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Naturschutzgebiete und Nationalpark Eifel in NRW


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Naturschutzgebiet Schnakenpohl (MI-031)

Objektbezeichnung:

NSG Schnakenpohl

Kennung:

MI-031

Ort: Rahden
Kreis: Minden-Luebbecke
Bezirksregierung: Detmold
Digitalisierte Fläche: 6,62 ha
Offizielle Fläche: 6,60 ha
Flächenanzahl: 1
Schutzstatus: NSG, bestehend
Verfahrensstand: VO rechtskraeftig
Inkraft seit: 1936
Inkraft: 1968
Außerkraft: 9999
Schutzziel: Die Unterschutzstellung erfolgt gemaess LG Paragraph 20a,c

-Zur Erhaltung eines letzten Restes der frueher weiter verbreiteten Heidesumpf- Landschaften,
-seltene Pflanzen <vor allem Moose u. Seggen>,
-Refugium fuer Wasserinsekten u. Amphibien.
Referenzen FFH- und VS-Gebiete:
Referenzen Schutzwürdige Biotope (BK):
  • BK-3517-0001
Kennung:

BK-3517-0001

Objektbezeichnung:

NSG Schnakenpohl

Link zur Karte: BK-3517-0001
Objektbeschreibung: Heideweiher mit Schwimmblatt- und Röhrichtvegetation sowie ausgedehnten wechselnassen Verlandungszonen aus niedrigwüchsigen, nährstoffarmen Uferfluren, Übergangsmoor mit torfmoosreichen Seggenriedern, Moorgebüschen und zeitweise überstauten vegetationsarmen Bereichen mit zahlreichen alten Röthekuhlen sowie mit randlichen Pfeifengrasbeständen und Heideresten, an die im Norden Osten und Süden des Gebietes Kiefernmischwald anschließt. Der natürlich entstandenen naturnahe Weiher liegt in einer flachen Senke und ist durch mesotrophe Nährstoffverhältnisse gekennzeichnet. Seerosen und Wasser-Knöterich bilden örtlich größere Bestände der Schwimmblattvegetation, daneben finden sich im Osten und Süden des Weihers einige Röhrichtbestände der Grünen Teichbinse, die lokal in Schnabelseggenriede übergehen. In der weitgehend gehölzfreien flachen Uferzone ist das stark gefährdete Sumpf-Johanniskraut mit seinen teppichartigen hellgrünen Polstern und den im Hochsommer tausenden gelben Blüten nicht zu übersehen. Dazu gesellen sich in der zeitweise überstauten, wechselnassen und nährstoffarmen Uferzone weitere typische, zum Teil stark gefährdete Arten wie u. a. der Pillenfarn und die Moorbinse sowie der im Gebiet allgemein sehr häufige Wassernabel. Vor allem im Norden, Nordosten und Osten bestehen fließende Übergänge zu tlw. torfmoosreichen artenreichen Hundsstraußgras-Kleinseggen-Sümpfen (Übergangsmoor), u. a. durchsetzt mit Beständen des Schmalblättrigem Wollgrases sowie zahlreichen weiteren tlw. gefährdeten Arten nährstoffarmer Standorte. Örtlich sind Seggenriede der Schnabel-Segge und/oder der Steifen Segge ausgebildet. Diese Flachmoorbereiche werden zum großen Teil durch Pflegemahd gehölzfrei gehalten. Innerhalb des ausgedehnten östlichen Flachufers liegen außerdem zahlreiche Kleingewässer mit tlw. sehr unterschiedlichem Wasserstand und vielfältiger Vegetationsentwicklung (Seerosenbestände, Seggenriede, Röhrichte, niedrige Uferfluren). Es handelt sich zumeist um ehemalige Röthekuhlen, die in den letzten Jahren durch intensive und gezielte Pflegemaßnahmen von Gehölzen freigestellt sowie