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Naturschutzgebiete und Nationalpark Eifel in NRW


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Naturschutzgebiet Witte Berge und Deutener Moore (RE-005)

Objektbezeichnung:

NSG Witte Berge und Deutener Moore

Kennung:

RE-005

Ort: Dorsten
Kreis: Recklinghausen
Bezirksregierung: Münster
Digitalisierte Fläche: 87,28 ha
Offizielle Fläche: 85,22 ha
Flächenanzahl: 1
Schutzstatus: NSG, bestehend
Verfahrensstand: VO rechtskraeftig
Inkraft seit: 1965
Inkraft: 1968
Außerkraft: 9999
Schutzziel: Die Unterschutzstellung erfolgt gemaess LG Paragraph 20a,c

- Erhaltung eines wertvollen komplexen Gebietes <Heide- und Moorlandschaft>,
- alle Moortypen auf kleinem Raum ausgebildet < Erhaltung seltener Pflanzenarten>,
- Calluna-Heide, teilweise mit Wacholderbestand, verlandendes Heidegewaesser
mit reichhaltiger Vegetation,
- Erhaltung eines Lebensraumes fuer Insekten,
- Sicherung der Eigenart und Schoenheit des Gebietes.
Referenzen FFH- und VS-Gebiete:
Referenzen Schutzwürdige Biotope (BK):
  • BK-4207-0023
Kennung:

BK-4207-0023

Objektbezeichnung:

NSG Witte Berge und Deutener Moore

Link zur Karte: BK-4207-0023
Objektbeschreibung: Das Naturschutzgebiet besteht aus zwei verschiedenen Biotopkomplexen, einem stark bewegten, überwiegend mit Kiefern bestockten Dünengelände mit vermoorten Senken (Teilgebiet "Witte Berge" im Süden) sowie einem ausgedehnten Erlenbruchwald (Teilgebiet "Deutener Moore" im Norden). Das südliche Teilgebiet "Witte Berge" ist ein leicht welliges Dünengelände, in dem nur im Nordosten ein Eichen-Birkenwald ausgebildet ist. Ansonsten dominieren Kiefernforste mit zwergstrauchreicher Krautschicht, denen im östlichen Teil aber auch Eichen und Birken (zumindest in der Strauchschicht) beigemengt sind, während im westlichen Teil nur die Späte Traubenkirsche einen zumeist sehr dichten Unterwuchs bildet. Im Südwesten des Gebietes liegt auch eine knapp 1 ha große, teilweise vergraste Wacholderheide, die regelmäßig entkusselt wird (auch ganz frisch zum Kartierzeitpunkt), da sich die Späte Traubenkirsche immer weiter ausbreitet. In dem Dünengelände sind außerdem mehrere kleine ehemalige Sandentnahmestellen vorhanden, die teilweise noch offene Sandflächen tragen und mit fragmentarisch ausgebildeten Sandtrockenrasen bewachsen sind. Zwischen den Dünen befinden sich mehrere vermoorte Senken, die überwiegend mit Pfeifengras bestanden sind. Etwa im Zentrum des Naturschutzgebietes liegt inmitten einer vermoorten Senke ein heute weitgehend verlandeter Heideweiher, das "Schwarze Venn". Das ca. 15 x 30 m große Gewässer weist teilweise Seerosen- und Laichkrautdecken auf. An den Rändern dominieren Torfmoospolster, in denen mehrere seltene Pflanzenarten (u. a. Wollgras, Sonnentau, Lungenenzian) vorkommen. Nach Süden und Osten grenzt ein ausgedehnter Übergangsmoor-Bereich an, in dem neben Torfmoosen die Flatterbinse dominiert. Nördlich des Heideweihers liegt eine ca. 1 ha große Pfeifengras-Feuchtheide, die lokal von Adlerfarnherden durchdrungen wird. An mehreren Stellen wurde hier abgeplaggt. In diesen Bereichen kommen vermehrt Heidekraut und Glockenheide auf. Nördlich an das Dünengelände schließt sich ein ausgedehnter Niedermoorkomplex an. Es handelt sich um das "Brosthauser Wiesenmoor", ursprünglich ein Kalk-Flachmoor, das zahlreiche botanische Besonderheiten beherbergte (u. a. Schoenus nigricans, Eriophorum gracile, Carex pulicaris, Drosera anglica, Cladium mariscus, s. RUNGE 1978). Der Kalk-Flachmoorcharakter des Gebietes ist vollständig verloren gegangen und die mächtige Niedermoor-Torfschicht ist heute zumeist von einem Erlenbruchwald bestockt, der stellenweise niederwaldartig bewirtschaftet worden ist (viele mehrschäftige Erlen). Das Flachmoor wird von einigen Gräben durchzogen, die den Erlenbruch teilweise erheblich entwässert haben (Stelzwurzeln, Dominanz von Himbeere und Brombeere in der Strauch- und Krautschicht). Neben diesen stark beeinträchtigten Bereichen gibt es auch noch nasse Teilflächen mit zahlreichen Nässezeigern in der Krautschicht; einige Kleingewässer sind vorhanden. Im Erlenbruchwald finden sich insbesondere in den nassesten Teilbereichen Wildschweinsuhlen, die als erhebliche Beeinträchtigungen zu werten sind. Im Nordwesten wurde ein kleiner Teilbereich des Erlenbruchwalds geschlagen. Die Stockausschläge werden regelmäßig zurück geschnitten, die röhrichtartige Vegetation teilweise gemäht. Am Südostrand des Niedermoorkörpers sind kleinere Fichtenforste vorhanden, die teilweise abgetrieben wurden. Das östlich angrenzende Grünland weist teilweise ausgedehnte Flutrasen auf. Die Fläche ist ein sehr selten anzutreffender Lebensraumkomplex mit zahlreichen Refugiallebensräumen und vielen seltenen Biotoptypen und Arten. Durch ihre Ausstattung besitzt sie eine große Bedeutung innerhalb des landesweiten Biotopverbundes. Entwicklungsmaßnahmen sollten auf den Erhalt dieser reichhaltigen Ausstattung abzielen, u. a. durch eine weitere Wiedervernässung des Erlenbruchwaldes, weiteres konsequentes Abplaggen der Feuchtheidebereiche und Entkusselung der Wacholderheide. Die weitere Entwicklung bodenständiger Waldgesellschaften sollte durch Waldumbau gefördert und das Grünland extensiv weitergeführt werden.
Lebensraumtypen:
  • Natuerliche eutrophe Seen mit einer Vegetation des Magnopotamions oder Hydrocharitions <3150> (0,07 ha)
  • Dystrophe Seen und Teiche <3160> (0,04 ha)
  • Wacholderbestaende auf Zwergstrauchheiden oder Kalkhalbtrockenrasen <5130> (0,74 ha)
  • Uebergangs- und Schwingrasenmoore <7140> (0,35 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete Laubwaelder ausserhalb von Sonderstandorten (nicht FFH-LRT) <NA00> (5,30 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete Moor- und Bruchwaelder (nicht FFH-LRT) <NAC0> (8,45 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete Waelder auf Duenenstandorten und naehrstoffarmen Sandboeden (nicht FFH-LRT) <NAD0> (15,90 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete Suempfe, Riede und Roehrichte (nicht FFH-LRT) <NCC0> (0,37 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete Feuchtheiden (nicht FFH-LRT) <NDB0> (1,51 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete Silikattrockenrasen (nicht FFH-LRT) <NDC0> (0,26 ha)
  • Schutzwuerdiges und gefaehrdetes Nass- und Feuchtgruenland incl. Brachen (nicht FFH-LRT) <NEC0> (1,21 ha)
