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Naturschutzgebiete und Nationalpark Eifel in NRW


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Naturschutzgebiet Wehmerhorster Wiesental (HF-019)

Objektbezeichnung:

NSG Wehmerhorster Wiesental

Kennung:

HF-019

Ort: Roedinghausen
Kreis: Herford
Bezirksregierung: Detmold
Digitalisierte Fläche: 17,78 ha
Offizielle Fläche: NaN ha
Flächenanzahl: 1
Schutzstatus: NSG, bestehend
Verfahrensstand: LP rechtskraeftig
Inkraft seit: 1991
Inkraft: 1994
Außerkraft: 9999
Schutzziel: gemaess LG Paragraph 20,
- zur Erhaltung und Wiederherstellung eines Lebensraumes und ein-
zelner Lebensstaetten fuer in ihrem Bestand bedrohte wildlebende
Tier- und Pflanzenarten sowie deren Lebensgemeinschaften, es han-
delt sich hier um ein gut ausgepraegtes typisches Sieksystem des
Ravensberger Huegellandes mit wertvollen und z.T. bedrohten oder
gefaehrdeten Biotopen, wie naturnahe Laubwaldbestaende verschiedener
Feuchtegrade, Feuchtwiesen und -weiden, Hochataudenfluren,
Roehrichte, Seggenrieder, Fliess- und Stillgewaesser sowie mehrerer
Quellbereiche einschliesslich der Unterwasser- und Uferlebens-
gemeinschaften und um einen Rueckzugsraum fuer zahlreiche
wildlebende
Tier- und Pflanzenarten in intensiv genutztem Umland,
- wegen der natur- und erdgeschichtlichen sowie der landeskundli-
chenBedeutung dieses Landschaftsraumes als Teilbereich des Ravens-
berger Huegellandes,
- zur Erhaltung der besonderen Eigenart eines Teiles des typischen,
das Landschaftsbild des Ravensberger Huegellandes praegenden Tal-
und Sieksystems
Referenzen FFH- und VS-Gebiete:
Referenzen Schutzwürdige Biotope (BK):
  • BK-3716-004
Kennung:

BK-3716-004

Objektbezeichnung:

NSG Wehmerhorster Wiesental

Link zur Karte: BK-3716-004
Objektbeschreibung: Das NSG "Wehmerhorster Wiesental" ist ein schmales, im Oberlauf von Wald, im Unterlauf von Wiesen und Weiden geprägtes Tälchen am Südrand des Wiehengebirges. An seinem Südrand hat es Siekcharakter mit dem hierfür typischen steilen Stufenhang, am Nordrand jedoch aufgrund des angrenzenden bewaldeten Wiehengebirges eher Muldentalcharakter. Es erstreckt sich nördlich der Ortschaft Wehmerhorst in west-östlicher Richtung unweit der nördlichen Kreisgrenze. Es umfasst im Wesentlichen den Bachlauf eines Nebenarmes der Schierenbeke, ein Nebengewässer des Mühlenbaches, mit seiner Aue sowie die Tälchen mehrerer in ihn mündender Quellbäche. Das Auengrünland des Unterlaufes ist teils als blütenreiches Feucht- oder Nassgrünland ausgebildet. Der Bachlauf ist im Bereich der im Wald befindlichen Fließstrecke naturnah ausgebildet, am grünlandgenutzten Unterlauf dagegen begradigt und stark eingetieft. An der südlichen Hangstufe finden sich schmale Feldgehölze. Im Westen des Gebietes stockt ein größerer Buchenwald mit eingestreuten Nadelholzaufforstungen. Im Umfeld des Gebietes liegen nach Süden hin überwiegend intensiv genutzte Ackerschläge. An diese schließt sich die Siedlungsfläche von Wehmerhorst an. Nach Norden und Osten hin grenzen neben Äckern auch Wiesen und Weiden an das Gebiet. Im Gebiet findet sich ein landschaftsraumtypisch ausgebildeter Waldbach mit naturnahem Gewässeroberlauf. Der grünlandgenutzte Teil des Gebietes ist durchgängig, d.h. er ist nicht durch Aufforstungen, Brachflächen oder Äcker unterbrochen. Über den Bachlauf ist das Gebiet an das NSG "Schierenbeke" und weiter bachabwärts an das NSG "Mühlenbach" angeschlossen. Direkt angrenzend beginnt das Wiehengebirge mit seinen ausgedehnten Waldbeständen. Auf einen weiteren Gewässerausbau sowie eine Unterhaltung von Gräben und Bachläufen ist zu verzichten. Zwei mit Fichte fehlbestockte Flächen im oberlaufwärtigen Teil des Gebietes sollten nach Hiebreife in standortgerechten Laubwald umgewandelt werden.
Lebensraumtypen:
  • Hainsimsen-Buchenwald (Luzulo-Fagetum) <9110> (1,25 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete Laubwaelder ausserhalb von Sonderstandorten (nicht FFH-LRT) <NA00> (4,63 ha)
  • Schutzwuerdiges und gefaehrdetes mesophiles Wirtschaftsgruenland incl. Brachen (nicht FFH-LRT) <NE00> (4,56 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete Stillgewaesser (nicht FFH-LRT) <NFD0> (0,03 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete Quellbereiche (nicht FFH-LRT) <NFK0> (0,00 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete Fliessgewaesser (nicht FFH-LRT) <NFM0> (0,31 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete Obstbaumbestaende <NHK0> (0,60 ha)
Geschützte Biotope (§62):
Biotoptypen:
  • Buchenmischwald mit einheimischen Laubbaumarten <AA2> (4,63 ha)
  • Fichtenwald <AJ0> (0,80 ha)
  • Feldgehoelz <BA0> (1,50 ha)
  • Erstaufforstung landwirtschaftlicher Flaechen <BM0> (0,10 ha)
  • Fettwiese <EA0> (2,05 ha)
  • Fettweide <EB0> (5,01 ha)
  • Brachgefallene Fettweide <EE2> (0,15 ha)
  • Sicker-, Sumpfquelle <FK2> (0,00 ha)
  • Bachoberlauf im Mittelgebirge <FM1> (0,03 ha)
  • Bachmittellauf im Mittelgebirge <FM2> (0,89 ha)
  • Acker <HA0> (0,30 ha)
  • Ackerbrache <HB0> (0,15 ha)
  • Obstanlage <HK0> (0,60 ha)
  • Eichen-Buchenmischwald <xAA1> (1,25 ha)
  • Naturschutzteich <yFF5> (0,03 ha)
  • Bachoberlauf im Mittelgebirge <yFM1> (0,18 ha)
Rote Liste Arten 2010 NRW:
Planungsrelevante Arten:
Pflanzenarten:
  • Acker-Hellerkraut (Thlaspi arvense)
  • Acker-Kratzdistel (Cirsium arvense)
  • Acker-Vergissmeinnicht (Myosotis arvensis)
  • Bachbunge (Veronica beccabunga (subsp. beccabunga))
  • Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus)
  • Bitteres Schaumkraut (Cardamine amara)
  • Echtes Maedesuess (Filipendula ulmaria (subsp. ulmaria))
  • Efeu (Hedera helix (subsp. helix))
  • Esche (Fraxinus excelsior (subsp. excelsior))
  • Fichte (Picea abies)
  • Garten-Apfel (Malus domestica)
  • Gegenblaettriges Milzkraut (Chrysosplenium oppositifolium)
  • Gemeiner Froschloeffel (Alisma plantago-aquatica)
  • Gemeines Hornkraut (Cerastium holosteoides)
  • Gemeines Rispengras (Poa trivialis (subsp. trivialis))
  • Geruchlose Kamille (Tripleurospermum perforatum)
  • Gewoehnlicher Glatthafer (Arrhenatherum elatius (subsp. elatius))
  • Grosse Brennessel (Urtica dioica)
  • Hain-Rispengras (Poa nemoralis)
  • Hain-Sternmiere (Stellaria nemorum)
  • Hainbuche (Carpinus betulus)
  • Haselnuss (Corylus avellana)
  • Kleine Wasserlinse (Lemna minor)
  • Kletten-Labkraut (Galium aparine)
  • Krauser Ampfer (Rumex crispus (subsp. crispus))
  • Kriechende Quecke (Elymus repens)
  • Kriechender Hahnenfuss (Ranunculus repens)
  • Rotbuche (Fagus sylvatica (subsp. sylvatica))
  • Rote Lichtnelke (Silene dioica)
  • Rotschwingel Sa. (Festuca rubra agg.)
  • Sand-Birke (Betula pendula)
  • Sauerampfer (Rumex acetosa (subsp. acetosa))
  • Scharfer Hahnenfuss (Ranunculus acris)
  • Schwarz-Erle (Alnus glutinosa)
  • Schwarzer Holunder (Sambucus nigra)
  • Schwimmendes Laichkraut (Potamogeton natans)
  • Sonnenwend-Wolfsmilch (Euphorbia helioscopia)
  • Stiel-Eiche (Quercus robur (subsp. robur))
  • Suesskirsche (Prunus avium)
  • Sumpf-Vergissmeinnicht Sa. (Myosotis scorpioides agg.)
  • Wald-Sauerklee (Oxalis acetosella)
  • Weiche Trespe (Bromus hordeaceus)
  • Wiesen Knaeuelgras Sa. (Dactylis glomerata agg.)
  • Wiesen-Fuchsschwanzgras (Alopecurus pratensis)
  • Wiesen-Schaumkraut Sa. (Cardamine pratensis agg.)
  • Wolliges Honiggras (Holcus lanatus)
  • Zweiblaettrige Schattenblume (Maianthemum bifolium)
Tierarten:
Schutzziele: Schutz und Erhaltung eines in weiten Bereichen naturnahen Buchen- bzw. Laubmischwaldes als Lebensraum für typische und gefährdete Arten und als Ausbreitungskorridor für Waldarten. Erhalt eines reich strukturierten Siekgebietes mit überwiegend naturnahem Wald, naturnahen Bachläufen, einer in Teilen grünlandgeprägten Aue als Kern- und Refugialraum sowie Ausbreitungskorridor für typische Bach-, Bachauen- und Feldgehölzlebensgemeinschaften.

