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Naturschutzgebiete und Nationalpark Eifel in NRW


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Naturschutzgebiet Hannoversche Klippen (HX-023)

Objektbezeichnung:

NSG Hannoversche Klippen

Kennung:

HX-023

Ort: Beverungen
Kreis: Hoexter
Bezirksregierung: Detmold
Digitalisierte Fläche: 26,97 ha
Offizielle Fläche: 27,00 ha
Flächenanzahl: 1
Schutzstatus: NSG, bestehend
Verfahrensstand: LP rechtskraeftig
Inkraft seit: 1984
Inkraft: 2006
Außerkraft: 9999
Schutzziel: Die Festsetzung als NSG erfolgt gemaess Paragraph 20 LG insbesondere

- Zur Erhaltung, Foerderung und Wiederherstellung der Lebensgemeinschaften und
Lebensstaetten von seltenen und gefaehrdeten sowie der landschaftsraumtypischen
Tier- und Pflanzenarten innerhalb dieses Buchenwald-Komplexes mit natuerlichen
Buntsandsteinklippen, insbesondere sind in ihrer Vergesellschaftung schuetzenswert:

- Waldmeister-Buchenwaelder (Asperulo-Fagetum), Hainsimsen-Buchenwaelder
(Luzulo-Fagetum) und Fels-Pioniervegetation (Sedo-Sclerantetalia),

- Aus wissenschaftlichen, naturgeschichtlichen, landeskundlichen und erdgeschichtlichen Gruenden,
- Wegen der Seltenheit, besonderen Eigenart und hervorragenden Schoenheit des Gebietes,
- Wegen der besonderen Bedeutung als Verbundzentrum innerhalb des landesweiten Biotopverbundes
und als Kerngebiet innerhalb des naturraeumlichen Biotopverbundes und innerhalb der wertvollen
Kulturlandschaft "Triften und Waelder des Oberen Weserberglandes",
- Aufgrund der Einstufung entsprechend der Richtlinie Nr. 92/43 EWG des Rates vom 21.05.1992 zur
Erhaltung der natuerlichen Lebensraeume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen (FFH-Richtlinie),
geaendert durch die Richtlinie 92/62/EG des Rates vom 27.10.1997 sowie der Richtlinie Nr. 79/409/EWG
vom 02.04.1979 (Vogelschutzrichtlinie),
- Wegen der Bedeutung des Gebietes als FFH-Gebiet "Hannoversche Klippen" (NATURA 2000-Nr.
DE-4322-303) fuer die Errichtung eines zusammenhaengenden oekologischen Netzes besonderer
Schutzgebiete in Europa,
- Zur Erhaltung und Entwicklung von Lebensraeumen und Arten von gemeinschaftlichem Interesse
gemaess der FFH-Richtlinie oder Vogelschutzrichtlinie, insbesondere zur Erhaltung Entwicklung bzw.
zum Schutz und zur Foerderung von

- Silikatfelsen mit ihrer Pioniervegetation (Sedo-Scleranthion, Sedo albi-Veronicion dillenii, FFH-Code 8230),
- Hainsimsen-Buchenwaeldern (Luzulo-Fagetum, FFH-Code 9110),
- Waldmeister-Buchenwaeldern (Asperulo-Fagetum, FFH-Code 9130),
- folgender Arten von gemeinschaftlichem Interesse nach FFH- Richtlinie:
- Hirschkaefer (Lucanus cervus).

Neben dem Erhalt der Laubwaldgesellschaften sowie der landschaftspraegenden Buntsandsteinklippen
ist das langfristige Ziel die Entwicklung eines Laubwaldgebietes mit den fuer die heimischen Laubwald-
gesellschaften typischen Arten sowie die Ueberfuehrung der Nadelwaldflaechen in naturnahe
Laubwaelder mit einem haeufigen Wechsel ihrer standoertlichen Variationen. Insbesondere in den
zahlreichen Steilhanglagen ist eine natuerliche Sukzession zuzulassen. Der Anteil an Alt- und Totholz ist zu
erhalten und zu foerdern.
Referenzen FFH- und VS-Gebiete:
Referenzen Schutzwürdige Biotope (BK):
  • BK-4322-904
  • BK-4322-907
Kennung:

BK-4322-904

Objektbezeichnung:

NSG Hannoversche Klippen

Link zur Karte: BK-4322-904
Objektbeschreibung: Die Hannoverschen Klippen bestehen aus mehreren 20-30 Meter hohen Buntsandsteinköpfen, die südexponiert die Buchenwälder des Weserhanges von Bad Karlshafen überragen. Bei den Buchen-Eichenwäldern handelt es sich um ausgesprochen Alt- und Totholzreiche Bestände. An Hangfüßen sowie in den Rinnenlagen sind sie dem Galio odorati-Fagetum zuzuordnen. In enger Verzahnung finden sich in Bereichen von Felsen bodensauere Buchenwaldbereiche. Obwohl die Vegetation der Felsköpfe arealbedingt nicht sehr artenreich ist, handelt es sich um einen für den Naturraum sehr bedeutsamen Lebensraum. Die südexponierten Sandsteinklippen stellen aufgrund ihrer Lage am Zufluss der Diemel in die Weser einen wichtigen Trittstein für die auf diesen Extremstandort spezialisierte Flora und Fauna dar. Der Buchenwald des die Klippenköpfe umgebenden steilen Hangbereiches wird anscheinend seit vielen Jahrzehnten nicht mehr genutzt und weist einen sehr hohen überregional bedeutsamen Bestand an sehr alten und z.T. toten Buchen und Eichen mit extremen Stammumfang auf. Im W befindet sich ein stillgelegter Steinbruch. Auf dem Schotter hat aber bereits wieder die erste Besiedlung stattgefunden. Der oestliche Teil des Gebiets ist mit Eichen und Hainbuchen auf Hangschutt, z.T. niederwaldartig, bestanden. Im W befinden sich Robinienaufforstungen.
Kennung:

BK-4322-907

Objektbezeichnung:

NSG Hannoversche Klippen (siehe unter Bemerkungen)

