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Naturschutzgebiete und Nationalpark Eifel in NRW


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Naturschutzgebiet Aprather Muehlenteich <C> (ME-027)

Objektbezeichnung:

NSG Aprather Muehlenteich <C>

Kennung:

ME-027

Ort: Wuelfrath
Kreis: Mettmann
Bezirksregierung: Düsseldorf
Digitalisierte Fläche: 8,88 ha
Offizielle Fläche: 9,00 ha
Flächenanzahl: 1
Schutzstatus: NSG, bestehend
Verfahrensstand: LP rechtskraeftig
Inkraft seit: 1993
Inkraft: 2012
Außerkraft: 9999
Schutzziel: Die Festsetzung des NSG erfolgt gemäß § 23 Abs. 1 Nr. 1 und 3 BNatSchG,
insbesondere

- Zur Erhaltung des Bruchwaldes,
- Zur Erhaltung der Verlandungsbereiche,

- Zur Erhaltung der Feuchtwiese,
- Zur Erhaltung von Lebensstaetten und -gemeinschaften seltener und gefaehrdeter
Tier- und Pflanzenarten,
- Wegen seiner besonderen Eigenart und Schoenheit und seiner lokalen Bedeutung.
Referenzen FFH- und VS-Gebiete:
Referenzen Schutzwürdige Biotope (BK):
  • BK-4708-907
Kennung:

BK-4708-907

Objektbezeichnung:

NSG Aprather Muehlenteich

Link zur Karte: BK-4708-907
Objektbeschreibung: Das NSG umfasst einen kurzen Abschnitt des Düsseltales oberhalb des Aprather Mühlenteiches. Die Düssel selbst ist an den rechten Talrand verlegt und wird von einem schmalen Wanderweg begleitet. Die Düssel wird von einem schamlen Streifen aus Eichen und Hainbuchen gesäumt. Östlich des Weges schließen Gehölzflächen im vernässten Talgrund an. Der nördliche Teil des Gebietes wird von der von der Straße zur Aprather Klinik gekreuzt. Nördlich davon wird der Talgrund von einer inzwischen wieder genutzten (bzw. gepflegten) Nasswiese eingenommen. Im SW des Gebietes liegt der grosse Muehlenteich mit (lt. altem BK-Bogen) zahlreichen Seerosen. Zur Zeit der Begehung 2008 wird der Teich gerade saniert, so dass über das Gewässer keine Aussage möglich ist. Am N-Ufer findet sich ein breiter Roehrichtstreifen (§62 LG NW) mit nach Norden anschließendem Erlensumpfwald mit Weidengebuesch als Waldrand und zum Teich (nach Süden) einer ca. 0,5 ha grossen sumpfigen Hochstauden-Flur mit Seggen und weniger Röhrichtarten. Dieser Biotopkomplex konnte 2008 wg. der Teichsanierung nur aus der Entfernung eingesehen werden. Im Tal schließt nach Norden auf der Ostseite ein Erlenbestand im geringen Baumholzalter an. Westlich grenzt daran ein ebenfalls von Brennnessel dominiertes Erlen-Stangenholz an. Im Tal verläuft ein kleines Fließgewässer, v.a. westlich davon ist das Tal großflächig vernässt. Dieser vernässte Bereich erstreckt sich vom Nordufer des Teiches etwa L-förmig durch das Tal. Hier herrschen Erlen und Weidengebüsch vor, im Süden auch eine größere Lichtung mit Wasserschwadenröhricht. Dieser Erlen-Sumpfwald - lokal (unter der Stromleitung) abgelöst von einem Grauweidengebüsch - ist ebenso wie der erwähnte Röhrichtbestand stark von Brennnessel beherrscht, z.T. auch von Indischem Springkraut und daher nicht als geschütztes Biotop kartiert. Zwischen der L74 und der Talkante ist ein Waldstreifen mit z.T. alten Rotbuchen, Berg-Ahornen und Rosskastanien in das Gebiet aufgenommen. Nördlich der querenden Straße "Klinik Aprath" schließt am Hang oberhalb der Düssel ein Buchenwald im überwiegend starken Baumholzalter an (außerhalb des NSG), Die Nasswiese wird zur L 74 durch eine Baumhecke auf der dortigen Böschung mit altem Baumbestand und nach Norden durch eine gepflegte Kopfbaum-Reihe abgegrenzt. Die ehemals z.T. brachgefallene Fläche wird inzw. wieder vollständig gemäht, einschließlich eines Igelkolben-Röhrichts im Südosten der Fläche (beide Biotope § 62 LG NW). Das Naturschutzgebiet ist von hoher Bedeutung für die Erhaltung eines Komplexes aus verschiedenen Feuchtbiotopen als Lebensraum seltener und gefährdeter Tier- und Pflanzenarten: feuchte Hochstaudenflur, Sumpfwälder sowie eine Nasswiese und Röhrichte mit gutem Erhatlungszustand. Das Gebiet hat wegen der inzwischen im Naturraum und auch darüber hinaus seltenen Lebensräume feucht-nasser Standorte einen besondere Bedeutung als Trittsteinbiotop und Rückzugsgebiet. Außerdem ist die BK-Fläche Teil des Biotopverbundes Düssel-/Neandertal mit internationaler Bedeutung (weitere NSG und FFH-Gebiet). Die Nasswiese im Norden des Gebietes ist durch Mahd weiter zu pflegen. Die südlich im Düsseltal anschließenden nassen Gehölze sind zu optimieren in Richtung Bruch- bzw. Sumpfwald. Dabei ist zu prüfen, ob die Stromleitung schon weiter oberhalb aus dem Tal geführt werden und damit der Erlenbestand durchwachsen kann. Der Teich im Nebenschluss der Düssel mit seinem ausgedehnten Verlandungsbereich ist zu erhalten. Die Erlen- und übrigen Waldbestände sollten nicht wirtschaftlich genutzt werden. Grundsätzlich sollte auch über eine Verlegung der Düssel in das Taltiefste mit Raum für Eigendynamik zumindest oberhalb des Teiches nachgedacht werden, auch wenn hierfür tlw. nach §62 LG geschützte Biotope angetastet werden müssen. Die faunistische Angaben stammen aus aelteren Erhebungen (vor 1995). Bemerkenswerte Pflanzen aus Vorgängerkartierungen, die bei der Begehung 2008 nicht nachgewiesen wurden, sind ebenfalls unter dem Biotop OZ abgelegt.
Lebensraumtypen:
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete Laubwaelder ausserhalb von Sonderstandorten (nicht FFH-LRT) <NA00> (1,60 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete Moor- und Bruchwaelder (nicht FFH-LRT) <NAC0> (0,67 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete Gehoelzstrukturen <NB00-ung.> (2,29 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete Moore, Suempfe, Riede und Roehrichte (nicht FFH) auf Primärstandorten <NCA0-ung.> (0,46 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete Moore, Suempfe, Riede und Roehrichte (nicht FFH) auf Sekundärstandorten <NCA1-ung.> (0,56 ha)
