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Naturschutzgebiete und Nationalpark Eifel in NRW


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Naturschutzgebiet Stockberg (HX-014)

Objektbezeichnung:

NSG Stockberg

Kennung:

HX-014

Ort: Beverungen
Kreis: Hoexter
Bezirksregierung: Detmold
Digitalisierte Fläche: 24,86 ha
Offizielle Fläche: 25,00 ha
Flächenanzahl: 1
Schutzstatus: NSG, bestehend
Verfahrensstand: LP rechtskraeftig
Inkraft seit: 1980
Inkraft: 2006
Außerkraft: 9999
Schutzziel: Die Festsetzung als NSG erfolgt gemaess Paragraph 20 LG NW insbesondere:

- Zur Erhaltung, Foerderung und Wiederherstellung der Lebensgemeinschaften
und Lebensstaetten von seltenen und gefaehrdeten sowie der landschaftsraum-
typischen Tier- und Pflanzenarten innerhalb des Waldkomplexes der Kalktriften
und des Kalkscherbenackers.
Insbesondere sind in ihrer Vergesellschaftung schuetzenswert:

- Waldmeister-Buchenwaelder (Asperulo-Fagetum),
- Perlgras (Platterbsen)-Buchenwaelder (Lathyro-Fagetum),
- Seggen-Buchenwaelder (Carici-Fagetum),
- Waldreben-Schleiergesellschaften (Clematis vitalba-Gesellschaft),
- Stockausschlagwaelder,
- Kalk-Halbtrockenrasen/Kalk-Magerweiden (Mesobromion),
- Liguster-Schlehen-Gebuesche (Berberidion),
- Mittelklee-Saeume (Trifolio medii),
- Glatthafer-Wiesen (Arrhenatherion),
- Felsklippen, Steilhaenge und maessig geneigte Suedhaenge,

- Aus wissenschaftlichen, naturgeschichtlichen und landeskundlichen Gruenden und
wegen der biogeographischen Bedeutung,
- Wegen der Seltenheit, besonderen Eigenart und der hervorragenden Schoenheit
des Gebietes,
- Wegen seiner besonderen Bedeutung im landesweiten Biotopverbund als Verbundzentrum
und als Kerngebiet der Kulturlandschaft im Naturreservat "Triften und Waelder des Oberen
Weserberglandes" und wegen seiner Zugehoerigkeit zum Waldbiotopschutzprogramm
des Landes NW,
- Aufgrund der Einstufung entsprechend der Richtlinie Nr. 92/43 EWG des Rates vom 21.05.1992
zur Erhaltung der natuerlichen Lebensraeume sowie der wild lebenden Tiere und Pflanzen
(FFH-Richtlinie), geaendert durch die Richtlinie 92/62/EG des Rates vom 27.10.1997
sowie der Richtlinie Nr. 79/409/EWG vom 02.04.1979 (Vogelschutzrichtlinie):

- wegen der Bedeutung des FFH-Gebietes "Kalkmagerrasen bei Ottbergen"
(Natura 2000-Nr. DE-4221-302) fuer die Errichtung eines zusammenhaengenden
oekologischen Netzes besonderer Schutzgebiete in Europa,
- zur Erhaltung und Entwicklung von Lebensraeumen und Arten von gemeinschaftlichem
Interesse gemaess der FFH-Richtlinie oder Vogelschutzrichtlinie, insbesondere
zur Erhaltung und Entwicklung bzw. zum Schutz und zur Foerderung

- von typisch ausgebildeten Kalkmagerrasen (6210: Trespen-Schwingel Kalktrockenrasen
als prioritaerer Lebensraum),
- von Wacholderbestaenden auf Zwergstrauchheiden oder Kalktrockenrasen (5130),
- von naturnahen Buchenwaeldern (9150: Orchideen-Kalk-Buchenwald und FFH-Code 9130:
Waldmeister-Buchenwald)
- folgender Arten von gemeinschaftlichem Interesse nach FFH- oder Vogelschutzrichtlinie:

Neuntoeter

Schutzziele des FFH-Gebietes "Kalkmagerrasen bei Ottbergen"

Schutzziele fuer Lebensraumtypen und Arten, die fuer die Meldung des Gebietes ausschlag-
gebend sind

