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Naturschutzgebiete und Nationalpark Eifel in NRW


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Naturschutzgebiet Kraehenpfuhl (OE-005)

Objektbezeichnung:

NSG Kraehenpfuhl

Kennung:

OE-005

Ort: Kirchhundem
Kreis: Olpe
Bezirksregierung: Arnsberg
Digitalisierte Fläche: 4,72 ha
Offizielle Fläche: 4,70 ha
Flächenanzahl: 2
Schutzstatus: NSG, bestehend
Verfahrensstand: VO rechtskraeftig
Inkraft seit: 1953
Inkraft: 2004
Außerkraft: 2024
Schutzziel:
Referenzen FFH- und VS-Gebiete:
Referenzen Schutzwürdige Biotope (BK):
  • BK-4914-0085
Kennung:

BK-4914-0085

Objektbezeichnung:

NSG Krähenpfuhl

Link zur Karte: BK-4914-0085
Objektbeschreibung: Biotopkomplex mit zwei Teilflächen aus Wacholderheide, Moorwäldern und Quellmooren auf staunasser Sattellage am Katzenstein westlich Nieder-Albaum. Das nördliche Teilgebiet "Krähenpfuhl" ist ca. 3 ha groß und besteht überwiegend aus einer teils moorigen Wacholderheide mit vielen gutwüchsigen, bis 4 m hohen Wacholdern. Sie werden von zahlreichen einzelnen Bäumen, zumeist Kiefern und Birken, locker überschirmt. Die in einer nordexponierten flachen Hangmulde liegende Wacholderheide ist überwiegend als Pfeifengras-Feuchtheide, teils als trockene Bergheide ausgebildet. Entlang eines bereits mit Torfmoosen zugewachsenen Grabens sind ist eine Niedermoor-Vegetation ausgeprägt, in Quellbereichen an mehreren Stellen am östlichen und südlichen Oberhang gehen die Niedermoore in kleinflächige Hochmoor-Bereiche über (Dominanz der Hochmoor-Torfmoose Sphagnum magellanicum, S. papillosum und S. rubellum, die Torfmoos-Polster sind überzogen von der Moosbeere, daneben die Scheidiges und Schmalblättriges Wollgras. Die im Sauerland äußers seltene Moorbeere konnte hier bis 2009 vorgefunden werden, die Nachsuche 2016 blieb erfolglos). Am nördlichen Rand stockt beiderseits eines Quellbaches ein kleiner Birken-Moorwald mit viel Schwarzerle und einer moos- und farnreichen Krautschicht. Dieser Bereich ist von einem schmalen Saum Eichenwald umgeben, an den sich großflächig Kiefern- und Fichtenforsten anschließen. Im östlich angrenzenden Kieferwald sind unter einem lichten Kiefern-Schirm zahlreiche Jungpflanzen von Wacholder zu finden (außerhalb der NSG-Fläche, NSG-Erweitungsvorschlag BK-4914-0258). Am südlichen Rand schließt eine dank der Pflegemaßnahmen bereits als Calluna-Heide anzusprechende Fläche an, die aus einem Kahlschlag nach Flächenankauf hervorgegangen ist. Westlich davon stockt ein pfeifengrasreicher Moorbirken-Wald, der frequent mit Fichten durchsetzt ist. Frühere floristische Angaben (Drosera rotundifolia, Lycopodium clavatum, Juncus squarrosus) deuten auf eine noch lichtere und etwas mehr mechanisch beanspruchte Situation mit offenen Bodenstellen, Trittstellen usw. hin. Das südliche Teilgebiet "Stüvelhagen" ist gut 1 ha groß und mit einem bachbegleitenden, quellig vernässten Erlenbruchwald bestockt. Er weist geringes bis mittleres Baumholz mit teilweise mehrstämmiger Wuchsweise auf. Neben einer allgemein üppigen und artenreichen Krautschicht finden sich ausgedehnte Torfmoospolster. Am Nordrand befindet sich direkt angrenzend an den Fichtenwald ein auffallend oligotropher Moorstreifen mit viel Sphagnum magellanicum. Östlich davon ist ein torfmoosreicher Birken-Moorwald entwickelt, der an den trockenen Stellen in einen Birkenwald übergeht. Dieser oligotrope Moostreifen könnte bereit sin Kürze beeinträchtigt werden durch eine Buchen-Unterpflanzen im nördlich angrenzenden Fichtenwald. Falls sich hier ein Buchenwald etabliert, könnte das angewehte Buchenlaub den aktuell noch hervorragenen Moorcharakter des Teilgebietes Stüvelhagen mit seinen großen Raritäten beeinträchtigen. Daher sollten im Bereich eine Pufferfläche von 50 m zum Moor die Buchenaufforstungen zurückgenommen werden. Es handelt sich um einen regional bedeutsamen Biotopkomplex aus mäßig feuchter Wacholderheide, Hangquellmoor mit torfmoosreichem Moorbirkenbruch und Erlenbruchwald sowie dem Vorkommen zahlreicher Pflanzen- und Moosarten der Roten Liste. Die Biotopfläche ist ein eigenständiges Biotopverbundelement "Krähenpfuhl-Katzenstein" auf staunasser Sattellage zwischen zwei Teilflächen des ausgedehnten Tal-Biotopverbundes des Hundembaches mit Quell-, Nebenbächen und Hangwäldern. Wichtige Maßnahmen sind Erhalt und Optimierung der Offenland-Biotope; alle hier aktuell und früher vorkommenden Rote-Liste-Pflanzenarten sind lichtliebend. Wünschenswert ist langfristig die Einbeziehung und Wiederherstellung des ehemaligen Flachgewässers (der eigentliche "Krähenpfuhl"), die großräumige Freistellung von Fichten und die Umwandlung in Heide- und Moorbiotope.

