Titel:

Naturschutzgebiete und Nationalpark Eifel in NRW


Logo:

Naturschutzgebiete und Nationalpark Eifel in NRW


Suche:


Schriftmenü:

Schriftgrösse: ||

Inhalt:

Naturschutzgebiet Broelbach-Aue Auf dem Auel bei Hombrug-Broel (GM-018)

Objektbezeichnung:

NSG Broelbach-Aue Auf dem Auel bei Hombrug-Broel

Kennung:

GM-018

Ort: Nuembrecht
Kreis: Oberbergischer Kreis
Bezirksregierung: Köln
Digitalisierte Fläche: 15,98 ha
Offizielle Fläche: 16,00 ha
Flächenanzahl: 1
Schutzstatus: NSG, bestehend
Verfahrensstand: LP rechtskraeftig
Inkraft seit: 1988
Inkraft: 2005
Außerkraft: 9999
Schutzziel: Die Schutzausweisung erfolgt zur Erhaltung und Entwicklung naturnaher Bach- und Auenlebensräume.
a) Schutzgegenstand
aa) Für die Umsetzung der Richtlinie 92/43/EWG ausschlaggebende Lebensräume und Arten gemäß
Standarddatenbogen, die zu erhalten sind
- Fließgewässer mit Vegetation des Ranunculion fluitantis (3260)
- Feuchte Hochstaudenfluren (6430)
- Hainsimsen-Buchenwald (9110)
- Sternmieren-Eichen-Hainbuchenwald (9160)
- Erlen-Eschen- und Weichholz-Auenwälder (91E0, Prioritärer Biotop)
- Flussneunauge (Lampetra fluviatilis)
- Lachs (Salmo salar)
- Groppe (Cottus gobio)
- Bachneunauge (Lampetra planeri)
b) Schutzziele für die unter aa) genannten Lebensraumtypen und Arten
ba) Erhaltung und Entwicklung der naturnahen Strukturen und der Dynamik des Fließgewässers mit seiner
typischen Vegetation und Fauna entsprechend dem jeweiligen Leitbild des Fließgewässertyps und in seiner kulturlandschaftlichen Prägung durch
- Erhaltung und Wiederherstellung einer möglichst unbeeinträchtigten Fließgewässerdynamik
- Erhaltung und Entwicklung der Durchgängigkeit des Fließgewässers für seine typische Fauna
im gesamten Verlauf
- Möglichst weitgehende Reduzierung der die Wasserqualität beeinträchtigenden direkten und
diffusen Einleitungen, Schaffung von Pufferzonen
- Vermeidung von Trittschäden
- Erhaltung und Entwicklung der typischen Strukturen und Vegetation in der Aue, Rückbau von Uferbefestigungen
bb) Erhaltung und Entwicklung der feuchten Hochstauden- und Waldsäume mit ihrer charakteritischen Vege-
tation und Fauna durch
- Sicherung und Entwicklung einer naturnahen Überflutungsdynamik
- im Einzelfall Vegetationskontrolle (z. B. Entfernung von Gehölzen) und Schutz vor Eutrophierung
bc) Erhaltung und Entwicklung großflächig zusammenhängender, naturnaher Hainsimsen-Buchen- wälder
bzw. Sternmieren-Eichen-Hainbuchenwälder mit ihrer typischen Fauna und Flora in ihren verschiedenen Entwicklungsstufen/Altersphasen und ihrer standörtlichen typischen Variationsbreite, inklusive ihrer Vorwälder,
Gebüsch- und Staudenfluren sowie ihrer Waldränder durch
- naturnahe Waldbewirtschaftung unter Ausrichtung auf die natürliche Waldgesellschaft einschliesslich ihrer Nebenbaumarten sowie auf alters- und strukturdiverse Bestände und Förderung der Naturverjüngung aus
Arten der natürlichen Waldgesellschaft
- Erhaltung und Förderung eines dauerhaften und ausreichenden Anteils von Alt- und Totholz, insbesondere
von Großhöhlen und Uraltbäumen
- Förderung der natürlichen Entwicklung von Vor- und Pionierwaldstadien auf Sukzessionsflächen
- Vermehrung des Hainsimsen-Buchenwaldes bzw. Sternmieren-Eichen-Hainbuchenwaldes durch
den Umbau von mit nicht bodenständigen Gehölzen bestandenen Flächen auf geeigneten Standorten
