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Naturschutzgebiete und Nationalpark Eifel in NRW


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Naturschutzgebiet Riedbachaue (GL-039)

Objektbezeichnung:

NSG Riedbachaue

Kennung:

GL-039

Ort: Leichlingen
Kreis: Rheinisch-Bergischer Kreis
Bezirksregierung: Köln
Digitalisierte Fläche: 23,38 ha
Offizielle Fläche: 23,50 ha
Flächenanzahl: 1
Schutzstatus: NSG, bestehend
Verfahrensstand: LP rechtskraeftig
Inkraft seit: 1998
Inkraft: 2004
Außerkraft: 9999
Schutzziel: Das Gebiet wird zur Erhaltung, Entwicklung und Sicherung des Fliessgewaessers
des Riedbaches und seiner gehoelzreichen Auenbereiche, Feucht- und Nassfluren
sowie Riedgrasbestaende und Roehrichte landschaftsbildpraegender Gehoelz-
bestaende (Einzelbaeume, Baumreihen, Hecken und Feldgehoelze) sowie
als Lebens- und Rueckzugsraum zahlreicher, teilweise in ihrem Bestand
bedrohter Tier- und Pflanzenarten und deren Lebensgemeinschaften,
insbesondere Voegel, Amphibien und Wirbellose geschuetzt.
Referenzen FFH- und VS-Gebiete:
Referenzen Schutzwürdige Biotope (BK):
  • BK-4807-002
Kennung:

BK-4807-002

Objektbezeichnung:

NSG Riedbachaue

Link zur Karte: BK-4807-002
Objektbeschreibung: Das NSG umfasst einen im zentralen Bereich großen weitgehend offenen (Feucht-)Grünland-Komplex, der vor allem randlich noch durch einzelne Baumgruppen bzw. Feldgehölze gegliedert wird. Dabei erstreckt sich das Gebiet überwiegend auf die östlich des Riedbaches gelegenen Bereiche und wird von Siedlungsflächen bzw. vorhandenen und geplanten Gewerbeflächen sowie der Autobahntrasse umgeben. Das Gelände fällt allmählich zum namengebenden Riedbach bzw. zu einem südlich zufließenden Nebenbach ab und entwässert durch zahlreiche Gräben in diesen Hauptvorfluter. Der Bach selbst fließt begradigt und von lokalem Ufergehölz bzw. einem Schilfstreifen gesäumt in südlicher Richtung durch das Gebiet. Unterhalb des Zusammenflusses der beiden Bäche im Südwesten des Gebietes hat sich innerhalb eines Feldgehölzes ein feuchter Weidenwald mit kleinem (Moor-)Birken-Erlenwald entwickelt. Die Randbereiche des Feldgehölzes sind durch Ablagerung, Eutrophierung und kleinflächige Rodungen gestört. Weitere (Sukzessions-)Gehölze sind noch im Südosten sowie im Nordosten und Norden zu finden. In dem südöstlichen, von jungen Erlen und Weiden dominierten Gehölz hat sich in lichten Bereichen ein Groß-Seggenried entwickelt. Die Wälder im Osten und Norden werden Esche, Erle, Pappel und Zitterpappel in unterschiedlichen Dominanzen eingenommen. Im Norden befindet sich noch eine größere, seit einigen Jahren brachgefallene Kleingartenanlage. Während sich der große offene zentrale Bereich des NSG weitgehend als homogene, relativ inteniv genutzte Grünlandfläche (früher teilweise Acker, Erdbeerfeld etc.) darstellt, sind neben einer Feuchtwiese im Süden des Gebietes vor allem die östlich des nord-südlich verlaufenden Wirtschaftsweges gelegenen Flächen häufig - je nach Nutzung - als Nasswiesen- bzw. Weiden anzusprechen, wobei die Artenzusammensetzung und das Inventar an feuchtezeigenden Pflanzen sehr ähnlich ist. Lokal werden die Vernässungen sicherlich durch die querenden Wege bzw. ehemaligen Wegetrassen begünstigt. Vor allem nördlich Altenhof sind Groß-Seggenriede ausgebildet, in denen Carex acutiformis die dominierende Art ist. Im Norden des Gebietes sind größere Teilbereiche der ehemaligen Feuchtweiden brachgefallen und weisen nun eine starke Verbuschungstendenz auf. In diesem Bereich befindet sich ein kleines künstlich angelegtes Stillgewässer in einer Schilffläche. Die nördlich angrenzende Wiese wird extensiv gepflegt. Weitere flächige Schilfbestände befinden sich parzellenweise entlang des Riedbaches und am Bach selber als teilweise unterbrochener 2-3m breite Streifen. Das Gebiet stellt als Feuchtgrünland-Gehölz-Komplex einen wertvollen Lebens- und Rückzugsraum in Siedlungsrandlage dar. Es steht in räumlicher Nähe zu südlich gelegenen NSG sowie dem westlich der BAB gelegenen NSG Further Moor. Nach Angabe früherer Kartierungen wurden im Gebiet in 1984 insgesamt 226 verschiedene Großschmetterlingsarten nachgewiesen, von denen 27 Arten auf der ROTEN LISTE (Stand 1979) geführt wurden.
Lebensraumtypen:
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete Auenwaelder (nicht FFH-LRT) <NAX0> (0,21 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete Suempfe, Riede und Roehrichte (nicht FFH-LRT) <NCC0> (1,55 ha)
  • Schutzwuerdiges und gefaehrdetes Nass- und Feuchtgruenland incl. Brachen (nicht FFH-LRT) <NEC0> (3,03 ha)
Geschützte Biotope (§62):
Biotoptypen:
  • Buchenmischwald mit einheimischen Laubbaumarten <AA2> (0,05 ha)
  • Erlenmischwald mit einheimischen Laubbaumarten <AC1> (1,00 ha)
  • Weidenwald <AE0> (0,25 ha)
  • Gebuesch, Strauchgruppe <BB0> (0,10 ha)
  • Weiden-Ufergehoelz <BE1> (0,05 ha)
  • Baumgruppe, Baumreihe <BF0> (0,05 ha)
  • Kopfbaumgruppe <BG2> (0,05 ha)
  • Fettwiese <EA0> (8,00 ha)
  • Bach <FM0> (0,20 ha)
  • Graben <FN0> (0,01 ha)
  • Weiden-Auenwald <yAE2> (0,21 ha)
  • Rasen-Grossseggenried <yCD1> (0,91 ha)
  • Roehrichtbestand hochwuechsiger Arten <yCF2> (0,64 ha)
  • Nass- und Feuchtwiese <yEC1> (1,95 ha)
  • Nass- und Feuchtweide <yEC2> (0,39 ha)
  • Brachgefallenes Nass- und Feuchtgruenland <yEE3> (0,69 ha)
Rote Liste Arten 2010 NRW:
Planungsrelevante Arten:
Pflanzenarten:
  • Asch-Weide Sa. (Salix cinerea)
  • Aufrechter Igelkolben (Sparganium erectum subsp. erectum)
  • Bach-Nelkenwurz (Geum rivale)
  • Behaarte Segge (Carex hirta)
  • Brennender Hahnefuss (Sa.) (Ranunculus flammula agg.)
  • Brombeere Sa. (Rubus sectio Rubus)
  • Deutsches Weidelgras (Lolium perenne)
