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Naturschutzgebiete und Nationalpark Eifel in NRW


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Naturschutzgebiet Gartnischberg (GT-032)

Objektbezeichnung:

NSG Gartnischberg

Kennung:

GT-032

Ort: Halle
Kreis: Guetersloh
Bezirksregierung: Detmold
Digitalisierte Fläche: 105,63 ha
Offizielle Fläche: 101,00 ha
Flächenanzahl: 1
Schutzstatus: NSG, bestehend
Verfahrensstand: LP rechtskraeftig
Inkraft seit: 1999
Inkraft: 2008
Außerkraft: 9999
Schutzziel: Gemaess Paragraph 20 LG erfolgt die Festsetzung

- Zur Erhaltung, Foerderung und Wiederherstellung von Lebensgemeinschaften und Lebensstaetten wild-
lebender Tier- und Pflanzenarten der naturnahen, durch Gruenland gegliederten, teilweise als Orchideen-
Buchenwald ausgepraegten Kalkbuchenwaelder und der daran angrenzenden Heckenstrukturen. Die
Festsetzung ist darueber hinaus erforderlich zum Erhalt der waermeliebenden Pflanzenarten der
Krautschicht lichter, ehemals niederwaldgenutzten Waelder und der fragmentarisch vorhandenen
Trockenrasen einschliesslich der daran angepassten Tierarten sowie der floristisch und faunistisch
wertvollen offengelassenen Kleinsteinbrueche und des ehemaligen Steinbruchs der Firma MIAMI.
Referenzen FFH- und VS-Gebiete:
Referenzen Schutzwürdige Biotope (BK):
  • BK-3916-921
Kennung:

BK-3916-921

Objektbezeichnung:

NSG Gartnischberg

Link zur Karte: BK-3916-921
Objektbeschreibung: Die Kalkschichten der Oberkreide setzen sich östlich von Halle in einem schmalen Hoehenrücken fort. Die unteren Westhänge sind nur mässig ansteigend, gehen dann aber in steile Hangpartien und einzeln herausgebildete Kuppen über. Im O nimmt die Höhe zur K 29 rasch ab, hier prägen Steilhänge mit bis zu 45 Grad Neigung das Bild. Der Boden besteht aus Braunerde, z. T. auch Parabraunerde, im Bereich der Kuppen und Hänge steht Rendzina an. Das Gebiet wird von ausgedehnten Buchenwäldern eingenommen, die im S durch Fett- wiesen und -weiden stark zergliedert sind. Es herrscht überwiegend der Platterbsen-Waldgerstenbuchenwald (Hordelymo-Fagetum lathyretosum) vor. An den Nordhängen wird er durch den Waldgerstenbuchenwald in seiner typischen Ausbildung (Hordelymo-Fagetum typicum) bzw. farnreichen Ausprägung ersetzt. In der Baumschicht überwiegt die Rotbuche. Die beiden Eichenarten, Feldahorn und Esche sind nur gering vertreten. Als seltenes Laubholz kommt die Elsbeere hinzu, die an wenigen Stellen in einzelnen mittelstarken Exemplaren stockt. Die Hainbuche hat ihren Schwerpunkt in ehemals niederwaldartig bewirtschafteten Parzellen und bildet hier eine nur etwa 6-10 m hoch werdende Baumschicht. Der Niederwald ist vielfach bereits durchgewachsen und wird allenfalls noch sporadisch genutzt. Infolge der allgemein starken Beschattung nimmt die Strauchschicht eine Deckung von höchstens 5 % ein. Sie besteht vor allem aus Weissdorn und Stechpalme. Im Norden des Gebiets nimmt der Anteil des Schwarzen Holunders und der Brombeere als unerwünschte Sukzession zu. Die Krautschicht ist artenreich entwickelt und erreicht eine Deckung bis zu 75 %. In ihr kommen zahlreiche Arten des Perlgras-Buchenwaldes vor, so dominieren u. a. Bingelkraut, Efeu, Einblütiges Perlgras, Gelbe Taubnessel oder Immergrün. Kleinflächig sind auch Arten des Orchideen-Buchenwaldes vorhanden, z. B. Fingersegge, Vogelnestwurz und Schwalbenwurz. Auf Lichtungen stellen sich hochwüchsige Staudenfluren ein, die den Weidenröschen-Schlaggesellschaften zuzurechnen sind. Das Waldgebiet ist bislang kaum negativen Einflüssen durch Erholungs- und Freizeitnutzungen ausgesetzt. Im Gegensatz dazu ergeben sich gravierende Schäden für Naturhaushalt und Landschaftsbild durch die am NO-Rand gelegene Kalksteinabgrabung. Abiotische Faktoren: Kalke und Mergel der Oberkreide (Cenoman und Turon) - Braunerde, Rendzina, z. T. Parabraunerde - Grundwasser nicht pflanzenverfuegbar - Kammlagen mit einzelnen Kuppen, z. T. ca. 45 Grad steile Hänge (an der K29), sonst i. a. flacher, NO- und SW-exponiert. Im Gebiet kommen folgende Paragraph 62-Biotoptypen vor: - Hordelymo-Fagetum lathyretosum (zAA0).
Lebensraumtypen:
Geschützte Biotope (§62):
Biotoptypen:
  • Fichtenwald <AJ0> (12,50 ha)
  • Schlagflur <AT0> (1,04 ha)
  • Gebuesch, Strauchgruppe <BB0> (1,04 ha)
  • Strauchhecke, ebenerdig <BD2> (1,04 ha)
  • Trespen-Halbtrockenrasen <DD2> (1,04 ha)
  • Fettwiese <EA0> (4,17 ha)
  • Fettwiese, Flachlandausbildung (Glatthaferwiese) <EA1> (1,04 ha)
  • Fettweide <EB0> (8,33 ha)
  • Gruenlandbrache <EE0> (5,21 ha)
  • Kalksteinbruch <GC1> (6,25 ha)
  • Gruenlandrain <HC2> (1,04 ha)
  • Waldfriedhof <HR3> (1,04 ha)
  • ohne Zuordnung <OZ> (NaN ha)
  • Buchenmischwald mit einheimischen Laubbaumarten <xAA2> (1,04 ha)
  • Buchenwald <zAA0> (59,38 ha)
Rote Liste Arten 2010 NRW:
Planungsrelevante Arten:
Pflanzenarten:
  • Aronstab (Arum maculatum)
  • Berg-Weidenroeschen (Epilobium montanum)
  • Blauroter Hartriegel (Cornus sanguinea)
  • Braunrote Stendelwurz (Epipactis atrorubens)
  • Breitblaettrige Stendelwurz (Epipactis helleborine)
  • Brombeere Sa. (Rubus sectio Rubus)
  • Busch-Windroeschen (Anemone nemorosa)
  • Christophskraut (Actaea spicata)
  • Deutsches Weidelgras (Lolium perenne)
  • Dreinervige Nabelmiere (Moehringia trinervia)
