Titel:

Naturschutzgebiete und Nationalpark Eifel in NRW


Logo:

Naturschutzgebiete und Nationalpark Eifel in NRW


Suche:


Schriftmenü:

Schriftgrösse: ||

Inhalt:

Naturschutzgebiet Kirchderner Wald (DO-025)

Objektbezeichnung:

NSG Kirchderner Wald

Kennung:

DO-025

Ort: Dortmund
Kreis: Dortmund
Bezirksregierung: Arnsberg
Digitalisierte Fläche: 26,91 ha
Offizielle Fläche: 26,40 ha
Flächenanzahl: 1
Schutzstatus: NSG, bestehend
Verfahrensstand: LP rechtskraeftig
Inkraft seit: 2005
Inkraft: 2005
Außerkraft: 9999
Schutzziel: Schutzzweck:
Die Festsetzung als Naturschutzgebiet erfolgt gemäß § 20 Buchstaben a) und c) LG
- zur Erhaltung von Lebensgemeinschaften oder Biotopen bestimmter wildlebender Tier- und
Pflanzenarten,
- wegen der Seltenheit, besonderen Eigenart oder hervorragenden Schönheit einer Fläche oder
eines Landschaftsbestandteils.
Als wertvolle Lebensstätten gelten insbesondere:
- die naturnahen Laubwaldbereiche,
- die Teiche und Feuchtbereiche,
- die Brach- und Sukzessionsflächen.
Referenzen FFH- und VS-Gebiete:
Referenzen Schutzwürdige Biotope (BK):
  • BK-4410-0003
Kennung:

BK-4410-0003

Objektbezeichnung:

NSG Kirchderner Wald

Link zur Karte: BK-4410-0003
Objektbeschreibung: Das NSG Kirchderner Wald ist ein außerordentlich vielgestaltiges und strukturreiches Gebiet im Stadtbereich zwischen Eving/Kirchderne und dem Gelände der ehemaligen Westfalenhütte mit relativ naturnahem Buchen- und Eschenwald, jüngeren Erlen-, Ahorn- und Birkenbeständen, zwei naturnahen Teichen und Resten ehemals ausgedehnterer Brachflächen mit Pioniergehölzen und Hochstaudenfluren. Das Gelände wird durch eine Straße in zwei Teilstücke zerschnitten. Immissions- und Sichtschutz waren die Hauptgründe für die Anlage der Laubwälder in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, heute kommt dem Gebiet vor allem im Norden eine hohe Bedeutung als Erholungswald zu. Das westliche Teilstück weist neben Erlen- und Bergahorn-Mischbeständen einen flachen, naturnahen und sehr abgeschiedenen Teich auf, an dessen Südseite hochstaudenreiche Brachfluren grenzen, die offenbar (Teil-) Lebensraum der einzigen Ringelnatter-Population im Stadtgebiet Dortmund sind. Das östliche, weitaus größere Teilgebiet umfasst edellaubholzreiche Eschen- und Buchen-Mischbestände mit vereinzeltem Altholz. Die schwach basenreichen Bestände weisen neben einigen anspruchsvollen Laubwaldarten (u.a. mehrere Frühjahrsgeophyten) im feuchten Eschenwald auch seltene Arten wie Riesen-Schachtelhalm und Grüne Nieswurz auf. Daneben kommen einige artenärmere, meist jüngere Buchen-, Eschen- und Ahornbestände, lokal auch Hybridpappeln, Robinien und Roteichen vor. Von besonderem Wert ist im Zentrum des NSG ein weiterer naturnaher, kaum zugänglicher Teich, der durch zwei kurze Quellsiepen gespeist wird. Hier findet auch eine flächige Quellflur, ebenfalls mit großen Beständen von Riesen-Schachtelhalm und Grüner Nieswurz. An diesen einst durch Abgrabungen veränderten Bereich schließen sich nach Süden weitere Brachfluren mit aufkommenden Pioniergehölzen an. Das Vorkommen des im weiten Umkreis sehr seltenen Mauer-Felsenblümchens (Draba muralis) konnte 2011 aufgrund des späten Kartierzeitpunktes nicht bestätigt werden. Das Gebiet hat als Trittsteinbiotop eine große Bedeutung für zahlreiche Tierarten, neben der Ringelnatter kommen weitere Amphibien- und Reptilienarten sowie zahlreiche, teilweise gefährdete Vogelarten. Es ist damit auch für den Biotopverbund von herausragender Bedeutung. Die Erhaltung und naturnahe Weiterentwicklung der Waldbestände, der Erhalt der Gewässer und das Offenhalten der Brachfluren sind vordringliche Schutz- und Entwicklungsziele für den Kirchderner Wald.
Lebensraumtypen:
  • Hainsimsen-Buchenwald (Luzulo-Fagetum) <9110> (5,00 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete Laubwaelder ausserhalb von Sonderstandorten (nicht FFH-LRT) <NA00> (4,56 ha)
  • Schutzwuerdiges und gefaehrdetes mesophiles Wirtschaftsgruenland incl. Brachen (nicht FFH-LRT) <NE00> (2,13 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete Stillgewaesser (nicht FFH-LRT) <NFD0> (1,55 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete Quellbereiche (nicht FFH-LRT) <NFK0> (0,03 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete Fliessgewaesser (nicht FFH-LRT) <NFM0> (0,05 ha)
Geschützte Biotope (§62):
  • Fliessgewaesserbereiche (natuerlich o. naturnah, unverbaut) (0,05 ha)
  • Quellbereiche (0,03 ha)
  • stehende Binnengewaesser (natuerlich o. naturnah, unverbaut) (1,55 ha)
Biotoptypen:
  • Erlenmischwald mit einheimischen Laubbaumarten <AC1> (3,60 ha)
  • Birkenwald <AD0> (0,85 ha)
  • Pappelwald <AF0> (1,00 ha)
  • Eschenmischwald <AM1> (3,72 ha)
  • Robinienwald <AN0> (0,58 ha)
  • Roteichenwald <AO0> (0,38 ha)
  • Ahornmischwald <AR1> (6,95 ha)
  • Vorwald, Pionierwald <AU2> (0,60 ha)
  • Gruenlandbrache <EE0> (2,13 ha)
  • ohne Zuordnung <OZ> (NaN ha)
  • Buchenwald <xAA0> (5,00 ha)
  • Teich <yFF0> (1,55 ha)
  • Sicker-, Sumpfquelle <yFK2> (0,03 ha)
  • Quellbach <yFM4> (0,05 ha)
Rote Liste Arten 2010 NRW:
Planungsrelevante Arten:
Pflanzenarten:
  • Aronstab (Arum maculatum)
  • Asch-Weide Sa. (Salix cinerea)
  • Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus)
  • Breitblaettriger Rohrkolben (Typha latifolia)
  • Brombeere Sa. (Rubus sectio Rubus)