Link zur Karte: BK-4322-907
Objektbeschreibung: 10-20 m hohe Buntsandsteinklippen der Oberwesertalung, teils kahl, teils bewachsen (Niederwaldcharakter). Im W sowie im O (bereits Niedersachsen) befinden sich zwei stillgelegte Steinbrueche. Der Steinbruch im W wird erst seit kurzer Zeit nicht mehr abgebaut, denn zur Zeit der Aufnahme (1989) waren noch diverse Geraetschaften vorhanden. Auf dem Schotter hat aber bereits wieder die erste Besiedlung stattgefunden. Der oestliche Teil des Gebiets ist mit Buchen und Eichen bestanden. Im W befinden sich Fichtenaufforstungen unterschiedlichen Alters. Die Felsen selbst sind mit zahlreichen Flechten sowie Pilzarten bewachsen. Auch Moose kommen vor. Eine typische Felsflora fehlt jedoch.
Lebensraumtypen:
Geschützte Biotope (§62):
Biotoptypen:
  • Eichen-Buchenmischwald <AA1> (2,86 ha)
  • Pappelmischwald <AF1> (1,91 ha)
  • Robinienmischwald <AN1> (3,57 ha)
  • Eichen-Hainbuchenmischwald <AQ1> (5,24 ha)
  • Feldgehoelz <BA0> (0,20 ha)
  • Steinbruch <GC0> (0,10 ha)
  • Silikatsteinbruch <GC2> (1,19 ha)
  • ohne Zuordnung <OZ> (NaN ha)
  • Eichen-Buchenmischwald <xAA1> (8,34 ha)
  • Fels, Felswand, -klippe <yGA0> (0,20 ha)
  • natuerlicher Silikatfels <yGA2> (0,24 ha)
  • natuerlicher Silikatfels <zGA2> (0,48 ha)
Rote Liste Arten 2010 NRW:
Planungsrelevante Arten:
Pflanzenarten:
  • Acker-Filzkraut (Filago arvensis)
  • Besenginster (Cytisus scoparius)
  • Besenheide (Calluna vulgaris)
  • Dornfarn Sa. (Dryopteris carthusiana agg.)
  • Efeu (Hedera helix (subsp. helix))
  • Einbluetiges Perlgras (Melica uniflora)
  • Eingriffliger Weissdorn (Crataegus monogyna)
  • Esche (Fraxinus excelsior (subsp. excelsior))
  • Europaeische Laerche (Larix decidua (subsp. decidua))
  • Feld-Klee (Trifolium campestre)
  • Fichte (Picea abies)
  • Fruehlings-Hungerbluemchen (Erophila verna subsp. verna)
  • Gemeiner Tuepfelfarn (Polypodium vulgare)
  • Gewoehnliche Eberesche (Sorbus aucuparia)
  • Gewoehnliche Goldnessel (Galeobdolon luteum)
  • Gewoehnlicher Wurmfarn (Dryopteris filix-mas)
  • Graue Zackenmuetze (Racomitrium canescens)
  • Hain-Rispengras (Poa nemoralis)
  • Hainbuche (Carpinus betulus)
  • Hasen-Klee (Trifolium arvense (subsp. arvense))
  • Hunds-Rose (Rosa canina)
  • Kanadische Goldrute (Solidago canadensis)
  • Kleiner Sauerampfer (Rumex acetosella)
  • Nickendes Leimkraut (Silene nutans (subsp. nutans))
  • Platthalm-Rispengras (Poa compressa)
  • Purpur-Fetthenne (Hylotelephium telephium)
  • Purpur-Fetthenne Sa. (Sedum telephium agg.)
  • Robinie (Robinia pseudoacacia)
  • Rose unbestimmt (Rosa spec.)
  • Rotbuche (Fagus sylvatica (subsp. sylvatica))
  • Salbei-Gamander (Teucrium scorodonia)
  • Sand-Birke (Betula pendula)
  • Schafschwingel Sa. (Festuca ovina agg.)
  • Schwarzer Holunder (Sambucus nigra)
  • Schwarzstieliger Streifenfarn (Asplenium adiantum-nigrum (subsp. adiantum-nigrum))
  • Stiel-Eiche (Quercus robur (subsp. robur))
  • Trauben-Eiche (Quercus petraea (subsp. petraea))
  • Wald-Bingelkraut (Mercurialis perennis)
  • Wald-Ehrenpreis (Veronica officinalis)
  • Wald-Habichtskraut (Hieracium murorum)
  • Wald-Labkraut (Galium sylvaticum)
  • Wald-Segge (Carex sylvatica (subsp. sylvatica))
  • Wald-Vergissmeinnicht (Myosotis sylvatica (subsp. sylvatica))
  • Waldmeister (Galium odoratum)
  • Zitter-Pappel (Populus tremula)
  • Zweigriffliger Weissdorn (Crataegus laevigata)
Tierarten:
  • Ackerhummel (Bombus pascuorum)
  • Eupithecia inturbata (Eupithecia inturbata)
  • Gemeiner Grashuepfer (Chorthippus parallelus)
  • Gewoehnliche Strauchschrecke (Pholidoptera griseoaptera)
  • Hirschkaefer (Lucanus cervus)
  • Honigbiene (Apis mellifera)
  • Nachtigall-Grashuepfer (Chorthippus biguttulus)
  • Ringelnatter (Natrix natrix)
  • Schlingnatter (Coronella austriaca)
  • Vespula rufa (Vespula rufa)
  • Zauneidechse (Lacerta agilis)
Schutzziele: Schutz und natürliche Entwicklung der naturnahen Waldbereiche. Umwandlung von naturfernen Beständen in strukturreiche bodenständige Wälder. Reduzierung des dichten Wegenetzes, insbesondere Einschränkung der Betretung der Felsköpfe.Erhaltung der Klippen und Steinbrueche als geowissenschaftliche
Objekte
Gefährdungen:
  • Abbau Gesteine
  • Freizeitaktivitaeten
  • intensive Forstwirtschaft (FW)
  • nicht bodenstaendige Gehoelze (FW)
  • Wegebau
Maßnahmen:
  • Altholz erhalten
  • Beschraenkung der Freizeitaktivitaeten
  • Beseitigung von Gehoelzen
  • Betretungsverbot
  • der Sukzession ueberlassen
  • Erhaltung von Steilwaenden
  • NSG-Erweiterung / vertragliche Regelung
  • weiterhin keine Bewirtschaftung
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