Optimierung der Waldflächen zu naturnahen, von standorttypischen Waldgesellschaften aufgebauten Wäldern mit einem hohen Alt- und Totholzanteil und artenreichen, gut gegliederten Waldmänteln und breiten Säumen. Entwicklung zu einem vielgestaltigem, extensiv genutztem Bachtal mit einer in Teilen von der extensiven Grünlandnutzung geprägten Aue mit einem hohen Anteil an Nass- und Feuchtgrünland sowie naturnahen, gehölzbegleiteten Bächen und naturnah bestockten Talhängen.
Gefährdungen:
  • Aufforstung
  • Drainage
  • Duengung
  • Entwaesserung, Wasserentnahme, Wasserregime
  • Gewaesserausbau
  • nicht bodenstaendige Gehoelze (FW)
  • Umbruch, Umwandlung von Gruenland in Acker
Maßnahmen:
  • Drainagen verschliessen, entfernen
  • Erhaltung der Laubholzbestockung
  • extensive Gruenlandbewirtschaftung, Beweidung
  • extensive Gruenlandbewirtschaftung, Mahd
  • Gruenlandnutzung beibehalten
  • kein Gewaesserausbau
  • kein Umbruch
  • keine Aufforstung
  • keine Duengung
  • naturnahe Gewaessergestaltung
  • naturnahe Waldbewirtschaftung
  • Umwandlung in bodenstaendigen Gehoelzbestand
  • Verbot der Unterhaltung von Gewaessern
  • Wiedervernaessung
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