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Naturschutzgebiete und Nationalpark Eifel in NRW


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Naturschutzgebiet Fernhagener Bach und Jubachtal (MK-113)

Objektbezeichnung:

NSG Fernhagener Bach und Jubachtal

Kennung:

MK-113

Ort: Kierspe
Kreis: Maerkischer Kreis
Bezirksregierung: Arnsberg
Digitalisierte Fläche: 56,83 ha
Offizielle Fläche: 56,88 ha
Flächenanzahl:
Schutzstatus: NSG, bestehend
Verfahrensstand: LP rechtskraeftig
Inkraft seit: 2001
Inkraft: 2003
Außerkraft: 9999
Schutzziel: Die Festsetzung als NSG erfolgt
- Zur Erhaltung, Optimierung und Entwicklung naturnaher regional
bedeutsamer bewaldeter Bachtaeler und Quellbereiche mit ueberwiegend
standorttypischen Nasswaeldern (Bach-Erlen-Eschenwald, Erlensumpfwald,
Moorbirkenbruch, Quellbereich mit Buchenwald), anderer naturnaher Waldbestaende
(Hainsimsen-Buchenwald) und Hangmoorbereiche als Lebensraum artenreicher
Pflanzen- und Tiergemeinschaften mit gefaehrdeten Arten.
Referenzen FFH- und VS-Gebiete:
Referenzen Schutzwürdige Biotope (BK):
  • BK-4811-0018
  • BK-4811-0160
Kennung:

BK-4811-0018

Objektbezeichnung:

NSG Fernhagener Bach und Jubachtal (siehe unter Bemerkungen!)

