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Naturschutzgebiete und Nationalpark Eifel in NRW


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Naturschutzgebiet Niedernfeld (HSK-396)

Objektbezeichnung:

NSG Niedernfeld

Kennung:

HSK-396

Ort: Marsberg
Kreis: Hochsauerlandkreis
Bezirksregierung: Arnsberg
Digitalisierte Fläche: 84,21 ha
Offizielle Fläche: 84,28 ha
Flächenanzahl: 1
Schutzstatus: NSG, bestehend
Verfahrensstand: LP rechtskraeftig
Inkraft seit: 2006
Inkraft: 2008
Außerkraft: 9999
Schutzziel: Schutzzweck:

- Erhaltung und Optimierung eines durch Obstwiesen und Feldgehölze reich gegliederten
Grünlandkomplexes als Brut- und Durchzugsgebiet gefährdeter Vogelarten des struktur-
reichen Offenlandes;
- Schutz und tlw. Wiederherstellung von Grünlandlebensräumen unterschiedlichen Feuchte-
grades und der darauf angewiesenen, tlw. seltenen und gefährdeten Pflanzenarten;
- Sicherung der hervorragenden Schönheit dieses Kulturlandschaftsausschnitts am unmittel-
baren Ortsrand von Essentho; Erhaltung eines artenreichen Kalkbuchenwaldes sowie eines
landeskundlich Interessanten Abgrabungsrestes in Randbereichen.
Referenzen FFH- und VS-Gebiete:
Referenzen Schutzwürdige Biotope (BK):
  • BK-4519-0189
Kennung:

BK-4519-0189

Objektbezeichnung:

Grünland östlich von Essentho

Link zur Karte: BK-4519-0189
Objektbeschreibung: Das Gebiet befindet sich östlich von Essentho im Inneren eines nach Osten geöffneten Tales mit zum Teil steilem Neigungswinkel. Es grenzt im Westen an die Ortschaft Essentho, im Süden an Nadelforst und im Norden und Osten an Agrarflächen. Das Gebiet umfaßt einen kleinräumig strukturierten Grünlandkomplex, der in der Regel aus Fettwiesen und -weiden besteht. Diese sind durch zahlreiche Heckenstrukturen, Baumreihen, Einzelbäume sowie -büsche voneinander getrennt und in sich unterteilt. Dazwischen eingestreut liegen zahlreiche Streuobstwiesen mit zum Teil altem Baumholz. Das Substrat ist kalkreich, an den südexponierten Hängen finden sich zahlreiche Arten der Kalkmagerrasen (GB 4519-243, 244, 246, 247) auf kleinräumig flachgründigen Rendzinen. Im östlichen Bereich liegt ein als GB ausgewiesenes Buchenwaldstück (GB 4519-245) an einem südexponierten Hang. Am westlichen Rand des Waldes grenzt eine frische Kahlschlagfläche an. Am südlich gelegenen, nach Norden exponierten Hang sowie in der Talsohle erfolgt ein Schichtwechsel zu basenärmerem, frisch-feuchtem Substrat. Hier entwässert ein Bach nach Osten. Das Gebiet wird durch zahlreiche schmale, befestigte Wirtschaftswege zerschnitten. Wertbestimmend ist das strukturreiche Grünland mit seinen umfangreichen Gebüschstrukturen, das zusammen mit dem kleinräumigen Relief eine abwechslungsreiche Landschaft bildet. Es stellt eine Refugialzone für viele Tierarten der Feldmark dar. Die Kalkmagerrasen und der Buchenwald im Inneren des Gebietes sind für diese Region seltene, besonders schützenswerte Biotoptypen. Die Ränder der Wiesen und Weiden weisen ebenfalls viele Magerkeitszeiger auf. Aufgrund der ineinander verzahnten, kleinräumig strukturierten Biotope ist das Gebiet in seiner Gesamtheit hoch repräsentativ und somit besonders schützenswert im Sinne der Schutzzielkonzeption für den Naturraum. Geringe Beeinträchtigungen sind durch Trittschäden sowie Überweidung zu erkennen. Kulturhistorisch wertvoll ist die traditionelle Grünlandnutzung, die das Dorfbild von Essentho wesentlich mitbestimmt. Vegetationskundlich wertvoll sind die Pflanzengesellschaften der Kalkmagerrasen sowie des Kalkbuchenwaldes. Dem Gebiet kommt eine besondere Bedeutung als Refugialbiotop für viele Tier- und Pflanzenarten offener Grünlandlebensräume in einer strukturarmen und ausgeräumten Landschaft zu. Es ist als Gebiet mit herausragender Bedeutung über den Biotopverbund VB-A-4519-007 in das Biotopverbundsystem eingebunden.
Lebensraumtypen:
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete Laubwaelder ausserhalb von Sonderstandorten (nicht FFH-LRT) <NA00> (0,40 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete waermeliebende Waelder (nicht FFH-LRT) <NAB0> (3,41 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete linienfoermige Gehoelzstrukturen und Einzelbaeume <NBD0> (4,85 ha)
  • Schutzwuerdiges und gefaehrdetes Magergruenland incl. Brachen (nicht FFH-LRT) <NED0> (1,47 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete Obstbaumbestaende <NHK0> (7,86 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete Saeume und Hochstaudenfluren (nicht FFH-LRT) <NK00> (0,34 ha)
Geschützte Biotope (§62):
Biotoptypen:
  • Eichen-Buchenmischwald <AA1> (0,40 ha)
  • Laub-, Nadelbaum-Fichtenmischwald <AJ4> (3,09 ha)
  • Kahlschlagflaeche <AT1> (1,60 ha)
  • Wald, Jungwuchs <AU1> (1,50 ha)
  • Einzelstrauch <BB2> (0,00 ha)
  • Strauchhecke, ebenerdig <BD2> (3,71 ha)
  • Baumreihe <BF1> (1,14 ha)
  • Einzelbaum <BF3> (0,01 ha)
  • Fettwiese <EA0> (33,20 ha)
  • Fettweide <EB0> (26,67 ha)
  • Magerwiese <ED1> (0,33 ha)
  • Magerweide <ED2> (1,14 ha)
  • Gruenlandbrache <EE0> (0,78 ha)
  • Teich <FF0> (0,06 ha)
  • Quelle, Quellbereich <FK0> (0,00 ha)
  • Bachoberlauf im Mittelgebirge <FM1> (0,15 ha)
  • Acker <HA0> (7,70 ha)
  • Streuobstwiese <HK2> (7,86 ha)
  • Gewaesserbegleitender feuchter Saum bzw. linienf. Hochstaudenflur <KA2> (0,34 ha)