Schutzziele/Massnahmen fuer Trespen-Schwingel Kalktrockenrasen
(6210, Prioritaerer Lebensraum)

Erhaltung und Entwicklung typisch ausgebildeter orchideenreicher, kurzrasiger,
lueckiger bis geschlossener Kalkhalbtrockenrasen im Verbund mit thermophilen
Saeumen und Gebueschen und Magerweiden durch:

- Vermeidung eutrophierender Einfluesse, ggf. Einrichtung von Pufferzonen,
- Beibehaltung/Einfuehrung einer extensiven Beweidung ohne Duengung,
- Vernetzung der isoliert liegenden Teilflaechen moeglichst durch Schafhute,
- ggf. Entfernung der Verbuschung und Untersagung von Aufforstungen,
- Vermeidung von Trittschaeden, ggf. Lenkung von Freizeitaktivitaeten.

Schutzziele fuer Lebensraumtypen und Arten, die darueber hinaus fuer das Netz
Natura 2000 bedeutsam sind und/oder fuer Arten nach Anhang IV der FFH-Richtlinie

Schutzziele/Massnahmen fuer Wacholderbestaende auf Zwergstrauchheiden oder Kalktrockenrasen (5130)

Erhaltung und Entwicklung von Wacholderbestaenden auf Kalkhalbtrockenrasen durch

- extensive Beweidung durch Schafe, zum Verbiss von aufkommenden Gehoelzen nach
Moeglichkeit mit einer Beimischung von Ziegen,
- ggf. partielle Entbuschung,
- Unterlassung von Duengung und Aufforstung,
- Vermeidung von Trittschaeden.

Schutzziele/Massnahmen fuer Orchideen-Kalk-Buchenwald (9150) und Waldmeister-
Buchenwald (9130)

Erhaltung und Entwicklung natuerlicher, basenreicher, meist kraut- und geophytenreicher Orchideen-
Buchenwaelder in ihren verschiedenen Entwicklungsstufen/Altersphasen und in ihrer standoertlichen
typischen Variationsbreite, inklusive ihrer Vorwaelder, Gebuesch- und Staudenfluren durch:

- Foerderung der Naturnaehe durch eine naturnahe Waldbewirtschaftung unter Ausnutzung
der Naturverjuengung aus Arten der natuerlichen Waldgesellschaft und Foerderung von
Nebenbaumarten,
- Entwicklung alters- und sturkurdiverser Bestaende, aus Artenschutzgruenden ggf. auch
aufgelichteter Bestaende mit einem dauerhaften und ausreichenden Anteil von Alt- und Totholz,
insbesondere von Grosshoehlen- und Uraltbaeumen als Lebensraum fuer den Schwarzspecht,
verschiedene Fledermausarten u. a.,
- Erhaltung und Entwicklung von Vorkommen besonders gefaehrdeter Tier- und
Pflanzenarten,
- Vermehrung des Waldmeister- und Orchideen-Buchenwaldes durch den Umbau von mit nicht
bodenstaendigen Gehoelzen bestandenen Flaechen.

Schutzziele/Massnahmen fuer Neuntoeter

Sicherung und Entwicklung von Heckenstrukturen, Gestaltung von Gebuesch- und Heckenstreifen als
naturnahe Waldrandbiotope. Extensive Nutzung und Foerderung des Gruenlandes.

Das langfristige Ziel ist die Entwicklung eines Kalk-Buchenwald-Magerrasen-Wiesen-Weiden-
Hecken-Kalkacker-Komplexes. Auf Kalk-Buchenwaldstandorten wird die Ueberfuehrung der
Nadelwald- und Altersklassenbestaende in naturnahe Laubwaelder mit den fuer die heimischen
Kalk-Buchenwaelder typischen Arten und ein haeufiger Wechsel der verschiedenen Altersstufen
und standoertlichen Variationen angestrebt. Auf den Kalk-Halbtrockenrasen-Standorten wird die
Beweidung aller geeigneten Flaechen durch Wanderschaeferei angestrebt, um durch gezieltes
Management die Strukturvielfalt horizontaler und vertikaler Verteilungsmuster zu optimieren.
Hierbei werden Nadelwaldaufforstungen, insbesondere mit Laerchen auf den bereits begonnenen
Flaechen allmaehlich in Kalktriften rueckgewandelt. Eine extensive Beweidung des Waldes waere
zur Foerderung licht- und waermeliebender Tier- und Pflanzenarten wuenschenswert. Bei der Pflege
und Entwicklung des Gebietes sind die Ausfuehrungen des Pflege- und Entwicklungsplanes zu beachten.
Referenzen FFH- und VS-Gebiete:
Referenzen Schutzwürdige Biotope (BK):
  • BK-4221-906
Kennung:

BK-4221-906

Objektbezeichnung:

NSG Stockberg

Link zur Karte: BK-4221-906
Objektbeschreibung: Der sued- und westexponierte Hang und Kuppenbereich des Muschelkalkberges Stockberg nordoestlich von Ottbergen, ist gekennzeichnet durch verschiedene Vegetationstypen. Auf den flachgruendigsten, meist steilen Haengen mit feinerdearmen Rendzina-Boeden steht Enzian-Zwenken-Rasen, anthropo-zoogen entstanden durch extensive Schafweide. Verflachen die Haenge, so dass Verwitterungsboden liegenbleibt, stellt sich Wald ein, der als potentieller Orchideen-Buchenwald jedoch weitgehend durch Kiefern- und Fichtenanpflanzungen ersetzt worden ist. Zwischen Enzian-Zwenken-Rasen und Wald vermittelt ein gut ausgebildetes Schlehen-Liguster-Gebuesch. Suedl. an das Gebiet grenzen Ackerflaechen, die an der Grenze waermeliebende Ackerwildkraeuter aufweisen sowie Gruenlandflaechen. Auf dem Westhang finden sich noch die Reste des Kalkbuchenwaldes des Elymo-Fagetum.
Lebensraumtypen:
Geschützte Biotope (§62):
Biotoptypen:
  • Fichtenwald <AJ0> (6,15 ha)
  • Kiefernwald <AK0> (1,72 ha)
  • Gebuesch, Strauchgruppe <BB0> (1,72 ha)
  • ohne Zuordnung <OZ> (NaN ha)
  • Buchenwald <xAA0> (5,17 ha)
  • Orchideen-Buchenwald <zAA5> (7,39 ha)
  • Enzian-Schillergrasrasen <zDD1> (1,23 ha)
  • Wacholder-Kalkhalbtrockenrasen <zDD3> (1,23 ha)
Rote Liste Arten 2010 NRW:
Planungsrelevante Arten:
Pflanzenarten:
  • Arznei-Thymian (Thymus pulegioides)
  • Aufrechte Trespe (Bromus erectus (subsp. erectus))
  • Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus)
  • Bienen-Ragwurz (Ophrys apifera)
  • Bitteres Kreuzbluemchen Sa. (Polygala amara agg.)
  • Blaugruene Segge (Carex flacca (subsp. flacca))
  • Braunrote Stendelwurz (Epipactis atrorubens)
  • Busch-Windroeschen (Anemone nemorosa)
  • Deutscher Enzian (Gentianella germanica)
  • Dornige Hauhechel (Ononis spinosa (subsp. spinosa))
  • Dreizaehniges Knabenkraut (Orchis tridentata)
  • Echter Kreuzdorn (Rhamnus cathartica)
  • Echtes Labkraut (Galium verum (subsp. verum))
  • Efeu (Hedera helix (subsp. helix))
  • Einbluetiges Perlgras (Melica uniflora)
  • Einjaehriger Ziest (Stachys annua)
  • Feld-Ahorn (Acer campestre)
  • Fichte (Picea abies)
  • Fieder-Zwenke (Brachypodium pinnatum)
  • Fliegen-Ragwurz (Ophrys insectifera)
  • Fransen-Enzian (Gentianopsis ciliata (subsp. ciliata))
  • Frauenfarn (Athyrium filix-femina)
  • Fruehlings-Fingerkraut (Potentilla neumanniana)
  • Fuchs' Greiskraut (Senecio ovatus)
  • Gemeiner Dost (Origanum vulgare)
  • Gemeiner Wundklee (Anthyllis vulneraria)
  • Gemeines Katzenpfoetchen (Antennaria dioica)
  • Gemeines Kreuzbluemchen (Polygala vulgaris)
  • Gemeines Zittergras (Briza media (subsp. media))
  • Gewoehnliche Goldnessel (Galeobdolon luteum)
  • Gewoehnlicher Hornklee (Lotus corniculatus)
