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Naturschutzgebiete und Nationalpark Eifel in NRW


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Naturschutzgebiet Hafen Grimberg (GE-002)

Objektbezeichnung:

NSG Hafen Grimberg

Kennung:

GE-002

Ort: Gelsenkirchen
Kreis: Gelsenkirchen
Bezirksregierung: Münster
Digitalisierte Fläche: 9,58 ha
Offizielle Fläche: 9,20 ha
Flächenanzahl: 1
Schutzstatus: NSG, bestehend
Verfahrensstand: LP rechtskraeftig
Inkraft seit: 1994
Inkraft: 2006
Außerkraft: 9999
Schutzziel: gemaess LG Paragraph 20,
- Erhaltung von Lebensgemeinschaften oder Biotopen bestimmter
wildlebender Tier- und Pflanzenarten
- wegen der besonderen Eigenart der Flaeche insbesondere
Schutz,Ruhigstellung und naturnahe Entwicklung der Lebensraeume
zur Erhaltung und Foerderung ihrer zoologischen und floristischen
Bedeutung. Sicherung der Flaeche als Minimalareal fuer Brutvogel-
arten.
Erhaltung eines vielfaeltigen, naturnahen Biotopkomplexes,
der seine Bedeutung aus dem raeumlichen Verbund der
verschiedenen Teilflaechen erhaelt. Schaffen von Pufferzonen
zu umliegenden naturfernen Nutzungen
Referenzen FFH- und VS-Gebiete:
Referenzen Schutzwürdige Biotope (BK):
  • BK-4408-0021
Kennung:

BK-4408-0021

Objektbezeichnung:

NSG Hafen Grimberg

Link zur Karte: BK-4408-0021
Objektbeschreibung: Das NSG Hafen Grimberg umfasst in industriell genutzter Umgebung auf holozänen Emscherablagerungen mit Gley- und Auengleyböden im Norden einen teilweise altholzreichen Laubwaldrest, nach Süden schließen sich teilweise brachgefallene und verbuschende, reich gegliederte Weide-Grünlandflächen an. Das Gebiet wird im Süden von einem ehemaligen, überwiegend verbuschten Bahndamm gequert, im Nordosten befinden sich vereinzelt Schotterreste sowie Schienenstränge. Auch Asphaltreste ehemaliger Straßen finden sich im kaum zugänglichen, stark zuwachsenden Waldbereich. Im Zentrum des Waldbestandes befindet ein lichter Eichen- bzw. Ahornmischwald in mittlerem bis starkem Baumholzalter bis 70 cm Stammdurchmesser, hier sind überwiegend Bergahorn, Stieleiche und Rosskastanie zu vermerken. Offenbar gehörte der Waldbestand zum mittelalterlichen Haus Grimberg, dessen Grundmauern geschleift sind. Die Krautschicht ist artenarm und lückig, vereinzelt findet sich auch starkes Totholz. Der Altwald ist von jüngeren Birkenbeständen umgeben, nach Süden hin schließen sich Gebüsche, Birken-Salweiden-Pionierwald und Hochstaudenfluren mit viel Japanknöterich und Goldrute an. Der Grünlandbereich, der außer durch den Bahndamm auch von einem breiten Graben mit Röhrichtsaum durchzogen wird, wird derzeit noch etwa zur Hälfte extensiv als Pferdeweide genutzt, eine große Parzelle im SO ist verbracht und beginnt stark zu verbuschen. Zu erwähnen ist ein kleiner, trockener Teich im Wald, der vegetationsfrei und stark müllbelastet ist. Am Nordrand des Grünlandes befindet sich eine kleine feuchte Senke, die neben einem kleinen Strandsimsenbestand (außerhalb der NSG-Abgrenzung) auch brachgefallene, quellige Nassgrünlandbrachen mit viel Waldsimse aufweist. Das NSG Hafen Grimberg ist als wertvolles Trittsteinbiotop für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten auch für den Biotopverbund von herausragendem Wert.
Lebensraumtypen:
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete Laubwaelder ausserhalb von Sonderstandorten (nicht FFH-LRT) <NA00> (3,63 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete flaechige Gebuesche und Baumgruppen <NBB0> (1,39 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete linienfoermige Gehoelzstrukturen und Einzelbaeume <NBD0> (0,17 ha)
  • Schutzwuerdiges und gefaehrdetes mesophiles Wirtschaftsgruenland incl. Brachen (nicht FFH-LRT) <NE00> (3,38 ha)
  • Schutzwuerdiges und gefaehrdetes Nass- und Feuchtgruenland incl. Brachen (nicht FFH-LRT) <NEC0> (0,02 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete Stillgewaesser (nicht FFH-LRT) <NFD0> (0,01 ha)
Geschützte Biotope (§62):
Biotoptypen:
  • Eichenwald <AB0> (0,26 ha)
  • Birkenwald <AD0> (1,79 ha)
  • Ahornmischwald <AR1> (1,19 ha)
  • Vorwald, Pionierwald <AU2> (0,39 ha)
  • Gebuesch, Strauchgruppe <BB0> (1,27 ha)
  • Baumreihe <BF1> (0,17 ha)
  • Baumgruppe <BF2> (0,11 ha)
  • Fettweide <EB0> (1,68 ha)
  • Gruenlandbrache <EE0> (1,70 ha)
  • Brachgefallenes Nass- und Feuchtgruenland <EE3> (0,02 ha)
  • stehendes Kleingewaesser <FD0> (0,01 ha)
  • Graben <FN0> (0,06 ha)
  • Brachflaeche der Gleisanlagen, Bahngelaende <HD9> (0,04 ha)
  • Verkehrsbrache, ohne Brachen der Bahngelaende <HW6> (0,08 ha)
Rote Liste Arten 2010 NRW:
Planungsrelevante Arten:
Pflanzenarten:
  • Acker-Kratzdistel (Cirsium arvense)
  • Bachbunge (Veronica beccabunga (subsp. beccabunga))
  • Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus)
  • Blauroter Hartriegel (Cornus sanguinea)
  • Breitblaettrige Stendelwurz (Epipactis helleborine)
  • Breitblaettriger Rohrkolben (Typha latifolia)
  • Brombeere Sa. (Rubus sectio Rubus)
  • Bruch-Weide (Salix fragilis)
  • Deutsches Weidelgras (Lolium perenne)
  • Echtes Maedesuess (Filipendula ulmaria (subsp. ulmaria))
  • Eingriffliger Weissdorn (Crataegus monogyna)
  • Flatter-Binse (Juncus effusus (subsp. effusus))
  • Gemeine Strandsimse (Bolboschoenus maritimus)
  • Gemeine Waldsimse (Scirpus sylvaticus)
  • Gemeiner Natterkopf (Echium vulgare)
  • Gemeines Rispengras (Poa trivialis (subsp. trivialis))
  • Gewoehnlicher Glatthafer (Arrhenatherum elatius (subsp. elatius))
  • Gewoehnliches Pfaffenhuetchen (Euonymus europaeus)
  • Grosse Brennessel (Urtica dioica)
  • Gundermann (Glechoma hederacea)
  • Haselnuss (Corylus avellana)
  • Himbeere (Rubus idaeus)
  • Hopfen (Humulus lupulus)
  • Japan-Staudenknoeterich (Fallopia japonica)
  • Korb-Weide (Salix viminalis)
  • Kriechender Hahnenfuss (Ranunculus repens)
  • Linde (unbestimmt) (Tilia spec.)
  • Pappel unbestimmt (Populus spec.)
  • Riesen-Goldrute (Solidago gigantea)
  • Rosskastanie (Aesculus hippocastanum)
  • Sal-Weide (Salix caprea (subsp. caprea))
  • Sand-Birke (Betula pendula)
  • Schmalblaettriges Greiskraut (Senecio inaequidens)
  • Schwarzer Holunder (Sambucus nigra)
  • Stiel-Eiche (Quercus robur (subsp. robur))
  • Wasser-Knoeterich (Persicaria amphibia)
  • Weisses Straussgras Sa. (Agrostis stolonifera agg.)
  • Wiesen Knaeuelgras Sa. (Dactylis glomerata agg.)
  • Wolliges Honiggras (Holcus lanatus)
  • Zottiges Weidenroeschen (Epilobium hirsutum)
Tierarten:
Schutzziele: Erhaltung von naturnahen, altholzreichen Laubwaldresten im Bereich der industriell geprägten Emscheraue als Trittstein- und Refugiallebenraum u.a. für Höhlenbrüter und Altholzbesiedler, sowie Erhaltung und Optimierung von strukturreichen Auen-Grünlandflächen und Hochstaudenfluren mit kleinflächigen Nassgrünlandbrachen als Lebensraum für zahlreiche, teilweise gefährdete Tier- und Pflanzenarten
Gefährdungen:
  • Aufforstung
  • Beseitigung alter Baeume
  • Gewerbe, Flaechenverbrauch
  • Muellablagerung
  • Nutzungsaenderung (LW)
Maßnahmen:
  • Altholz erhalten
  • Beseitigung von Muell
  • Erhaltung der Landschaftsstrukturen
  • extensive Gruenlandbewirtschaftung, Beweidung
  • Gruenlandnutzung beibehalten
  • keine Aufforstung
  • Totholz erhalten
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