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Naturschutzgebiete und Nationalpark Eifel in NRW


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Naturschutzgebiet Rauhe Horst - Schaeferwiesen (MI-011)

Objektbezeichnung:

NSG Rauhe Horst - Schaeferwiesen

Kennung:

MI-011

Ort: Luebbecke
Kreis: Minden-Luebbecke
Bezirksregierung: Detmold
Digitalisierte Fläche: 195,92 ha
Offizielle Fläche: 198,00 ha
Flächenanzahl: 1
Schutzstatus: NSG, bestehend
Verfahrensstand: VO rechtskraeftig
Inkraft seit: 1991
Inkraft: 2000
Außerkraft: 2020
Schutzziel: Die Unterschutzstellung erfolgt gemaess LG Paragraph 20,

- Zur Erhaltung, Foerderung und Wiederherstellung von Lebensgemeinschaften und Biotopen
seltener und gefaehrdeter sowie landschaftsraumtypischer, wildlebender Pflanzen- und Tierarten,
insbesondere zur Erhaltung eines grossen, zusammenhaengenden Gruenlandkomplexes.
Der von unterschiedlichen Vernaessungsgraden gepraegte Gruenlandbereich hat besondere
Bedeutung als Brut-, Nahrungs-, Rast- und Ueberwinterungsraum fuer eine Vielzahl seltener
und gefaehrdeter Vogelarten, insbesondere fuer Wat- und Wiesenvoegel. Teilflaechen des
Gebietes sind aufgrund des floristischen Arteninventars von besonderer vegetationskundlicher
Bedeutung. Das Gebiet uebernimmt fuer die Biotopvernetzung und den Artenaustausch eine
wichtige Funktion als Trittsteinbiotop im Verbund mit den benachbarten Feuchtwiesenschutz-
gebieten. Insbesondere folgende Biotoptypen sind zu schuetzen:
- Nass- und Feuchtgruenland,
- Grabenroehrichte,
- Ufergehoelze,
- Feldgehoelze,
- Hochstaudenfluren,
- Kopfweidenbestaende,
- Kleingewaesser und Obstwiesen,
- Aus naturwissenschaftlichen, naturgeschichtlichen und landeskundlichen Gruenden,
- Wegen der Seltenheit, besonderen Eigenart und hervorragenden Schoenheit dieses
Landschaftsteiles.
Referenzen FFH- und VS-Gebiete:
Referenzen Schutzwürdige Biotope (BK):
  • BK-3617-0004
Kennung:

BK-3617-0004

Objektbezeichnung:

NSG Rauhe Horst - Schäferwiesen

Link zur Karte: BK-3617-0004
Objektbeschreibung: Großflächig zusammenhängender, unterschiedlich intensiv genutzter, ornithologisch bedeutender Grünlandkomplex aus Fettwiesen und -weiden sowie Feucht- und Nassgrünland, der durch Baumreihen, Einzelgehölze, Gräben und Wege weiträumig gegliedert wird. In der nördlich der Stadt Lübbecke unmittelbar südlich des Mittellandkanals gelegenen Weiden- und Wiesenlandschaft kommen bereichsweise noch vegetationskundlich besonders bedeutsame Flächen mit den für Feuchtwiesen charakteristischen Pflanzenarten und -gesellschaften vor. Hervorzuheben sind dabei insbesondere die als Sumpfdotterblumenwiesen mit Übergängen zu Flutrasen einzustufenden Feuchtgrünlandflächen am Ostrand des Gebietes sowie die Feuchtwiesen und feuchten Weidelgras-Weißklee-Weiden im Westteil des NSG, beidseits des begradigten und örtlich von Schilf gesäumten Stangenbachs. Darüber hinaus finden sich im gesamten NSG zum Teil intensiv, teils weniger intensiv bewirtschaftete feuchte Grünlandflächen mit eingestreuten flachen Mulden und Rinnen und kleineren Nassbereichen, in denen niedrigwüchsige Flutrasenbestände und/oder einzelne Feuchtwiesenarten zerstreut vorkommen. Intensiv genutztes, vergleichsweise artenarmes Wirtschaftsgrünland, zum Teil mit Nach- und Neuansaaten, findet sich vor allem im östlichen zentralen Gebietsteil sowie im Südwesten des NSG. Ackerflächen nehmen etwa 20 % der Gebietsfläche ein und liegen hauptsächlich in der südlichen Hälfte. Prägende Landschaftselemente sind tlw. alte Einzelbäume, Baumreihen und Kopfbaumbestände, hauptsächlich bestehend aus Bruch- und Silberweiden. Darüber hinaus stocken kleinere frische bis mäßig feuchte Pappelwälder (zum Teil mit Schwarzerlenunterwuchs) mit nitrophiler Strauch- und Krautschicht sowie kleinere Feldgehölze im Gebiet. Am südwestlichen Gebietsrand liegt ein strukturreicher Eschenmischwald aus mittlerem bis starkem Baumholz, der vegetationskundlich als Sternmieren-Eichen-Hainbuchenwald einzustufen ist. Aus ornithologischer Sicht hat das Gebiet eine besondere Bedeutung (u. a. Brutvorkommen von Weißstorch (erstmalig 2010), Großer Brachvogel, Braunkehlchen, Kiebitz, Rebhuhn, Steinkauz, Pirol, Nachtigall u. a.). Auch als Nahrungshabitat (u. a. für Rohrweihe, Rot- und Schwarzmilan, übersommernde Weißstörche, Wachtelkönig u.a.) kommt dem Gebiet eine hohe Bedeutung zu. Während der Zugzeiten sind im Gebiet u. a. nordische Gänsearten und der Goldregenpfeifer zu beobachten. In seggenreichen Feuchtwiesen ist die stark gefährdete Sumpfschrecke verbreitet, auch für zahlreiche Fledermausarten hat das Gebiet als Jagdhabitat Bedeutung (faunistische Angaben nach F. Lömker, mdl, E. G. Bulk 2010, Bohrer und Meier 2009). Das Gebiet übernimmt insbesondere für die Avifauna wichtige Vernetzungsfunktionen im Verbund mit den benachbarten Feuchtwiesenschutzgebieten. Hauptziele sollten der Erhalt und die Entwicklung eines offenen, extensiv genutzten und zusammenhängenden Grünlandlandkomplexes mit einem hohen Anteil an Feuchtgrünland sein, der insbesondere für Wiesen- und Watvögel als Brut-, Nahrungs-, Rast- und Überwinterungsraum bedeutende Lebensraumfunktionen übernimmt.
Lebensraumtypen:
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete Laubwaelder ausserhalb von Sonderstandorten (nicht FFH-LRT) <NA00> (2,05 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete linienfoermige Gehoelzstrukturen und Einzelbaeume <NBD0> (1,22 ha)
  • Schutzwuerdiges und gefaehrdetes mesophiles Wirtschaftsgruenland incl. Brachen (nicht FFH-LRT) <NE00> (83,90 ha)
  • Schutzwuerdiges und gefaehrdetes Nass- und Feuchtgruenland incl. Brachen (nicht FFH-LRT) <NEC0> (43,85 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete Stillgewaesser (nicht FFH-LRT) <NFD0> (0,32 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete Obstbaumbestaende <NHK0> (0,61 ha)
