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Naturschutzgebiete und Nationalpark Eifel in NRW


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Naturschutzgebiet Wacholdergebiet Hermscheid (HSK-053)

Objektbezeichnung:

NSG Wacholdergebiet Hermscheid

Kennung:

HSK-053

Ort: Sundern
Kreis: Hochsauerlandkreis
Bezirksregierung: Arnsberg
Digitalisierte Fläche: 4,42 ha
Offizielle Fläche: 5,10 ha
Flächenanzahl: 1
Schutzstatus: NSG, bestehend
Verfahrensstand: LP rechtskraeftig
Inkraft seit: 1991
Inkraft: 1993
Außerkraft: 9999
Schutzziel: gemaess LG Paragraph 20,
- zur Erhaltung von Lebensgemeinschaften oder Lebensstaetten
bestimmter wildlebender Pflanzen und wildlebender Tierarten,
- aus wissenschaftlichen, naturgeschichtlichen, landeskundlichen
oder erdgeschichtlichen Gruenden,
- wegen der Seltenheit, besonderen Eigenart oder hervorragenden
Schoenheit der Flaeche,
- Schutz der Wacholderheide als kulturhistorisches Dokument
von regionaler Bedeutung
Referenzen FFH- und VS-Gebiete:
Referenzen Schutzwürdige Biotope (BK):
  • BK-4614-0021
Kennung:

BK-4614-0021

Objektbezeichnung:

NSG Wacholdergebiet Hermscheid

Link zur Karte: BK-4614-0021
Objektbeschreibung: Das Gebiet umfasst einen lang gezogenen, nach Osten ansteigenden Bergrücken östlich von Altenhellefeld, der überwiegend von Magergrünland mit einem landschaftlich markanten Wacholderbestand eingenommen wird. Das extensiv mit Schafen beweidete Grünland ist überwiegend als artenreicher Borstgrasrasen mit Harzer Labkraut, Blutwurz, Feld-Hainsimse und Dreizahn ausgebildet. Borstgras sowie Zwergsträucher sind nur lokal bzw. vereinzelt beigemengt. Im Bereich des Bergrückens sowie am Südhang geht der Borstgrasrasen bereichsweise in mäßig artenreiche Mager- und Fettweiden über, vor allem im Osten sind diese Weideteile stark mit Laubbäumen überstellt. Ansonsten ist das Grünland weiträumiger, lokal auch engständig mit 2-4 m hohen Wacholderbüschen durchsetzt. Stellenweise wurden Wacholder nachgepflanzt und zum Schutz vor Verbiss umzäunt. Zahlreiche Strauchstubben zeugen von Entbuschungsmaßnahmen. Im Norden und Süden wird die Weide teilweise von dornstrauchreichen Hecken eingefasst, im Osten geht die Weide in einen Feldgehölz-Gebüschkomplex über. Ein asphaltierter Wirtschaftsweg quert das Gebiet. Artenreiche Borstgrasen mit markanter Wacholderdurchsetzung zählen in Nordrhein-Westfalen zu den sehr seltenen Kulturbiotopen. Sie sind ein bedeutsamer Lebensraum u.a. für gefährdete Pflanzenarten sowie von hoher kulturhistorischer Bedeutung. Mit ihrer guten Ausbildung sind die Borstgrasrasen von besonders hoher Repräsentativität. Im Biotopverbund ist das Wacholdergebiet Hermscheid von landesweiter Bedeutung für Lebensgemeinschaften des strukturierten Magergrünlands. Dabei war das Wacholdergebiet Hermscheid in früheren Jahren eine Heidefläche, die sich erst im Zuge von Pflege- und Bewirtschaftungsmaßnahmen zu einem borstgrasrasenreichen, aber zwergstraucharmen Weidegebiet entwickelt hat. Für den Fortbestand der Magergrünlandbiotope ist eine Forstsetzung der bisherigen Pflege- und Bewirtschaftungsmaßnahmen (extensive Beweidung, ggfs. Entbuschungen und Wacholder-Nachpflanzungen) erforderlich.
Lebensraumtypen:
  • Artenreiche montane Borstgrasrasen (und submontan auf dem europäischen Festland) auf Silikatböden <6230> (1,80 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete Feldgehoelze (nicht FFH-LRT) <NBA0> (0,40 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete flaechige Gebuesche und Baumgruppen <NBB0> (0,30 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete linienfoermige Gehoelzstrukturen und Einzelbaeume <NBD0> (0,30 ha)
  • Schutzwuerdiges und gefaehrdetes mesophiles Wirtschaftsgruenland incl. Brachen (nicht FFH-LRT) <NE00> (0,50 ha)
  • Schutzwuerdiges und gefaehrdetes Magergruenland incl. Brachen (nicht FFH-LRT) <NED0> (0,30 ha)
Geschützte Biotope (§62):
  • Borstgrasrasen (1,80 ha)
Biotoptypen:
  • Feldgehoelz aus einheimischen Baumarten <BA1> (0,40 ha)
  • Gebuesch, Strauchgruppe <BB0> (0,30 ha)
  • Strauchhecke, ebenerdig <BD2> (0,30 ha)
  • Fettweide <EB0> (1,00 ha)
  • Magerweide <ED2> (0,30 ha)
  • Acker <HA0> (0,15 ha)
  • Borstgrasrasen <zDF0> (1,80 ha)
Rote Liste Arten 2010 NRW:
Planungsrelevante Arten:
Pflanzenarten:
  • Arznei-Thymian (Sa.) (Thymus pulegioides agg.)
  • Besenginster (Cytisus scoparius)
  • Besenheide (Calluna vulgaris)
  • Blutwurz (Potentilla erecta (subsp. erecta))
  • Borstgras (Nardus stricta)
  • Brombeere Sa. (Rubus sectio Rubus)
  • Deutsches Weidelgras (Lolium perenne)
  • Draht-Schmiele (Deschampsia flexuosa)
  • Dreizahn (Danthonia decumbens)
  • Eingriffliger Weissdorn (Crataegus monogyna)
  • Esche (Fraxinus excelsior (subsp. excelsior))
  • Feld-Hainsimse Sa. (Luzula campestris agg.)
  • Fruehlings-Segge (Carex caryophyllea)
  • Gaensebluemchen (Bellis perennis)
  • Gewoehnliche Eberesche (Sorbus aucuparia)
  • Gewoehnliche Schlehe (Prunus spinosa)
  • Gewoehnliche Vogelmiere (Stellaria media)
  • Gewoehnliches Ruchgras (Anthoxanthum odoratum)
  • Hain-Rispengras (Poa nemoralis)
  • Hain-Veilchen (Viola riviniana)
  • Harzer Labkraut (Galium saxatile)
  • Heidelbeere (Vaccinium myrtillus)
  • Hunds-Rose (Rosa canina)
  • Kleine Bibernelle (Pimpinella saxifraga)
  • Kleiner Sauerampfer (Rumex acetosella)
  • Kleiner Wiesenknopf (Sanguisorba minor)
  • Kleines Habichtskraut (Hieracium pilosella)
  • Pillen-Segge (Carex pilulifera (subsp. pilulifera))
  • Rotes Straussgras (Agrostis capillaris)
  • Rotschwingel Sa. (Festuca rubra agg.)
  • Rundblaettrige Glockenblume (Campanula rotundifolia)
  • Ruprechtskraut (Geranium robertianum)
  • Sal-Weide (Salix caprea (subsp. caprea))
  • Salbei-Gamander (Teucrium scorodonia)
  • Sand-Birke (Betula pendula)
  • Schafschwingel Sa. (Festuca ovina agg.)
  • Schwarzer Holunder (Sambucus nigra)
  • Stiel-Eiche (Quercus robur (subsp. robur))
  • Suesskirsche (Prunus avium)
  • Wacholder (Juniperus communis)
  • Wald-Ehrenpreis (Veronica officinalis)
  • Weissklee (Trifolium repens (subsp. repens))
  • Wiesen Knaeuelgras (Dactylis glomerata)
  • Wiesen-Flockenblume (Centaurea jacea)
  • Zweigriffliger Weissdorn (Crataegus laevigata)
Tierarten:
Schutzziele: Erhalt und Ausdehnung wacholderreicher Borstgrasrasen als seltenem Lebensraumtyp in Nordrhein-Westfalen
Gefährdungen:
  • Zerschneidung durch Strassenbau
Maßnahmen:
  • Ausmagerung einer Gruenlandflaeche
  • Einziehen, Entsiegeln oder Sperren von Wegen usw.
  • extensive Beweidung
  • Pflege von Hecken
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