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Naturschutzgebiete und Nationalpark Eifel in NRW


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Naturschutzgebiet Obere Ahr mit Muehlheimer Bach, Reetzer Bach und Muehlenbachsystem (EU-095)

Objektbezeichnung:

NSG Obere Ahr mit Muehlheimer Bach, Reetzer Bach und Muehlenbachsystem

Kennung:

EU-095

Ort: Blankenheim
Kreis: Euskirchen
Bezirksregierung: Köln
Digitalisierte Fläche: 666,58 ha
Offizielle Fläche: 666,90 ha
Flächenanzahl: 35
Schutzstatus: NSG, bestehend
Verfahrensstand: LP rechtskraeftig
Inkraft seit: 2003
Inkraft: 2007
Außerkraft: 9999
Schutzziel: Die Festsetzung als Naturschutzgebiet erfolgt gemäß § 20 Buchstaben a, b, c und 48 c LG NW
insbesondere
- wegen der Bedeutung eines großen Teils des Gebietes für die Errichtung eines zusam-
menhängenden ökologischen Netzes besonderer Schutzgebiete in Europa (Natura 2000),

- zur Erhaltung und Entwicklung folgender natürlicher Lebensräume von gemeinschaftlichem
Interesse gemäß Anhang I der FFHRichtlinie:
- planarer bis submontaner Fließgewässer mit Unterwasservegetation (3260),
- Formationen von Juniperus communis auf Kalkheiden und -rasen (5130),
- Naturnahe Kalk-Trockenrasen und deren Verbuschungsstadien (Festuco-Brometalia),
besonders Bestände mit bemerkenswerten Orchideen, (6210, Prioritärer Lebensraum),
- Submediterrane Halbtrockenrasen (Mesobromion) (6212),
- artenreiche, magere Flachlandmähwiesen (6510) mit ihrer charakteristischen Vegetation
und Fauna,
- mesophile Bergmähwiesen (6520) in montaner Lage mit ihrer charakteristischen Vegetation
und Fauna,
- feuchte Hochstaudenfluren (6430) und Waldsäume,
- Auenwälder (91EO, Prioritärer Lebensraum) mit Alnus glutinosa und Fraxinus excelsior (Alno-
Padion, Salicion albae),
- großflächig zusammenhängender, naturnaher, meist kraut- und geophytenreicher Waldmeister-
Buchenwälder (9130),
- Sternmieren-Eichen-Hainbuchenwälder (9160) (Stellario-Carpinetum),
- Labkraut-Eichen-Hainbuchenwald (9170) (Galio-Carpinetum),
- Schlucht- und Hangmischwälder (9180, Prioritärer Lebensraum) (Tilio-Acerion),
- Kalkfelsen mit Felsspaltvegetation (8210).

- zur Erhaltung und Entwicklung der folgenden Lebensräume, die darüber hinaus Bedeutung
für das Gebietsnetz Natura 2000 haben:
- Hainsimsen-Buchenwälder (9110) (Luzulo-Fagetum).

- zur Erhaltung der folgenden wildlebenden Tierarten von gemeinschaftlichem Interesse
gemäß Anhang II und IV der FFH-Richtlinie:
- Skabiosen-Scheckenfalter (1065)
- Bachneunauge (1096)
- Groppe (1163),
- Teichfledermaus (1318),
- Bechsteinfledermaus (1323),
- Großes Mausohr (1324).

- zur Erhaltung und Entwicklung der Population folgender nach der EG-Vogelschutzrichtlinie
geschützten Art,
- Wespenbussard (A072)
- Rotmilan (A074),
- Wachtelkönig (A122),
- Uhu (A215),
- Eisvogel (A229),
- Wendehals (A233),
- Grauspecht (A234),
- Braunkehlchen (A275),
- Neuntöter (A338).

- zur Erhaltung des Lebensraumes der Wildkatze, insbesondere der Bachtäler als Wanderkorridor
im Verbreitungsgebiet.