(v.a. im weiteren Umfeld von Quellbereichen oder Bachläufen)
bd) Erhaltung und Entwicklung der Erlen- und Eschenwälder mit ihrer typischen Fauna und Flora in ihren ver-
schiedenen Entwicklungsstufen/Altersphasen und ihrer standörtlichen typischen Variationsbreite, inklusive
ihrer Vorwälder, Gebüsch- und Staudenfluren durch
- naturnahe Waldbewirtschaftung unter Ausrichtung auf die natürliche Waldgesellschaft einschließlich ihrer
Nebenbaumarten sowie auf alters- und strukturdiverse Bestände und Förderung der Naturverjüngung aus A
rten der natürlichen Waldgesellschaft
- Vermehrung der Erlen- und Eschenwälder
- Erhaltung und Förderung eines dauerhaften und ausreichenden Anteils von Alt- und Totholz, insbesondere
von Großhöhlen und Uraltbäumen
- Nutzungsaufgabe wegen der Seltenheit zumindest auf Teilflächen
- Erhaltung/Entwicklung der lebensraumtypischen Grundwasser- und/oder Überflutungsverhältnisse
- Schaffung ausreichend großer Pufferzonen zur Vermeidung bzw. Minimierung von Nährstoffeinträgen
be) Erhaltung und Förderung der Teillebensraumqualität für das Flussneunauge (Lampetra fluviatilis) durch
- Erhaltung und Förderung von zur Fortpflanzung und für die Larvenzeit geeigneter, linear durchgängiger, sauerstoffreicher Fließgewässer mit gut überströmten, kiesigen, sandigen Bereichen und Feinsedimentbereichen
bf) Erhaltung und Förderung der Teillebensraumqualität für den Lachs durch
- Erhaltung und Entwicklung von zur Fortpflanzung und für die Jugendzeit geeigneter, sauerstoffreicher,
kühler Fließgewässer mit durchströmten Kiesbänken und flachen, grobkiesigen, stark turbulent überströmten Gewässerstrecken (Rauschen/ (riffles) und (pools)
- Sicherung und Förderung der linearen Durchgängigkeit der Gewässer mit natürlicher Gewässerdynamik und Geschiebetransport
- Vermeidung der Verstopfung des Kieslückensystems durch Feinsedimente
- Senkung eutrophierender Einflüsse
bg) Erhaltung und Förderung der Groppen-Population durch
- Sicherung und Entwicklung naturnaher, linear durchgängiger, kühler, sauerstoffreicher und totholzhaltiger
Gewässer mit naturnaher steiniger Sohle und gehölzreichen Gewässerrändern
bh) Erhaltung und Förderung der Bachneunaugen-Population durch
- Erhaltung und Entwicklung naturnaher, linear durchgängiger, lebhaft strömender, sauberer Gewässer mit
lockerem, sandigen bis feinkiesigen Sohlsubstraten (Laichbereiche) und ruhigen Bereichen mit organischen
Auflagen (Larvenhabitat), mit natürlichem Geschiebetransport und gehölzreichen Gewässerrändern
- Abpufferung des Fließgewässers gegen Nährstoff- und Schadstoffeinträge
- Erhaltung von Habitatstrukturen im Gewässer wie Steine, Wurzelgeflecht und Anschwemmung von Blatt-
und Pflanzenresten
c) Weitere Schutzziele für landesweit bedeutsame Lebensraumtypen und Arten, die nicht in den maßgeblichen
Anhängen der Richtlinien 92/43/EWG und 79/409/EWG aufgeführt sind
- Erhaltung und Entwicklung der naturnahen Fließgewässerstrukturen insbesondere als Lebensraum
der Wasseramsel
- Erhaltung u. Entwicklung von Nass- und Feuchtgrünland (§ 62 LG)
- Erhaltung u. Entwicklung von naturnahen Quellbereichen (§ 62 LG)
Referenzen FFH- und VS-Gebiete:
Referenzen Schutzwürdige Biotope (BK):
  • BK-5011-0013
Kennung:

BK-5011-0013

Objektbezeichnung:

NSG Broelbach-Aue Auf dem Auel bei Hombrug-Broel

Link zur Karte: BK-5011-0013
Objektbeschreibung: Das Naturschutzgebiet Brölbach-Aue - Auf dem Auel bei Homburg - liegt südwestlich der Ortslage Huppichteroth und nordwestlich der Ortslage Homburg-Bröl in der Gemeinde Nümbrecht. Entlang des ca. 5 m breiten Brölbaches und seinen Nebenbächen wird das NSG vorwiegend durch extensiv genutzte Glatthaferwiesen und Weiden charakterisiert, die stellenweise Vernässungen aufweisen. Sowohl der naturnah verlaufende Brölbach als auch der von Süden einmündende Ölsbach weisen Uferhochstaudenfluren und Erlenufergehölze auf. Die beiden flächigen Erlenauenwälder sind durch Aufforstungen entstanden. In der Krautschicht dominieren daher Arten der Feucht- und Nasswiesen. Westlich der Kläranlage befindet sich eine kleine Feuchtweide, die durch den Aushub des Obergrabens, der zur Papiermühle führt, eutrophiert ist. Der Buchen-Eichen-Hangwald südlich von Huppichteroth wurde früher niederwaldartig genutzt und weist nur eine spärliche Krautschicht auf. Das Gebiet zeichnet sich durch entwicklungsfähige bachbegleitende Auenwälder und Grünlandflächen sowie naturnahe Fließgewässer aus. Als Lebensraum für Eisvogel, Groppe und Bachneunauge ist das Gebiet von herausragender und internationaler Bedeutung für den Biotopverbund. Das Naturschutzgebiet ist eine Teilfläche des ausgedehnten FFH-Gebietes Bröl. Der Schutz dient dem Erhalt und der Entwicklung der typischen Strukturen und Vegetation in der Aue und im Gewässer sowie der Sicherung und Entwicklung einer naturnahen Überflutungsdynamik.
Lebensraumtypen:
  • Auen-Waelder mit Alnus glutinosa und Fraxinus excelsior (Alno-Padion, Alnion incanae, Salicion albae) <91E0> (2,02 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete Laubwaelder ausserhalb von Sonderstandorten (nicht FFH-LRT) <NA00> (1,14 ha)
  • Schutzwuerdiges und gefaehrdetes mesophiles Wirtschaftsgruenland incl. Brachen (nicht FFH-LRT) <NE00> (9,01 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete Fliessgewaesser (nicht FFH-LRT) <NFM0> (1,08 ha)
Geschützte Biotope (§62):
  • Auwaelder (2,02 ha)
  • Fliessgewaesserbereiche (natuerlich o. naturnah, unverbaut) (1,08 ha)
Biotoptypen:
  • Sonstiger Laubwald aus einer einheimischen Laubbaumart <AG0> (1,55 ha)
  • Weiden-Ufergehoelz <BE1> (0,09 ha)
  • Fettwiese, Flachlandausbildung (Glatthaferwiese) <EA1> (3,90 ha)
  • Fettweide <EB0> (4,11 ha)
  • Magerweide <ED2> (1,01 ha)
  • Brachgefallenes Nass- und Feuchtgruenland <EE3> (1,26 ha)
  • Graben mit intensiver Instandhaltung <FN4> (0,19 ha)
  • Halde, Aufschuettung <HF0> (0,11 ha)
  • ohne Zuordnung <OZ> (0,31 ha)
  • Klaeranlage <SE8> (0,35 ha)
  • Bachunterlauf im Mittelgebirge <yFM3> (0,15 ha)
  • Mittelgebirgsbach <yFM6> (0,93 ha)
  • Bachbegleitender Erlenwald <zAC5> (2,02 ha)
Rote Liste Arten 2010 NRW:
Planungsrelevante Arten:
Pflanzenarten:
  • Acker-Witwenblume Sa. (Knautia arvensis agg.)
  • Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus)
  • Brombeere Sa. (Rubus sectio Rubus)
  • Bruch-Weide (Salix fragilis)
  • Deutsches Weidelgras (Lolium perenne)