Link zur Karte: BK-4811-0018
Objektbeschreibung: Der Biotop umfasst die Talung des Jubaches und des Hagener bzw. Fernhagener Baches. Er erstreckt sich von der Jubach-Talsperre bis in den Oberlauf der vorgenannten Baeche. Der Jubach durchfliesst die Uferzone und ist wegen seiner erhoehten Uferbereiche (b) deutlich von der uebrigen Flaeche getrennt. In einer Mulde hat sich eine flache Wasserflaeche mit Roehrichten und Strandlings-Flachwasserrasen erhalten (c). Eine ca. 20 m breite Uferzone in Hoehe der Einmuendung des Huelsiepen ist mit einem Teich-Schachtelhalm-Roehricht bewachsen (d). Der Biotop ist im weiteren ein Komplex verschiedener Biotoptypen, die z. T. mehrfach im Biotop vorkommen. Ueberwiegend kommen ein torfmoos-, moos-, und seggenreicher Birken-Bruchwald am Oberlauf der Baeche und ebenfalls torfmoos-, moos- und seggenreicher Erlen-Bruchwald am Mittellauf der Baeche vor. Im Erlen-Bruchwald befindet sich ein Quellbereich. An kleinflaechiger vorkommenden Biotoptypen sind Erlenmischwald, bachbegleitender Erlenwald, Fichtenparzellen, Laerchenmischwald, Teich, Mittelgebirgsbach und Boeschung zu nennen. Quellfluren (e) befinden sich im Fichtenwald (ehemalige Hangmoorflaeche) und im Erlenbruchwald des Hagener Baches. Der Quellbereich im Fichtenwald ist gekennzeichnet durch eine Auflichtung des Fichtenbestandes. Der stellenweise vernaesste Boden ist mit Sphagnum-Polstern bedeckt. Die Quellbereiche werden z. T. bedeckt von umgestuerzten Baeumen und Totholz. Der Teich im Hagener Bachtal entstand durch eine Dammschuettung in voller Talbreite. Der Hagener Bach wird suedlich am Teich in einem schmalen ca. 1m tiefem Graben vorbeigeleitet. Die Krautschicht entspricht der in den angrenzenden Erlenbruch- waeldern vorkommenden Arten. Kleinflaechig kommen Juncus bulbosus- Bestaende vor. Die Ufer sind steil ausgepraegt. Abschnittsweise saeumen randlich Erle, Weide und Haselnuss den Teich (f). Im Unterlauf (g) maeandriert der 2 bis 3 m breite Bach in der schmalen Talsohle. Das Bachbett ist steinig bis kiesig mit Kiesbaenken und Untiefen. Stellenweise ist das Ufer steil ausgebildet. Grosse Bereiche des Biotopkomplexes nimmt der Erlen-Bruchwald (h) ein. Die Erlen im lichten Bruchwald haben einen Stammdurchmesser von 10 - 30 cm. Die Krautschicht ist artenreich und gut entwickelt und mit hohem Deckungsgrad. Verschiedene Grabenrinnen durchziehen den Bruch. Kleinflaechig kommen Quellfluren mit Gegenblaettrigem Milzkraut vor. Stellenweise ist der Erlenbruch durch viel Totholz gekennzeichnet. Die kleinflaechig aufgeforsteten Fichten mit einer Hoehe von bis zu 1 m zeigen schlechten Wuchs. Die zu 100 % deckende Krautschicht im Erlenbruchwald ist seggen-, torfmoos- und moosreich. Am Oberlauf der Baeche stockt an mehreren Stellen ein Birken- bruchwald (i). Die Bestaende sind z. T. sehr licht. Die Krautschicht wird gepraegt durch Torfmoos und Pfeifengras-Bulte. Randlich draengt Adlerfarn in den Bestand ein. Stellenweise kommen auf Torfmoospolstern in Bachnaehe verschiedene Seggen vor. Unterhalb der Muendung des Hagener Baches in den Jubach stockt auf frisch bis feuchtem Talboden ein Erlenwald (k). Die Erlen haben einen Stammdurchmesser von bis zu 15 cm. Die Baumschicht ist sehr licht, wodurch in der Krautschicht Graeserarten wie die Rasenschmiele und das weiche Honiggras dominieren. Am Mittellauf des Hagener Baches stockt auf der Talsohle ein Erlen-Mischwald (l). Neben der