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Naturschutzgebiete und Nationalpark Eifel in NRW


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Naturschutzgebiet Baggersee Greffener Mark (GT-029)

Objektbezeichnung:

NSG Baggersee Greffener Mark

Kennung:

GT-029

Ort: Harsewinkel
Kreis: Guetersloh
Bezirksregierung: Detmold
Digitalisierte Fläche: 41,81 ha
Offizielle Fläche: 41,51 ha
Flächenanzahl: 1
Schutzstatus: NSG, bestehend
Verfahrensstand: VO rechtskraeftig
Inkraft seit: 1992
Inkraft: 1997
Außerkraft: 2017
Schutzziel: Die Unterschutzstellung erfolgt gemaess Paragraph 20 LG NW,

- Zur Erhaltung und Wiederherstellung von Lebensgemeinschaften bestimmter
wildlebender Pflanzen- und Tierarten, insbesondere von seltenen und gefaehrdeten,
bruetenden, ueberwinternden und durchziehenden Wat- und Wasservoegeln und
anderen an Gewaesser gebundenen Tierarten wie Amphibien und Libellen sowie
seltenen und gefaehrdeten Pflanzen und Pflanzengesellschaften typischer
Verlandungskomplexe vom offenen Wasser ueber Roehrichtzonen bis hin zu
Hochstaudenfluren sowie den ihren angepassten Lebensgemeinschaften,
- Zur Erhaltung der besonderen Eigenart dieses aus einer Abgrabung entstandenen
Stillgewaessers und seiner Umgebung,
- Aus wissenschaftlichen, naturgeschichtlichen und erdgeschichtlichen Gruenden,
insbesondere den geomorphologisch bedeutsamen Duenenbildungen.
Referenzen FFH- und VS-Gebiete:
Referenzen Schutzwürdige Biotope (BK):
  • BK-3914-902
Kennung:

BK-3914-902

Objektbezeichnung:

