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Naturschutzgebiete und Nationalpark Eifel in NRW


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Naturschutzgebiet Hoelzerner Peter (HSK-040)

Objektbezeichnung:

NSG Hoelzerner Peter

Kennung:

HSK-040

Ort: Olsberg
Kreis: Hochsauerlandkreis
Bezirksregierung: Arnsberg
Digitalisierte Fläche: 35,07 ha
Offizielle Fläche: 35,10 ha
Flächenanzahl: 1
Schutzstatus: NSG, bestehend
Verfahrensstand: LP rechtskraeftig
Inkraft seit: 1990
Inkraft: 2004
Außerkraft: 9999
Schutzziel: Das Schutzgebiet dient der Erhaltung eines naturnahen Laubwald-Fels-Biotopkomplexes
von ausgepraegter Schoenheit, grosser Vielfalt und hoher Seltenheit; weiterhin Schutz
natuerlicher Felsklippen und Blockschutthalden zusaetzlich aus geowissenschaftlichen
und landeskundlichen Gruenden.

Die Unterschutzstellung als NSG erfolgt im einzelnen

- Zur Erhaltung und Foerderung des naturnahen und strukturreichen Buchenmischwaldes
und der Schluchtwaldreste mit den typischen Tier- und Pflanzenarten,
- Zur Erhaltung der markanten Diabasklippen und der vulkanischen Gesteinsabfolge
des Hauptgruensteinzuges aus erdgeschichtlichen und landeskundlichen Gruenden,
- Wegen der Seltenheit, besonderen Eigenart und hervorragenden Schoenheit des
Waldgebietes.

Innerhalb des Schutzgebietes sind die Felsen und ihre naechste Umgebung als Kernzonen
ausgewiesen. In diesen Kernzonen gelten besondere Verbote (s.u.).
Referenzen FFH- und VS-Gebiete:
Referenzen Schutzwürdige Biotope (BK):
  • BK-4616-082
Kennung:

BK-4616-082

Objektbezeichnung:

NSG Hoelzerner Peter

Link zur Karte: BK-4616-082
Objektbeschreibung: Der "Hölzerne Peter" ist ein etwa 1,4 km langer Bergrücken, der zum größten Teil mit einem alten, hallenartigen Hainsimsen-Buchenwald bestockt ist. Am West- und Südhang finden sich höhere Eichenanteile. Die Baumschicht deckt bis 90 % und ist bis über 25 m hoch. Eine Strauchschicht ist mit Ausnahme kleiner, verlichteter Bereiche, die einen dichten Buchen- und Bergahorn-Jungwuchs aufweisen, nur spärlich entwickelt. Die zumeist bodendeckende Krautschicht ist artenreich und wird lokal von Farnen, Wald-Reitgras oder Flattergras dominiert. Der Gipfelbereich wird von einem durchgängigen, bis zu 10 m hohen, Nord-exponierten Diabas-Felsband eingenommen. Unterhalb der Felsen wächst auf flachgründigem Blockschuttboden teilweise ein alter Buchenwald mit Schluchtwaldcharakter. Besonders wertbestimmend im NSG sind die Felsbiotope: Typisch ausgeprägte Moosvegetation mit Rote-Liste-Pflanzenarten prägt eine Blockschutthalde am Südhang und das zentral gelegene Felsband. Der Vegetations-Komplex aus Felsen, schluchtwaldartigem Buchenwald und den alten, strukturreichen Laubwaldbeständen ist hoch repräsentativ für schützenswerte Lebensräume im Naturraum. Beeinträchtigend wirken im östlichen Teil vorhandene Nadelholzbestände (Fichte, Lärche). Das Gebiet ist über die Verbundfläche A-4616-016 "Hölzerner Peter - Steinberg" in den Biotopverbund einbezogen.
Lebensraumtypen:
  • Kieselhaltige Schutthalden der Berglagen Mitteleuropas <8150> (0,23 ha)
  • Silikatfelsen mit Felsspaltenvegetation <8220> (1,51 ha)
  • Hainsimsen-Buchenwald (Luzulo-Fagetum) <9110> (18,99 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete Schlucht- und Hangschuttwaelder (nicht FFH-LRT) sowie felsenreiche Waelder <NAY0> (0,88 ha)
Geschützte Biotope (§62):
Biotoptypen:
  • Buchenwald <AA0> (3,52 ha)
  • Nadelbaum-Buchenmischwald <AA4> (1,76 ha)
  • Fichtenwald <AJ0> (3,69 ha)
  • Ahorn-/Lindenwald <AR0> (0,70 ha)
  • Ahornmischwald <AR1> (3,34 ha)
  • Schlagflur <AT0> (1,06 ha)
  • Buchenwald <xAA0> (9,85 ha)
  • Eichen-Buchenmischwald <xAA1> (9,14 ha)
  • Buchenwald auf Schluchtwald- / Blockschuttstandort <yAA7> (0,88 ha)
  • natuerlicher Silikatfels <zGA2> (1,51 ha)
  • natuerliche Silikat-Blockschutt- / Feinschutthalde <zGB2> (0,23 ha)
Rote Liste Arten 2010 NRW:
Planungsrelevante Arten:
Pflanzenarten:
  • Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus)
  • Besen-Gabelzahnmoos (Dicranum scoparium)
  • Braunstieliger Streifenfarn (Asplenium trichomanes)
  • Draht-Schmiele (Deschampsia flexuosa)
  • Echtes Apfelmoos (Bartramia pomiformis)
  • Eichenfarn (Gymnocarpium dryopteris)
  • Einbeere (Paris quadrifolia)
  • Einbluetiges Perlgras (Melica uniflora)
  • Europaeische Laerche (Larix decidua (subsp. decidua))
  • Fichte (Picea abies)
  • Flattergras (Milium effusum)
  • Fuchsschwanz-Baeumchenmoos (Thamnobryum alopecurum)
  • Gewoehnliche Goldnessel (Galeobdolon luteum)
  • Gewoehnlicher Wurmfarn (Dryopteris filix-mas)
  • Glattes Neckermoos (Neckera complanata)
  • Haselnuss (Corylus avellana)
  • Heidelbeere (Vaccinium myrtillus)
  • Hellgruenes Pohlmoos (Pohlia cruda)
  • Hellstreifiges Doppelblattmoos (Diplophyllum albicans)
  • Himbeer-Kissenmoos (Grimmia hartmanii)
  • Kleiner Dornfarn (Dryopteris carthusiana)
  • Kleines Mausschwanzmoos (Isothecium myosuroides)
  • Mauerlattich (Mycelis muralis)
  • Quirl-Weisswurz (Polygonatum verticillatum)
  • Rauhes Kurzbuechsenmoos (Brachythecium rutabulum)
  • Rot-Eiche (Quercus rubra)
  • Rotbuche (Fagus sylvatica (subsp. sylvatica))
  • Sand-Birke (Betula pendula)
  • Scharfes Kahlfruchtmoos (Porella arboris-vitae)
  • Sommer-Linde (Tilia platyphyllos)
  • Trauben-Eiche (Quercus petraea (subsp. petraea))
  • Ungleichaestige Zackenmuetze (Racomitrium heterostichum)
  • Wald-Bingelkraut (Mercurialis perennis)
  • Wald-Geissblatt (Lonicera periclymenum)
  • Wald-Hainsimse (Luzula sylvatica)
  • Wald-Reitgras (Calamagrostis arundinacea)
  • Wald-Schwingel (Festuca altissima)
  • Waldmeister (Galium odoratum)
  • Weisse Hainsimse (Luzula luzuloides)
  • Wiesen-Wachtelweizen (Melampyrum pratense)
  • Wildes Silberblatt (Lunaria rediviva)
  • Wimpern-Hedwigsmoos (Hedwigia ciliata)
  • Zerbrechlicher Blasenfarn (Cystopteris fragilis)
  • Zypressen-Schlafmoos (Hypnum cupressiforme)
Tierarten:
Schutzziele: Erhalt von strukturreichen Laubwäldern und gefährdeten Felsbiotopen
Gefährdungen:
  • intensive Forstwirtschaft (FW)
  • Kahlschlag, unsachgemaesser Holzeinschlag (FW)
  • nicht bodenstaendige Gehoelze (FW)
  • nicht einheimische Gehoelze (FW)
Maßnahmen:
  • Altholz erhalten
  • Belassen von anfallendem liegenden und stehenden Totholz
  • Einstellung der Bewirtschaftung
  • Umwandlung von Nadelwald in bodenstaendigen Wald
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