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Naturschutzgebiete und Nationalpark Eifel in NRW


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Naturschutzgebiet Uedemer Hochwald (KLE-020)

Objektbezeichnung:

NSG Uedemer Hochwald

Kennung:

KLE-020

Ort: Uedem
Kreis: Kleve
Bezirksregierung: Düsseldorf
Digitalisierte Fläche: 424,58 ha
Offizielle Fläche: 421,00 ha
Flächenanzahl: 1
Schutzstatus: NSG, bestehend
Verfahrensstand: LP rechtskraeftig
Inkraft seit: 2004
Inkraft: 2010
Außerkraft: 9999
Schutzziel: 2) Die Festsetzung erfolgt insbesondere

a) zur Erhaltung und aufwertenden Entwicklung des oestlichen Teilbereiches des geschlossenen
Waldgebietes "Hochwald-Tueschenwald" mit bodensauren Buchenrein- und Buchen-Eichen-
mischbestaenden. Vorranging ist die Foerderung der strukturellen Vielfalt durch Ueber-
fuehrung der Altersklassenbestaende in naturnahe Laubwaelder mit einem Mosaik der ver-
schiedenen Altersstufen und standoertlichen Variationen, der verschiedenen Wuchsklassen
einschliesslich der Alt- und Totholzphase und der langfristige Umbau der Nadelbaumbestaen-
de in Laubbaumbestaende.
Die 44 ha Waldflaeche der Naturwaldzellen Hochwald I und II werden seit ihrer Ausweisung 1971
bzw. 1994 nicht mehr bewirtschaftet, um die ungestoerte Entwicklung des Bodens, der wildlebenden
Pflanzen und Tiere sowie die natuerliche Regeneration des Waldes zu gewaehrleisten.

b) aus wissenschaftlichen, naturgeschichtlichen und landeskundlichen Gruenden und wegen der
biogeografischen Bedeutung eines auf dem Stauchendmoraenen-Wall der Niederrheinischen
Hoehen stockenden Waldkomplexes,

c) als wertvolles Refugium im Rahmen der landesweiten Biotopvernetzung als Verbundachse Reichs-
wald-Hochwald-Hees-Boenninghardt,

d) zum Schutz der dort wildlebenden Pflanzen und Tiere, insbesondere der in ihrem Bestand gefaehr-
deten oder vom Aussterben bedrohten Arten,

e) wegen der besonderen, landschaftspraegenden Eigenart sowie Seltenheit dieser Landschafts-
elemente in der Region.

3) Die Festsetzung erfolgt des Weiteren

a) zur Bewahrung und Wiederherstellung eines guenstigen Erhaltungszustandes der natuerlichen
Lebensraeume von gemeinschaftlichem Interesse gem. Art. 4 Abs. 4 i. V. m. Art 2 Abs. 2 der
Richtlinie 92/43/EWG des Rates zur Erhaltung der natuerlichen Lebensraeume sowie der wild-
lebenden Tiere und Pflanzen (FFH-Richtlinie) vom 21.05.1992 (Abl. EG. Nr. L 305 S. 42).
Hierbei handelt es sich um die folgenden natuerlichen Lebensraeume von gemeinschaftlichem
Interesse gem. Anhang I der FFH-Richtlinie:

- Hainsimsen-Buchenwald (NATURA 2000 - Code: 9110)
- Alte bodensaure Eicheneaelder auf Sandebenen (NATURA 2000 - Code: 9190),

sowie Arten von gemeinschaftlichem Interesse nach der FFH-Richtlinie oder Vogelschutzricht-
linie

- Schwarzspecht (Dryocopus martius).
Referenzen FFH- und VS-Gebiete:
Referenzen Schutzwürdige Biotope (BK):
  • BK-4304-0006
  • BK-4304-0007
  • BK-4304-062
Kennung:

BK-4304-0006

Objektbezeichnung:

NSG Uedemer Hochwald

Link zur Karte: BK-4304-0006
Objektbeschreibung: Auf dem Stauchendmoränen-Wall der Niederrheinischen Höhen bei Xanten gelegen, stellt das Gebiet den südlichen Teil des geschlossenen Waldgebietes "Hochwald" dar. Bodensaure Buchen- und Eichenwälder unterschiedlicher Ausprägung und verschiedenen Alters (Periclymeno-Fagetum) sind für das Gebiet charakteristisch. In einzelnen Bereichen im Osten des Gebietes stocken darüber hinaus trockene Birken-Steileichenwälder (Betulo-Quercetum). Ein Teil des Gebietes ist mit Lärchen-Beständen bestockt, daneben finden sich Kiefern- und Fichtenparzellen, seltener Roteichen- und Bergahornbestände. Altholzreiche Eichen- und Buchenwälder finden sich vor allem im mittleren bis östlichen Teil des Gebietes. Die bis 150-jährigen Wälder sind wahrscheinlich aus Stockausschlag hervorgegangen. Der Bestandsaufbau ist oft relativ einheitlich (Althölzer) und ästhetisch sehr ansprechend. Die Ausbildung der Krautschicht ist weitgehend vom Beschattungsgrad abhängig und schwankt dem entsprechend zwischen geringem und hohem Deckungsgrad. Vielerorts dominiert der Adlerfarn, der häufig größere Flächen einnimmt. In ausgesprochenen Hallenwaldbereichen fehlt die Kraut- und Strauchschicht (ausgenommen die Stechpalme) fast völlig. Stehendes und liegendes Totholz ist vor allem in der Naturwaldzelle im stärkerem Umfang vorhanden. An die Altholzbestände grenzen zumeist Laubwälder im jüngeren bis mittleren Baumholzalter, Mischwald und Nadelholzforste an. Während im Innern des Hochwaldes die Morphologie durch fast ebene bis flachwellige Hang- und Kuppenlagen bestimmt wird, fällt der Höhenzug am Ostrand relativ steil zur Niederterrasse ab, wobei das Gelände durch Hangmulden und Trockentälchen stark gegliedert wird. Für die weitere Umgebung sind die überwiegend naturnah entwickelten bodensauren Eichen- und Buchen-Mischwälder des Hochwaldes auf Grund ihrer Flächengröße und ihres z.T. sehr guten Erhaltungszustandes von besonderem Wert. Vor allem auf Grund der hervorragenden Entwicklung und flächenmäßigen Ausdehnung der Eichen-Buchen-Mischwälder ist das Gebiet von landesweiter Bedeutung. Im Rahmen der landesweiten Biotopvernetzung von Waldgebieten stellt das Gebiet einen Ausgangspunkt für die Wiederbesiedlung der linksrheinischen Mittelterrasse nord- bis südwestlich von Xanten entlang der Verbundachse Nederijksche Wald bei Nijmegen-Reichswald-Hochwald-Hees-Bönninhardt dar. In den bodensauren Buchen- und Eichen-Mischwäldern hat die Erhaltung bzw. Förderung der strukturellen Vielfalt durch naturnahen Waldbau bzw. weiterhin zu unterbleibende forstliche Bewirtschaftung (Naturwaldzelle) absoluten Vorrang. Die Entwicklungsmaßnahmen sollten sich auf den mittel- und langfristigen Umbau der Nadelholz- und Roteichenforste in standortgemäße Waldgesellschaften konzentrieren.
Kennung:

BK-4304-0007

Objektbezeichnung:

NSG Uedemer Hochwald (Südostteil am Dailschenhof außerhalb des FFH-Gebietes)

