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Naturschutzgebiete und Nationalpark Eifel in NRW


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Naturschutzgebiet Kurler Busch (DO-008)

Objektbezeichnung:

NSG Kurler Busch

Kennung:

DO-008

Ort: Dortmund
Kreis: Dortmund
Bezirksregierung: Arnsberg
Digitalisierte Fläche: 197,18 ha
Offizielle Fläche: 198,10 ha
Flächenanzahl: 1
Schutzstatus: NSG, bestehend
Verfahrensstand: LP rechtskraeftig
Inkraft seit: 1986
Inkraft: 2005
Außerkraft: 9999
Schutzziel: Schutzzweck:
Die Festsetzung als Naturschutzgebiet ist nach § 20 Buchstaben a), b) und c) LG erforderlich, insbesondere
- zur Erhaltung und Entwicklung von Lebensstätten und -gemeinschaften von gefährdeten und
seltenen wildlebenden Tierarten und wildwachsenden Pflanzenarten und -gesellschaften,
- zur Erhaltung der vorhandenen Landschaftsstruktur wegen ihrer Seltenheit und ihrer besonderen
Eigenart,
- zum Schutz des Klimas und der Lufthygiene.Gemaess LG Paragraph 20
- Zur Erhaltung und Entwicklung von Lebensstaetten und -gemeinschaften
von gefaehrdeten und seltenen wildlebenden Tierarten und wild-
wachsenden Pflanzenarten und -gesellschaften,
- Zur Erhaltung der vorhandenen Landschaftsstruktur wegen ihrer Seltenheit
und ihrer besonderen Eigenart.
Referenzen FFH- und VS-Gebiete:
Referenzen Schutzwürdige Biotope (BK):
  • BK-4411-0065
Kennung:

BK-4411-0065

Objektbezeichnung:

NSG Kurler Busch

Link zur Karte: BK-4411-0065
Objektbeschreibung: Das NSG Kurler Busch am nordwestlichen Stadtrand von Dortmund umfasst ein ausgedehntes Laubwaldgebiet mit randlichen landwirtschaftlichen Flächen, überwiegend bestockt von strukturreichen Eichenmischwäldern. Zwei kleine Teiche inmitten des Waldes und ein größeres Bergsenkungsgewässer an seinem Nordrand sind Klein- und Sonderbiotope insbesondere für Amphibien und Wasservögel. Das Naturschutzgebiet Kurler Busch ist fast 200 ha groß, seine zerlappte Fläche besitzt eine Ost-West- und eine Nord-Süd-Ausdehnung von annähernd 1,8 km. Der zentrale Kurler Busch ist ein unzerschnittenes Waldgebiet, das lediglich von Fuß- und Forstwegen durchzogen wird. Lediglich die L 556 im Westen zwischen DO-Kurl und DO-Lanstrop trennt zwei mittelgroße Waldflächen mit umgebenden landwirtschaftlichen Freiflächen vom eigentlichen Kurler Busch ab. Durchzogen wird der Kurler Busch von untergeordneten, zumeist geradlinigen Bachläufen. Diese führen nur wenig Wasser. Der Waldteich im Südwesten in Nähe eines Wildackers weist nur eine geringe Gewässervegetation auf, der Teich "Südholz" hingegen wird fast vollständig von Wasserlinsen bedeckt. An den flachen Ufern des deutlich größeren Bergsenkungsgewässers im Quellgebiet des Rahmsloher Baches ist ein breiter Röhrichtsaum ausgebildet, aus dem Zentrum des Feuchtgebietes ragen abgestorbene Bäume empor. Ein randlicher, junger Erlenfeuchtwald wird flächig von Wasser überspannt. Der Kurler Busch ist ein (fast) reines Laubwaldgebiet. Flächig dominieren Eichenmischwälder mit zumeist mittlerem Baumholz und dichter Strauchschicht, örtlich bilden Hainbuchen die untere Baumschicht. Waldbaulich gefördert entsprechen diese Eichenmischwälder vegetationskundlich zumeist dem artenarmen Sternmieren-Eichen-Hainbuchenwald. Kleinflächig sind Bucheninseln mit mittlerem bis starkem Baumholz ausgebildet, die zum Flattergras-Buchenwald überleiten. Im Südosten südlich des Hundedressurplatzes wächst ein forstlich weitgehend unbeeinflusster, lichter, von Hochstauden durchsetzter Sukzessionswald, floristisch geprägt durch eutraphente und neophytische Vegetationselemente. In der Randzone des Schutzgebietes liegen Pferdeweiden, kleinflächig auch Äcker. Strukturanreichernde Biotopelemente dieser peripheren offenen Kulturlandschaft sind neophytenreiche Hochstaudenbrachen (am Rahmsloher Bach), eine alte Kopfweidengruppe und einzelne markante Solitäreichen. Der Kurler Busch ist als großer, geschlossener Laubwald-Biotopkomplex von regional herausragender Bedeutung in der stark von Siedlungen geprägten Ballungsrandzone von Dortmund, Kamen und Lünen, seine Klein- und Stillgewässer bilden lokal wertvolle Sonderbiotope insbesondere für Amphibien (insbesondere Grasfrosch, Erdkröte, Wasserfrosch) und Wasservögel (insbesondere Zwergtaucher). Zentrales Schutzziel ist der Erhalt eines ausgedehnten, strukturreichen, (bedingt) naturnahen Laubwald-Biotopkomplexes mit (Klein-)Gewässern als Sonderbiotope als herausragender Refugial- und Trittstein-Biotop in der Hellwegregion
Lebensraumtypen:
  • Subatlantischer oder mitteleuropaeischer Stieleichenwald oder Hainbuchenwald (Carpinion betuli) [Stellario-Carpinetum] <9160> (146,02 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete Laubwaelder ausserhalb von Sonderstandorten (nicht FFH-LRT) <NA00> (2,50 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete Moor- und Bruchwaelder (nicht FFH-LRT) <NAC0> (0,41 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete Gehoelzstrukturen <NB00-ung.> (0,05 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete linienfoermige Gehoelzstrukturen und Einzelbaeume <NBD0> (0,00 ha)
  • Schutzwuerdiges und gefaehrdetes mesophiles Wirtschaftsgruenland incl. Brachen (nicht FFH-LRT) <NE00> (2,20 ha)
  • Schutzwuerdiges und gefaehrdetes Nass- und Feuchtgruenland incl. Brachen (nicht FFH-LRT) <NEC0> (0,67 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete Stillgewaesser (nicht FFH-LRT) <NFD0> (2,42 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete Fliessgewaesser (nicht FFH-LRT) <NFM0> (0,17 ha)
Geschützte Biotope (§62):
  • Bruch- und Sumpfwaelder (0,41 ha)
  • Fliessgewaesserbereiche (natuerlich o. naturnah, unverbaut) (0,07 ha)
  • Seggen- und binsenreiche Nasswiesen (0,67 ha)
  • stehende Binnengewaesser (natuerlich o. naturnah, unverbaut) (2,39 ha)
Biotoptypen:
  • Pappelwald <AF0> (13,00 ha)