Hinweis: Die Angaben zu den Lebensraumtypen, Biotoptypen, Pflanzen- und Tierarten beziehen sich jeweils auf ein oder mehrere referenzierte BK-Objekte. Wenn diese in Einzelfällen größer als das NSG sind, können sich die Angaben auf Teilflächen außerhalb des NSG beziehen und damit z.B. die Flächensumme aller LRTs größer als die Fläche des NSGs sein kann.

Lebensraumtypen:
  • Trockene europäische Heiden <4030> (0,40 ha)
  • Wacholderbestände auf Zwergstrauchheiden oder Kalkhalbtrockenrasen <5130> (1,73 ha)
  • Noch renaturierungsfähige degradierte Hochmoore <7120> (0,17 ha)
  • Übergangs- und Schwingrasenmoore <7140> (0,37 ha)
  • Moorwälder <91D0> (0,40 ha)
  • Erlen-Eschen- und Weichholz-Auenwälder <91E0> (0,94 ha)
  • Laubwälder ausserhalb von Sonderstandorten <NA00> (0,30 ha)
  • Hochmoore, Übergangsmoore und Torfstiche <NCA0> (0,06 ha)
  • Habitate für ausgewählte Tier-, Pflanzen- und Pilzarten <NHAB> (0,30 ha)
Geschützte Biotope (§62):
Biotoptypen:
  • Eichenwald <AB0> (0,13 ha)
  • Erlenmischwald mit einheimischen Laubbaumarten <AC1> (0,94 ha)
  • Birkenwald <AD0> (0,58 ha)
  • Fichtenwald <AJ0> (0,30 ha)
  • Hochmoor-, Torfmoos- bzw. Binsenaspekt <CA1> (0,10 ha)
  • Hochmoor-Feuchtheideaspekt <CA2> (0,13 ha)
  • Uebergangs-, Zwischenmoor, Quellmoor <CA3> (0,37 ha)
  • Wacholder-Heide <DA4> (1,73 ha)
  • Bergheide-Beerenstrauchheide <DA5> (0,40 ha)
Rote Liste Arten 2010 NRW:
Planungsrelevante Arten:
Pflanzenarten:
  • Acker-Minze (Mentha arvensis)
  • Bergfarn (Thelypteris limbosperma)
  • Besenheide (Calluna vulgaris)
  • Birke unbestimmt (Betula spec.)
  • Blutwurz (Potentilla erecta (subsp. erecta))
  • Braune Segge (Carex nigra)
  • Brombeere unbestimmt (Rubus spec.)
  • Bruchblattmoos (Dicranodontium denudatum)
  • Draht-Schmiele (Deschampsia flexuosa)
  • Dreilappiges Peitschenmoos (Bazzania trilobata)
  • Eiche (Quercus spec.)
  • Europaeische Laerche (Larix decidua (subsp. decidua))
  • Faulbaum (Frangula alnus (subsp. alnus))
  • Fichte (Picea abies)
  • Flatter-Binse (Juncus effusus (subsp. effusus))
  • Flutender Schwaden (Glyceria fluitans)
  • Gefranstes Torfmoos (Sphagnum fimbriatum)
  • Gekruemmtes Torfmoos (Sphagnum flexuosum)
  • Gemeines Weissmoos (Leucobryum glaucum)
  • Geoehrtes Torfmoos (Sphagnum denticulatum)
  • Gewoehnlicher Heide-Wacholder (Juniperus communis subsp. communis)
  • Goldenes Frauenhaar (Polytrichum commune)
  • Grau-Segge (Carex canescens)
  • Harzer Labkraut (Galium saxatile)
  • Heidelbeere (Vaccinium myrtillus)
  • Hirse-Segge (Carex panicea)
  • Hochmoor-Schlitzkelchmoos (Odontoschisma sphagni)
  • Hunds-Straussgras (Agrostis canina)
  • Kahnblaettriges Torfmoos (Sphagnum palustre)
  • Karpaten-Birke (Betula pubescens subsp. carpatica)
