Titel:

Naturschutzgebiete und Nationalpark Eifel in NRW


Logo:

Naturschutzgebiete und Nationalpark Eifel in NRW


Suche:


Schriftmenü:

Schriftgrösse: ||

Inhalt:

Naturschutzgebiet Schwedenschanze (LIP-062)

Objektbezeichnung:

NSG Schwedenschanze

Kennung:

LIP-062

Ort: Schlangen
Kreis: Lippe
Bezirksregierung: Detmold
Digitalisierte Fläche: 0,81 ha
Offizielle Fläche: 1,50 ha
Flächenanzahl: 1
Schutzstatus: NSG, bestehend
Verfahrensstand: LP rechtskraeftig
Inkraft seit: 2004
Inkraft: 2004
Außerkraft: 9999
Schutzziel: Die Festsetzung als NSG erfolgt gemaess Paragraph 20 LG
insbesondere

- Zur Sicherung landeskundlich, natur- und erdgeschichtlich bedeutsamer Bereiche,
- Zur Erhaltung kulturhistorischer Elemente aus wissenschaftlichen Gruenden,
- Zum Schutz von erhaltenswerten typischen Lebensgemeinschaften
- Zur Bewahrung und Wiederherstellung eines guenstigen Erhaltungszustandes der
natuerlichen Lebensraeume und wildlebenden Tier- und Pflanzenarten von gemein-
schaftlichem Interesse gemaess Artikel 4 Abs. 4 in Verbindung mit Artikel 2 Abs. 2 der
Richtlinie 92/43/EWG des Rates zur Erhaltung der natuerlichen Lebensraeume sowie
der wildlebenden Tiere und Pflanzen (FFH-Richtlinie) vom 21. Mai 1992 (Abl EG Nr. L 305, S. 42).

Hierbei handelt es sich um den folgenden fuer die Meldung des FFH-Gebietes DE-4118-301
"Senne mit Stapelager Senne" ausschlaggebenden natuerlichen Lebensraum von
gemeinschaftlichem Interesse gemaess Anhang I der FFH-Richtlinie:

- Alte bodensaure Eichenwaelder auf Sandebenen (9190).
Referenzen FFH- und VS-Gebiete:
Referenzen Schutzwürdige Biotope (BK):
  • BK-4119-016
Kennung:

BK-4119-016

Objektbezeichnung:

Oesterhoelzer Laubmischwaldkomplex zwischen Altenheim und Tütgemühle inkl. Schwedenschanze