NSG Baggersee Greffener Mark

Link zur Karte: BK-3914-902
Objektbeschreibung: Das Gebiet besteht im östlichen Teil aus einer älteren, rekultivierten Sandabgrabung mit angrenzenden Waldbeständen, in denen zwei oligotrophe Kleingewässer liegen sowie einem noch im Betrieb befindlichen teilrekultivierten Abgrabungsbereich im Westteil. Die ältere Abgrabung wird im W, S und O von Wirtschaftswegen begrenzt. Sie weist eine große Wasserfläche mit randlicher Schwimmblatt- und Unterwasservegetation auf. Im N sind Flachwasserbereiche mit Röhricht- und Pioniergehölzen bewachsen, daneben finden sich meherer kleinere gehölzbestandene Inseln sowie von Erlenwald gesäumte Uferzonen. Im S ist den angepflanzten Ufergehölzbeständen ein mehrfach unterbrochener, wenige Meter breiter Röhrichtsaum vorgelagert. Ein Sandmagerrasen nimmt die noch einzige offene Fläche des Uferbereichs im SW des Gewässers ein. Hier erfolgte zu dem in einer kleinen Sandsteilwand ein Brutversuch (2004) des Eisvogels, der jedoch aufgrund von Störungen (s. u.) aufgegeben wurde. Dagegen war eine Brut des stark gefährdeten Zwergtauchers am Nordrand des Gewässers in 2004 erfolgreich. Angrenzende Flächen im N und S sind mit Kiefernmischwald sowie bodensaurem Buchenwald bestockt. Südlich des Tatenhauser Weges liegen in einem Kiefernmischwald zwei oligotrophe Kleingewässer, deren zeitweise trockenfallende sandige und nährstoffarme Uferzonen mit wertvoller und sehr seltener Vegetation bzw. zahlreichen tlw. stark gefährdeten Planzenarten (u.a. Schnabelried, Vielstengelige Sumpfbinse) bewachsen sind. Oberhalb schließen Feuchtheidebestände u. a. mit Glockenheide, Moor-Bärlapp und Mittlerem Sonnentau an. Der noch tlw. in Betrieb befindliche westliche Abgrabungsbereich weist überwiegend erst eine geringe Vegetationsentwicklung auf. Neben größeren, offenen vegetationsfreien bzw. -armen Flächen im W und S wurde an Nord- und Ostufer eine unsachgemäße Rekultivierung begonnen (golfplatzähnliche Bodenmodellierungen und Raseneinsaaten, perlschnurartige Röhricht-Initialpflanzungen an der Wasserlinie u.a.). Aus avifaunistischer Sicht wird das Gebiet aktuell (WWK, 2004) als lokal bedeutendes Brutgebiet eingestuft. Als Rast- und Durchzugsgebiet wird es von einer Reihe von Enten- und Watvögeln, jedoch in nur geringer Truppstärke genutzt (u. a. Flussregenpfeifer, Flussuferläufer, Waldwasserläufer), so dass die Kriterien für ein lokal bedeutendes Rastgebiet nicht erfüllt werden (WWK, 2004). Störungen für das ältere Abgrabungsgewässer werden hauptsächlich durch die Angelnutzung hervorgerufen. Neben der Beseitigung von Verlandungsvegetation führt die Anwesenheit zur Tierbeunruhigung und im Extremfall zur unmittelbaren Störung/Aufgabe von Brutplätzen (Eisvogel s.o.). Im östlichen Gewässer sind es die Abbautätigkeiten, die eine bedeutende Störquelle für die Avifauna darstellen.
Lebensraumtypen:
  • Oligo- bis mesotrophe stehende Gewässer mit Vegetation der Littorelletea uniflorae und/oder der Isoeto-Nanojuncetea <3130> (0,52 ha)
  • Feuchte Heiden des nordatlantischen Raums mit Erica tetralix <4010> (0,12 ha)
  • Hainsimsen-Buchenwald (Luzulo-Fagetum) <9110> (0,60 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete Laubwaelder ausserhalb von Sonderstandorten (nicht FFH-LRT) <NA00> (0,56 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete Ufergehoelze (nicht FFH-LRT) <NBE0> (1,10 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete Silikattrockenrasen (nicht FFH-LRT) <NDC0> (0,04 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete Stillgewaesser (nicht FFH-LRT) <NFD0> (11,11 ha)
Geschützte Biotope (§62):
  • stehende Binnengewaesser (natuerlich o. naturnah, unverbaut) (0,47 ha)
Biotoptypen:
  • Birken-Eichenmischwald <AB2> (0,56 ha)
  • Kiefernmischwald mit einheimischen Laubbaumarten <AK1> (14,80 ha)
  • Ufergehoelz <BE0> (1,10 ha)
  • Silikattrockenrasen <DC0> (0,04 ha)
  • Fettwiese <EA0> (0,37 ha)
  • Abgrabungsgewaesser <FG0> (11,11 ha)
  • Abgrabungsgewaesser (Lockergestein) <FG1> (3,54 ha)
  • Graben <FN0> (0,19 ha)
  • Vegetationsarme oder -freie Bereiche <GF0> (1,61 ha)
  • Acker <HA0> (1,90 ha)
  • Wirtschaftsweg <VB0> (0,67 ha)
  • Eichen-Buchenmischwald <xAA1> (0,60 ha)
  • Feuchtheide <zDB0> (0,12 ha)
  • Tuempel (periodisch) <zFD1> (0,05 ha)