  • Kleiner Dornfarn (Dryopteris carthusiana)
  • Knaeuel-Binse (Juncus conglomeratus)
  • Kriechender Guensel (Ajuga reptans)
  • Kunzes Bart-Spitzmoos (Barbilophozia kunzeana)
  • Mittleres Torfmoos (Sphagnum magellanicum)
  • Moor-Birke (Betula pubescens)
  • Moor-Kopfsprossmoos (Cephalozia connivens)
  • Moor-Zipfelmoos (Fossombronia foveolata)
  • Moorbeere (Vaccinium uliginosum)
  • Moos-Widertonmoos (Polytrichum strictum)
  • Moosbeere (Vaccinium oxycoccos)
  • Nees Bartkelchmoos (Calypogeia neesiana)
  • Ohr-Weide (Salix aurita)
  • Pfeifengras (Molinia caerulea)
  • Preiselbeere (Vaccinium vitis-idaea (subsp. vitis-idaea))
  • Rasen-Schmiele (Deschampsia cespitosa)
  • Rippenfarn (Blechnum spicant)
  • Roetliches Torfmoos (Sphagnum rubellum)
  • Rotbuche (Fagus sylvatica (subsp. sylvatica))
  • Rundes Torfmoos (Sphagnum teres)
  • Sand-Birke (Betula pendula)
  • Scheiden-Wollgras (Eriophorum vaginatum)
  • Schmalblaettriges Wollgras (Eriophorum angustifolium)
  • Schnabel-Segge (Carex rostrata (subsp. rostrata))
  • Schoenes Federchenmoos (Ptilidium pulcherrimum)
  • Schuppenfruechtige Gelb-Segge (Carex lepidocarpa (subsp. lepidocarpa))
  • Schwanenhals-Sternmoos (Mnium hornum)
  • Schwarz-Erle (Alnus glutinosa)
  • Siebenstern (Trientalis europaea)
  • Spitzblaettriges Torfmoos (Sphagnum capillifolium)
  • Spitzblaettriges Torfmoos (Varietaet) (Sphagnum capillifolium var. capillifolium)
  • Spitzbluetige Binse (Juncus acutiflorus (subsp. acutiflorus))
  • Sprossender Baerlapp (Lycopodium annotinum (subsp. annotinum))
  • Stern-Segge (Carex echinata)
  • Sumpf-Labkraut (Galium palustre)
  • Sumpf-Pippau (Crepis paludosa)
  • Sumpf-Streifensternmoos (Aulacomnium palustre)
  • Sumpf-Veilchen (Viola palustris (subsp. palustris))
  • Sumpf-Wasserstern Sa. (Callitriche palustris agg.)
  • Tannen-Baerlapp (Huperzia selago (subsp. selago))
  • Tetraphis pellucida (Tetraphis pellucida)
  • Torfmoos unbestimmt (Sphagnum spec.)
  • Truegerisches Torfmoos (Sphagnum fallax)
  • Ufer-Wolfstrapp (Lycopus europaeus)
  • Wacholder (Juniperus communis)
  • Wald-Geissblatt (Lonicera periclymenum)
  • Wald-Kiefer (Pinus sylvestris)
  • Wald-Sauerklee (Oxalis acetosella)
  • Warziges Torfmoos (Sphagnum papillosum)
  • Zweispitziges Kopfsprossmoos (Cephalozia bicuspidata)
Tierarten:
Schutzziele: Erhaltung und Optimierung eines Biotopkomplexes aus Hang- und Quellmooren, Bruchwäldern und feuchter Bergheide
Gefährdungen:
  • nicht bodenstaendige Gehoelze (FW)
  • unerwuenschte Sukzession
Maßnahmen:
  • Beseitigung von Gehoelzen
  • Erhaltung der Landschaftsstrukturen
  • Totholz erhalten
  • Vegetationskontrolle
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