Geschützte Biotope (§62):
  • Seggen- und binsenreiche Nasswiesen (11,08 ha)
  • stehende Binnengewaesser (natuerlich o. naturnah, unverbaut) (0,32 ha)
Biotoptypen:
  • Pappelwald <AF0> (3,48 ha)
  • Eschenmischwald <AM1> (2,05 ha)
  • Feldgehoelz <BA0> (1,60 ha)
  • Baumreihe <BF1> (0,55 ha)
  • Einzelbaum <BF3> (0,03 ha)
  • Kopfbaumreihe <BG1> (0,64 ha)
  • Fettwiese, Flachlandausbildung (Glatthaferwiese) <EA1> (39,50 ha)
  • Fettwiese, Neueinsaat <EA3> (22,70 ha)
  • Fettweide <EB0> (44,40 ha)
  • Nass- und Feuchtwiese <EC1> (19,70 ha)
  • Feuchtweide <EC2b> (12,30 ha)
  • Brachgefallenes Nass- und Feuchtgruenland <EE3> (0,77 ha)
  • Graben <FN0> (0,45 ha)
  • Acker <HA0> (31,30 ha)
  • Streuobstwiese <HK2> (0,72 ha)
  • Streuobstweide <HK3> (0,61 ha)
  • ohne Zuordnung <OZ> (NaN ha)
  • Nass- und Feuchtwiese <yEC1> (6,74 ha)
  • Nass- und Feuchtweide <yEC2> (2,83 ha)
  • Flutrasen <yEC5> (0,18 ha)
  • Brachgefallenes Nass- und Feuchtgruenland <yEE3> (1,33 ha)
  • stehendes Kleingewaesser <yFD0> (0,32 ha)
Rote Liste Arten 2010 NRW:
Planungsrelevante Arten:
Pflanzenarten:
  • Acker-Kratzdistel (Cirsium arvense)
  • Acker-Minze (Mentha arvensis)
  • Amerikanische Balsam-Pappel (Populus balsamifera agg.)
  • Aronstab (Arum maculatum)
  • Asch-Weide Sa. (Salix cinerea)
  • Aufrechter Igelkolben (Sparganium erectum)
  • Behaarte Segge (Carex hirta)
  • Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus)
  • Birnbaum (Pyrus communis)
  • Braune Segge (Carex nigra)
  • Breit-Wegerich (Plantago major)
  • Breitblaettriger Rohrkolben (Typha latifolia)
  • Brennender Hahnenfuss (Ranunculus flammula (subsp. flammula))
  • Bruch-Weide (Salix fragilis)
  • Deutsches Weidelgras (Lolium perenne)
  • Echte Zaunwinde (Calystegia sepium)
  • Echtes Maedesuess (Filipendula ulmaria (subsp. ulmaria))
  • Efeu (Hedera helix (subsp. helix))
  • Esche (Fraxinus excelsior (subsp. excelsior))
  • Europaeische Laerche (Larix decidua (subsp. decidua))
  • Fichte (Picea abies)
  • Flatter-Binse (Juncus effusus (subsp. effusus))
  • Flattergras (Milium effusum)
  • Flutender Schwaden (Glyceria fluitans)
  • Gaense-Fingerkraut (Potentilla anserina)
  • Gaensebluemchen (Bellis perennis)
  • Gamander-Ehrenpreis Sa. (Veronica chamaedrys)
  • Gelbe Schwertlilie (Iris pseudacorus)
  • Gemeine Sumpfsimse (Eleocharis palustris)
  • Gemeine Waldsimse (Scirpus sylvaticus)
  • Gemeiner Blutweiderich (Lythrum salicaria)
  • Gemeiner Froschloeffel (Alisma plantago-aquatica)
  • Gemeiner Gilbweiderich (Lysimachia vulgaris)
  • Gemeines Rispengras (Poa trivialis (subsp. trivialis))
  • Gewoehnlicher Glatthafer (Arrhenatherum elatius (subsp. elatius))
  • Gewoehnlicher Klettenkerbel (Torilis japonica)
  • Giersch (Aegopodium podagraria)
  • Glieder-Binse (Juncus articulatus (subsp. articulatus))
  • Grosse Bibernelle (Pimpinella major)
  • Grosse Brennessel (Urtica dioica)
  • Grosse Sternmiere (Stellaria holostea)
  • Gruene Teichbinse (Schoenoplectus lacustris)
  • Gundermann (Glechoma hederacea)
  • Hainbuche (Carpinus betulus)
  • Haselnuss (Corylus avellana)
  • Herbst-Loewenzahn (Scorzoneroides autumnalis)
  • Holz-Apfel (Malus sylvestris)
  • Kanadische Pappel (Populus canadensis (P. deltoides x nigra))
  • Kleine Wasserlinse (Lemna minor)
  • Knick-Fuchsschwanz (Alopecurus geniculatus)
  • Krauser Ampfer (Rumex crispus (subsp. crispus))
  • Kriechende Quecke (Elymus repens)
  • Kriechender Hahnenfuss (Ranunculus repens)
  • Kuckucks-Lichtnelke (Lychnis flos-cuculi (subsp. flos-cuculi))
  • Moor-Labkraut (Galium uliginosum)
  • Rasen-Schmiele (Deschampsia cespitosa)
  • Rohr-Glanzgras (Phalaris arundinacea (subsp. arundinacea))
  • Rohr-Schwingel (Festuca arundinacea)