  • Druesiges Springkraut (Impatiens glandulifera)
  • Echtes Maedesuess (Filipendula ulmaria (subsp. ulmaria))
  • Eiche (Quercus spec.)
  • Esche (Fraxinus excelsior (subsp. excelsior))
  • Feld-Hainsimse Sa. (Luzula campestris agg.)
  • Flatter-Binse (Juncus effusus (subsp. effusus))
  • Flutender Schwaden Sa. (Glyceria fluitans agg.)
  • Gemeine Pestwurz (Petasites hybridus (subsp. hybridus))
  • Gemeiner Beinwell (Symphytum officinale)
  • Gemeiner Blutweiderich (Lythrum salicaria)
  • Gemeiner Frauenmantel Sa. (Alchemilla vulgaris agg.)
  • Gemeiner Gilbweiderich (Lysimachia vulgaris)
  • Gemeines Brunnenmoos (Fontinalis antipyretica)
  • Gewoehnliche Goldnessel (Gartenform) (Lamium galeobdolon var. variegatum)
  • Gewoehnliche Loewenzahn Sa. (Taraxacum sect. Borea)
  • Gewoehnlicher Glatthafer (Arrhenatherum elatius (subsp. elatius))
  • Gewoehnliches Ruchgras (Anthoxanthum odoratum)
  • Giersch (Aegopodium podagraria)
  • Grosse Brennessel (Urtica dioica)
  • Hainbuche (Carpinus betulus)
  • Haselnuss (Corylus avellana)
  • Kleine Bibernelle Sa. (Pimpinella saxifraga agg.)
  • Kletten-Labkraut (Galium aparine)
  • Kriechender Hahnenfuss (Ranunculus repens)
  • Rasen-Schmiele Sa. (Deschampsia cespitosa agg.)
  • Riesen-Schwingel (Festuca gigantea)
  • Rohr-Glanzgras (Phalaris arundinacea (subsp. arundinacea))
  • Rotbuche (Fagus sylvatica (subsp. sylvatica))
  • Rotes Straussgras (Agrostis capillaris)
  • Sal-Weide (Salix caprea (subsp. caprea))
  • Sauerampfer (Rumex acetosa (subsp. acetosa))
  • Schwarz-Erle (Alnus glutinosa)
  • Schwarzer Holunder (Sambucus nigra)
  • Spitz-Wegerich (Plantago lanceolata)
  • Sumpf-Dotterblume (Caltha palustris)
  • Wald-Sauerklee (Oxalis acetosella)
  • Wald-Segge (Carex sylvatica (subsp. sylvatica))
  • Wald-Ziest (Stachys sylvatica)
  • Wasserdost (Eupatorium cannabinum (subsp. cannabinum))
  • Weissklee (Trifolium repens (subsp. repens))
  • Wiesen-Flockenblume (Centaurea jacea)
  • Wiesen-Kerbel Sa. (Anthriscus sylvestris agg.)
  • Wiesen-Knoeterich (Bistorta officinalis (subsp. officinalis))
  • Wiesen-Margerite Sa. (Leucanthemum vulgare agg.)
  • Wiesen-Pippau (Crepis biennis)
  • Wiesen-Schafgarbe Sa. (Achillea millefolium agg.)
  • Wolliges Honiggras (Holcus lanatus)
Tierarten:
  • Bachneunauge (Lampetra planeri)
  • Eisvogel (Alcedo atthis)
  • Flussneunauge (Lampetra fluviatilis)
  • Groppe (Cottus gobio)
  • Lachs (Salmo salar)
  • Wasseramsel (Cinclus cinclus)
Schutzziele: Erhaltung einer abschnittsweise regionaltypischen, reich strukturierten
Talaue mit natuerlichen und naturnahen Bachauen- und Auenwald-Lebensraeumen (Ufergehoelzen, Feuchtwaeldern) als regional bedeutendes Refugial- und Vernetzungsbiotop fuer Arten der Auen in
einem an reich strukturierten Talraeumen verarmten Landschaftsraum sowie oekologische Optimierung durch Extensivierung der Gruenlandbewirtschaftung (Mahd der Feuchtbrachen, extensive Beweidung der Feuchtweiden)
Gefährdungen:
Maßnahmen:
Die Kartenanwendung benötigt Javascript. Falls Sie diese Karte aufrufen möchten, schalten Sie in Ihrem Browser Javascript ein.