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Naturschutzgebiete und Nationalpark Eifel in NRW


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Naturschutzgebiet Wienhagen (MK-122)

Objektbezeichnung:

NSG Wienhagen

Kennung:

MK-122

Ort: Kierspe
Kreis: Maerkischer Kreis
Bezirksregierung: Arnsberg
Digitalisierte Fläche: 10,68 ha
Offizielle Fläche: 10,69 ha
Flächenanzahl: 2
Schutzstatus: NSG, bestehend
Verfahrensstand: LP rechtskraeftig
Inkraft seit: 2001
Inkraft: 2003
Außerkraft: 9999
Schutzziel: Die Festsetzung als NSG erfolgt
- Zur Erhaltung und Entwicklung wertvoller Nasswaelder
(Bach-Erlen-Eschenwald, Erlen-Sumpfwald, Moorbirken-Bruchwald)
und eingelagerten Vermoorungen sowie des Hainsimsen-Buchenwaldes
und des Eichen-Birkenwaldes mit ihren standorttypischen artenreichen
Tiergemeinschaften und Pflanzengesellschaften mit z. T. gefaehrdeten Arten,
- Zur Erhaltung eines Feuerloeschteiches als Artenschutzgewaesser.

Bei diesem Gebiet handelt es sich um eine Teilflaeche des FFH-Natura
2000-Gebietes Nr. DE-4811-302 mit dem Gebietsnamen "Bruchwaelder Woeste"
mit den prioritaeren FFH-Lebensraeumen Birken-Moorwaelder und bach-
begleitende Erlen-Auenwaelder.
Es sind folgende FFH-Lebensraumtypen betroffen
- Moorwaelder (91D0, Prioritaerer Lebensraum) mit dem Schutzziel
Erhaltung und Entwicklung von Moorwaeldern mit ihrer typischen Fauna und Flora,
- Erlen-Eschen- und Weichholz-Auenwälder (91E0, Prioritaerer Lebensraum) mit dem
Schutzziel Erhaltung und Entwicklung von Erlen-Eschenwaeldern mit ihrer typischen
Fauna und Flora in ihren verschiedenen Entwicklungsstufen/Altersphasen und
- Hainsimsen-Buchenwald (9110) mit dem Schutzziel Erhaltung und Entwicklung von
naturnahen Hainsimsen-Buchenwaeldern mit ihrer typischen Fauna und Flora .
Referenzen FFH- und VS-Gebiete:
Referenzen Schutzwürdige Biotope (BK):
  • BK-4811-0006
Kennung:

BK-4811-0006

Objektbezeichnung:

FFH-Gebiet Bruchwaelder Woeste

Link zur Karte: BK-4811-0006
Objektbeschreibung: Nördlich der Ortschaft Kierspe-Woeste erstreckt sich ein größeres Waldgebiet auf dem leicht nach Süden geneigten Berg Wienhagen aus Fichtenforsten und einzelnen Laubwaldparzellen. Innerhalb des Gebietes existiert entlang des teils naturnahen Rohrbaches und seiner Quellbereiche ein vielfältiger, zusammenhängender Komplex aus kleinflächigen Erlen- und Birkenbruchwäldern, trockenen Eichen-Birkenwäldern sowie teils vorangebauten Buchenbeständen. Die Nasswälder sind stellenweise sehr nass und torfmoosreich. Im Süden sind größere Teilbereiche eines Birken-Moorwaldes baumfrei und weisen Massenvorkommen der Moorlilie auf, die hier in flächigen und teils dicht geschlossenen Beständen wächst. Zwischen den Nasswäldern sowie im Norden des Gebietes wurden ehemals Fichtenforste gepflanzt, die z. T. mit Buche unterbaut sind oder wo die Bäume als Folge der Fehlbestockung schwächeln und teils schon umgefallen sind. Hier existieren torfmoosreiche Rinnen und Nassbereiche und im Süden entspringen einige Sickerquellen mit typischer Quellflur. Die Fichten sorgen für eine Entwässerung des Gebietes, was u.a. an der starken Ausbreitung der Adlerfarnbestände in angrenzenden Bruchwaldbereichen zu sehen ist. Im Nordosten des Gebietes existieren einige Buchendickungen, die sich langfristig zu naturnahen Hainsimsen-Buchenwäldern mit hohen Alt- und Totholzanteilen entwickeln sollen. An den Buchendickungen schließen sich kleinflächige Roteichenbestände an. Im Süden eines Quellgebietes des Rohrbaches wurde ein Teich ausgehoben. Südlich davon ist der Bach sehr naturnah ausgebildet, ist flächendeckend mit Moosen bewachsen und mäandriert durch einen etwas breiteren Talboden. Hier stockt ein Erlen-Bruchwald, der in einen bachbegleitenden Erlenbestand übergeht. Im weiteren Verlauf wird der Bach schmaler und verläuft stark begradigt an einem Waldrand entlang. Das Gebiet Wienhagen ist aufgrund des zusammenhängenden Komplexes aus kleinflächigen Erlen- und Birkenbruchwäldern, Sickerquellen mit typischer Quellflur sowie der großen Moorlilienbestände sehr bedeutend. Teilbereiche der ehemaligen Fichtenbestände wurden mit Buchen unterpflanzt, was den Beginn der langfristigen Umwandlung in standorttypische Laubwaldbestände anzeigt. Der Lebensraum Bruchwald mit seinen Quellen in Verbindung mit dem teils naturnahen Bach und den großflächigen Moorlilienbeständen samt dem zugehörigen, typischen Arteninventar ist hier in hervorragender Weise vertreten. In Teilbereichen wurde bereits mit der Umwandlung von Nadelwaldparzellen in standortgerechte Laubwälder begonnen, so dass das Gebiet als FFH-Gebiet "Wienhagen" internationale Bedeutung hat. Der Erhalt, die Optimierung und Vernetzung der gefährdeten und regionaltypischen Lebensraumtypen, Bruchwälder, naturnahe Fließgewässer und Hainsimsen-Buchenwälder stehen im Vordergrund. Die Entwicklungsmaßnahmen konzentrieren sich auf den Umbau der nassen, fehlbestockten Fichtenbestände in Bruch- und Auwälder. Neben der Verbesserung der strukturellen Vielfalt des Gebietes wird hierdurch auch der Wasserhaushalt der Nasswälder sowie der Quell- und Sumpfbereiche einschließlich der darin lebenden spezialisierten Flora und Fauna gefördert. Auf den trockeneren Standorten sollte der Umbau von Nadelholzparzellen zu naturnahen Hainsimsen-Buchenwäldern angestrebt werden.
Lebensraumtypen:
  • Fliessgewaesser der planaren bis montanen Stufe mit Vegetation des Ranunculion fluitantis und des Callitricho-Batrachion <3260> (NaN ha)
  • Feuchte Heiden des nordatlantischen Raums mit Erica tetralix <4010> (0,12 ha)
  • Hainsimsen-Buchenwald (Luzulo-Fagetum) <9110> (9,57 ha)
  • Moorwaelder <91D0> (0,66 ha)
  • Auen-Waelder mit Alnus glutinosa und Fraxinus excelsior (Alno-Padion, Alnion incanae, Salicion albae) <91E0> (0,59 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete Laubwaelder ausserhalb von Sonderstandorten (nicht FFH-LRT) <NA00> (3,76 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete Moor- und Bruchwaelder (nicht FFH-LRT) <NAC0> (1,38 ha)
  • Schutzwuerdiges und gefaehrdetes Nass- und Feuchtgruenland incl. Brachen (nicht FFH-LRT) <NEC0> (0,10 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete Stillgewaesser (nicht FFH-LRT) <NFD0> (0,06 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete Quellbereiche (nicht FFH-LRT) <NFK0> (0,47 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete Fliessgewaesser (nicht FFH-LRT) <NFM0> (0,01 ha)
Geschützte Biotope (§62):
  • Auwaelder (0,59 ha)
  • Bruch- und Sumpfwaelder (2,04 ha)
  • Fliessgewaesserbereiche (natuerlich o. naturnah, unverbaut) (NaN ha)
