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Naturschutzgebiete und Nationalpark Eifel in NRW


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Naturschutzgebiet Rieselfelder (MS-010)

Objektbezeichnung:

NSG Rieselfelder

Kennung:

MS-010

Ort: Muenster
Kreis: Muenster
Bezirksregierung: Münster
Digitalisierte Fläche: 227,94 ha
Offizielle Fläche: NaN ha
Flächenanzahl: 1
Schutzstatus: NSG, bestehend
Verfahrensstand: LP rechtskraeftig
Inkraft seit: 1994
Inkraft: 1998
Außerkraft: 9999
Schutzziel: gemaess LG Paragraph 20,
- wegen der internationalen Bedeutung dieses Feuchtgebietes als
Rast-, Brut-, Narungs- und Mauserplatz fuer Wat- und Entenvoegel
Referenzen FFH- und VS-Gebiete:
Referenzen Schutzwürdige Biotope (BK):
  • BK-3911-0150
  • BK-3911-916
Kennung:

BK-3911-916

Objektbezeichnung:

NSG "Rieselfelder"

Link zur Karte: BK-3911-916
Objektbeschreibung: Es handelt sich um den Nordteil der ehemaligen Rieselfelder der Stadt Münster zwischen Wöstebach und Münsterscher Aa im Westen und Gitterbach im Osten, der Straße Coermühle im Süden und der Sprakeler Straße im Norden. Die Rieselfelder sind durch ein Wegenetz in zahlreiche Einzelparzellen von jeweils ca. 1-2 ha Groesse aufgeteilt. Die Einzelparzellen werden von grossen Flachgewässern mit breiten Röhrichtsäumen eingenommen, die überwiegend von Schilf, lokal auch von Rohrkolben, Rohrglanzgras, Binsen und Teichsimsen dominiert werden. Am Südwestrand der Fläche stocken nahe des Wöstebaches Erlenbruchwaldreste. Am Nordrand der Teilfläche befinden sich von Binsen und Rohrglanzgras dominierte Feuchtgrünlandbrachen, teilweise mit Flutrasencharakter. Im Nordwest-, Südwest- und Südostteil finden sich auch frische Wiesen bzw. trockene bis frische Grünlandbrachen, lokal ebenfalls mit Flutrasencharakter oder Binsenbeständen. Eine floristische Besonderheit ist das Vorkommen von Dactylorhiza incarnata (138 blühende Individuen, Biol. Stat. Rieselfelder 2004). Kleinflächig stocken im Ostteil Buchen-Eichen- und Roteichenwälder. Am Nordostrand befindet sich ein Vorwald mit Weiden, Erlen, Birken und Eichen. An den Wegen stocken vereinzelt Baumreihen, Baum- und Strauchhecken sowie Einzelbaeume und Gebueschgruppen. Der nördliche Teil derRieselfelder Münster ist zusammen mit dem südlichen Teil ein international bedeutsames Rast- und Brutgebiet für zahlreiche seltene und gefährdete Vogelarten des Anhangs 1 der europäischen Vogelschutzrichtlinie. Sie sind ein landesweit bedeutsamer großflächiger aquatisch-amphibischer Lebensraum mit entsprechender Anziehungskraft für daran angepasste Tierarten, von denen zahlreiche gefährdet sind. Es handelt sich um den größten zusammenhängender Röhrichtbestand im Naturraum. International bedeutsamer Rastplatz bzw. Trittsteinbiotop für durchziehende Vogelarten. Landesweit bedeutsamer Trittsteinbiotop für an aquatisch-amphibische Verhältnisse angepasste Biozönosen. Erhaltung, Pflege und Entwicklung eines international bedeutsamen Rast- und Brutgebietes für zahlreiche seltene und gefährdete Vogelarten und eines landesweit bedeutsamen aquatisch-amphibischen Lebensraumes durch Offenhalten der Wasserflächen und Erhaltung der Röhrichte u.a. Vermeidung einer Verbuschung sowie extensive Beweidung der Grünlandflächen mit Heckrindern. Diese Beschreibung und die nachfolgende Biotoptypenliste basiert auf der Auswertung der Vegetationskartierung der Biologischen Station Rieselfelder Münster aus dem Jahr 2004.
Lebensraumtypen:
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete Laubwaelder ausserhalb von Sonderstandorten (nicht FFH-LRT) <NA00> (2,26 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete Moor- und Bruchwaelder (nicht FFH-LRT) <NAC0> (0,19 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete Suempfe, Riede und Roehrichte (nicht FFH-LRT) <NCC0> (61,96 ha)
  • Schutzwuerdiges und gefaehrdetes Nass- und Feuchtgruenland incl. Brachen (nicht FFH-LRT) <NEC0> (0,44 ha)
Geschützte Biotope (§62):
  • Bruch- und Sumpfwaelder (0,19 ha)
  • Roehrichte (61,96 ha)
  • Seggen- und binsenreiche Nasswiesen (0,44 ha)
Biotoptypen:
  • Buchen-Eichenmischwald <AB1> (4,56 ha)
  • Roteichenwald <AO0> (2,30 ha)
  • Vorwald, Pionierwald <AU2> (2,30 ha)
  • Gebuesch, Strauchgruppe <BB0> (6,89 ha)
  • Hecke <BD0> (2,30 ha)
  • Baumgruppe, Baumreihe <BF0> (2,30 ha)
  • Roehrichtbestand niedrigwuechsiger Arten <CF1> (2,30 ha)
  • Fettwiese <EA0> (2,30 ha)
  • Fettweide <EB0> (9,19 ha)
  • Nass- und Feuchtgruenland <EC0> (2,30 ha)
  • Gruenlandbrache <EE0> (2,30 ha)
  • Teich <FF0> (114,86 ha)
  • Graben <FN0> (2,30 ha)
  • Hochwasserdamm, Deich <HE0> (2,30 ha)
  • Streuobstwiese <HK2> (2,30 ha)
  • Hochstaudenflur, flaechenhaft <LB0> (2,30 ha)
  • Trockene Hochstaudenflur, flaechenhaft <LB2> (2,30 ha)
  • Feld-, Wirtschaftsweg, befestigt <VB1> (4,59 ha)
  • Erlen-Bruchwald <yAC4> (0,19 ha)
  • Roehrichtbestand hochwuechsiger Arten <yCF2> (61,96 ha)
  • Flutrasen <yEC5> (0,44 ha)
Rote Liste Arten 2010 NRW:
Planungsrelevante Arten:
Pflanzenarten:
  • Asch-Weide (Salix cinerea subsp. cinerea)
  • Brombeere Sa. (Rubus sectio Rubus)
  • Bruch-Weide (Salix fragilis)
  • Bucklige Wasserlinse (Lemna gibba)
  • Dreiteiliger Zweizahn (Bidens tripartita (subsp. tripartita))
  • Fluss-Ampfer (Rumex hydrolapathum)
  • Garten-Apfel (Malus domestica)
  • Garten-Birnbaum (Pyrus communis agg.)
  • Gemeiner Wasserdarm (Stellaria aquatica)
  • Gewoehnliche Eberesche (Sorbus aucuparia)
  • Gift-Hahnenfuss (Ranunculus sceleratus (subsp. sceleratus))
  • Haselnuss (Corylus avellana)
  • Kleinbluetige Sumpfkresse (Rorippa palustris (subsp. palustris))
  • Kleine Wasserlinse (Lemna minor)
  • Knick-Fuchsschwanz (Alopecurus geniculatus)
  • Kroeten-Binse (Juncus bufonius)
  • Moor-Greiskraut (Tephroseris palustris)
  • Nickender Zweizahn (Bidens cernua)
  • Ohr-Weide (Salix aurita)
  • Rotbuche (Fagus sylvatica (subsp. sylvatica))
  • Sal-Weide (Salix caprea (subsp. caprea))
  • Sand-Birke (Betula pendula)
  • Schwarz-Erle (Alnus glutinosa)
  • Schwarzer Holunder (Sambucus nigra)
  • Stiel-Eiche (Quercus robur (subsp. robur))
  • Strand-Ampfer (Rumex maritimus)
  • Sumpf-Dotterblume (Caltha palustris)
  • Wald-Geissblatt (Lonicera periclymenum)
  • Wasserpfeffer-Knoeterich (Persicaria hydropiper)
  • Weisses Straussgras (Agrostis stolonifera)
  • Zweigriffliger Weissdorn (Crataegus laevigata)
  • Zwerg-Laichkraut (Potamogeton pusillus)
Tierarten:
Schutzziele: Erhaltung, Pflege und Entwicklung eines international bedeutsamen Rast- und Brutgebietes für zahlreiche seltene und gefährdete Vogelarten und eines landesweit bedeutsamen aquatisch-amphibischen Lebensraumes durch Offenhalten der Wasserflächen und Erhaltung der Röhrichte und weitere Feuchtlebensräume u.a. durch Vermeidung einer Verbuschung sowie extensive Beweidung der Grünlandflächen mit Heckrindern.
Gefährdungen:
  • nicht bodenstaendige Gehoelze (FW)
  • Verlandung als unerwuenschte Sukzession
Maßnahmen:
  • Erhaltung der Gewaesser
  • Pflege von Hecken
  • Umwandlung in bodenstaendigen Gehoelzbestand
  • Vegetationskontrolle
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