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Naturschutzgebiete und Nationalpark Eifel in NRW


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Naturschutzgebiet Klippkes (MK-098)

Objektbezeichnung:

NSG Klippkes

Kennung:

MK-098

Ort: Nachrodt-Wiblingwerde
Kreis: Maerkischer Kreis
Bezirksregierung: Arnsberg
Digitalisierte Fläche: 45,77 ha
Offizielle Fläche: 39,00 ha
Flächenanzahl: 1
Schutzstatus: NSG, bestehend
Verfahrensstand: VO rechtskraeftig
Inkraft seit: 1999
Inkraft: 2002
Außerkraft: 2022
Schutzziel:
Referenzen FFH- und VS-Gebiete:
Referenzen Schutzwürdige Biotope (BK):
  • BK-4611-0074
  • BK-4611-0256
Kennung:

BK-4611-0074

Objektbezeichnung:

NSG Klippkes, Lennehänge - Teilgebiet außerhalb des FFH-Gebietes

Link zur Karte: BK-4611-0074
Objektbeschreibung: Die Steilhänge der Lenne zwischen Nachrodt und Iserlohn Letmathe als Teil der Großlandschaft Sauer- und Siegerland gehören naturräumlich zum Märkischen Oberland. Das "Lennegebirge" wird von sauren Sand- und Tonsteinen der mitteldevonischen Brandenberger Schichten gebildet. Der westexponierte steile Hangschuttwald oberhalb der B 236 mit mehreren hervortretenden, den Hang in Abschnitte gliedernden Felsrippen wird von einem von Buchen, Eichen, Hainbuchen und Birken dominierten Mischwald mit Niederwaldcharakter gebildet. Auch Bergahorn und Esche sind vorhanden. Stellenweise sind Fichten-und eine Lärchenparzelle zu finden. Im Süden sind vereinzelt Kiefern eingesprengt. Der Niederwaldcharakter zeichnet sich auch durch die z.T. großflächig auftretende Blaubeerbestände aus. Vereinzelt anzutreffende alte Buchen mit bis zu 95 cm BHD und mehrstämmige Eichen zeugen von durchgewachsenen alten Nieder- und Mittelwäldern, die sich mit lichten Birkenwäldchen und jungen dichteren Buchenbeständen abwechseln. Auch kleinere Buchen-Altholzparzellen sind nahe der Kuppenlage vorhanden. In den lichten jungen Buchenparzellen ist kaum eine Krautschicht ausgeprägt. Auf den Felsen dominiert die Drahtschmiele die Krautschicht. Stellenweise findet sich Waldschwingel sowie Dorniger Wurmfarn, die zu den Hangschuttwäldern vermitteln. Die arten- und strukturreichen, kulturhistorisch wertvollen, durchgewachsenen Niederwaldbereiche dieses Abschnittes der Lennesteilhänge, mit den typisch erhaltenen Felsbildungen sind gemeinsam mit den umgebenden Buchenwaldkomplexen zwischen Letmathe und Altena auch für den Biotopverbund von besonderer Bedeutung. Der Hangwald sollte als naturnaher und strukturreicher Laubmischwald mit zahlreichen Niederwaldrelikten und als Lebensraum für eine Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten erhalten und gefördert werden. Die Nadelholzparzellen sollten in einen Laubholzbestand mit lebensraumtypischen Baumarten umgewandelt werden. Alt- und Totholz sollten im Bestand verbleiben.
Kennung:

BK-4611-0256

Objektbezeichnung:

Klippkes nördlich Nachrodt

Link zur Karte: BK-4611-0256
Objektbeschreibung: Das Gebiet nördlich von Nachrodt umfasst den südlichen Bereich des NSG "Klippkes" und eine Teilfläche des FFH-Gebietes "Schluchtwälder im Lennetal". Der Prallhang der Lenne nördlich von Nachrodt wird von einer steil emporragenden Felswand charakterisiert, die von offenen Felsbereichen und einem z.T. von Krüppelwuchs geprägtem Eichen-Schluchtwald eingenommen wird. Im Westen stockt ein von starkem Baumholz geprägter Buchenwald. Die Krautschicht ist nur sehr spärlich ausgebildet. Mehrere Trampelpfade durchziehen den von NW nach SE langgestreckten Bestand. Nordöstlich grenzt ein circa 40 Meter breiter Streifen eines Buchen-Lärchen- Mischwaldes. Östlich an diesen grenzt ein Kiefernmischwald. Buchen und Eichen bilden den Unterbau. Die östliche Hälfte des Gebietes wird von einem Buchen-Eichenwald geprägt. Die Buche ist neben der ersten auch in der zweiten Baumschicht sowie in der Strauch- und Krautschicht vertreten. Mittel- bis langfristig werden sich diese Bestände zu Hainsimsen-Buchenwäldern entwickeln. Drahtschmiele und Heidelbeere in der Krautschicht kennzecihnen diesen bodensauren Standort. Die teilweise noch mehrstämmigen Eichen und Buchen weisen auf die ehemalige Nutzung als Niederwald hin. Der geologische Untergrund besteht aus Sand-, Schluff- und Tonsteinen der Brandenberg Schichten (Eifelstufe, Mitteldevon). Die Böden sind - abhängig von der morphologischen Lage - tief- bis flachgründige Braunerden. Auf den markant ausgeprägten Riedelhöhen kommen auch Ranker vor. Stellenweise steht auch der entblößte Fels an. Die Standorte können wegen ihrer S-Exposition und der starken Neigung zu starker Aushagerung neigen. Der Komplex aus bodensauren Buchenwäldern, gefährdeten Schlucht- und Hangmischwäldern mit steil aufragenden Felswänden ist in seiner engen Verzahnung und gutem Erhaltungszustand von überregionaler Bedeutung. Naturnahe Waldbewirtschaftung unter Ausrichtung auf die natürliche Waldgesellschaft einschließlich ihrer Nebenbaumarten sowie auf alters- und strukturdiverse Bestände und Förderung der Naturverjüngung aus Arten der natürlichen Waldgesellschaft.
Lebensraumtypen:
  • <> (8,93 ha)
  • <> (1,40 ha)
  • Silikatfelsen mit Felsspaltenvegetation <8220> (0,60 ha)
  • Hainsimsen-Buchenwald (Luzulo-Fagetum) <9110> (18,22 ha)
  • Schlucht- und Hangmischwaelder Tilio-Acerion <9180> (1,76 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete Schlucht- und Hangschuttwaelder (nicht FFH-LRT) sowie felsenreiche Waelder <NAY0> (14,70 ha)
Geschützte Biotope (§62):
Biotoptypen:
  • <> (15,35 ha)
  • Buchenwald <AA0> (4,08 ha)
  • Eichen-Buchenmischwald <AA1> (0,44 ha)
  • Buchenmischwald mit einheimischen Laubbaumarten <AA2> (3,24 ha)
  • Buchen-Eichenmischwald <AB1> (6,81 ha)
  • Eichen-Schlucht- bzw. Hangschuttwald <AB8> (1,76 ha)
  • Nadelbaum-Birkenmischwald <AD3> (5,23 ha)
  • Fichtenwald <AJ0> (1,87 ha)
  • Fichtenmischwald mit einheimischen Laubbaumarten <AJ1> (1,13 ha)
  • Kiefernmischwald mit einheimischen Laubbaumarten <AK1> (2,93 ha)
  • Laerchenwald <AS0> (1,46 ha)
  • Laerchenmischwald <AS1> (0,72 ha)