  • Buchenmischwald mit einheimischen Laubbaumarten <yAA2> (3,41 ha)
Rote Liste Arten 2010 NRW:
Planungsrelevante Arten:
Pflanzenarten:
  • Acker-Kratzdistel (Cirsium arvense)
  • Acker-Witwenblume (Knautia arvensis)
  • Arznei-Thymian (Thymus pulegioides)
  • Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus)
  • Birnbaum (Pyrus communis)
  • Brombeere Sa. (Rubus sectio Rubus)
  • Deutsches Weidelgras (Lolium perenne)
  • Dornige Hauhechel (Ononis spinosa (subsp. spinosa))
  • Echtes Johanniskraut (Hypericum perforatum)
  • Echtes Labkraut (Galium verum (subsp. verum))
  • Echtes Maedesuess (Filipendula ulmaria (subsp. ulmaria))
  • Einbluetiges Perlgras (Melica uniflora)
  • Eingriffliger Weissdorn (Crataegus monogyna)
  • Esche (Fraxinus excelsior (subsp. excelsior))
  • Europaeische Laerche (Larix decidua (subsp. decidua))
  • Feld-Ahorn (Acer campestre)
  • Fichte (Picea abies)
  • Garten-Apfel (Malus domestica)
  • Gemeine Braunelle (Prunella vulgaris)
  • Gemeine Pestwurz (Petasites hybridus (subsp. hybridus))
  • Gemeiner Gilbweiderich (Lysimachia vulgaris)
  • Gemeines Ferkelkraut (Hypochaeris radicata (subsp. radicata))
  • Gewoehnliche Akelei (Aquilegia vulgaris agg.)
  • Gewoehnlicher Hornklee (Lotus corniculatus)
  • Grosse Brennessel (Urtica dioica)
  • Grosses Hexenkraut (Circaea lutetiana)
  • Hainbuche (Carpinus betulus)
  • Hopfenklee (Medicago lupulina)
  • Hunds-Rose (Rosa canina)
  • Kleiner Odermennig (Agrimonia eupatoria (subsp. eupatoria))
  • Kleiner Wiesenknopf (Sanguisorba minor)
  • Kleines Habichtskraut (Hieracium pilosella)
  • Kohl(-Kratz)distel (Cirsium oleraceum)
  • Magerwiesen-Margerite (Leucanthemum vulgare)
  • Mittlerer Klee (Trifolium medium)
  • Mittlerer Wegerich (Plantago media (subsp. media))
  • Nesselblaettrige Glockenblume (Campanula trachelium (subsp. trachelium))
  • Nickende Distel (Carduus nutans)
  • Nickendes Perlgras (Melica nutans)
  • Rohr-Glanzgras (Phalaris arundinacea (subsp. arundinacea))
  • Rotbuche (Fagus sylvatica (subsp. sylvatica))
  • Roter Fingerhut (Digitalis purpurea (subsp. purpurea))
  • Rotes Straussgras (Agrostis capillaris)
  • Sal-Weide (Salix caprea (subsp. caprea))
  • Sand-Birke (Betula pendula)
  • Schaftlose Schluesselblume (Primula vulgaris (subsp. vulgaris))
  • Scharfer Hahnenfuss (Ranunculus acris)
  • Schlehe (Prunus spinosa agg.)
  • Schmalblaettriges Weidenroeschen (Epilobium angustifolium)
  • Schwarz-Pappel (Populus nigra)
  • Schwarzer Holunder (Sambucus nigra)
  • Skabiosen-Flockenblume (Centaurea scabiosa)
  • Spitz-Ahorn (Acer platanoides)
  • Spitzlappiger Frauenmantel (Alchemilla vulgaris)
  • Stengellose Kratzdistel (Cirsium acaule (subsp. acaule))
  • Stiel-Eiche (Quercus robur (subsp. robur))
  • Suesskirsche (Prunus avium)
  • Sumpf-Kratzdistel (Cirsium palustre)
  • Tollkirsche (Atropa bella-donna)
  • Wald-Bingelkraut (Mercurialis perennis)
  • Wald-Erdbeere (Fragaria vesca)
  • Wald-Kiefer (Pinus sylvestris)
  • Wald-Veilchen (Viola reichenbachiana)
  • Wald-Zwenke (Brachypodium sylvaticum (subsp. sylvaticum))
  • Waldmeister (Galium odoratum)
  • Weide-Kammgras (Cynosurus cristatus)
  • Weissklee (Trifolium repens (subsp. repens))
  • Wiesen Knaeuelgras Sa. (Dactylis glomerata agg.)
  • Wiesen-Glockenblume (Campanula patula (subsp. patula))
  • Wiesen-Labkraut Sa. (Galium mollugo agg.)
  • Wiesen-Lieschgras (Phleum pratense)
  • Wiesen-Schafgarbe (Achillea millefolium)
  • Wiesen-Storchschnabel (Geranium pratense)
  • Zwetschge (Prunus domestica)
Tierarten:
Schutzziele: Erhalt von dorfnahem Grünland
Gefährdungen:
  • Beseitigung alter Baeume
  • Beweidung empfindlicher Standorte (LW)
  • Duengung
  • Kahlschlag, unsachgemaesser Holzeinschlag (FW)
  • sonstige Beeintraechtigung, Gefaehrdung (siehe Bemerkung)
  • Trittschaeden
Maßnahmen:
  • Altholz erhalten
  • Beschraenkung der Duengung
  • extensive Beweidung
  • naturnahe Waldbewirtschaftung
  • Obstbaumpflege
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