Schwarzerle bilden Eberesche, Buche, Traubeneiche und Sandbirke die Baumschicht. Die zu 100 % deckende Krautschicht ist artenreich. Verschiedene Seggen wie die Gelb-Segge, Winkel-Segge, Hirse-Segge, Stern-Segge, Bleiche-Segge und Braune-Segge treten lokal hervor. Die Krautschicht ist torfmoos und moosreich. Am Oberlauf des Hagener Baches stockt ein kleinflaechiger stark aufgelichteter Laerchenwald (m), dessen Krautschicht ueberwiegend vom Pfeifengras bestimmt wird. Wenige Fichten sind in der Baum- schicht vertreten. Kleinflaechig kommt eine Fichtenparzelle (n) in der Talsohle vor. Auf einer ehemaligen Wiese stockt jetzt ein 3 - 5 m hoher Fichtenbestand. In der Krautschicht dominieren das weiche und wollige Honiggras. Im Quellbereich des Hagener Baches stockt ein Fichtenwald (o) Eine Krautschicht ist nicht ausgepraegt. Unterhalb des Quell- horizontes zwischen dem Fichtenwald und der Autobahntrasse ist auf stark vernaesstem Boden ein hochstauden-, binsen- und torfmoosreicher Bestand ausgebildet. Am Unterlauf des Jubaches ca. 200 m vor der Muendung in die Tal- sperre waechst auf der Boeschung (p) zwischen Bach und Forstweg ein Bestand, dessen Baumschicht sich aus Hainbuche, Stieleiche und Sandbirke zusammensetzt. Die Strauch- und Krautschicht setzt sich aus typischen Waldarten zusammen. Unter Paragraph 20 c BNatSchG fallen die Teilflaechen a) Erlenmischwald mit einheimischen Laubgehoelzen (AC1) b) Erlen-Bruchwald (AC4) c) Bachbegleitender Erlenwald (AC5) d) Birken-Bruchwald (AD4) In dem Biotop kommen folgende, aus Massstabsgruenden nicht dargestellte Paragraph 20 c-Biotoptypen vor: Unterlauf im Mittelgebirge (FM3)
Lebensraumtypen:
Geschützte Biotope (§62):
Biotoptypen:
  • Fichtenwald <AJ0> (7,84 ha)
  • Laerchenmischwald <AS1> (0,56 ha)
  • Teich <FF0> (0,56 ha)
  • ohne Zuordnung <OZ> (NaN ha)
  • Erlenmischwald mit einheimischen Laubbaumarten <yAC1> (5,60 ha)
  • Erlen-Bruchwald <yAC4> (15,12 ha)
  • Bachbegleitender Erlenwald <yAC5> (10,08 ha)
  • Birken-Bruchwald <yAD4> (15,12 ha)
  • Bachunterlauf im Mittelgebirge <yFM3> (1,12 ha)
Rote Liste Arten 2010 NRW:
Planungsrelevante Arten:
Pflanzenarten:
  • Acker-Minze (Mentha arvensis)
  • Acker-Schachtelhalm (Equisetum arvense (subsp. arvense))
  • Adlerfarn (Pteridium aquilinum (subsp. aquilinum))
  • Arznei-Baldrian Sa. (Valeriana officinalis agg.)
  • Asch-Weide (Salix cinerea subsp. cinerea)
  • Aufsteigende Gelb-Segge (Carex demissa)
  • Bergfarn (Thelypteris limbosperma)
  • Bitteres Schaumkraut (Cardamine amara)
  • Bleiche Segge (Carex pallescens)
  • Blutwurz (Potentilla erecta (subsp. erecta))
  • Braune Segge (Carex nigra)
  • Brennender Hahnenfuss (Ranunculus flammula (subsp. flammula))
  • Brombeere Sa. (Rubus sectio Rubus)
  • Buchenfarn (Phegopteris connectilis)
  • Echtes Maedesuess (Filipendula ulmaria (subsp. ulmaria))
  • Echtes Springkraut (Impatiens noli-tangere)
  • Einfacher Igelkolben (Sparganium emersum)
  • Europaeische Laerche (Larix decidua (subsp. decidua))
  • Faulbaum (Frangula alnus (subsp. alnus))
  • Fichte (Picea abies)
  • Flatter-Binse (Juncus effusus (subsp. effusus))
  • Flutender Schwaden (Glyceria fluitans)
  • Frauenfarn (Athyrium filix-femina)
  • Fuchs' Greiskraut (Senecio ovatus)
  • Gaense-Fingerkraut (Potentilla anserina)
  • Gegenblaettriges Milzkraut (Chrysosplenium oppositifolium)
  • Gelb-Segge (Carex flava)
  • Gemeine Waldsimse (Scirpus sylvaticus)