  • Fichtenwald <AJ0> (0,50 ha)
  • Aufforstung <AU0> (6,50 ha)
  • Vorwald, Pionierwald <AU2> (2,50 ha)
  • Schnitthecke <BD5> (0,08 ha)
  • Einzelbaum <BF3> (0,00 ha)
  • Kopfbaumgruppe <BG2> (0,05 ha)
  • Fettwiese <EA0> (1,57 ha)
  • Fettweide <EB0> (15,00 ha)
  • Gruenlandbrache <EE0> (2,20 ha)
  • stehendes Kleingewaesser <FD0> (0,03 ha)
  • Tieflandbach <FM5> (0,10 ha)
  • Acker <HA0> (4,75 ha)
  • Wildacker <HA2> (0,71 ha)
  • Hundedressurplatz <SG1> (0,40 ha)
  • Hainbuchen-Eichenmischwald <xAB9> (146,02 ha)
  • Erlen-Bruchwald <yAC4> (0,41 ha)
  • Brachgefallenes Nass- und Feuchtgruenland <yEE3> (0,67 ha)
  • Weiher (stetig) <yFB0> (0,58 ha)
  • Tieflandbach <yFM5> (0,07 ha)
  • Bergsenkungsgewaesser <yFR0> (1,81 ha)
Rote Liste Arten 2010 NRW:
Planungsrelevante Arten:
Pflanzenarten:
  • Acker-Kratzdistel (Cirsium arvense)
  • Adlerfarn (Pteridium aquilinum (subsp. aquilinum))
  • Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus)
  • Breitblaettriger Rohrkolben (Typha latifolia)
  • Breitblaettriges Knabenkraut (Dactylorhiza majalis)
  • Brombeere Sa. (Rubus sectio Rubus)
  • Deutsches Weidelgras (Lolium perenne)
  • Dreifurchige Wasserlinse (Lemna trisulca)
  • Dreinervige Nabelmiere (Moehringia trinervia)
  • Echte Nelkenwurz (Geum urbanum)
  • Echte Zaunwinde (Calystegia sepium)
  • Echtes Maedesuess (Filipendula ulmaria (subsp. ulmaria))
  • Efeu (Hedera helix (subsp. helix))
  • Einbluetiges Perlgras (Melica uniflora)
  • Flatter-Binse (Juncus effusus (subsp. effusus))
  • Flattergras (Milium effusum)
  • Flutender Schwaden (Glyceria fluitans)
  • Frauenfarn (Athyrium filix-femina)
  • Fuchs-Segge Sa. (Carex vulpina agg.)
  • Gefluegelte Braunwurz (Scrophularia umbrosa)
  • Gemeiner Froschloeffel (Alisma plantago-aquatica)
  • Gewoehnlicher Flieder (Syringa vulgaris)
  • Goldrute unbestimmt (Solidago spec.)
  • Grosse Brennessel (Urtica dioica)
  • Grosse Sternmiere (Stellaria holostea)
  • Gundermann (Glechoma hederacea)
  • Hain-Rispengras (Poa nemoralis)
  • Hainbuche (Carpinus betulus)
  • Haselnuss (Corylus avellana)
  • Hohe Weide (Salix rubens (S. alba x fragilis))
  • Kleine Wasserlinse (Lemna minor)
  • Kohl(-Kratz)distel (Cirsium oleraceum)
  • Korb-Weide (Salix viminalis)
  • Kuckucks-Lichtnelke (Lychnis flos-cuculi (subsp. flos-cuculi))
  • Pappel unbestimmt (Populus spec.)
  • Rasen-Schmiele (Deschampsia cespitosa)
  • Rauhes Hornblatt (Ceratophyllum demersum)
  • Riesen-Goldrute (Solidago gigantea)
  • Roehrige Pferdesaat (Oenanthe fistulosa)
  • Rot-Eiche (Quercus rubra)
  • Rotbuche (Fagus sylvatica (subsp. sylvatica))
  • Rote Johannisbeere (Ribes rubrum)
  • Sal-Weide (Salix caprea (subsp. caprea))
  • Sand-Birke (Betula pendula)
  • Schwarz-Erle (Alnus glutinosa)
  • Schwarzer Holunder (Sambucus nigra)
  • Stechpalme (Ilex aquifolium)
  • Stiel-Eiche (Quercus robur (subsp. robur))
  • Sumpf-Schachtelhalm (Equisetum palustre)
  • Sumpf-Storchschnabel (Geranium palustre)
  • Sumpf-Wasserstern Sa. (Callitriche palustris agg.)
  • Teichlinse (Spirodela polyrhiza)
  • Ufer-Wolfstrapp (Lycopus europaeus)
  • Vielbluetige Weisswurz (Polygonatum multiflorum)
  • Wald-Segge (Carex sylvatica (subsp. sylvatica))
  • Wasser-Minze (Mentha aquatica)
  • Wasser-Schwaden (Glyceria maxima)
  • Wasserdost (Eupatorium cannabinum (subsp. cannabinum))
  • Weissdorn unbestimmt (Crataegus spec.)
  • Weisse Seerose (Nymphaea alba)
  • Weissklee (Trifolium repens (subsp. repens))
  • Wiesen-Baerenklau (Heracleum sphondylium)
  • Wiesen-Fuchsschwanzgras (Alopecurus pratensis)
  • Winkel-Segge (Carex remota)
Tierarten:
  • Blaesshuhn (Fulica atra)
  • Graureiher (Ardea cinerea)
  • Kormoran (Phalacrocorax carbo)
  • Nilgans (Alopochen aegyptiacus)
  • Zwergtaucher (Tachybaptus ruficollis)
Schutzziele: Erhalt eines großen, strukturreichen, (bedingt) naturnahen Laubwald-Biotopkomplexes mit (Klein-)Gewässern als Sonderbiotope als herausragender Refugial- und Trittstein-Biotop in der städtisch geprägten Hellwegregion um Dortmund, Lünen und Kamen
Gefährdungen:
  • Freizeitaktivitaeten
  • Grundwasserabsenkung
  • Isolationseffekt
  • Siedlung, Flaechenverbrauch
  • Stoerungs-, Eutrophierungszeiger
  • Verkehr
Maßnahmen:
  • Altholz erhalten
  • Beschraenkung der Freizeitaktivitaeten
  • Erhaltung der Gewaesser
  • Erhaltung der Landschaftsstrukturen
  • naturnahe Waldbewirtschaftung
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