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Naturschutzgebiete und Nationalpark Eifel in NRW


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Naturschutzgebiet Hausstaette (HSK-412)

Objektbezeichnung:

NSG Hausstaette

Kennung:

HSK-412

Ort: Winterberg
Kreis: Hochsauerlandkreis
Bezirksregierung: Arnsberg
Digitalisierte Fläche: 12,07 ha
Offizielle Fläche: 12,08 ha
Flächenanzahl: 1
Schutzstatus: NSG, bestehend
Verfahrensstand: LP rechtskraeftig
Inkraft seit: 2006
Inkraft: 2008
Außerkraft: 9999
Schutzziel: Schutzzweck:
- Erhaltung und Optimierung eines artenreichen, extensiv genutzten Wiesen-Talschlusses im
zentralen Rothaargebirge mit typischem Arten- und Biotopinventar wie quelligem, sehr
orchideenreichem Feucht- und Nassgrünland, ausgedehnten Quellfluren und naturnahem
Bachlauf;
- Verbesserung der Biotopverbundfunktion des Siepens, das das NSG zum Voßmecketal
entwässert, indem die dort noch stockenden Fichten langfristig durch Laubholz ersetzt werden.
Referenzen FFH- und VS-Gebiete:
Referenzen Schutzwürdige Biotope (BK):
  • BK-4717-0011
Kennung:

BK-4717-0011

Objektbezeichnung:

NSG Hausstaette

Link zur Karte: BK-4717-0011
Objektbeschreibung: Im waldgeprägten Haarfeld zwischen Silbach und Grönebach stellt das Gebiet einen Seitensiefen der Voßmecke - einem Nebenbach der Ruhr - mit ihrem Grünland eingenommenen Talschluss dar. Quellfluren, quellvernässte Brachen, extensiv genutztes Grünland und ein naturnaher kleiner Bachlauf liegen inmitten ausgedehnter junger Buchen- und älterer Fichtenbestände. Die Quellzonen des Siefens liegen teils in einem großflächigeren Buchenwald, teils in einer dem Buchenwald hangabwärts vorgelagerten Grünlandbrache. Die stark quellig vernässte Brache wird von einer artenreichen Binsenwiese eingenommen, die in den Randbereichen in quellig vernässte Weidengebüsche sowie eine mäßig feuchte, blütenreiche Grünlandbrache mit viel Herbstzeitlose übergeht. Die im Buchenwald gelegenen Quellhorizonte sind ebenfalls artenreich ausgebildet und werden von alten Buchen sowie Totholzstämmen geprägt. Der sonstige Buchenwald befindet sich überwiegend im geringen Baumholzalter. Infolge der dicht stehenden Bäume ist eine Krautschicht nur spärlich bis mäßig entwickelt. Die Quellwasserabflüsse werden in einem naturnahen Bach gesammelt, der in einem steinig-schotterigen Bett verläuft und örtlich Hochstauden-, Bachbungen- und Quellfluren aufweist. Unterhalb des querenden Forstweges liegt eine mäßig artenreiche Glatthaferwiese, die in teils breiteren Randbereichen nicht mehr genutzt wird. In der Wiese/Wiesenbrache stehen junge Obstbäume sowie einige ältere Pappeln und Bergahorne. Unterhalb der Wiesen begleiten vorwiegend Fichtenforste den Bach. Eingelagert findet sich eine sehr artenreiche, quellige Nassgrünlandbrache mit Vorkommen zahlreicher gefährdeter Pflanzenarten. Der frühere Orchideenreichtum des Gebietes ist offenbar deutlich zurückgegangen. Das Gebiet ist mit seinem vielfältigen und artenreichen Vegetationsmosaik aus Quellsümpfen, naturnahem Bachlauf und Feuchtgrünland in dieser Ausprägung ein seltener Lebensraum im Rothaargebirge. Nicht zuletzt wegen des Vorkommens zahlreicher gefährdeter Pflanzenarten ist es besonders schutzwürdig. Das Gebiet ist im Bereich oberen Ruhr im Rahmen des landesweiten und des regionalen Biotopverbundsystems von herausragender Bedeutung. Zur Förderung bzw. Wiederherstellung arten- und teils orchideenreicher Wiesen wird die Wiederaufnahme einer regelmäßigen Mahd der Grünlandflächen (teils ein-, teils zweischürig, keine Düngung) angeraten.
Lebensraumtypen:
  • Hainsimsen-Buchenwald (Luzulo-Fagetum) <9110> (6,25 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete Moor- und Bruchwaelder (nicht FFH-LRT) <NAC0> (0,33 ha)
  • Schutzwuerdiges und gefaehrdetes mesophiles Wirtschaftsgruenland incl. Brachen (nicht FFH-LRT) <NE00> (0,46 ha)
  • Schutzwuerdiges und gefaehrdetes Nass- und Feuchtgruenland incl. Brachen (nicht FFH-LRT) <NEC0> (1,11 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete Quellbereiche (nicht FFH-LRT) <NFK0> (0,11 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete Fliessgewaesser (nicht FFH-LRT) <NFM0> (0,22 ha)
Geschützte Biotope (§62):
  • Bruch- und Sumpfwaelder (0,33 ha)
  • Fliessgewaesserbereiche (natuerlich o. naturnah, unverbaut) (0,22 ha)
  • Quellbereiche (0,11 ha)
  • Seggen- und binsenreiche Nasswiesen (0,58 ha)
Biotoptypen:
  • Fichtenwald <AJ0> (2,00 ha)
  • Ahorn-/Lindenwald <AR0> (0,60 ha)
  • Fettwiese <EA0> (0,46 ha)
  • Gruenlandbrache <EE0> (0,50 ha)
  • Brachgefallenes Nass- und Feuchtgruenland <EE3> (0,53 ha)
  • Buchenwald <xAA0> (6,25 ha)
  • Bruchgebuesch <yBB5> (0,33 ha)
  • Brachgefallenes Nass- und Feuchtgruenland <yEE3> (0,58 ha)
  • Sicker-, Sumpfquelle <yFK2> (0,11 ha)
  • Quellbach <yFM4> (0,22 ha)
Rote Liste Arten 2010 NRW:
Planungsrelevante Arten:
Pflanzenarten:
  • Acker-Witwenblume (Knautia arvensis)
  • Asch-Weide (Salix cinerea subsp. cinerea)
  • Bach-Nelkenwurz (Geum rivale)
  • Bachbunge (Veronica beccabunga (subsp. beccabunga))
  • Baeren-Lauch (Allium ursinum (subsp. ursinum))
  • Bitteres Schaumkraut (Cardamine amara)
  • Braune Segge (Carex nigra)
  • Echtes Maedesuess (Filipendula ulmaria (subsp. ulmaria))
  • Echtes Springkraut (Impatiens noli-tangere)
  • Eichenfarn (Gymnocarpium dryopteris)
  • Flutender Schwaden Sa. (Glyceria fluitans agg.)
  • Geflecktes Knabenkraut (Dactylorhiza maculata)
  • Gegenblaettriges Milzkraut (Chrysosplenium oppositifolium)
  • Gelb-Segge (Carex flava)
  • Gemeine Pestwurz (Petasites hybridus (subsp. hybridus))
  • Gemeine Waldsimse (Scirpus sylvaticus)
  • Gemeiner Frauenmantel Sa. (Alchemilla vulgaris agg.)
  • Gewoehnliche Wald-Engelwurz (Angelica sylvestris)
  • Gewoehnlicher Glatthafer (Arrhenatherum elatius (subsp. elatius))
  • Giersch (Aegopodium podagraria)
  • Grosse Brennessel (Urtica dioica)
  • Grosser Wiesenknopf (Sanguisorba officinalis)
  • Hain-Gilbweiderich (Lysimachia nemorum)
  • Herbstzeitlose (Colchicum autumnale)
  • Himbeere (Rubus idaeus)
  • Kleiner Dornfarn (Dryopteris carthusiana)
  • Kohl(-Kratz)distel (Cirsium oleraceum)
  • Kuckucks-Lichtnelke (Lychnis flos-cuculi (subsp. flos-cuculi))
  • Mittleres Hexenkraut (Circaea intermedia (C. alpina x lutetiana))
  • Moor-Labkraut (Galium uliginosum)
  • Ohr-Weide (Salix aurita)
  • Quirl-Weisswurz (Polygonatum verticillatum)
  • Rohr-Glanzgras (Phalaris arundinacea (subsp. arundinacea))
  • Rotbuche (Fagus sylvatica (subsp. sylvatica))
  • Rotschwingel Sa. (Festuca rubra agg.)
  • Rundblaettrige Glockenblume (Campanula rotundifolia)
  • Schmalblaettriges Wollgras (Eriophorum angustifolium)
  • Schnabel-Segge (Carex rostrata (subsp. rostrata))
  • Spitzbluetige Binse (Juncus acutiflorus (subsp. acutiflorus))
  • Stern-Segge (Carex echinata)
  • Sumpf-Baldrian (Valeriana dioica)
  • Sumpf-Dotterblume (Caltha palustris)
  • Sumpf-Hornklee (Lotus pedunculatus)
  • Sumpf-Kratzdistel (Cirsium palustre)
  • Sumpf-Pippau (Crepis paludosa)
  • Sumpf-Veilchen (Viola palustris (subsp. palustris))
  • Sumpf-Vergissmeinnicht (Myosotis scorpioides)
  • Sumpf-Vergissmeinnicht Sa. (Myosotis scorpioides agg.)
  • Teich-Schachtelhalm (Equisetum fluviatile)
  • Wald-Sauerklee (Oxalis acetosella)
  • Weisse Hainsimse (Luzula luzuloides)
  • Weisse Pestwurz (Petasites albus)
  • Wiesen Knaeuelgras (Dactylis glomerata)
  • Wiesen-Kerbel (Anthriscus sylvestris)
  • Wiesen-Knoeterich (Bistorta officinalis (subsp. officinalis))
  • Wiesen-Labkraut (Galium mollugo)
  • Winkel-Segge (Carex remota)
  • Wolliges Honiggras (Holcus lanatus)
  • Zwiebel-Zahnwurz (Cardamine bulbifera)
Tierarten:
Schutzziele: Erhaltung und Optimierung eines artenreichen, extensiv genutzten Wiesen-Talschlusses im zentralen Rothaargebirge mit typischem Arten- und Biotopinventar wie quelligem, artenreichem Feucht- und Nassgrünland, ausgedehnten Quellfluren und naturnahem Bachlauf
Gefährdungen:
  • nicht einheimische Gehoelze (FW)
  • unerwuenschte Sukzession
  • Verbuschung als unerwuenschte Sukzession
Maßnahmen:
  • Altholz erhalten
  • extensive Gruenlandbewirtschaftung, Mahd
  • keine Duengung
  • naturnahe Waldbewirtschaftung
  • Totholz erhalten
  • Umwandlung in bodenstaendigen Gehoelzbestand
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