  • Dunkles Lungenkraut (Pulmonaria obscura)
  • Echte Nelkenwurz (Geum urbanum)
  • Efeu (Hedera helix (subsp. helix))
  • Einbluetiges Perlgras (Melica uniflora)
  • Elsbeere (Sorbus torminalis)
  • Esche (Fraxinus excelsior (subsp. excelsior))
  • Feld-Ahorn (Acer campestre)
  • Finger-Segge (Carex digitata)
  • Flattergras (Milium effusum)
  • Frauenfarn (Athyrium filix-femina)
  • Fruehlings-Platterbse (Lathyrus vernus)
  • Gelber Eisenhut (Aconitum lycoctonum subsp. vulparia)
  • Gemeine Braunelle (Prunella vulgaris)
  • Gemeines Rispengras (Poa trivialis (subsp. trivialis))
  • Gewoehnliche Goldnessel (Galeobdolon luteum)
  • Gewoehnliche Kratzdistel (Cirsium vulgare (subsp. vulgare))
  • Gewoehnliche Vogelmiere (Stellaria media)
  • Gewoehnlicher Wurmfarn (Dryopteris filix-mas)
  • Gewoehnliches Pfaffenhuetchen (Euonymus europaeus)
  • Grosse Brennessel (Urtica dioica)
  • Grosses Hexenkraut (Circaea lutetiana)
  • Gruene Waldhyazinthe (Platanthera montana)
  • Hain-Klette (Arctium nemorosum)
  • Hainbuche (Carpinus betulus)
  • Himbeere (Rubus idaeus)
  • Hohe Schluesselblume (Primula elatior)
  • Kleines Immergruen (Vinca minor)
  • Knoblauchsrauke (Alliaria petiolata)
  • Knolliger Hahnenfuss (Ranunculus bulbosus (subsp. bulbosus))
  • Leberbluemchen (Hepatica nobilis)
  • Maigloeckchen (Convallaria majalis)
  • Mauerlattich (Mycelis muralis)
  • Nesselblaettrige Glockenblume (Campanula trachelium (subsp. trachelium))
  • Nestwurz (Neottia nidus-avis)
  • Rotbuche (Fagus sylvatica (subsp. sylvatica))
  • Ruprechtskraut (Geranium robertianum)
  • Sanikel (Sanicula europaea)
  • Scharfer Hahnenfuss (Ranunculus acris)
  • Schlehe (Prunus spinosa agg.)
  • Schmalblaettriges Weidenroeschen (Epilobium angustifolium)
  • Schwarzer Holunder (Sambucus nigra)
  • Sparrige Segge (Carex muricata agg.)
  • Spitz-Wegerich (Plantago lanceolata)
  • Stattliches Knabenkraut (Orchis mascula)
  • Stechpalme (Ilex aquifolium)
  • Stiel-Eiche (Quercus robur (subsp. robur))
  • Suesskirsche (Prunus avium)
  • Tollkirsche (Atropa bella-donna)
  • Trauben-Eiche (Quercus petraea (subsp. petraea))
  • Trauben-Trespe (Bromus racemosus)
  • Vielbluetige Weisswurz (Polygonatum multiflorum)
  • Wald-Bingelkraut (Mercurialis perennis)
  • Wald-Erdbeere (Fragaria vesca)
  • Wald-Gerste (Hordelymus europaeus)
  • Wald-Habichtskraut (Hieracium murorum)
  • Wald-Sauerklee (Oxalis acetosella)
  • Wald-Schwingel (Festuca altissima)
  • Wald-Segge (Carex sylvatica (subsp. sylvatica))
  • Wald-Veilchen (Viola reichenbachiana)
  • Wald-Ziest (Stachys sylvatica)
  • Wald-Zwenke (Brachypodium sylvaticum (subsp. sylvaticum))
  • Waldmeister (Galium odoratum)
  • Wasserdost (Eupatorium cannabinum (subsp. cannabinum))
  • Weisse Schwalbenwurz (Vincetoxicum hirundinaria (subsp. hirundinaria))
  • Weissklee (Trifolium repens (subsp. repens))
  • Wiesen-Loewenzahn Sa. (Taraxacum sect. Ruderalia)
  • Wiesen-Rispengras (Poa pratensis)
  • Wohlriechendes Veilchen (Viola odorata)
  • Zweiblaettrige Schattenblume (Maianthemum bifolium)
Tierarten:
Schutzziele: Erhaltung und Entwicklung arten- und strukturreicher Kalk-Buchenwälder durch naturnahe Waldbewirtschaftung und Umwandlung von Nadelwald in bodenständigen Laubwald.
Gefährdungen:
  • Abbau Gesteine
  • Aufforstung
  • Muellablagerung
  • nicht bodenstaendige Gehoelze (FW)
  • Trittschaden an Vegetation
  • Umbruch, Umwandlung von Gruenland in Acker
  • Verbuschung als unerwuenschte Sukzession
  • Wegebau
Maßnahmen:
  • Altholz erhalten
  • Beseitigung von Gehoelzen
  • Beseitigung von Muell
  • Erhaltung der Laubholzbestockung
  • Gruenlandnutzung beibehalten
  • keine wegebaulichen Massnahmen
  • naturnahe Waldbewirtschaftung
  • Umwandlung in bodenstaendigen Gehoelzbestand
  • Waldmantelentwicklung
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