- wegen seiner Funktion als Lebens-, Rückzugs- und Regenerationsraum für weitere nach der Roten
Liste in Nordrhein-Westfalen gefährdete, bedrohte und seltene Tier- und Pflanzenarten und deren
Lebensgemeinschaften, insbesondere Fledermäuse, Vogelarten (Schwarzspecht, Schwarzstorch),
Insektenarten (z.B. Schmetterlinge, Heuschrecken), Amphibien, Reptilien, Fische und Benthosorga-
nismen,

- zur Erhaltung und Wiederherstellung von natürlichen Fliessgewässersystemen und angrenzenden
Flächen mit Wasserpflanzengesellschaften, Erlen- und Weidenauenwäldern, Erlenbruchwäldern,
bachbegleitenden Gehölzbeständen, Hochstaudenfluren, Röhrichten, Klein- und Großseggenrie-
dern, Kleinstmooren, Quellen, Quellfluren, Kleingewässern, Nass- und Feuchtgrünland, nährstof-
farmen Grünlandflächen, artenreichen Glatthaferwiesen, Magerwiesen und -weiden, Kalktrocken-
und Kalkhalbtrockenrasen, Steinbrüchen, Felsfluren, wärmeliebenden Säumen und Gebüschen,
Grünlandbrachen, Ruderalfluren, Baumbeständen, Hecken, Obstwiesen, naturnahen Waldgesel-
lschaften,

- zur Erhaltung und Optimierung folgender nach § 62 LG NW geschützter Biotope:
- Quellbereiche,
- Fließgewässer,
- Nass- und Feuchtgrünland,
- Magerwiesen und -weiden,
- Trocken- und Halbtrockenrasen,
- Wälder und Gebüsche trockenwarmer Standorte,
- Auwälder,
- Felsen, Blockhalden,
- Höhlen, Stollen,

- wegen seiner Funktion als regional und überwiegend landesweit bedeutsame Biotopverbundfläche,

- wegen der besonderen Lage (teilweise) im Projektgebiet des Förderprogramms des Bundes
zur "Errichtung und Sicherung schutzwürdiger Teile von Natur und Landschaft mit gesamtstattlich
repräsentativer Bedeutung" (Projektgebiet "Ahr 2000"),

- wegen der Seltenheit, besonderen Eigenart und hervorragenden Schönheit
- eines als Muldental ausgebildeten naturnahen und stark mäandrierenden Mittelgebirgsbaches
und seiner Nebentäler mit Flach- und Steilufern, Geröll- und Kiesbänken, Kiesinseln, Altmäandern,
Auwaldresten, bachbegleitenden Gehölzbeständen und Hochstaudenfluren, Grünlandbrachen,
Magerwiesen, Feucht- und Nasswiesen, Seggenbeständen, Kleingewässern, Quellbereichen
und Quellsümpfen in den Talauen und angrenzenden artenreichen, vielfach mit Gebüschen und
Feldgehölzen durchzogenen, extensiv genutzten Hangwiesen und -weiden sowie Waldflächen in
den Talhängen,

- der ehemaligen Trasse der Ahrtalbahn mit einem Mosaik aus unterschiedlichen Biotoptypen
(Magerrasen, offenen Schotterflächen, Brückenbauwerken, waldartigen Gebüschen und einer
hohen strukturellen Vielfalt als Vernetzungs- und Rückzugsraum für zahlreiche wärmeliebende
Tier und Pflanzenarten,

- von artenreichen Kalkmagerrasen, Wacholderheiden, Kalktriften mit offenen Felspartien und
wärmeliebenden Gebüschen auf mitteldevonischen Kalken der Dollendorfer Kalkmulde an
den süd- bis südwestexponierten Ahrhängen bei Ahrhütte und Ahrdorf (z.B. Tuwaks-/Öhlsberg)
und an den Hängen südwestlich von Freilingen sowie der Rohrer Kalkmulde im Bereich des
Weilerbaches und Junkersberges,

- der durch das klüftige Karstgestein der Kalkmulden bedingten Ausbildung von Trockentälern
(z.B. Riemtal) mit temporärer Wasserführung,

- von seltenen und spezialisierten Tieren und Pflanzen in einer überregional bedeutsamen
Artenvielfalt,

- einer landwirtschaftlich geprägten Kulturlandschaft mit ihren naturräumlich typischen und histo-
risch gewachsenen Landschaftsstrukturen (z.B. bewachsenen Terrassenkanten) und Zeug-
nissen kulturhistorischer Nutzungsformen (z.B. Mühlengräben, Niederwälder, ehemalige
Kalkbrennerei, Eisenerzgruben),

- von charakteristischen Lebensräumen mit vollständigen Biotopausbildungen, einem hohen
Natürlichkeitsgrad und einer großen Struktur- und Biotopvielfalt, die einen hohen Verzahnungs-
grad mit anderen Biotoptypen aufweisen und einen Biotopverbund zwischen dem Urft-Ahr-
system bilden,