  • Quellbereiche (0,48 ha)
  • Zwergstrauch-, Ginster-, Wacholderheiden (0,12 ha)
Biotoptypen:
  • Birken-Eichenmischwald <AB2> (0,75 ha)
  • Birkenwald <AD0> (1,37 ha)
  • Eichen-Birkenmischwald <AD1> (1,64 ha)
  • Fichtenwald <AJ0> (11,04 ha)
  • Buchen-Fichtenmischwald <AJ1a> (1,24 ha)
  • Roteichenwald <AO0> (1,37 ha)
  • Kahlschlagflaeche <AT1> (0,94 ha)
  • Nass- und Feuchtwiese <EC1> (0,10 ha)
  • Magergruenland <ED0> (1,04 ha)
  • Teich <FF0> (0,06 ha)
  • Wildacker <HA2> (0,20 ha)
  • ohne Zuordnung <OZ> (NaN ha)
  • Buchenwald <xAA0> (4,19 ha)
  • Nadelbaum-Buchenmischwald <xAA4> (0,29 ha)
  • Fichtenmischwald mit einheimischen Laubbaumarten <xAJ1> (3,85 ha)
  • Erlen-Bruchwald <yAC4> (1,38 ha)
  • Sicker-, Sumpfquelle <yFK2> (0,48 ha)
  • Bachbegleitender Erlenwald <zAC5> (0,59 ha)
  • Birken-Moorwald <zAD5> (0,66 ha)
  • Feuchtheide <zDB0> (0,12 ha)
Rote Liste Arten 2010 NRW:
Planungsrelevante Arten:
Pflanzenarten:
  • Adlerfarn (Pteridium aquilinum (subsp. aquilinum))
  • Bach-Spatenmoos (Scapania undulata)
  • Bachbunge (Veronica beccabunga (subsp. beccabunga))
  • Beinbrech (Narthecium ossifragum)
  • Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus)
  • Bergfarn (Thelypteris limbosperma)
  • Binse (unbestimmt) (Juncus spec.)
  • Brombeere unbestimmt (Rubus spec.)
  • Buchenfarn (Phegopteris connectilis)
  • Douglasie (Pseudotsuga menziesii)
  • Draht-Schmiele (Deschampsia flexuosa)
  • Druesiges Springkraut (Impatiens glandulifera)
  • Eiche (Quercus spec.)
  • Europaeische Laerche (Larix decidua (subsp. decidua))
  • Faulbaum (Frangula alnus (subsp. alnus))
  • Fichte (Picea abies)
  • Flatter-Binse (Juncus effusus (subsp. effusus))
  • Frauenfarn (Athyrium filix-femina)
  • Gewoehnliche Eberesche (Sorbus aucuparia)
  • Hain-Greiskraut Sa. (Senecio nemorensis agg.)
  • Harzer Labkraut (Galium saxatile)
  • Heidelbeere (Vaccinium myrtillus)
  • Hunds-Straussgras (Agrostis canina)
  • Kiefer (unbestimmt) (Pinus spec.)
  • Kleiner Dornfarn (Dryopteris carthusiana)
  • Kriechender Guensel (Ajuga reptans)
  • Langaehrige Segge (Carex elongata)
  • Mauerlattich (Mycelis muralis)
  • Moor-Birke (Betula pubescens)
  • Ohr-Weide (Salix aurita)
  • Pfeifengras (Molinia caerulea)
  • Pfeifengras Sa. (Molinia caerulea agg.)
  • Rippenfarn (Blechnum spicant)
  • Rot-Eiche (Quercus rubra)
  • Rotbuche (Fagus sylvatica (subsp. sylvatica))
  • Roter Fingerhut (Digitalis purpurea (subsp. purpurea))
  • Sand-Birke (Betula pendula)
  • Schwarz-Erle (Alnus glutinosa)
  • Segge unbestimmt (Carex spec.)
  • Siebenstern (Trientalis europaea)
  • Spitzbluetige Binse (Juncus acutiflorus (subsp. acutiflorus))
  • Stechpalme (Ilex aquifolium)
  • Stern-Segge (Carex echinata)
  • Stiel-Eiche (Quercus robur (subsp. robur))
  • Suesskirsche (Prunus avium)
  • Sumpf-Kratzdistel (Cirsium palustre)
  • Sumpf-Reitgras (Calamagrostis canescens)
  • Sumpf-Veilchen (Viola palustris (subsp. palustris))
  • Sumpf-Vergissmeinnicht (Myosotis scorpioides)
  • Torfmoos unbestimmt (Sphagnum spec.)
  • Trauben-Eiche (Quercus petraea (subsp. petraea))
  • Wald-Hainsimse (Luzula sylvatica)
  • Wald-Kiefer (Pinus sylvestris)
  • Wald-Sauerklee (Oxalis acetosella)
  • Wald-Schachtelhalm (Equisetum sylvaticum)
  • Wald-Segge (Carex sylvatica (subsp. sylvatica))
  • Wald-Ziest (Stachys sylvatica)
  • Wasserdost (Eupatorium cannabinum (subsp. cannabinum))
  • Weidenroeschen unbestimmt (Epilobium spec.)
  • Weisse Hainsimse (Luzula luzuloides)
  • Widertonmoos (Polytrichum spec.)
  • Wiesen-Knoeterich (Bistorta officinalis (subsp. officinalis))
  • Winkel-Segge (Carex remota)
  • Zweiblaettrige Schattenblume (Maianthemum bifolium)
Tierarten:
Schutzziele: Umwandlung der Nadelholzbestände in standortgerechte Nass- und Trockenwälder. Weitere Waldumwandlung zu naturnahen und standortgerechten Eichen- und Hainsimsen-Buchenwäldern sowie Bruchwäldern mit hohen Alt- und Totholzanteilen.
Gefährdungen:
  • Entwaesserung, Wasserentnahme, Wasserregime
  • Entwaesserungsgraeben
  • Eutrophierung
  • Gewaesserausbau
  • intensive Forstwirtschaft (FW)
  • Naturverjuengung nicht bodenstaendiger Gehoelze
  • nicht bodenstaendige Gehoelze
  • nicht einheimische Gehoelze (FW)
  • Wegebau
Maßnahmen:
  • Einstellung der Bewirtschaftung
  • Erhoehung des Laubholzanteils
  • kein Gewaesserausbau
  • keine Entwaesserung
  • Naturverjuengung lebensraumtypischer Gehoelze foerdern
  • Naturverjuengung nicht lebensraumtypischer Gehoelze entnehmen
  • Umwandlung in bodenstaendigen Gehoelzbestand
  • Umwandlung von Nadelwald in bodenstaendigen Wald
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