Link zur Karte: BK-4119-016
Objektbeschreibung: Innerhalb des Laubmischwaldkomplexes befindet sich ein reich strukturiertes Quellbachsystem. Unterhalb der Teichanlage südlich des Altenheims wird der naturnahe Bach von einem Erlen-Eschen-Auenwald begleitet, der eng mit den angrenzenden eichendominierten Laubwäldern verzahnt ist. Naturnahe Auwaldbestände finden sich ebenfalls noch kleinflächig zwischen Haverkampsee und Schwedenschanze. In Richtung Tütgemühle hat sich unter einem Hybrid-Pappelschirm ebenfalls der typische Auwaldcharakter eingestellt. Im Umfeld stocken weitere Hybrid-Pappel- und Eschenmischwaldbestände mit brennesseldominierter Krautschicht. Auf den höher gelegenen Flächen wurde Berg-Ahorn aufgeforstet. Direkt südlich des Altenheims stocken von alten Eichen (BhD bis 1,2m) dominierte Mischwälder, die im Unterstand schon deutlich von Buche dominiert werden. Es handelt sich überwiegend um Standorte des Flattergras-Buchenwaldes (Maianthemo-Fagetum), während im Ostteil die Krautschicht (u.a. Waldmeister, Perlgras) auf potentielle Waldmeister-Buchenwaldstandorte hinweist. Der Haverkampsee ist ein künstlich entstandenes Gewässer mit fehlender Schwimmblattvegetation. Lokal treten Wasserstern- und Wasserhahnenfuß auf. Die Uferbereiche werden von schmalen, teils nicht vorhandenen Röhrichtzonen begleitet. Im Anschluß daran finden sich jedoch gut ausgebildete Uferstaudenfluren mit Pestwurz, Rauhaarigem Weidenröschen und Rüben-Kälberkropf. An der Tütgemühle befindet sich ein Teich mit gut ausgebildetem Schwanenblumenröhricht. Nördlich des Teiches sind Feuchtgrünlandrestflächen ausgebildet. Nördlich des Haverkampsees bei Schlangen erstreckt sich beidseits der Fürstenallee eine Kette von mehreren kleinen Duenen. Der generelle Verlauf der 3-4 m hohen Dünen ist Südwest-Nordost. Es handelt sich hierbei um mehrere Längsdünen, die von trockenen Südwestwinden während des Jungpleistozäns aufgeweht wurden. Die die Dünen aufbauenden gelblich- bis weissgrauen, gut sortierten Feinsande stammen aus dem Gebiet der zu jener Zeit vegetationslosen Senne. Die Dünensande zeigen als Bodenbildung typische Podsol-Profile, z.T. mit Ortsteinbildung. In diesem Bereich befindet sich das Kulturdenkmal Schwedenschanze und einige Hügelgräber. Bei der Schwedenschanze handelt es sich um ein Gebiet mit Duenenresten und prähistorischen (bronze- und eisenzeitlichen) Grabhügeln, bestanden mit Eichen-Birken-Wald und Ahorn-Aufforstungen mit uralten Eichen, Buchen und Hainbuchen. Die Eichen besitzen einen Stammdurchmesser von bis zu 1,50 m und weisen eine Vielzahl von Höhlen auf. Einige Exemplare sind abgestorben und z. T. efeureich. Da das Gelände mit Berg-Ahorn aufgeforstet wurde, sind ehemalige Sandrasen und Heiden verschwunden. Die sogenannte Schwedenschanze westlich und oestlich der Suedspitze der Fuerstenallee ist als ND 16.01.4 (54) in die Liste der Naturdenkmale des Kreises Lippe eingetragen. Sie ist gleichzeitig Bodendenkmal. Das Gebiet zeichnet sich insbesondere durch naturnahe Fließgewässer und begleitende Auenwälder aus. Darüberhinaus sind die alten Eichenwälder auf Buchenwaldstandorten hervorzuheben. Kulturhistorisch sind die Schwedenschanze und die Hügelgräber von übergeordneter Bedeutung.
Lebensraumtypen:
  • Natuerliche eutrophe Seen mit einer Vegetation des Magnopotamions oder Hydrocharitions <3150> (0,07 ha)
  • Hainsimsen-Buchenwald (Luzulo-Fagetum) <9110> (1,97 ha)
  • Waldmeister-Buchenwald (Asperulo-Fagetum) <9130> (1,95 ha)
  • Auen-Waelder mit Alnus glutinosa und Fraxinus excelsior (Alno-Padion, Alnion incanae, Salicion albae) <91E0> (1,59 ha)
  • Schutzwuerdiges und gefaehrdetes Nass- und Feuchtgruenland incl. Brachen (nicht FFH-LRT) <NEC0> (0,20 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete Fliessgewaesser (nicht FFH-LRT) <NFM0> (0,00 ha)
Geschützte Biotope (§62):
Biotoptypen:
  • Eichenmischwald mit einheimischen Laubbaumarten <AB3> (4,28 ha)
  • Pappelmischwald <AF1> (0,96 ha)
  • Fichtenwald <AJ0> (1,67 ha)
  • Eschenmischwald <AM1> (0,83 ha)
  • Ahornmischwald <AR1> (9,49 ha)
  • Wallhecke <BD1> (0,20 ha)
  • Fettwiese <EA0> (4,91 ha)
  • Abgrabungsgewaesser (Lockergestein) <FG1> (8,88 ha)
  • Acker <HA0> (2,10 ha)
  • Buchen-Eichenmischwald <xAB1> (1,97 ha)
  • Eichenmischwald mit einheimischden Laubbaumarten <xAB3> (1,95 ha)
  • Nass- und Feuchtwiese <yEC1> (0,20 ha)
  • Tieflandbach <yFM5> (0,00 ha)
  • Bachbegleitender Erlenwald <zAC5> (1,41 ha)
  • Pappelmischwald <zAF1> (0,18 ha)
  • Muehlenteich <zFF3> (0,07 ha)
Rote Liste Arten 2010 NRW:
Planungsrelevante Arten:
Pflanzenarten:
  • Adlerfarn (Pteridium aquilinum (subsp. aquilinum))
  • Arznei-Baldrian Sa. (Valeriana officinalis agg.)
  • Bachbunge (Veronica beccabunga (subsp. beccabunga))
  • Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus)
  • Bittersuesser Nachtschatten (Solanum dulcamara)
  • Blauroter Hartriegel (Cornus sanguinea)
  • Blut-Ampfer (Rumex sanguineus)
  • Brombeere Sa. (Rubus sectio Rubus)
  • Busch-Windroeschen (Anemone nemorosa)
  • Dornfarn Sa. (Dryopteris carthusiana agg.)
  • Echte Brunnenkresse Sa. (Nasturtium officinale agg.)
  • Echte Nelkenwurz (Geum urbanum)
  • Echtes Maedesuess (Filipendula ulmaria (subsp. ulmaria))
  • Echtes Springkraut (Impatiens noli-tangere)
  • Efeu (Hedera helix (subsp. helix))
  • Einbluetiges Perlgras (Melica uniflora)
  • Esche (Fraxinus excelsior (subsp. excelsior))
  • Fichte (Picea abies)
  • Flattergras (Milium effusum)
  • Flutender Schwaden (Glyceria fluitans)
  • Frauenfarn (Athyrium filix-femina)
  • Gefleckte Taubnessel (Lamium maculatum)
  • Gegenblaettriges Milzkraut (Chrysosplenium oppositifolium)
  • Gelbe Schwertlilie (Iris pseudacorus)
  • Gemeine Braunelle (Prunella vulgaris)
  • Gemeine Pestwurz (Petasites hybridus (subsp. hybridus))
  • Gemeine Sumpfsimse (Eleocharis palustris)
  • Gemeine Waldsimse (Scirpus sylvaticus)
  • Gemeiner Wasser-Hahnenfuss Sa. (Ranunculus aquatilis agg.)
  • Gewoehnliche Eberesche (Sorbus aucuparia)
  • Gewoehnliche Wald-Engelwurz (Angelica sylvestris)
  • Glieder-Binse (Juncus articulatus (subsp. articulatus))
  • Grosse Brennessel (Urtica dioica)
  • Grosses Hexenkraut (Circaea lutetiana)
  • Hainbuche (Carpinus betulus)
  • Haselnuss (Corylus avellana)
  • Kanadische Pappel (Populus canadensis (P. deltoides x nigra))
  • Kleinbluetiges Springkraut (Impatiens parviflora)
  • Kleine Wasserlinse (Lemna minor)
  • Kohl(-Kratz)distel (Cirsium oleraceum)
  • Krauses Laichkraut (Potamogeton crispus)
  • Kuckucks-Lichtnelke (Lychnis flos-cuculi (subsp. flos-cuculi))
  • Rasen-Schmiele (Deschampsia cespitosa)
  • Rohr-Glanzgras (Phalaris arundinacea (subsp. arundinacea))
  • Rotbuche (Fagus sylvatica (subsp. sylvatica))
  • Sand-Birke (Betula pendula)
  • Schmalblaettriger Merk (Berula erecta)
  • Schwanenblume (Butomus umbellatus)
  • Schwarz-Erle (Alnus glutinosa)
  • Schwarzer Holunder (Sambucus nigra)
  • Spaetbluehende Traubenkirsche (Prunus serotina)
  • Spitzbluetige Binse (Juncus acutiflorus (subsp. acutiflorus))
  • Stiel-Eiche (Quercus robur (subsp. robur))
  • Suesskirsche (Prunus avium)
  • Sumpf-Baldrian (Valeriana dioica)
  • Sumpf-Haarstrang (Peucedanum palustre)
  • Sumpf-Labkraut (Galium palustre)
  • Sumpf-Segge (Carex acutiformis)
  • Sumpf-Vergissmeinnicht (Myosotis scorpioides)
  • Sumpf-Wasserstern Sa. (Callitriche palustris agg.)
  • Traubenkirsche (Prunus padus)
  • Vielbluetige Weisswurz (Polygonatum multiflorum)
  • Wald-Geissblatt (Lonicera periclymenum)
  • Wald-Sauerklee (Oxalis acetosella)
  • Wald-Schaumkraut (Cardamine flexuosa)
  • Wald-Ziest (Stachys sylvatica)
  • Waldmeister (Galium odoratum)
  • Wasser-Minze (Mentha aquatica)
  • Wasserdost (Eupatorium cannabinum (subsp. cannabinum))
  • Weisse Hainsimse (Luzula luzuloides)
  • Wiesen-Wachtelweizen (Melampyrum pratense)
  • Winkel-Segge (Carex remota)
  • Zottiges Weidenroeschen (Epilobium hirsutum)
  • Zweiblaettrige Schattenblume (Maianthemum bifolium)
  • Zweizeilige Segge (Carex disticha)
Tierarten:
Schutzziele: Erhaltung und Entwicklung eines naturnahen Bachauenkomplexes durch Belassen der Gewässer und Aufgabe der forstwirtschaftlichen Nutzung im Bachauenbereich sowie einer naturnahen Waldbewirtschaftung im Umfeld. Umwandlung von Nadelholzbeständen in bodenständige Buchenwaldgesellschaften. Vermeidung der Aufforstung von Berg-Ahorn und Überführung dieser Bestände in Buchen- bzw. Buchen-Eichenwaldgesellschaften. Umwandlung der Hybrid-Pappelbestände in Erlen-Eschen-Auwaldgesellschaften durch Entnahme der Hybrid-Pappeln und Überlassen der Sukzession.
Gefährdungen:
  • Aufforstung
  • Entwaesserung, Wasserentnahme, Wasserregime
  • Eutrophierung
  • Gewaesserausbau
  • nicht bodenstaendige Gehoelze (FW)
Maßnahmen:
  • Altholz erhalten
  • extensive Gruenlandbewirtschaftung, Mahd
  • Gruenlandnutzung beibehalten
  • kein Gewaesserausbau
  • keine Aufforstung
  • naturnahe Waldbewirtschaftung
  • Totholz erhalten
  • Umwandlung in bodenstaendigen Gehoelzbestand
  • Vermeidung Eutrophierung
Die Kartenanwendung benötigt Javascript. Falls Sie diese Karte aufrufen möchten, schalten Sie in Ihrem Browser Javascript ein.