogelarten, die nicht im Anhang I der Richtlinie 79/403/EWG aufgefuehrt sind:

Brutvogelarten:

- Grosser Brachvogel - Numenius arquata,
- Zwergtaucher - Tachybaptus ruficollis,
- Kiebitz - Vanellus vanellus,

Rast- und Ueberwinterungsvogelarten:

- Blaessgans - Anser albifrons,
- Gaensesaeger - Mergus merganser,
- Gruenschenkel - Tringa nebularia,
- Waldwasserlaeufer - Tringa ochropus,
- Rotschenkel - Tringa totanus,

Im gesamten Vogelschutzgebiet "Heubachniederung, Lavesumer Bruch und Borkenberge"
sind, nach Massgabe der Anhaenge der Vogelschutzrichtlinie, neben den oben genannten
Vogelarten, die nachfolgenden Arten von besonderer Bedeutung:

Brutvogelarten:

- Teichrohrsaenger - Acrocephalus scirpaceus,
- Eisvogel - Alcedo atthis,
- Loeffelente - Anas clypeata,
- Krickente - Anas crecca,
- Knaekente - Anas querquedula,
- Wiesenpieper - Anthus pratensis,
- Tafelente - Aythya ferina,
- Ziegenmelker - Caprimulgus europaeus,
- Wachtelkoenig - Crex crex,
- Schwarzspecht - Dryocopus martius,
- Bekassine - Gallinago gallinago,
- Neuntoeter - Lanius collurio,
- Uferschnepfe - Limosa limosa,
- Heidelerche - Lullula arborea,
- Blaukehlchen - Luscinia svecica,
- Pirol - Oriolus oriolus,
- Wespenbussard - Pernis apivorus,
- Wasserralle - Rallus aquaticus,
- Schwarzkehlchen - Saxicola torquata,
- Dunkler Wasserlaeufer - Tringa erythropus,

Rast- und Ueberwinterungsvogelarten:

- Schwarzstorch - Ciconia nirgra,
- Raubwuerger - Lanius excubitor.
Referenzen FFH- und VS-Gebiete:
Referenzen Schutzwürdige Biotope (BK):
  • BK-4108-053
  • BK-4108-901
Kennung:

BK-4108-901

Objektbezeichnung:

NSG-Heubachwiesen <COE>

Link zur Karte: BK-4108-901
Objektbeschreibung: Das NSG Heubachwiesen besteht insgesamt aus vier Teilgebieten (von West nach Ost I, II, III, IV). Gut ein Viertel der Flaeche gehoert zum Kreis Coesfeld, fast dreiviertel des Gebietes liegen im Kreis Borken. Der Heubach bildet in Teilbereichen die Kreisgrenze, er stellt somit die suedliche Grenze der beiden Coesfelder Teilflaechen dar. Das Gebiet umfasst den noerdlichen Teil der Raeker Wiese und das westlich an das NSG "Wildpferdebahn im Merfelder Bruch" anschlies- sende Gelaende. Die zum Feuchtwiesenschutzprogramm gehoerende Flaeche wird fast aussschliesslich als Gruenland genutzt. Vorherrschend ist Intensivgruenland, in Teilbereichen aber auch extensivierte Nutzung. Kleinflaechig ist noch Feuchtgruenland erhalten. Wegen der geringen Vorflut sind einige Flaechen nur schwach entwaessert und koennen in nassen Jahren nicht oder nur sehr extensiv als Maehwiesen genutzt werden. Eine kleine Ackerparzelle reicht bis unmittelbar an den Heubach, dessen Boeschungen mit Glanzgras- und Glatthaferfluren bewachsen sind. Stellenweise kommen Bachroehrichtelemente vor. Ein Teilabschnitt wird von groesseren Brachfluren, Hochstauden und einzelnen Gebueschen besiedelt. Etwa in der Mitte teilt eine schmale, lichte Pappelaufforstung mit Erlenunterwuchs und Brennesseln die noerdliche Raeker Wiese. Oestlich hiervon sind zwei Blaenken angelegt worden, die eine meso- bis eutrophe Verlandungsvegetation aufweisen. Teilweise sind offene Wasserflaechen vorhanden. Brennhahnenfuss-Binsenfluren gehen in Roehrichtbestaende ueber. Oertlich haben sich Schilfroehrichte mit anschliessenden Weiden-Erlengebueschen entwickelt. Noerdlich Brockmuehle liegt ein nicht zugaenglicher Fischteichkomplex. An ihn grenzt eine groessere Ackerbrache mit randlichen Schilfbestaenden an. Sie, die durch eine Hecke von den Raeker Wiesen getrennt wird. Das oestliche Flaeche gehoert zum Teilgebiet III und umfasst den Bereich noerdlich des Heubach. Nach Westen begrenzt eine Birken-Ebereschen-Baumreihe die Flaeche. Diese weitgehend ebene Flaeche wird vom Kettbach durchzogen, der noerdlich Kleikuhle in den Heubach muendet. Entlang des Kettbaches ist beiderseits ein breiter Uferrandstreifen abgezaeunt, in dem sich Roehricht- und feuchte Hochstaudenfluren entwickelt haben. Zwischen Kettbach und dem nach Norden fuehrenden Feldweg liegt eine Ackerparzelle. Der Weg wird von einer gut ausgebildeten Hecke begleitet. Der suedliche Gruenlandbereich wird von mehreren kleinen Graeben durchzogen, in denen die urspruengliche Feuchtwiesenvegetation noch vorhanden ist. Teilweise dominieren sumpfsimsen- oder binsenreiche Bestaende. Entlang des Heubaches stehen einzelne Pappeln. Das gesamte NSG Heubachniederung hat als traditionelles Brutgebiet von Limikolen auch als Rastgebiet fuer Durchzuegler eine hohe Bedeutung. Der Anteil landeseigener Flaechen im NSG Heubachwiesen ist hoch, entsprechend wurden in 1988 zahlreiche Optimierungsmassnahmen wie die Anlage von Blaenken oder eine partielle Wiedervernaessung durchgefuehrt. Im Gebiet kommen folgende Paragraph 20c-Biotoptypen vor: - Kleingewaesser mit Verlandungsserien (FD, BB) - Nass- und Feuchtgruenland (EC1, EC2, EE3).
Lebensraumtypen:
Geschützte Biotope (§62):
Biotoptypen:
  • Feldgehoelz <BA0> (2,98 ha)
  • Gebuesch, Strauchgruppe <BB0> (1,49 ha)
  • Strauchhecke, ebenerdig <BD2> (1,49 ha)
  • Baumgruppe, Baumreihe <BF0> (2,98 ha)
  • Fettweide <EB0> (104,21 ha)
  • Nass- und Feuchtweide <EC2> (7,44 ha)
  • Gruenlandbrache <EE0> (5,95 ha)
  • Teich <FF0> (1,49 ha)
  • Bach <FM0> (2,98 ha)
  • Graben <FN0> (1,49 ha)
  • Acker <HA0> (5,95 ha)
  • ohne Zuordnung <OZ> (NaN ha)
  • Ufergehoelz <yBE0> (1,49 ha)
  • Nass- und Feuchtwiese <yEC1> (1,49 ha)
  • Nass- und Feuchtweide <yEC2> (2,98 ha)
  • Brachgefallenes Nass- und Feuchtgruenland <yEE3> (1,49 ha)
  • stehendes Kleingewaesser <yFD0> (2,98 ha)
Rote Liste Arten 2010 NRW:
Planungsrelevante Arten:
Pflanzenarten:
  • Alpen-Laichkraut (Potamogeton alpinus)
  • Asch-Weide (Salix cinerea subsp. cinerea)
  • Bach-Nelkenwurz (Geum rivale)
  • Behaarte Segge (Carex hirta)
  • Berchtolds Zwerg-Laichkraut (Potamogeton berchtoldii)