  • Bruch-Weide (Salix fragilis)
  • Busch-Windroeschen (Anemone nemorosa)
  • Dreiteiliger Zweizahn (Bidens tripartita (subsp. tripartita))
  • Druesiges Springkraut (Impatiens glandulifera)
  • Echte Nelkenwurz (Geum urbanum)
  • Efeu (Hedera helix (subsp. helix))
  • Einbluetiges Perlgras (Melica uniflora)
  • Eingriffliger Weissdorn (Crataegus monogyna)
  • Esche (Fraxinus excelsior (subsp. excelsior))
  • Flatter-Binse (Juncus effusus (subsp. effusus))
  • Frauenfarn (Athyrium filix-femina)
  • Gaense-Fingerkraut (Potentilla anserina)
  • Gemeine Waldsimse (Scirpus sylvaticus)
  • Gewoehnliche Wald-Engelwurz (Angelica sylvestris)
  • Gewoehnlicher Wurmfarn (Dryopteris filix-mas)
  • Grosse Brennessel (Urtica dioica)
  • Grosses Hexenkraut (Circaea lutetiana)
  • Gruene Nieswurz (Helleborus viridis subsp. occidentalis)
  • Gundermann (Glechoma hederacea)
  • Hain-Rispengras (Poa nemoralis)
  • Hainbuche (Carpinus betulus)
  • Haselnuss (Corylus avellana)
  • Japan-Staudenknoeterich (Fallopia japonica)
  • Kleinbluetiges Springkraut (Impatiens parviflora)
  • Kleine Wasserlinse (Lemna minor)
  • Laerche unbestimmt (Larix spec.)
  • Linde (unbestimmt) (Tilia spec.)
  • Moschuskraut (Adoxa moschatellina)
  • Riesen-Goldrute (Solidago gigantea)
  • Riesen-Schachtelhalm (Equisetum telmateia)
  • Robinie (Robinia pseudoacacia)
  • Rohr-Glanzgras (Phalaris arundinacea (subsp. arundinacea))
  • Rot-Eiche (Quercus rubra)
  • Rotbuche (Fagus sylvatica (subsp. sylvatica))
  • Rote Johannisbeere (Ribes rubrum)
  • Sand-Birke (Betula pendula)
  • Scharbockskraut (Ficaria verna)
  • Schilf (Phragmites australis (subsp. australis))
  • Schwarz-Erle (Alnus glutinosa)
  • Schwarzer Holunder (Sambucus nigra)
  • Silber-Weide (Salix alba (subsp. alba))
  • Spaetbluehende Traubenkirsche (Prunus serotina)
  • Stachelbeere (Ribes uva-crispa)
  • Stechpalme (Ilex aquifolium)
  • Stiel-Eiche (Quercus robur (subsp. robur))
  • Suesskirsche (Prunus avium)
  • Sumpf-Vergissmeinnicht Sa. (Myosotis scorpioides agg.)
  • Ufer-Wolfstrapp (Lycopus europaeus)
  • Vielbluetige Weisswurz (Polygonatum multiflorum)
  • Wald-Segge (Carex sylvatica (subsp. sylvatica))
  • Wald-Ziest (Stachys sylvatica)
  • Wald-Zwenke (Brachypodium sylvaticum (subsp. sylvaticum))
  • Wasserdost (Eupatorium cannabinum (subsp. cannabinum))
  • Weisser Hartriegel (Cornus alba)
  • Wiesen Knaeuelgras (Dactylis glomerata)
  • Wiesen-Loewenzahn Sa. (Taraxacum sect. Ruderalia)
  • Wilde Sumpfkresse (Rorippa sylvestris)
  • Winkel-Segge (Carex remota)
  • Zierliche Wasserlinse (Lemna minuta)
  • Zitter-Pappel (Populus tremula)
Tierarten:
  • Geburtshelferkroete (Alytes obstetricans)
  • Kammmolch (Triturus cristatus)
  • Nachtigall (Luscinia megarhynchos)
  • Ringelnatter (Natrix natrix)
  • Wiesenpieper (Anthus pratensis)
Schutzziele: Erhaltung und Optimierung eines arten- und strukturreichen Lebensraumkomplexes mit älterem, naturnahem Laubwald, jüngeren Forstbeständen, hochstaudenreichen Brachfluren und zwei naturnahen Teichen mit Quellbächen und flächigen Quellaustritten als Trittsteinbiotop für zahlreiche, teilweise stark gefährdete Tier- und Pflanzenarten im Übergang vom städtischen Siedlungsbereich zur ehemaligen Industriefläche
Gefährdungen:
  • Beseitigung alter Baeume (FW)
  • Einwanderung, Ausbreitung Neophyten
  • Entwaesserung, Wasserentnahme, Wasserregime
  • Freizeitaktivitaeten
  • Gewaesserbegradigung (WA)
  • Gewerbe, Flaechenverbrauch
  • Isolation von Tierpopulationen
  • Muellablagerung, Gartenabfall
  • Muellablagerung, Hausmuell
  • nicht bodenstaendige Gehoelze (FW)
  • nicht einheimische Gehoelze (FW)
  • Strassenbau
  • Trampelpfad (SP)
  • Verbuschung als unerwuenschte Sukzession
  • Wegebau
Maßnahmen:
  • Altholz erhalten
  • Beschraenkung der Freizeitaktivitaeten
  • Beseitigung von Muell
  • Erhaltung der Gewaesser
  • Erhaltung der Laubholzbestockung
  • keine Entwaesserung
  • keine wegebaulichen Massnahmen
  • naturnahe Waldbewirtschaftung
  • Umwandlung in bodenstaendigen Gehoelzbestand
  • Vegetationskontrolle
Die Kartenanwendung benötigt Javascript. Falls Sie diese Karte aufrufen möchten, schalten Sie in Ihrem Browser Javascript ein.