  • Rotbuche (Fagus sylvatica (subsp. sylvatica))
  • Rote Johannisbeere (Ribes rubrum)
  • Rote Lichtnelke (Silene dioica)
  • Rotschwingel (Festuca rubra)
  • Ruprechtskraut (Geranium robertianum)
  • Sand-Birke (Betula pendula)
  • Sauerampfer (Rumex acetosa (subsp. acetosa))
  • Scharfer Hahnenfuss (Ranunculus acris)
  • Schilf (Phragmites australis (subsp. australis))
  • Schlank-Segge (Carex acuta)
  • Schwarz-Erle (Alnus glutinosa)
  • Schwarzer Holunder (Sambucus nigra)
  • Schwingel unbestimmt (Festuca spec.)
  • Segge-Bastard (Carex x elytroides (C. acuta x nigra))
  • Silber-Weide (Salix alba (subsp. alba))
  • Spitz-Ahorn (Acer platanoides)
  • Spitz-Wegerich (Plantago lanceolata)
  • Stachelbeere (Ribes uva-crispa)
  • Stiel-Eiche (Quercus robur (subsp. robur))
  • Stumpfblaettriger Ampfer (Rumex obtusifolius)
  • Suesskirsche (Prunus avium)
  • Sumpf-Dotterblume (Caltha palustris)
  • Sumpf-Helmkraut (Scutellaria galericulata)
  • Sumpf-Hornklee (Lotus pedunculatus)
  • Sumpf-Kratzdistel (Cirsium palustre)
  • Sumpf-Labkraut (Galium palustre)
  • Sumpf-Schachtelhalm (Equisetum palustre)
  • Sumpf-Segge (Carex acutiformis)
  • Ufer-Wolfstrapp (Lycopus europaeus)
  • Wald-Geissblatt (Lonicera periclymenum)
  • Wasser-Greiskraut (Senecio aquaticus)
  • Wasser-Knoeterich (Persicaria amphibia)
  • Wasser-Knoeterich (terrestrischer Form) (Persicaria amphibia (fo. terrestre))
  • Wasser-Minze (Mentha aquatica)
  • Weisse Seerose (Nymphaea alba)
  • Weisses Straussgras (Agrostis stolonifera)
  • Weissklee (Trifolium repens (subsp. repens))
  • Welsches Weidelgras (Lolium multiflorum)
  • Wiesen Knaeuelgras (Dactylis glomerata)
  • Wiesen-Baerenklau (Heracleum sphondylium)
  • Wiesen-Flockenblume (Centaurea jacea)
  • Wiesen-Fuchsschwanzgras (Alopecurus pratensis)
  • Wiesen-Klee (Trifolium pratense)
  • Wiesen-Lieschgras (Phleum pratense)
  • Wiesen-Loewenzahn Sa. (Taraxacum sect. Ruderalia)
  • Wiesen-Platterbse (Lathyrus pratensis)
  • Wiesen-Schafgarbe (Achillea millefolium)
  • Wiesen-Schwingel (Festuca pratensis)
  • Wilde Sumpfkresse (Rorippa sylvestris)
  • Wolliges Honiggras (Holcus lanatus)
  • Zweigriffliger Weissdorn (Crataegus laevigata)
  • Zweizeilige Segge (Carex disticha)
  • Zwetschge (Prunus domestica)
Tierarten:
  • Braunkehlchen (Saxicola rubetra)
  • Grosser Brachvogel (Numenius arquata)
  • Kiebitz (Vanellus vanellus)
  • Nachtigall (Luscinia megarhynchos)
  • Pirol (Oriolus oriolus)
  • Rebhuhn (Perdix perdix)
  • Steinkauz (Athene noctua)
  • Sumpfschrecke (Stethophyma grossum)
  • Weissstorch (Ciconia ciconia)
Schutzziele: Erhaltung, Förderung und Wiederherstellung von Lebensgemeinschaften und Biotopen seltener und gefährdeter sowie landschaftsraumtypischer, wildlebender Pflanzen- und Tierarten, insbesondere Erhaltung eines großen, zusammenhängenden Grünlandkomplexes mit unterschiedlichen Vernässungsgraden und hoher Bedeutung als Brut-, Nahrungs-, Rast- und Überwinterungsraum für eine Vielzahl seltener und gefährdeter Vogelarten, insbesondere für Wat- und Wiesenvögel.
Gefährdungen:
  • Beeintraechtigung der Vermehrungsorte wertbest. Tierarten
  • Entwaesserungsgraeben (LW)
  • Gewerbe, Flaechenverbrauch
  • Gruenlandbewirtschaftung, Beweidung zu intensiv (LW)
  • Gruenlandbewirtschaftung, Mahd zu intensiv (LW)
  • Nachsaat (LW)
  • nicht bodenstaendige Gehoelze
  • Stoerung des Brutgeschaeftes wertbestimmender Vogelarten
  • Umbruch, Umwandlung von Gruenland in Acker
  • Zerstoerung wertbestimmender Pflanzenbestaende
Maßnahmen:
  • extensive Gruenlandbewirtschaftung, Beweidung
  • extensive Gruenlandbewirtschaftung, Mahd
  • kein Umbruch
  • keine Entwaesserung
  • Umwandlung in bodenstaendigen Gehoelzbestand
  • Wiedervernaessung
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