tlw. ausgeschoben bzw. nachprofiliert worden sind. Auch in ihrem Umfeld wurde Boden großflächig abgeschoben, hier wachsen lückige Fluren bzw. Initialstadien, u.a. mit Sumpf-Johanniskraut. In einigen Kuhlen hat sich zwischenzeitlich der stark gefährdete Flutende Sellerie angesiedelt und auch der Mittlere Sonnentau ist bereichsweise wieder sehr häufig. Am Südostrand wurden durch die Pflegemaßnahmen im Bereich von Pfeifengraswiesen die Ausbreitung von (Feucht-)Heideresten mit einigen typischen Arten wie Sparrige Binse, Dreizahn und Englischer Ginster gefördert. Weitere Heidefragmente befinden sich mit weiteren Magerkeitszeigern (u. a. Borstgras) auf einer vergrasten Anhöhe südlich des Weihers. Bei den an den Weiher angrenzenden Gehölzbeständen handelt es sich zumeist um ältere Kiefernmischwälder sowie im Osten um einen schmalen Streifen aus feuchtem Eichen-Birkenwald. Aus faunistischer Sicht hat der Schnakenpohl besondere Bedeutung als Lebensraum für Amphibien (u .a. Moorfrosch) und für Libellen. Um den Weiher führt ein schmaler Wanderweg. Der Schnakenpohl ist ein im Naturraum der Rahden-Diepenauer Geest einmaliger, in seiner Entstehung natürlich begründeter Weiher in einem Heidesandgebiet. Mit seiner charakteristischen Vegetation im Wasser- und Verlandungsbereich mit zahlreichen zum Teil stark gefährdeten Tier- und Pflanzenarten weist er sehr naturnahe Biotopstrukturen mit natürlichem Erscheinungsbild auf. Das Gebiet ist als verbliebener Teil ehemals hier weiter verbreiteter Heide- und Moorlebensräume von besonderer Bedeutung. Besonders hervorzuheben sind die positiven Entwicklungen auf den floristischen Artenbestand als Ergebnis erfolgreicher Pflegemaßnahmen der letzten Jahre. Für den Biotopverbund übernimmt das Gebiet wichtige Trittsteinfunktionen im Zusammenhang mit anderen Moor-, Moorwald- und Heidegebieten des Naturraumes, wie dem Weißen Moor und dem Oppenweher Moor. Hauptziel sollte der Erhalt der nährstoffarmen Standortverhältnisse mit einem ausgedehnten, gehölzfreien und wechselnassen Verlandungsbereich mit einem Vegetationsmosaik aus niedrigwüchsigen Uferfluren unterschiedlicher Entwicklungsstadien, torfmoosreichem Übergangsmoor sowie Großseggenriedern sein.
Lebensraumtypen:
  • Oligo- bis mesotrophe Stillgewässer mit Vegetation der Littoretalia <3131> (3,09 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete Laubwaelder ausserhalb von Sonderstandorten (nicht FFH-LRT) <NA00> (0,18 ha)
  • Schutzwuerdiges und gefaehrdetes Magergruenland incl. Brachen (nicht FFH-LRT) <NED0> (0,09 ha)
Geschützte Biotope (§62):
  • stehende Binnengewaesser (natuerlich o. naturnah, unverbaut) (3,09 ha)
Biotoptypen:
  • Birken-Eichenmischwald <AB2> (0,18 ha)
  • Kiefernmischwald mit einheimischen Laubbaumarten <AK1> (3,20 ha)
  • brachgefallenes Magergruenland <EE4> (0,09 ha)
  • Weiher (stetig) <zFB0> (3,09 ha)
Rote Liste Arten 2010 NRW:
Planungsrelevante Arten:
Pflanzenarten:
  • Asch-Weide Sa. (Salix cinerea)
  • Besenheide (Calluna vulgaris)
  • Biegsame Glanzleuchteralge (Nitella flexilis)
  • Blutwurz (Potentilla erecta (subsp. erecta))