- aus wissenschaftlichen, landeskundlichen oder erdgeschichtlichen Gründen
- der geologischen Aufschlüsse und ehemaliger Steinbrüche aufgrund ihrer geowissenschaft-
lichen Bedeutung sowie ihrer Bedeutung als Lebensraum für Tiere und Pflanzen,

- zur Erhaltung geowissenschaftlich schutzwürdiger Objekte,
Referenzen FFH- und VS-Gebiete:
Referenzen Schutzwürdige Biotope (BK):
  • BK-5505-093
  • BK-5506-013
  • BK-5506-014
  • BK-5506-019
  • BK-5506-021
  • BK-5506-026
  • BK-5506-030
  • BK-5506-034
  • BK-5506-038
  • BK-5506-040
  • BK-5606-012
  • BK-5606-016
  • BK-5606-023
  • BK-5606-025
  • BK-5606-300
Kennung:

BK-5606-023

Objektbezeichnung:

Orchideen-Buchenwald oestlich von Ahrdorf

Link zur Karte: BK-5606-023
Objektbeschreibung: Auf suedwest-exponiertem Hang der Ahr befindelt sich auf flachgruendigem Kalkboden (Rendzina) ein Restbestand des wohl urspruenglich im Bereich der Ahrdorfer Kalkmulde groesserflaechig verbreiteten Orchideen-Buchenwaldes. Aufgrund von niederwaldartiger Nutzung in der Vergangenheit ist der Eichenanteil gegenueber des urspruenglichen Zustandes erhoeht.
Lebensraumtypen:
Geschützte Biotope (§62):
Biotoptypen:
  • ohne Zuordnung <OZ> (NaN ha)
  • Orchideen-Buchenwald <yAA5> (0,53 ha)
Rote Liste Arten 2010 NRW:
Planungsrelevante Arten:
Pflanzenarten:
  • Alpen-Johannisbeere (Ribes alpinum)
  • Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus)
  • Blaugruene Segge (Carex flacca (subsp. flacca))
  • Blauroter Hartriegel (Cornus sanguinea)
  • Dunkles Lungenkraut (Pulmonaria obscura)
  • Edel-Gamander (Teucrium chamaedrys (subsp. chamaedrys))
  • Eingriffliger Weissdorn (Crataegus monogyna)
  • Elsbeere (Sorbus torminalis)
  • Feld-Ahorn (Acer campestre)
  • Gemeine Goldrute (Solidago virgaurea)
  • Gewoehnliches Pfaffenhuetchen (Euonymus europaeus)
  • Grosses Zweiblatt (Listera ovata)
  • Gruene Waldhyazinthe (Platanthera montana)
  • Hainbuche (Carpinus betulus)
  • Mehlbeere (Sorbus aria)
  • Pfirsichblaettrige Glockenblume (Campanula persicifolia (subsp. persicifolia))
  • Rotbuche (Fagus sylvatica (subsp. sylvatica))
  • Rote Heckenkirsche (Lonicera xylosteum)
  • Salomonssiegel. (Polygonatum odoratum)
  • Schlehe (Prunus spinosa agg.)
  • Seidelbast (Daphne mezereum)
  • Stattliches Knabenkraut (Orchis mascula)
  • Trauben-Eiche (Quercus petraea (subsp. petraea))
  • Wacholder (Juniperus communis)
  • Wald-Bingelkraut (Mercurialis perennis)
  • Wald-Erdbeere (Fragaria vesca)
  • Weisses Waldvoegelein (Cephalanthera damasonium)
  • Wiesen-Schluesselblume (Primula veris (subsp. veris))
  • Wirbeldost (Clinopodium vulgare (subsp. vulgare))
  • Wolliger Schneeball (Viburnum lantana)
  • Zweigriffliger Weissdorn (Crataegus laevigata)
  • Zwiebel-Zahnwurz (Cardamine bulbifera)
Tierarten:
Schutzziele: Schutz und Erhaltung eines von Orchideen-Buchenwaeldes als Wuchsort bedrohter Pflanzenarten und als Auspraegung eines gefaehrdeten und seltenen Biotoptypes
Gefährdungen:
  • Kahlschlag, unsachgemaesser Holzeinschlag (FW)
  • Verkehr
Maßnahmen:
  • weiterhin keine Bewirtschaftung
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