  • Gewoehnlicher Wurmfarn (Dryopteris filix-mas)
  • Golddistel (Carlina vulgaris (subsp. vulgaris))
  • Grosse Haendelwurz (Gymnadenia conopsea)
  • Hainbuche (Carpinus betulus)
  • Helm-Knabenkraut (Orchis militaris)
  • Himbeere (Rubus idaeus)
  • Kleinbluetiges Springkraut (Impatiens parviflora)
  • Kleine Bibernelle (Pimpinella saxifraga)
  • Kreuz-Enzian (Gentiana cruciata (subsp. cruciata))
  • Liguster (Ligustrum vulgare)
  • Maigloeckchen (Convallaria majalis)
  • Milder Mauerpfeffer (Sedum sexangulare)
  • Muellers Stendelwurz (Epipactis muelleri)
  • Purpur-Knabenkraut (Orchis purpurea)
  • Rauher Loewenzahn (Leontodon hispidus)
  • Rotbuche (Fagus sylvatica (subsp. sylvatica))
  • Scharfer Mauerpfeffer (Sedum acre)
  • Schlehe (Prunus spinosa agg.)
  • Schmalblaettrige Acker-Hohlzahn (Galeopsis angustifolia)
  • Schopf-Kreuzbluemchen (Polygala comosa)
  • Seidelbast (Daphne mezereum)
  • Skabiosen-Flockenblume (Centaurea scabiosa)
  • Stattliches Knabenkraut (Orchis mascula)
  • Steinquendel (Acinos arvensis)
  • Stengellose Kratzdistel (Cirsium acaule (subsp. acaule))
  • Tauben-Skabiose (Scabiosa columbaria)
  • Trauben-Eiche (Quercus petraea (subsp. petraea))
  • Trauben-Gamander (Teucrium botrys)
  • Wacholder (Juniperus communis)
  • Wald-Gerste (Hordelymus europaeus)
  • Wald-Kiefer (Pinus sylvestris)
  • Wald-Sauerklee (Oxalis acetosella)
  • Wald-Segge (Carex sylvatica (subsp. sylvatica))
  • Waldmeister (Galium odoratum)
  • Zwerg-Sonnenroeschen (Fumana procumbens)
Tierarten:
  • Acronicta strigosa (Acronicta strigosa)
  • Blindschleiche (Anguis fragilis)
  • Braunkehlchen (Saxicola rubetra)
  • Ehrenpreis-Scheckenfalter (Melitaea aurelia)
  • Esparsetten-Widderchen (Zygaena carniolica)
  • Grosser Perlmutterfalter (Argynnis aglaja)
  • Kommafalter (Hesperia comma)
  • Luperina nickerlii (Luperina nickerlii)
  • Malven-Wuerfelfalter (Pyrgus malvae)
  • Neuntoeter (Lanius collurio)
  • Rebels Enzian-Blaeuling (Maculinea rebeli)
  • Thymian-Widderchen (Zygaena purpuralis)
  • Wendehals (Jynx torquilla)
  • Zwergblaeuling (Cupido minimus)
Schutzziele: Erhaltung seltener oder in ihrer Verbreitung ruecklaeufiger
Biotoptypen / Erhalt-, Pflege und Entwicklung der Biozoenose
"Kalkmagerrasen" als Bestandteil der Kulturlandschaft /
Erhalt von Trockenwaeldern als Lebensraum gefaehrdeter Tier- und
Pflanzengemeinschaften
Gefährdungen:
  • Aufforstung
  • Freizeitaktivitaeten
  • Gruenlandbewirtschaftung, Beweidung zu intensiv (LW)
  • nicht bodenstaendige Gehoelze (FW)
  • Verbuschung als unerwuenschte Sukzession
Maßnahmen:
  • Beschraenkung der Freizeitaktivitaeten
  • Beseitigung von Gehoelzen
  • extensive Gruenlandbewirtschaftung, Beweidung
  • keine Duengung
  • Vegetationskontrolle
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