  • Dreinervige Nabelmiere (Moehringia trinervia)
  • Druesiges Springkraut (Impatiens glandulifera)
  • Echtes Johanniskraut (Hypericum perforatum)
  • Echtes Maedesuess (Filipendula ulmaria (subsp. ulmaria))
  • Esche (Fraxinus excelsior (subsp. excelsior))
  • Faulbaum (Frangula alnus (subsp. alnus))
  • Flatter-Binse (Juncus effusus (subsp. effusus))
  • Flutender Schwaden Sa. (Glyceria fluitans agg.)
  • Gelbe Schwertlilie (Iris pseudacorus)
  • Gemeiner Blutweiderich (Lythrum salicaria)
  • Gemeiner Gilbweiderich (Lysimachia vulgaris)
  • Gemeiner Schneeball (Viburnum opulus)
  • Gewoehnliche Eberesche (Sorbus aucuparia)
  • Gewoehnliche Wald-Engelwurz (Angelica sylvestris)
  • Gewoehnlicher Beinwell i.e.S. (Symphytum officinale subsp. officinale)
  • Gewoehnlicher Glatthafer (Arrhenatherum elatius (subsp. elatius))
  • Gewoehnliches Pfaffenhuetchen (Euonymus europaeus)
  • Gewoehnliches Ruchgras Sa. (Anthoxanthum odoratum agg.)
  • Giersch (Aegopodium podagraria)
  • Gras-Sternmiere (Stellaria graminea)
  • Grosse Brennessel (Urtica dioica)
  • Grosses Hexenkraut (Circaea lutetiana)
  • Haselnuss (Corylus avellana)
  • Hasenpfoten-Segge (Carex leporina)
  • Jakobs Greiskraut (Senecio jacobaea)
  • Kletten-Labkraut Sa. (Galium aparine agg.)
  • Knaeuel-Binse (Juncus conglomeratus)
  • Knick-Fuchsschwanz (Alopecurus geniculatus)
  • Kriechender Guensel (Ajuga reptans)
  • Kriechender Hahnenfuss (Ranunculus repens)
  • Kuckucks-Lichtnelke (Lychnis flos-cuculi (subsp. flos-cuculi))
  • Moor-Birke (Betula pubescens)
  • Pappel unbestimmt (Populus spec.)
  • Pfennigkraut (Lysimachia nummularia)
  • Quell-Sternmiere (Stellaria alsine)
  • Rohr-Glanzgras (Phalaris arundinacea (subsp. arundinacea))
  • Rotbuche (Fagus sylvatica (subsp. sylvatica))
  • Rote Johannisbeere Sa. (Ribes rubrum agg.)
  • Rotschwingel Sa. (Festuca rubra agg.)
  • Sal-Weide (Salix caprea (subsp. caprea))
  • Sand-Birke (Betula pendula)
  • Sauerampfer (Rumex acetosa (subsp. acetosa))
  • Schilf (Phragmites australis (subsp. australis))
  • Schlehe (Prunus spinosa agg.)
  • Schwarz-Erle (Alnus glutinosa)
  • Schwarzer Holunder (Sambucus nigra)
  • Silber-Weide (Salix alba (subsp. alba))
  • Silber-Weide (Sa.) (Salix alba agg.)
  • Spitz-Wegerich (Plantago lanceolata)
  • Spitzbluetige Binse (Juncus acutiflorus (subsp. acutiflorus))
  • Stiel-Eiche (Quercus robur (subsp. robur))
  • Suesskirsche (Prunus avium)
  • Sumpf-Dotterblume (Caltha palustris)
  • Sumpf-Hornklee (Lotus pedunculatus)
  • Sumpf-Kratzdistel (Cirsium palustre)
  • Sumpf-Labkraut (Galium palustre)
  • Sumpf-Rispengras (Poa palustris)
  • Sumpf-Schachtelhalm (Equisetum palustre)
  • Sumpf-Schafgarbe (Achillea ptarmica)
  • Sumpf-Schafgarbe Sa. (Achillea ptarmica agg.)
  • Sumpf-Segge (Carex acutiformis)
  • Traubenkirsche (Prunus padus)
  • Wasser-Minze (Mentha aquatica)
  • Wasserdost (Eupatorium cannabinum (subsp. cannabinum))
  • Weiche Trespe (Bromus hordeaceus)
  • Wiesen-Flockenblume (Centaurea jacea)
  • Wiesen-Fuchsschwanzgras (Alopecurus pratensis)
  • Wiesen-Labkraut (Galium mollugo)
  • Wiesen-Platterbse (Lathyrus pratensis)
  • Wiesen-Schaumkraut Sa. (Cardamine pratensis agg.)
  • Winkel-Segge (Carex remota)
  • Wolliges Honiggras (Holcus lanatus)
  • Zitter-Pappel (Populus tremula)
  • Zweizeilige Segge (Carex disticha)
Tierarten:
  • Teichrohrsaenger (Acrocephalus scirpaceus)
Schutzziele: Erhaltung und Wiederherstellung eines reich strukturierten (Feucht-)Grünland-Gehölz-Komplexes auf der Bergischen Heideterasse mit gefährdeten Pflanzen-Gesellschaften und als Lebensraum für viele, z.T. gefährdete Tierarten.
Gefährdungen:
  • Ablagerung landwirtschaftliche Abfaelle (LW)
  • Beseitigung alter Baeume
  • Duengung
  • Entwaesserung, Wasserentnahme, Wasserregime
  • Entwaesserungsgraeben
  • Gewaesserbegradigung (WA)
  • Gruenlandbewirtschaftung, Beweidung zu intensiv (LW)
  • nicht bodenstaendige Gehoelze (FW)
  • Nutzungsaenderung (LW)
  • Umbruch, Umwandlung von Gruenland in Acker
  • unerwuenschte Sukzession
Maßnahmen:
  • Beseitigung von Gehoelzen
  • Erhaltung der Gewaesser
  • Erhaltung der Landschaftsstrukturen
  • Erhaltung der Laubholzbestockung
  • extensive Gruenlandbewirtschaftung, Beweidung
  • extensive Gruenlandbewirtschaftung, Mahd
  • Gruenlandnutzung beibehalten
  • keine Entwaesserung
  • Kopfbaumpflege
  • naturnahe Gewaessergestaltung
  • naturnahe Waldbewirtschaftung
  • Vegetationskontrolle
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