  • natuerlicher Silikatfels <GA2> (0,60 ha)
Rote Liste Arten 2010 NRW:
Planungsrelevante Arten:
Pflanzenarten:
  • Adlerfarn (Pteridium aquilinum (subsp. aquilinum))
  • Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus)
  • Besenginster (Cytisus scoparius)
  • Besenheide (Calluna vulgaris)
  • Brombeere Sa. (Rubus sectio Rubus)
  • Brombeere unbestimmt (Rubus spec.)
  • Draht-Schmiele (Deschampsia flexuosa)
  • Echte Nelkenwurz (Geum urbanum)
  • Esche (Fraxinus excelsior (subsp. excelsior))
  • Europaeische Laerche (Larix decidua (subsp. decidua))
  • Fichte (Picea abies)
  • Flattergras (Milium effusum)
  • Fruehlings-Hainsimse (Luzula pilosa)
  • Geflecktes Johanniskraut Sa. (Hypericum maculatum agg.)
  • Gewoehnliche Eberesche (Sorbus aucuparia)
  • Gewoehnlicher Wurmfarn (Dryopteris filix-mas)
  • Grosser Dornfarn (Dryopteris dilatata)
  • Hainbuche (Carpinus betulus)
  • Heidelbeere (Vaccinium myrtillus)
  • Himbeere (Rubus idaeus)
  • Kleiner Dornfarn (Dryopteris carthusiana)
  • Kleines Immergruen (Vinca minor)
  • Knoblauchsrauke (Alliaria petiolata)
  • Noerdlicher Streifenfarn (Asplenium septentrionale (subsp. septentrionale))
  • Rotbuche (Fagus sylvatica (subsp. sylvatica))
  • Salbei-Gamander (Teucrium scorodonia)
  • Sand-Birke (Betula pendula)
  • Schwanenhals-Sternmoos (Mnium hornum)
  • Schwarzer Holunder (Sambucus nigra)
  • Schwarzstieliger Streifenfarn Sa. (Asplenium adiantum-nigrum agg.)
  • Sommer-Linde (Tilia platyphyllos)
  • Spitz-Ahorn (Acer platanoides)
  • Stechpalme (Ilex aquifolium)
  • Stiel-Eiche (Quercus robur (subsp. robur))
  • Suesskirsche (Prunus avium)
  • Trauben-Eiche (Quercus petraea (subsp. petraea))
  • Trauben-Eiche (Sa.) (Quercus petraea agg.)
  • Wald-Kiefer (Pinus sylvestris)
  • Wald-Sauerklee (Oxalis acetosella)
  • Wald-Schwingel (Festuca altissima)
  • Weissdorn unbestimmt (Crataegus spec.)
  • Weisse Fetthenne (Sedum album (subsp. album))
  • Weisse Hainsimse (Luzula luzuloides)
  • Weisse Schwalbenwurz (Vincetoxicum hirundinaria (subsp. hirundinaria))
  • Widertonmoos (Polytrichum spec.)
  • Wiesen Knaeuelgras (Dactylis glomerata)
  • Wiesen-Labkraut (Galium mollugo)
Tierarten:
  • Gruenspecht (Picus viridis)
Schutzziele: Erhaltung und Wiederherstellung der artenreichen und stufigen Hangmischwälder,
der zur Lenne hin abfallenden silikatfels- und klippenreichen Steilhänge und der Hainsimsen-Buchenwälder (9110).
Die diesen Bereich des Lennetales mitprägende landschaftlichen SchönheitErhaltung und Entwicklung naturnaher Hainsimsen-Buchenwälder durch naturnahe Waldbewirtschaftung. Erhaltung und Förderung eines dauerhaften und ausreichenden Anteils von Alt- und Totholz. Erhaltung und Entwicklung naturnaher Schlucht- und Hangmischwälder sowie typischer Felsstandorte.
Gefährdungen:
  • Entnahme Altholz (FW)
  • Entnahme Totholz (FW)
  • Freizeitaktivitaeten
  • Trittschaden an Vegetation
Maßnahmen:
  • Altholz erhalten
  • Erhaltung der Laubholzbestockung
  • Erhoehung des Laubholzanteils
  • naturnahe Waldbewirtschaftung
  • Niederwald abschnittsweise auf den Stock setzen
  • Totholz erhalten
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