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Naturschutzgebiete und Nationalpark Eifel in NRW


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Naturschutzgebiet Die Spey <NE> (NE-006)

Objektbezeichnung:

NSG Die Spey <NE>

Kennung:

NE-006

Ort: Meerbusch
Kreis: Rhein-Kreis Neuss
Bezirksregierung: Düsseldorf
Digitalisierte Fläche: 74,90 ha
Offizielle Fläche: 50,00 ha
Flächenanzahl: 1
Schutzstatus: NSG, bestehend
Verfahrensstand: LP rechtskraeftig
Inkraft seit: 1987
Inkraft: 2013
Außerkraft: 9999
Schutzziel: Die Festsetzung als Naturschutzgebiet erfolgt gemäß § 20 Buchstabe
a), b) und c) LG insbesondere
1.
- zur Erhaltung und Förderung von Lebensgemeinschaften und Lebensstätten wildwachsen-
der Pflanzen- und wildlebender Tierarten, insbesondere zur Erhaltung der wertvollen Korb-
und Silberweidenbestände, der Kies- und Sandbänke, Steilufer und Flachwasserzonen,
der Ruderal- und Uferhochstaudenfluren mit einer artenreichen Avifauna (Vogelwelt) sowie
zur Erhaltung und Förderung der Feuchtwiesen und der Salbeiwiesen,
2.
- wegen der besonderen Eigenart und Schönheit des Ufersaumes des Rheins als charakteri-
stischem Element der niederrheinischen Flußlandschaft,
3.
- zur Sicherung eines regional bedeutsamen Durchzugsgebietes für viele, zum Teil seltene Vogelarten.
Referenzen FFH- und VS-Gebiete:
Referenzen Schutzwürdige Biotope (BK):
  • BK-4606-912
Kennung:

BK-4606-912

Objektbezeichnung:

NSG Die Spey <NE>

Link zur Karte: BK-4606-912
Objektbeschreibung: Das Gebiet stellt einen strukturreichen, rezent überfluteten Rheinauenkomplex dar. Der Überflutungsbereich des Rheines ist teilweise noch naturnah strukturiert mit Sand- und Kiesbänken, Flussmelden- und Uferhochstaudenfluren, Weidengebüschen und Weiden-Auwald. Daneben weist das Gebiet großflächig, teilweise magere, Flachland-Mähwiesen auf, die als artenreiche Glatthaferwiesen ausgeprägt sind. Weiterhin finden sich Reste von Altgewässern, Röhrichte und ein naturnah renaturiertes, an den Rhein angebundenes Abgrabungsgewässer. Das reich strukturierte Deichvorland am Rhein nördlich von Meerbusch-Nierst erhält seinen Wert vor allem durch Auwaldreste, Korbweiden- und Silberweiden-Ufergebüsche. Eine ehemals ornithologisch sehr wertvolle Nassabgrabung wurde fast vollständig verfüllt, nur die Verbindungsstelle zum Rhein ist geblieben. Von dort wurde im Süden vor einigen Jahren eine neue Abgrabung geschaffen, die - inzwischen renaturiert - einen wertvollen Nahrungs- und Rastbiotop für Wasservögel darstellt. Das Umfeld dieses Abgrabungsgewässers wird von einem Komplex aus Sand-Pionierfluren, Ufer-Hochstaudenfluren, Gebüschen und Vorwaldstadien eingenommen. Das sandig-kiesige Rheinufer ist lückig mit Ufer-Hochstaudenfluren bewachsen. Zwischen dieser und dem Weiden-Ufergebüsch, bzw. einem alten Weidenwald befindet sich stellenweise Rohrglanzgras-Röhricht. Dazwischen treten immer wieder offene Sand- und Kiesflächen zu Tage. Das Weidengebüsch weist als Unterwuchs meist eine Hochstaudenflur aus Brennesseln (bis zu 90% Deckung) auf. An lichteren Stellen finden sich als Unterwuchs meist Einart-Bestände von Rohrglanzgras, die oft jedoch auch von Brennesseln durchsetzt sind. Stellenweise dominieren verschiedene Neophyten (Indisches Springkraut, Kanadische Goldrute, Japanischer Knöterich). Auf lichtungsähnlichen Standorten zwischen den Gebüschen wachsen ebenfalls grossflächige Rohrglanzgras-Röhrichte. Auf der ehemaligen Landzunge zwischen dem Rhein und der inzwischen verfüllten Abgrabung stockt ein alter Silber- Weiden-Wald, der ebenfalls reichen Unterwuchs aus ruderalen Hochstauden (Brennesseln) aufweist. Der Waldbestand ist ausserdem totholzreich. An einem nach Norden reichenden Arm des Abgrabungsgewässers wächst kleinflächig ein junger Weidenwald mit kaum entwickelter Krautschicht. Hieran schliesst sich nach Westen das Fragment eines Hartholz-Auenwaldes mit Eschen, Eichen und Pappeln an. Die Krautschicht wird auch hier von Brennesseln beherrscht. Der südliche und südwestliche Teil des Gebiets wird teils von Äckern, teils von Fettweiden eingenommen. Hier befinden sich einige Einzelbäume und im Osten eine Baumreihe aus Pappeln. Ein mit Röhricht und Hochstaudenfluren bewachsener, verlandeter Altarm durchzieht die östlichste Weidefläche. Der nördliche Teil des NSG wird von einer grösseren , teils brachgefallen Glatthaferwiese eingenommen. Ein trockengefallener Teich befindet sich inmitten eines Feldgehölzes, dessen Baumschicht Pappeln, Weiden und Erlen bilden. Die Angaben zu den Tierarten wurden z.T. aus früheren Kartierungen übernommen und ergänzt. Im Norden schliesst sich das auf Krefelder Stadtgebiet liegende NSG Die Spey <KR-003> an. Im Gebiet kommen folgende Biotoptypen nach Paragraph 62 LG vor: Auwald (AE2), naturnahes Fliessgewässer (FO2), Magerwiesen und -weiden (EA1).
Lebensraumtypen:
Geschützte Biotope (§62):
Biotoptypen:
  • Pappelwald <AF0> (2,27 ha)
  • Vorwald, Pionierwald <AU2> (4,53 ha)
  • Feldgehoelz <BA0> (0,76 ha)
  • Gebuesch, Strauchgruppe <BB0> (4,53 ha)
  • Baumreihe <BF1> (0,76 ha)
  • Roehrichtbestand <CF0> (0,76 ha)
  • Fettweide <EB0> (1,51 ha)
  • Gruenlandbrache <EE0> (7,55 ha)
  • Abgrabungsgewaesser <FG0> (7,55 ha)
  • Tieflandfluss <FO2> (6,80 ha)
  • Acker <HA0> (6,04 ha)
  • ohne Zuordnung <OZ> (NaN ha)
  • Fettwiese, Flachlandausbildung (Glatthaferwiese) <xEA1> (12,08 ha)
  • Gewaesserbegleitender feuchter Saum bzw. linienf. Hochstaudenflur <xKA2> (0,76 ha)
  • Weiden-Auenwald <zAE2> (18,88 ha)
  • Tieflandfluss <zFO2> (0,76 ha)
Rote Liste Arten 2010 NRW:
Planungsrelevante Arten:
Pflanzenarten:
  • Acker-Kratzdistel (Cirsium arvense)
  • Acker-Witwenblume (Knautia arvensis)
  • Ampfer-Knoeterich (Persicaria lapathifolia)
  • Arznei- Engelwurz (Angelica archangelica)
  • Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus)
  • Bruch-Weide (Salix fragilis)
  • Dreiteiliger Zweizahn (Bidens tripartita (subsp. tripartita))
  • Druesiges Springkraut (Impatiens glandulifera)
  • Echte Zaunwinde (Calystegia sepium)
  • Eingriffliger Weissdorn (Crataegus monogyna)
  • Esche (Fraxinus excelsior (subsp. excelsior))
  • Feld-Ahorn (Acer campestre)
  • Gaense-Fingerkraut (Potentilla anserina)
  • Gelbe Wiesenraute (Thalictrum flavum)
  • Gemeine Nachtkerze (Oenothera biennis)
  • Gemeiner Beifuss (Artemisia vulgaris)
  • Gemeiner Blutweiderich (Lythrum salicaria)
  • Gemeiner Gilbweiderich (Lysimachia vulgaris)
  • Gewoehnlicher Glatthafer (Arrhenatherum elatius (subsp. elatius))
  • Giersch (Aegopodium podagraria)
  • Goldhafer (Trisetum flavescens)
  • Grosse Brennessel (Urtica dioica)
  • Grossfruechtige Spitzklette (Sa.) (Xanthium orientale agg.)
  • Haselnuss (Corylus avellana)
  • Hunds-Rose (Rosa canina)
  • Kleiner Klee (Trifolium dubium)
  • Knoblauchsrauke (Alliaria petiolata)
  • Korb-Weide (Salix viminalis)
  • Kratzbeere (Rubus caesius)
  • Kriechende Quecke (Elymus repens)
  • Kriechendes Fingerkraut (Potentilla reptans)
  • Land-Reitgras (Calamagrostis epigejos)
  • Mandel-Weide (Salix triandra)
  • Neubelgien-Aster (Symphyotrichum novi-belgii)
  • Orangerotes Habichtskraut (Hieracium aurantiacum)
  • Pappel unbestimmt (Populus spec.)
  • Purpur-Weide (Salix purpurea)
  • Rainfarn (Tanacetum vulgare)
  • Rauher Loewenzahn (Leontodon hispidus)
  • Rohr-Glanzgras (Phalaris arundinacea (subsp. arundinacea))
  • Rotbuche (Fagus sylvatica (subsp. sylvatica))
  • Rote Lichtnelke (Silene dioica)
  • Roter Gaensefuss (Chenopodium rubrum)
  • Rundblaettrige Glockenblume (Campanula rotundifolia)
  • Sal-Weide (Salix caprea (subsp. caprea))
  • Schilf (Phragmites australis (subsp. australis))
  • Schlank-Segge (Carex acuta)
  • Schwarzer Holunder (Sambucus nigra)
  • Silber-Weide (Salix alba (subsp. alba))
  • Spargel (Asparagus officinalis (subsp. officinalis))
  • Ufer-Wolfstrapp (Lycopus europaeus)
  • Unbewehrte Trespe (Bromus inermis)
  • Wald-Reitgras (Calamagrostis arundinacea)
  • Weisse Taubnessel (Lamium album)
  • Wiesen-Bocksbart (Tragopogon pratensis subsp. pratensis)
  • Wiesen-Flockenblume (Centaurea jacea)
  • Wiesen-Fuchsschwanzgras (Alopecurus pratensis)
  • Wiesen-Margerite Sa. (Leucanthemum vulgare agg.)
  • Wiesen-Storchschnabel (Geranium pratense)
  • Wilde Moehre (Daucus carota (subsp. carota))
  • Wilde Sumpfkresse (Rorippa sylvestris)
  • Wolliger Schneeball (Viburnum lantana)
  • Zottiges Weidenroeschen (Epilobium hirsutum)
Tierarten:
  • Admiral (Vanessa atalanta)
  • Bekassine (Gallinago gallinago)
  • Kiebitz (Vanellus vanellus)
  • Kranich (Grus grus)
  • Mauerfuchs (Lasiommata megera)
  • Ochsenauge (Maniola jurtina)
  • Rebhuhn (Perdix perdix)
  • Saatgans (Anser fabalis)
  • Wachtelkoenig (Crex crex)
Schutzziele: Erhaltung und Optimierung von reich strukturiertem Deichvorland am Ufer des Rheines mit Ufer-Spülsäumen, Weichholz-Auwäldern, artenreichen Ufer-Staudensäumen, mageren Flachland-Mähwiesen und renaturierten Abgrabungsflächen als Lebensraum für gefährdete Tier- und Pflanzenarten und als überregional bedeutsames Vogeldurchzugs- und Überwinterungsgebiet
Gefährdungen:
  • Beseitigung alter Baeume
  • Einwanderung, Ausbreitung Neophyten
  • Freizeitaktivitaeten
  • Gewaesserunterhaltung (WA)
  • Gewaesserverunreinigung (SP)
  • Muellablagerung
  • nicht bodenstaendige Gehoelze (FW)
  • Verfuellung
Maßnahmen:
  • Altholz erhalten
  • der Sukzession ueberlassen
  • Erhaltung der Gewaesser
  • Erhaltung der Landschaftsstrukturen
  • Erhaltung der Ueberschwemmungsdynamik
  • extensive Gruenlandbewirtschaftung, Mahd
  • Gruenland anlegen, wiederherstellen
  • NSG-Erweiterung / vertragliche Regelung
  • Totholz erhalten
  • Umwandlung in bodenstaendigen Gehoelzbestand
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