Link zur Karte: BK-4304-0007
Objektbeschreibung: Das gut 5 Hektar große Gebiet umfasst den südöstlichsten Ausläufer des großen, geschlossenen Waldgebietes "Hochwald" auf dem Stauchendmoränen-Wall der Niederrheinischen Höhen bei Xanten. Die angrenzenden Waldbereiche sind zusätzlich als FFH-Gebiet gesichert. Die Waldfläche am Dailschenhof wird teils von älterem, lichtem Kiefernforst mit aufwachsenden Laubgehölzen, teils von Laubwäldern mit vorherrschender Buche, Birke bzw. Bergahorn eingenommen. Vor allem der den südlichen Waldrand bildende Buchen-Mischbestand ist von hoher Bedeutung, da hier zahlreiche Altbäume und vielfach Relikte der ehemaligen Niederwaldwirtschaft anzutreffen sind. Dieser Bestand ist auch ästhetisch sehr ansprechend. Die Krautschicht ist recht artenarm, in der Strauchschicht finden sich vereinzelt Holunder und Stechpalme. Zusammen mit den angrenzenden Laubwäldern ist das Gebiet für die weitere Umgebung auf Grund der Flächengröße der naturnahen Laubwälder und des z.T. sehr guten Erhaltungszustandes von besonderem Wert. Der Hochwald stellt mit weiteren Waldgebieten auf der linksrheinischen Mittelterrasse nord- bis südwestlich von Xanten (Nederijksche Wald bei Nijmegen- Reichswald-Hochwald-Hees-Bönninhardt) eine herausragende Verbundachse dar. In den bodensauren Laubmischwäldern hat die Erhaltung bzw. Förderung der strukturellen Vielfalt durch naturnahen Waldbau Vorrang. Im betrachteten Gebiet sollten sich die Entwicklungsmaßnahmen auf den mittelfristigen Umbau der Kiefern-, Robinien- und Bergahorn-Forste in standortgemäße Waldgesellschaften konzentrieren.
Lebensraumtypen:
  • Hainsimsen-Buchenwald (Luzulo-Fagetum) <9110> (208,61 ha)
  • Alte bodensaure Eichenwaelder auf Sandebenen mit Quercus robur <9190> (44,04 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete Laubwaelder ausserhalb von Sonderstandorten (nicht FFH-LRT) <NA00> (11,79 ha)
Geschützte Biotope (§62):
Biotoptypen:
  • Nadelbaum-Buchenmischwald <AA4> (24,75 ha)
  • Eichenwald <AB0> (9,40 ha)
  • Nadelbaum-Eichenmischwald <AB5> (1,12 ha)
  • Birkenwald <AD0> (1,27 ha)
  • Pappelwald <AF0> (1,90 ha)
  • Fichtenwald <AJ0> (24,75 ha)
  • Kiefernwald <AK0> (13,10 ha)
  • Kiefernmischwald mit einheimischen Laubbaumarten <AK1> (21,60 ha)
  • Robinienwald <AN0> (0,06 ha)
  • Roteichenwald <AO0> (8,60 ha)
  • Ahorn-/Lindenwald <AR0> (2,25 ha)
  • Ahornmischwald <AR1> (0,62 ha)
  • Laerchenwald <AS0> (16,10 ha)
  • Laerchenmischwald <AS1> (39,70 ha)
  • Schlagflur <AT0> (1,15 ha)
  • Aufforstung <AU0> (5,10 ha)
  • Fettwiese <EA0> (1,44 ha)
  • Brachgefallene Fettwiese <EE1> (0,13 ha)
  • Wildacker <HA2> (0,28 ha)
  • Buchenwald <xAA0> (104,67 ha)
  • Eichen-Buchenmischwald <xAA1> (77,40 ha)
  • Nadelbaum-Buchenmischwald <xAA4> (26,53 ha)
  • Buchen-Eichenmischwald <xAB1> (37,49 ha)
  • Birken-Eichenmischwald <xAB2> (6,55 ha)
Rote Liste Arten 2010 NRW:
Planungsrelevante Arten:
Pflanzenarten:
  • Acker-Kratzdistel (Cirsium arvense)
  • Adlerfarn (Pteridium aquilinum (subsp. aquilinum))
  • Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus)
