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Naturschutzgebiete und Nationalpark Eifel in NRW


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Naturschutzgebiet Leihenberg-Nordhelle (MK-015)

Objektbezeichnung:

NSG Leihenberg-Nordhelle

Kennung:

MK-015

Ort: Altena
Kreis: Maerkischer Kreis
Bezirksregierung: Arnsberg
Digitalisierte Fläche: 19,35 ha
Offizielle Fläche: 19,00 ha
Flächenanzahl: 1
Schutzstatus: NSG, bestehend
Verfahrensstand: VO rechtskraeftig
Inkraft seit: 1952
Inkraft: 2004
Außerkraft: 2024
Schutzziel: (1) Die Unterschutzstellung erfolgt
- Zur Erhaltung, Herstellung und Wiederherstellung
a) regional und ueberregional bedeutsamer Lebensraeume seltener und gefaehrdeter sowie
landschaftsraumtypischer Tier- und Pflanzenarten auf den nach Nordosten zur Lenne hin
exponierten, fels- und klippenreichen Steilhaengen sowie im Bereich des durch die
Bahnstrecke abgeschnittenen Altwassers der Lenne.
Das Schutzgebiet zeichnet sich durch die Verzahnung verschiedener artenreicher Lebens-
raeume mit hoher standoertlicher Vielfalt.
In ihrer natuerlichen Vergesellschaftung sind insbesondere zu schuetzen

- artenreiche und stufige Laubmischwaelder,
- natuerlichen Felswaende und Klippen,
- naturnahe Quellbereiche, Bach- und Talabschnitte,
- ein verlandetes Altwasser mit seinem Weiden- und Erlenbruchwald sowie flaechigen
Seggen- und Roehrichtbestaenden.
b) des Lebensraumes Scglucht und Hangmischwald (9180), der im Anhang I der FFH-Richtlinie
aufgefuehrt ist.
Der Lebensraum ist bedroht und seine Erhaltung ist von besonderer Bedeutung, daher ist er
als prioritaerer Lebensraum im Sinne der FFH-Richtlinie eingestuft.
2) Zur Sicherung eines Prallhangs der Lenne als Zeugnis der Erd- und Naturgeschichte und als
Gegenstand wissenschaftlicher Forschung.
3) Wegen der diesen Bereich des Lennetales mit praegenden hervorragenden landschaftlichen
Schoenheit.

(2) Das ueber die Geltungsdauer dieser Verordnung hinausgehende langfristige Ziel fuer die
Waldflaechen ist die Entwicklung eines Laubwaldgebietes mit den fuer die heimischen
Laubwaldgesellschaften typischen Arten und den verschiedenen Entwicklungsstufen ein-
schliesslich der Alt- und Totholzphasen.
Referenzen FFH- und VS-Gebiete:
Referenzen Schutzwürdige Biotope (BK):
  • BK-4712-0002
Kennung:

BK-4712-0002

Objektbezeichnung:

NSG Leihenberg Nordhelle

Link zur Karte: BK-4712-0002
Objektbeschreibung: Das Gebiet südlich von Altena umfasst einen westlich der Lenne gelegenen Steilhang, der das NSG "Leihenberg Nordhelle" sowie eine Teilfläche des FFH-Gebietes "Schluchtwälder im Lennetal" (DE-4712-301) umfasst. Das im Lennetal gelegene NSG besteht aus einem von Klippen sowie von zwei Schluchten durchzogenen, ziemlich steilen Nordosthang und einem Lenne-Altwasser. An den Hängen stockt im südlichen und nordwestlichen Bereich ein altersheterogener farn- oder waldschwingelreicher Buchenwald. Die Buchen erreichen z.T. bereits das Altholzalter, die übrigen Baumarten sind im geringen bis starken Baumholzalter. Nach Runge handelt es sich um einen durchgewachsenen Niederwald. Im Wald finden sich zahlreiche Felsklippen. In den Schluchttälchen sind temporär schwach wasserführende Bachläufe mit Quellhorizonten anzutreffen. Neben Eschen, die meist direkt am Bach stocken, zieht sich ein von Ahornen geprägter Schluchtwald die steilen Hänge der Quellbäche hinauf. Der Ahorn-Schluchtwald setzt sich am Unterhang des Nordost exponierten Hanges fort und reicht auf felsigem, steilem Standort teilweise bis an die am Oberhang grenzenden Grünländer. Flächige Bestände des Silberblatts sind vor allem am Unterlauf des östlich gelegenen Siepens ausgebildet. Die Lenntalaue wird durch ein Altwasser mit einem quelligen Erlenwald und einen etwas erhöht liegenden Erlen-Eschenwald charakterisiert. Das Altwasser selbst ist weitgehend verlandet und mit Röhrichtarten zugewachsen. Der Untergrund des Gebietes besteht nach Runge aus Ton- und Mergelschiefern. Der Komplex aus bodensauren Buchenwäldern, gefährdeten, von Felsen durchsetzten Schlucht- und Hangmischwäldern sowie der naturnahen Quellbäche, ist in seiner engen Verzahnung und gutem Erhaltungszustand von überregionaler Bedeutung. Naturnahe Waldbewirtschaftung unter Ausrichtung auf die natürliche Waldgesellschaft einschließlich ihrer Nebenbaumarten sowie auf alters- und strukturdiverse Bestände und Förderung der Naturverjüngung aus Arten der natürlichen Waldgesellschaft.
Lebensraumtypen:
  • Hainsimsen-Buchenwald (Luzulo-Fagetum) <9110> (9,94 ha)
  • Schlucht- und Hangmischwaelder Tilio-Acerion <9180> (5,56 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete Laubwaelder ausserhalb von Sonderstandorten (nicht FFH-LRT) <NA00> (3,06 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete Fliessgewaesser (nicht FFH-LRT) <NFM0> (0,35 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete Felsen (nicht FFH-LRT) <NGA0> (0,11 ha)
Geschützte Biotope (§62):
  • Bruch- und Sumpfwaelder (1,28 ha)
  • Fliessgewaesserbereiche (natuerlich o. naturnah, unverbaut) (0,35 ha)
  • natuerl. Felsen, offene natuerl. Block-, Schutt-, Geroellhalden (0,11 ha)
  • Schlucht-, Blockhalden-, Hangschuttwaelder (5,56 ha)
Biotoptypen:
  • Buchen-Eichenmischwald <AB1> (0,58 ha)
  • Birkenmischwald mit einheimischen Laubbaumarten <AD1a> (1,20 ha)
  • Buchenwald <xAA0> (9,94 ha)
  • Erlen-Bruchwald <yAC4> (1,28 ha)
  • Bachoberlauf im Mittelgebirge <yFM1> (0,35 ha)
  • natuerlicher Silikatfels <yGA2> (0,11 ha)
  • Ahorn-Schlucht- bzw. Hangschuttwald <zAR2> (5,56 ha)
Rote Liste Arten 2010 NRW:
Planungsrelevante Arten:
Pflanzenarten:
  • Baumhasel (Corylus colurna)
  • Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus)
  • Berg-Ulme (Ulmus glabra)
  • Draht-Schmiele (Deschampsia flexuosa)
  • Druesiges Springkraut (Impatiens glandulifera)
  • Esche (Fraxinus excelsior (subsp. excelsior))
  • Fichte (Picea abies)
  • Frauenfarn (Athyrium filix-femina)
  • Fuchs' Greiskraut (Senecio ovatus)
  • Gegenblaettriges Milzkraut (Chrysosplenium oppositifolium)
  • Gemeiner Beinwell (Symphytum officinale)
  • Gewoehnliche Goldnessel (Galeobdolon luteum)
  • Gewoehnlicher Wurmfarn (Dryopteris filix-mas)
  • Grosse Brennessel (Urtica dioica)
  • Grosser Dornfarn (Dryopteris dilatata)
  • Hainbuche (Carpinus betulus)
  • Haselnuss (Corylus avellana)
  • Heidelbeere (Vaccinium myrtillus)
  • Kalmus (Acorus calamus)
  • Moose unbestimmt (Moose unbestimmt)
  • Rohr-Glanzgras (Phalaris arundinacea (subsp. arundinacea))
  • Rotbuche (Fagus sylvatica (subsp. sylvatica))
  • Sand-Birke (Betula pendula)
  • Schwarz-Erle (Alnus glutinosa)
  • Spitz-Ahorn (Acer platanoides)
  • Sprossender Baerlapp (Lycopodium annotinum (subsp. annotinum))
  • Stiel-Eiche (Quercus robur (subsp. robur))
  • Suesskirsche (Prunus avium)
  • Sumpf-Labkraut (Galium palustre)
  • Torfmoos unbestimmt (Sphagnum spec.)
  • Trauben-Eiche (Quercus petraea (subsp. petraea))
  • Wald-Hainsimse (Luzula sylvatica)
  • Wald-Sauerklee (Oxalis acetosella)
  • Wald-Schwingel (Festuca altissima)
  • Waldmeister (Galium odoratum)
  • Wassernabel (Hydrocotyle vulgaris)
  • Weisse Hainsimse (Luzula luzuloides)
  • Wildes Silberblatt (Lunaria rediviva)
  • Winkel-Segge (Carex remota)
  • Winter-Linde (Tilia cordata)
Tierarten:
Schutzziele: Erhalt eines farn- und waldschwingelreichen Laubmischwaldes, eines Schluchtwaldes, eines verlandenden Lenne-Altarms mit Seggen-, Roehrichtbestaenden und einem umgebenden Erlenbruch.
Gefährdungen:
  • Beseitigung alter Baeume
  • Entwaesserung, Wasserentnahme, Wasserregime
  • Verlandung als unerwuenschte Sukzession
Maßnahmen:
  • Erhaltung der Ueberschwemmungsdynamik
  • keine Entwaesserung
  • Naturverjuengung lebensraumtypischer Gehoelze foerdern
  • Vegetationskontrolle
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