  • Schutzwuerdiges und gefaehrdetes Nass- und Feuchtgruenland incl. Brachen (nicht FFH-LRT) <NEC0> (1,30 ha)
Geschützte Biotope (§62):
  • Roehrichte (0,83 ha)
  • Seggen- und binsenreiche Nasswiesen (1,30 ha)
Biotoptypen:
  • Erlenwald <AC0> (1,60 ha)
  • Erlen-Bruchwald <AC4> (0,67 ha)
  • Feldgehoelz aus einheimischen Baumarten <BA1> (1,78 ha)
  • Gebuesch, Strauchgruppe <BB0> (0,09 ha)
  • Baumhecke, ebenerdig <BD6> (0,33 ha)
  • Kopfbaumgruppe, Kopfbaumreihe <BG0> (0,09 ha)
  • Roehrichtbestand niedrigwuechsiger Arten <CF1> (0,20 ha)
  • Teich <FF0> (1,10 ha)
  • Bach <FM0> (0,09 ha)
  • ohne Zuordnung <OZ> (NaN ha)
  • Roehrichtbestand niedrigwuechsiger Arten <yCF1> (0,37 ha)
  • Roehrichtbestand hochwuechsiger Arten <yCF2> (0,46 ha)
  • Nass- und Feuchtwiese <yEC1> (1,30 ha)
Rote Liste Arten 2010 NRW:
Planungsrelevante Arten:
Pflanzenarten:
  • Artengruppe Schlank-Segge (Carex acuta agg.)
  • Asch-Weide Sa. (Salix cinerea)
  • Aufrechter Igelkolben (Sparganium erectum)
  • Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus)
  • Braune Segge (Carex nigra)
  • Breitblaettriger Rohrkolben (Typha latifolia)
  • Breitblaettriges Knabenkraut Sa. (Dactylorhiza majalis agg.)
  • Bruch-Weide Sa. (Salix fragilis agg.)
  • Druesiges Springkraut (Impatiens glandulifera)
  • Echtes Maedesuess (Filipendula ulmaria (subsp. ulmaria))
  • Efeu (Hedera helix (subsp. helix))
  • Esche (Fraxinus excelsior (subsp. excelsior))
  • Feld-Ulme (Sa.) (Ulmus minor agg.)
  • Flatter-Binse (Juncus effusus (subsp. effusus))
  • Fluss-Ampfer (Rumex hydrolapathum)
  • Flutender Schwaden Sa. (Glyceria fluitans agg.)
  • Gegenblaettriges Milzkraut (Chrysosplenium oppositifolium)
  • Gemeine Pestwurz (Petasites hybridus (subsp. hybridus))
  • Gemeine Waldsimse (Scirpus sylvaticus)
  • Gemeiner Beinwell (Symphytum officinale)
  • Gemeiner Blutweiderich (Lythrum salicaria)
  • Gemeiner Froschloeffel Sa. (Alisma plantago-aquatica agg.)
  • Gewoehnliche Goldnessel Sa. (Galeobdolon luteum agg.)
  • Gewoehnliche Wald-Engelwurz (Angelica sylvestris)
  • Grosse Brennessel (Urtica dioica)
  • Gundermann (Glechoma hederacea)
  • Hainbuche (Carpinus betulus)
  • Heil-Ziest (Betonica officinalis (subsp. officinalis))
  • Hohe Schluesselblume (Primula elatior)
  • Korb-Weide (Salix viminalis)
  • Ohr-Weide (Salix aurita)
  • Rasen-Schmiele Sa. (Deschampsia cespitosa agg.)
  • Rohr-Glanzgras (Phalaris arundinacea (subsp. arundinacea))
  • Rosskastanie (Aesculus hippocastanum)
  • Rotbuche (Fagus sylvatica (subsp. sylvatica))
  • Schilf (Phragmites australis (subsp. australis))
  • Schnabel-Segge (Carex rostrata (subsp. rostrata))
  • Schneebeere (Symphoricarpos albus)
  • Schwarz-Erle (Alnus glutinosa)
  • Schwarzer Holunder (Sambucus nigra)
  • Silber-Weide (Salix alba (subsp. alba))
  • Spitzbluetige Binse (Juncus acutiflorus (subsp. acutiflorus))
  • Stiel-Eiche (Quercus robur (subsp. robur))
  • Sumpf-Dotterblume (Caltha palustris)
  • Sumpf-Hornklee (Lotus pedunculatus)
  • Sumpf-Kratzdistel (Cirsium palustre)
  • Sumpf-Labkraut Sa. (Galium palustre s.l.)
  • Sumpf-Pippau (Crepis paludosa)
  • Sumpf-Schachtelhalm (Equisetum palustre)
  • Sumpf-Segge (Carex acutiformis)
  • Sumpf-Sternmiere (Stellaria palustris)
  • Sumpf-Vergissmeinnicht Sa. (Myosotis scorpioides agg.)
  • Sumpf-Weidenroeschen (Epilobium palustre)
  • Teich-Schachtelhalm (Equisetum fluviatile)
  • Ufer-Wolfstrapp (Lycopus europaeus)
  • Wasser-Greiskraut Sa. (Senecio aquaticus agg.)
  • Wasser-Minze (Mentha aquatica)
  • Wasser-Schwaden (Glyceria maxima)
  • Wasserdost (Eupatorium cannabinum (subsp. cannabinum))
  • Zottiges Weidenroeschen (Epilobium hirsutum)
Tierarten:
  • Bergmolch (Triturus alpestris)
  • Eisvogel (Alcedo atthis)
  • Erdkroete (Bufo bufo)
  • Fluss-Napfschnecke (Ancylus fluviatilis)
  • Flussuferlaeufer (Actitis hypoleucos)
  • Gartenrotschwanz (Phoenicurus phoenicurus)
  • Grasfrosch (Rana temporaria)
  • Graureiher (Ardea cinerea)
  • Gruenspecht (Picus viridis)
  • Kleinspecht (Dryobates minor)
  • Wasseramsel (Cinclus cinclus)
Schutzziele: Erhaltung und Enwicklung eines Komplexes aus verschiedenen Feuchtbiotopen
Gefährdungen:
  • Einwanderung, Ausbreitung Neophyten
  • Eutrophierung
  • Freizeitaktivitaeten
  • Gewaesserausbau
  • Stoerungs-, Eutrophierungszeiger
  • Unterhaltung Leitungstrasse, Hochspannungsleitung
  • Zerschneidung durch Strassenbau
Maßnahmen:
  • extensive Gruenlandbewirtschaftung, Mahd
  • keine Entwaesserung
  • Kopfbaumpflege
  • naturnahe Waldbewirtschaftung
  • Vernetzung herstellen
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