  • Besenheide (Calluna vulgaris)
  • Breitblaettrige Stendelwurz (Epipactis helleborine)
  • Brombeere Sa. (Rubus sectio Rubus)
  • Draht-Schmiele (Deschampsia flexuosa)
  • Efeu (Hedera helix (subsp. helix))
  • Einseitwendiges Kleingabelzahnmoos (Dicranella heteromalla)
  • Esskastanie (Castanea sativa)
  • Europaeische Laerche (Larix decidua (subsp. decidua))
  • Faulbaum (Frangula alnus (subsp. alnus))
  • Fichte (Picea abies)
  • Gemeines Weissmoos (Leucobryum glaucum)
  • Gewoehnliche Eberesche (Sorbus aucuparia)
  • Grosse Brennessel (Urtica dioica)
  • Hainbuche (Carpinus betulus)
  • Kleinbluetiges Springkraut (Impatiens parviflora)
  • Kleiner Dornfarn (Dryopteris carthusiana)
  • Kriechender Hahnenfuss (Ranunculus repens)
  • Laerche unbestimmt (Larix spec.)
  • Linde (unbestimmt) (Tilia spec.)
  • Mispel (Mespilus germanica)
  • Pappel unbestimmt (Populus spec.)
  • Pfeifengras (Molinia caerulea)
  • Pillen-Segge (Carex pilulifera (subsp. pilulifera))
  • Rasen-Schmiele (Deschampsia cespitosa)
  • Robinie (Robinia pseudoacacia)
  • Rot-Eiche (Quercus rubra)
  • Rotbuche (Fagus sylvatica (subsp. sylvatica))
  • Roter Fingerhut (Digitalis purpurea (subsp. purpurea))
  • Salbei-Gamander (Teucrium scorodonia)
  • Sand-Birke (Betula pendula)
  • Schwanenhals-Sternmoos (Mnium hornum)
  • Schwarzer Holunder (Sambucus nigra)
  • Spaetbluehende Traubenkirsche (Prunus serotina)
  • Stechpalme (Ilex aquifolium)
  • Stiel-Eiche (Quercus robur (subsp. robur))
  • Stumpfblaettriger Ampfer (Rumex obtusifolius)
  • Suesskirsche (Prunus avium)
  • Trauben-Eiche (Quercus petraea (subsp. petraea))
  • Trauben-Holunder (Sambucus racemosa)
  • Wald-Kiefer (Pinus sylvestris)
  • Wald-Sauerklee (Oxalis acetosella)
  • Weissklee (Trifolium repens (subsp. repens))
  • Wiesen Knaeuelgras (Dactylis glomerata)
  • Wiesen-Klee (Trifolium pratense)
  • Zittergras-Segge (Carex brizoides)
Tierarten:
Schutzziele: Erhalt und Optimierung von naturnahen, alt- und totholzreichen Laubwaldflächen, insbesondere von bodensaurem Eichen-Buchenwald, als Relikte der natürlichen Waldgesellschaften der Stauchendmoränen der Niederrheinischen Höhen und als Lebensraum vieler, z.T. gefährdeter Pflanzen- und Tierarten, wie z.B. Dachs, Waldschnepfe, Habicht und SchwarzspechtErhalt und Optimierung von naturnahen, alt- und totholzreichen Laubwäldern, insbesondere von bodensaurem Eichen-Buchenwald mit Niederwaldresten, u.a. als Relikte der natürlichen Waldgesellschaften der Stauchendmoränen der Niederrheinischen Höhen
Gefährdungen:
  • Beseitigung alter Baeume
  • Erosionsschaeden
  • Jagdliche Einrichtung (JA)
  • Kahlschlag, unsachgemaesser Holzeinschlag (FW)
  • nicht bodenstaendige Gehoelze (FW)
  • nicht einheimische Gehoelze (FW)
Maßnahmen:
  • Altholz erhalten
  • dynamisches Altholzkonzept
  • Erhaltung der Laubholzbestockung
  • kein Kahlschlag
  • naturnahe Waldbewirtschaftung
  • Totholz erhalten
  • Umwandlung in bodenstaendigen Gehoelzbestand
  • weiterhin keine Bewirtschaftung
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