  • Gemeiner Froschloeffel (Alisma plantago-aquatica)
  • Gemeiner Schneeball (Viburnum opulus)
  • Gewoehnliche Eberesche (Sorbus aucuparia)
  • Gewoehnliche Wald-Engelwurz (Angelica sylvestris)
  • Gewoehnlicher Hohlzahn (Galeopsis tetrahit)
  • Gewoehnlicher Wurmfarn (Dryopteris filix-mas)
  • Grosses Hexenkraut (Circaea lutetiana)
  • Hain-Gilbweiderich (Lysimachia nemorum)
  • Harzer Labkraut (Galium saxatile)
  • Haselnuss (Corylus avellana)
  • Heidelbeere (Vaccinium myrtillus)
  • Hirse-Segge (Carex panicea)
  • Kanadische Pappel (Populus canadensis (P. deltoides x nigra))
  • Kleinbluetiges Weidenroeschen (Epilobium parviflorum)
  • Kleiner Dornfarn (Dryopteris carthusiana)
  • Knaeuel-Binse (Juncus conglomeratus)
  • Kriechender Guensel (Ajuga reptans)
  • Moor-Birke (Betula pubescens)
  • Pfeifengras (Molinia caerulea)
  • Preiselbeere (Vaccinium vitis-idaea (subsp. vitis-idaea))
  • Quell-Sternmiere (Stellaria alsine)
  • Rasen-Schmiele (Deschampsia cespitosa)
  • Rippenfarn (Blechnum spicant)
  • Rohr-Glanzgras (Phalaris arundinacea (subsp. arundinacea))
  • Rotbuche (Fagus sylvatica (subsp. sylvatica))
  • Roter Fingerhut (Digitalis purpurea (subsp. purpurea))
  • Rotes Straussgras (Agrostis capillaris)
  • Rotschwingel (Festuca rubra)
  • Salbei-Gamander (Teucrium scorodonia)
  • Sand-Birke (Betula pendula)
  • Schnabel-Segge (Carex rostrata (subsp. rostrata))
  • Schwarz-Erle (Alnus glutinosa)
  • Siebenstern (Trientalis europaea)
  • Spitzbluetige Binse (Juncus acutiflorus (subsp. acutiflorus))
  • Stechpalme (Ilex aquifolium)
  • Stern-Segge (Carex echinata)
  • Stiel-Eiche (Quercus robur (subsp. robur))
  • Sumpf-Dotterblume (Caltha palustris)
  • Sumpf-Helmkraut (Scutellaria galericulata)
  • Sumpf-Hornklee (Lotus pedunculatus)
  • Sumpf-Kratzdistel (Cirsium palustre)
  • Sumpf-Pippau (Crepis paludosa)
  • Sumpf-Schafgarbe (Achillea ptarmica)
  • Sumpf-Veilchen (Viola palustris (subsp. palustris))
  • Sumpf-Wasserstern Sa. (Callitriche palustris agg.)
  • Sumpf-Weidenroeschen (Epilobium palustre)
  • Teich-Schachtelhalm (Equisetum fluviatile)
  • Teufelsabbiss (Succisa pratensis)
  • Torfmoos unbestimmt (Sphagnum spec.)
  • Trauben-Eiche (Quercus petraea (subsp. petraea))
  • Ufer-Wolfstrapp (Lycopus europaeus)
  • Wald-Geissblatt (Lonicera periclymenum)
  • Wald-Hainsimse (Luzula sylvatica)
  • Wasser-Minze (Mentha aquatica)
  • Wasserpfeffer-Knoeterich (Persicaria hydropiper)
  • Weiches Honiggras (Holcus mollis (subsp. mollis))
  • Weide unbestimmt (Salix spec.)
  • Weisses Straussgras (Agrostis stolonifera)
  • Widertonmoos (Polytrichum spec.)
  • Wiesen-Knoeterich (Bistorta officinalis (subsp. officinalis))
  • Winkel-Segge (Carex remota)
  • Zweiblaettrige Schattenblume (Maianthemum bifolium)
  • Zwiebel-Binse (Juncus bulbosus)
Tierarten:
Schutzziele: Erhaltung und Entwicklung naturnaher Bachtaeler mit Bruchwaeldern, anderen naturnahen Waldbestaenden und von
ehemaligen Hangmoorflaechen
Gefährdungen:
  • Gewaesserausbau
  • nicht bodenstaendige Gehoelze (FW)
  • unerwuenschte Sukzession
Maßnahmen:
  • Beseitigung von Gehoelzen
  • Erhaltung der Laubholzbestockung
  • kein Gewaesserausbau
  • keine Entwaesserung
  • keine wegebaulichen Massnahmen
  • naturnahe Waldbewirtschaftung
  • NSG-Ausweisung / vertragliche Regelung
  • Totholz erhalten
  • Umwandlung in bodenstaendigen Gehoelzbestand
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