  • Borstgras (Nardus stricta)
  • Brennender Hahnenfuss (Ranunculus flammula (subsp. flammula))
  • Doldiges Habichtskraut (Hieracium umbellatum)
  • Draht-Schmiele (Deschampsia flexuosa)
  • Dreizahn (Danthonia decumbens)
  • Echte Glockenheide (Erica tetralix)
  • Englischer Ginster (Genista anglica)
  • Faulbaum (Frangula alnus (subsp. alnus))
  • Flatter-Binse (Juncus effusus (subsp. effusus))
  • Flutende Moorbinse (Isolepis fluitans)
  • Flutender Sellerie (Helosciadium inundatum)
  • Gelbe Schwertlilie (Iris pseudacorus)
  • Gemeiner Gilbweiderich (Lysimachia vulgaris)
  • Gemeines Ferkelkraut (Hypochaeris radicata (subsp. radicata))
  • Gewoehnliche Eberesche (Sorbus aucuparia)
  • Grau-Segge (Carex canescens)
  • Gruene Teichbinse (Schoenoplectus lacustris)
  • Heidelbeere (Vaccinium myrtillus)
  • Hunds-Straussgras (Agrostis canina)
  • Kleiner Dornfarn (Dryopteris carthusiana)
  • Knaeuel-Binse (Juncus conglomeratus)
  • Mittlerer Sonnentau (Drosera intermedia)
  • Moor-Birke (Betula pubescens)
  • Ohr-Weide (Salix aurita)
  • Pfeifengras (Molinia caerulea)
  • Pillenfarn (Pilularia globulifera)
  • Rotes Straussgras (Agrostis capillaris)
  • Sand-Birke (Betula pendula)
  • Schild-Ehrenpreis (Veronica scutellata)
  • Schmalblaettriges Wollgras (Eriophorum angustifolium)
  • Schnabel-Segge (Carex rostrata (subsp. rostrata))
  • Sparrige Binse (Juncus squarrosus)
  • Steife Segge (Carex elata)
  • Stiel-Eiche (Quercus robur (subsp. robur))
  • Sumpf-Blutauge (Comarum palustre)
  • Sumpf-Johanniskraut (Hypericum elodes)
  • Sumpf-Reitgras (Calamagrostis canescens)
  • Sumpf-Veilchen (Viola palustris (subsp. palustris))
  • Torfmoos unbestimmt (Sphagnum spec.)
  • Ufer-Wolfstrapp (Lycopus europaeus)
  • Wald-Kiefer (Pinus sylvestris)
  • Wasser-Knoeterich (aquatischer Form) (Persicaria amphibia (fo. aquatica))
  • Wassernabel (Hydrocotyle vulgaris)
  • Weisse Seerose (Nymphaea alba)
  • Zwiebel-Binse (Juncus bulbosus)
Tierarten:
  • Erdkroete (Bufo bufo)
  • Gemeine Smaragdlibelle (Cordulia aenea)
  • Habicht (Accipiter gentilis)
  • Kleine Moorjungfer (Leucorrhinia dubia)
  • Moorfrosch (Rana arvalis)
  • Nordische Moorjungfer (Leucorrhinia rubicunda)
  • Schwarzspecht (Dryocopus martius)
  • Teichfrosch (Rana kl. esculenta)
  • Teichmolch (Triturus vulgaris)
  • Zwergtaucher (Tachybaptus ruficollis)
Schutzziele: Erhaltung und Entwicklung eines naturnahen, nährstoffarmen Gewässers einschließlich seiner Uferbereiche mit Arten der Littorelletea und charakteristischer Fauna durch Sicherung und Entwicklung eines nährstoffarmen, offenen Umfeldes sowie Förderung der Entwicklung einer natürlichen Verlandungsreihe.
Gefährdungen:
  • Eutrophierung
  • Freizeitaktivitaeten
  • Verbuschung als unerwuenschte Sukzession
  • Verlandung als unerwuenschte Sukzession
Maßnahmen:
  • Erhaltung kulturhistorischer Strukturen
  • Heide wiederherstellen, anlegen, optimieren
  • Pufferzone anlegen
  • Vegetationskontrolle
  • Vermeidung Eutrophierung
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