Geschützte Biotope (§62):
  • Bruch- und Sumpfwaelder (8,45 ha)
  • Moore (0,35 ha)
  • Roehrichte (0,37 ha)
  • Seggen- und binsenreiche Nasswiesen (1,21 ha)
  • stehende Binnengewaesser (natuerlich o. naturnah, unverbaut) (0,12 ha)
  • Trockenrasen (0,26 ha)
  • Zwergstrauch-, Ginster-, Wacholderheiden (1,74 ha)
Biotoptypen:
  • Birken-Eichenmischwald <AB2> (4,50 ha)
  • Erlenwald <AC0> (5,30 ha)
  • Birkenwald <AD0> (1,90 ha)
  • Fichtenwald <AJ0> (0,60 ha)
  • Kiefernwald <AK0> (46,00 ha)
  • Kiefernmischwald mit einheimischen Laubbaumarten <AK1> (9,50 ha)
  • Schlagflur <AT0> (0,60 ha)
  • Pfeifengras-Feuchtheide <DB2> (0,50 ha)
  • Fettwiese <EA0> (1,50 ha)
  • Gruenlandbrache <EE0> (1,60 ha)
  • Graben <FN0> (0,05 ha)
  • Erlen-Bruchwald <yAC4> (8,45 ha)
  • Roehrichtbestand hochwuechsiger Arten <yCF2> (0,37 ha)
  • Pfeifengras-Feuchtheide <yDB2> (1,01 ha)
  • Straussgrasrasen <yDC3> (0,26 ha)
  • Flutrasen <yEC5> (1,21 ha)
  • Uebergangs-, Zwischenmoor, Quellmoor <zCA3> (0,35 ha)
  • Wacholder-Heide <zDA4> (0,74 ha)
  • stehendes Kleingewaesser <zFD0> (0,07 ha)
  • Heideweiher <zFE1> (0,04 ha)
Rote Liste Arten 2010 NRW:
Planungsrelevante Arten:
Pflanzenarten:
  • Acker-Kratzdistel (Cirsium arvense)
  • Adlerfarn (Pteridium aquilinum (subsp. aquilinum))
  • Behaarte Segge (Carex hirta)
  • Besenheide (Calluna vulgaris)
  • Bitteres Schaumkraut (Cardamine amara)
  • Bittersuesser Nachtschatten (Solanum dulcamara)
  • Brombeere Sa. (Rubus sectio Rubus)
  • Draht-Schmiele (Deschampsia flexuosa)
  • Echte Brunnenkresse (Nasturtium officinale)
  • Echte Glockenheide (Erica tetralix)
  • Echtes Maedesuess (Filipendula ulmaria (subsp. ulmaria))
  • Fichte (Picea abies)
  • Flatter-Binse (Juncus effusus (subsp. effusus))
  • Flutender Schwaden (Glyceria fluitans)
  • Frauenfarn (Athyrium filix-femina)
  • Gelbe Schwertlilie (Iris pseudacorus)
  • Gemeine Sumpfsimse (Eleocharis palustris)
  • Gemeine Waldsimse (Scirpus sylvaticus)
  • Gemeiner Gilbweiderich (Lysimachia vulgaris)
  • Gemeines Ferkelkraut (Hypochaeris radicata (subsp. radicata))
  • Gewoehnliche Eberesche (Sorbus aucuparia)
  • Gewoehnliches Leinkraut (Linaria vulgaris)
  • Grosse Brennessel (Urtica dioica)
  • Harzer Labkraut (Galium saxatile)
  • Heidelbeere (Vaccinium myrtillus)
  • Himbeere (Rubus idaeus)
  • Hunds-Straussgras (Agrostis canina)
  • Kleinbluetiges Springkraut (Impatiens parviflora)
  • Kleine Wasserlinse (Lemna minor)
  • Kleiner Dornfarn (Dryopteris carthusiana)
  • Kleiner Sauerampfer (Rumex acetosella)
  • Knick-Fuchsschwanz (Alopecurus geniculatus)
  • Knoeterich-Laichkraut (Potamogeton polygonifolius)
  • Kriechender Hahnenfuss (Ranunculus repens)
  • Laichkraut (unbestimmt) (Potamogeton spec.)
  • Lungen-Enzian (Gentiana pneumonanthe)
  • Moor-Birke (Betula pubescens)
  • Ohr-Weide (Salix aurita)
  • Pfeifengras (Molinia caerulea)
  • Preiselbeere (Vaccinium vitis-idaea (subsp. vitis-idaea))
  • Rasen-Schmiele (Deschampsia cespitosa)
  • Rispen-Segge (Carex paniculata (subsp. paniculata))
  • Rotes Straussgras (Agrostis capillaris)
  • Rotschwingel (Festuca rubra)
  • Rundblaettriger Sonnentau (Drosera rotundifolia)
  • Salbei-Gamander (Teucrium scorodonia)
  • Sand-Birke (Betula pendula)
  • Sand-Segge (Carex arenaria)
  • Sand-Straussgras (Agrostis vinealis)
  • Schilf (Phragmites australis (subsp. australis))
  • Schmalblaettriger Merk (Berula erecta)
  • Schmalblaettriges Greiskraut (Senecio inaequidens)
  • Schmalblaettriges Wollgras (Eriophorum angustifolium)
  • Schnabel-Segge (Carex rostrata (subsp. rostrata))
  • Schwarz-Erle (Alnus glutinosa)
  • Schwimmendes Laichkraut (Potamogeton natans)
  • Segge unbestimmt (Carex spec.)
  • Spaetbluehende Traubenkirsche (Prunus serotina)
  • Stechpalme (Ilex aquifolium)
  • Stiel-Eiche (Quercus robur (subsp. robur))
  • Sumpf-Baldrian (Valeriana dioica)
  • Sumpf-Labkraut Sa. (Galium palustre s.l.)
  • Sumpf-Reitgras (Calamagrostis canescens)
  • Sumpf-Schachtelhalm (Equisetum palustre)
  • Sumpf-Segge (Carex acutiformis)
  • Sumpffarn (Thelypteris palustris)
  • Torfmoos unbestimmt (Sphagnum spec.)
  • Ufer-Wolfstrapp (Lycopus europaeus)
  • Wacholder (Juniperus communis)
  • Wald-Geissblatt (Lonicera periclymenum)
  • Wald-Kiefer (Pinus sylvestris)
  • Wald-Sauerklee (Oxalis acetosella)
  • Wasser-Minze (Mentha aquatica)
  • Wasserdost (Eupatorium cannabinum (subsp. cannabinum))
  • Wassernabel (Hydrocotyle vulgaris)
  • Weisse Seerose (Nymphaea alba)
  • Winkel-Segge (Carex remota)
  • Zwiebel-Binse (Juncus bulbosus)
Tierarten:
Schutzziele: Erhalt und Optimierung eines abwechslungsreichen Komplexes zahlreicher seltener und schutzwürdiger Biotoptypen
Gefährdungen:
  • Einwanderung, Ausbreitung Neophyten
  • Entwaesserung, Wasserentnahme, Wasserregime
  • Eutrophierung
  • nicht bodenstaendige Gehoelze (FW)
  • unerwuenschte Sukzession
Maßnahmen:
  • abplaggen, organische Bodenauflage entfernen
  • Anhebung GW-stand durch Anlage regulierbarer Staueinrichtungen
  • entkusseln, entbuschen
  • Erhaltung der Gewaesser
  • Gruenlandnutzung beibehalten
  • Vegetationskontrolle
  • Vermeidung Eutrophierung
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