Rote Liste Arten 2010 NRW:
Planungsrelevante Arten:
Pflanzenarten:
  • Adlerfarn (Pteridium aquilinum (subsp. aquilinum))
  • Aehren-Tausendblatt (Myriophyllum spicatum)
  • Armleuchteralge (Chara spec.)
  • Asch-Weide (Salix cinerea subsp. cinerea)
  • Aufsteigende Gelb-Segge (Carex demissa)
  • Berg-Sandknoepfchen (Jasione montana (subsp. montana))
  • Besenheide (Calluna vulgaris)
  • Braunes Schnabelried (Rhynchospora fusca)
  • Breitblaettrige Stendelwurz (Epipactis helleborine)
  • Brennender Hahnenfuss (Ranunculus flammula (subsp. flammula))
  • Brombeere Sa. (Rubus sectio Rubus)
  • Draht-Schmiele (Deschampsia flexuosa)
  • Echte Glockenheide (Erica tetralix)
  • Faulbaum (Frangula alnus (subsp. alnus))
  • Feld-Ahorn (Acer campestre)
  • Fruehe Haferschmiele (Aira praecox)
  • Gelbe Schwertlilie (Iris pseudacorus)
  • Gemeine Sumpfsimse (Eleocharis palustris)
  • Gemeiner Blutweiderich (Lythrum salicaria)
  • Gemeiner Moor-Baerlapp (Lycopodiella inundata)
  • Gemeines Ferkelkraut (Hypochaeris radicata (subsp. radicata))
  • Gewoehnliche Eberesche (Sorbus aucuparia)
  • Gras-Laichkraut (Potamogeton gramineus)
  • Grosse Brennessel (Urtica dioica)
  • Gundermann (Glechoma hederacea)
  • Heidelbeere (Vaccinium myrtillus)
  • Himbeere (Rubus idaeus)
  • Hirse-Segge (Carex panicea)
  • Hunds-Straussgras (Agrostis canina)
  • Kleiner Dornfarn (Dryopteris carthusiana)
  • Kleines Habichtskraut (Hieracium pilosella)
  • Korb-Weide (Salix viminalis)
  • Krauses Laichkraut (Potamogeton crispus)
  • Mittlerer Sonnentau (Drosera intermedia)
  • Pfeifengras (Molinia caerulea)
  • Pfennigkraut (Lysimachia nummularia)
  • Rasen-Schmiele (Deschampsia cespitosa)
  • Riesen-Goldrute (Solidago gigantea)
  • Rotbuche (Fagus sylvatica (subsp. sylvatica))
  • Rotes Straussgras (Agrostis capillaris)
  • Sal-Weide (Salix caprea (subsp. caprea))
  • Salz-Breitwegerich (Plantago major subsp. winteri)
  • Salz-Bunge (Samolus valerandi)
  • Sand-Birke (Betula pendula)
  • Schilf (Phragmites australis (subsp. australis))
  • Schmalblaettriger Rohrkolben (Typha angustifolia)
  • Schoenes Frauenhaarmoos (Polytrichum formosum)
  • Schwarz-Erle (Alnus glutinosa)
  • Silber-Weide (Salix alba (subsp. alba))
  • Silber-Weide (Sa.) (Salix alba agg.)
  • Spaetbluehende Traubenkirsche (Prunus serotina)
  • Stiel-Eiche (Quercus robur (subsp. robur))
  • Sumpf-Ruhrkraut (Gnaphalium uliginosum (subsp. uliginosum))
  • Torfmoos unbestimmt (Sphagnum spec.)
  • Ufer-Wolfstrapp (Lycopus europaeus)
  • Vielstengelige Sumpfsimse (Eleocharis multicaulis)
  • Vogel-Knoeterich (Polygonum aviculare)
  • Vogelfuss (Ornithopus perpusillus)
  • Wald-Geissblatt (Lonicera periclymenum)
  • Wald-Kiefer (Pinus sylvestris)
  • Wasser-Minze (Mentha aquatica)
  • Wassernabel (Hydrocotyle vulgaris)
  • Wasserpfeffer-Knoeterich (Persicaria hydropiper)
  • Weide unbestimmt (Salix spec.)
  • Welsches Weidelgras (Lolium multiflorum)
  • Wiesen Knaeuelgras Sa. (Dactylis glomerata agg.)
  • Wiesen-Lieschgras (Phleum pratense)
  • Wiesen-Wachtelweizen (Melampyrum pratense)
  • Zweiblaettrige Schattenblume (Maianthemum bifolium)
  • Zwiebel-Binse (Juncus bulbosus)
Tierarten:
  • Eisvogel (Alcedo atthis)
  • Zwergtaucher (Tachybaptus ruficollis)
Schutzziele: Erhaltung und Entwicklung eines Abgrabungsgewässers mit Bedeutung als Rast- und Brutplatz für Wasservögel sowie umgebender nährstoffarmer Standorte mit wertvollen Vegetationsstrukturen
Gefährdungen:
  • Beeintraechtigung der Vermehrungsorte wertbest. Tierarten
  • Beseitigung Roehricht (FI)
  • Beseitigung von Verlandungsvegetation (FI)
  • Duengerdrift (LW)
  • Eutrophierung
  • nicht bodenstaendige Gehoelze (FW)
  • Rekultivierung, unsachgemaess
  • Stoerung Brutgeschaeft durch Angelsport (FI)
  • Trittschaeden
  • Uferschaeden (FI)
  • Verbuschung als unerwuenschte Sukzession
  • Zerschneidung durch Strassenbau
Maßnahmen:
  • Beschraenkung der Fischereiausuebung
  • Beschraenkung der Freizeitaktivitaeten
  • Entnahme nicht bodenst. Gehoelze im Rahmen der forstl. Nutzung
  • Erhaltung des Kleinreliefs
  • naturnahe Gewaessergestaltung
  • naturnahe Waldbewirtschaftung
  • Vegetationskontrolle
  • Vermeidung Eutrophierung
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