  • Braune Segge (Carex nigra)
  • Brennender Hahnenfuss (Ranunculus flammula (subsp. flammula))
  • Bunter Hohlzahn (Galeopsis speciosa)
  • Deutsches Weidelgras (Lolium perenne)
  • Echtes Maedesuess (Filipendula ulmaria (subsp. ulmaria))
  • Faden-Binse (Juncus filiformis)
  • Faulbaum (Frangula alnus (subsp. alnus))
  • Fieberklee (Menyanthes trifoliata)
  • Flutender Schwaden (Glyceria fluitans)
  • Gagel (Myrica gale)
  • Gelbe Teichrose (Nuphar lutea)
  • Gemeine Sumpfsimse (Eleocharis palustris)
  • Gemeine Waldsimse (Scirpus sylvaticus)
  • Gemeines Rispengras (Poa trivialis (subsp. trivialis))
  • Gewoehnliche Eberesche (Sorbus aucuparia)
  • Glieder-Binse (Juncus articulatus (subsp. articulatus))
  • Grosser Klappertopf (Rhinanthus serotinus)
  • Hasenpfoten-Segge (Carex leporina)
  • Hunds-Straussgras (Agrostis canina)
  • Knick-Fuchsschwanz (Alopecurus geniculatus)
  • Koenigsfarn (Osmunda regalis)
  • Kriech-Weide i.w.S. (Salix repens agg.)
  • Kriechender Hahnenfuss (Ranunculus repens)
  • Kroeten-Binse (Juncus bufonius)
  • Kuckucks-Lichtnelke (Lychnis flos-cuculi (subsp. flos-cuculi))
  • Niedriges Wiesen-Rispengras (Poa humilis)
  • Ohr-Weide (Salix aurita)
  • Pappel unbestimmt (Populus spec.)
  • Rohr-Glanzgras (Phalaris arundinacea (subsp. arundinacea))
  • Sand-Birke (Betula pendula)
  • Scharfer Hahnenfuss (Ranunculus acris)
  • Schnabel-Segge (Carex rostrata (subsp. rostrata))
  • Schwarz-Erle (Alnus glutinosa)
  • Spitzbluetige Binse (Juncus acutiflorus (subsp. acutiflorus))
  • Spreizendes Wasser-Greiskr. (Senecio erraticus)
  • Stiel-Eiche (Quercus robur (subsp. robur))
  • Sumpf-Blutauge (Comarum palustre)
  • Sumpf-Dotterblume (Caltha palustris)
  • Sumpf-Hornklee (Lotus pedunculatus)
  • Sumpf-Kratzdistel (Cirsium palustre)
  • Sumpf-Pippau (Crepis paludosa)
  • Sumpf-Schafgarbe (Achillea ptarmica)
  • Sumpf-Segge (Carex acutiformis)
  • Sumpf-Sternmiere (Stellaria palustris)
  • Sumpf-Vergissmeinnicht (Myosotis scorpioides)
  • Weide-Kammgras (Cynosurus cristatus)
  • Weissklee (Trifolium repens (subsp. repens))
  • Wiesen-Loewenzahn Sa. (Taraxacum sect. Ruderalia)
  • Wiesen-Rispengras (Poa pratensis)
  • Wiesen-Schaumkraut (Cardamine pratensis var. pratensis)
  • Wiesen-Schwingel (Festuca pratensis)
  • Wolliges Honiggras (Holcus lanatus)
  • Zitter-Pappel (Populus tremula)
Tierarten:
  • Austernfischer (Haematopus ostralegus)
  • Bekassine (Gallinago gallinago)
  • Blaesshuhn (Fulica atra)
  • Erdkroete (Bufo bufo)
  • Feldlerche (Alauda arvensis)
  • Grasfrosch (Rana temporaria)
  • Grosser Brachvogel (Numenius arquata)
  • Kiebitz (Vanellus vanellus)
  • Kreuzkroete (Bufo calamita)
  • Krickente (Anas crecca)
  • Loeffelente (Anas clypeata)
  • Rebhuhn (Perdix perdix)
  • Reiherente (Aythya fuligula)
  • Schwarzkehlchen (Saxicola rubicola)
  • Stockente (Anas platyrhynchos)
  • Uferschnepfe (Limosa limosa)
  • Wasserfrosch-Komplex (Rana esculenta-Synklepton)
  • Wiesenpieper (Anthus pratensis)
  • Wiesenschafstelze (Motacilla flava)
  • Zauneidechse (Lacerta agilis)
  • Zwergtaucher (Tachybaptus ruficollis)
Schutzziele: Erhalt und Wiederherstellung feuchten Gruenlandes als Lebensraum
fuer an Feuchtwiesen gebundene Tier- und Pflanzenarten
Gefährdungen:
  • Aufforstung
  • Duengung
  • Entwaesserung, Wasserentnahme, Wasserregime
  • Eutrophierung
  • Fischerei, Teichbau (FI)
  • Gewaesserausbau
  • Gewaesserbegradigung (WA)
  • Gruenlandbewirtschaftung, Beweidung zu intensiv (LW)
  • nicht bodenstaendige Gehoelze (FW)
  • Pflegeumbruch (LW)
  • Umbruch, Umwandlung von Gruenland in Acker
  • Zerschneidung durch Strassenbau
Maßnahmen:
  • Anlegung von Gewaessern
  • Beschraenkung der Duengung
  • Beseitigung von baulichen Anlagen
  • Beseitigung von Gehoelzen
  • extensive Gruenlandbewirtschaftung, Beweidung
  • extensive Gruenlandbewirtschaftung, Mahd
  • Gruenland anlegen, wiederherstellen
  • Gruenlandnutzung beibehalten
  • keine Entwaesserung
  • keine Fischteichanlage
  • naturnahe Gewaessergestaltung
  • NSG-Erweiterung / vertragliche Regelung
  • Pflege von Hecken
  • Wiedervernaessung
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