Titel:

Naturschutzgebiete und Nationalpark Eifel in NRW


Logo:

Naturschutzgebiete und Nationalpark Eifel in NRW


Suche:


Schriftmenü:

Schriftgrösse: ||

Inhalt:

Naturschutzgebiet Westruper Heide (RE-013)

Objektbezeichnung:

NSG Westruper Heide

Kennung:

RE-013

Ort: Haltern
Kreis: Recklinghausen
Bezirksregierung: Münster
Digitalisierte Fläche: 87,72 ha
Offizielle Fläche: 87,31 ha
Flächenanzahl: 3
Schutzstatus: NSG, bestehend
Verfahrensstand: VO rechtskraeftig
Inkraft seit: 1937
Inkraft: 2002
Außerkraft: 2022
Schutzziel: Die Unterschutzstellung erfolgt gemaess LG Paragraph 20,

a) Zur Erhaltung und Foerderung eines wichtigen Trittsteines im Biotopverbund der Heiden
und Moore,
b) Zur Erhaltung, Foerderung und Selbstentwicklung sowie Wiederherstellung von Lebensge-
meinschaften oder Lebensstaetten bestimmter, zum Teil stark gefaehrdeter oder vom Aus-
sterben bedrohter wildlebender Pflanzen- und Tierarten, insbesondere von

- Reptilien- und waermeliebende Insekten- und Vogelarten der muensterlaendischen Sand-
heiden,
- seltenen und stark gefaehrdeten offenen Wacholder- und Zwergstrauchheiden,
- Sandtrockenrasen,
- naehrstoffaermeren Feuchtoekosystemen wie z.B. Feuchtheiden sowie oligotrophen Tuem-
peln und Weihern,

c) Aus wissenschaftlichen, naturgeschichtlichen, landeskundlichen oder erdgeschichtlichen
Gruenden,
d) Wegen der Seltenheit, besonderen Eigenart und hervorragenden Schoenheit des Gebietes,
e) Zur Abwehr schaedlicher Einwirkungen,
f) Zur Bewahrung und Wiederherstellung eines guenstigen Erhaltungszustandes der
natuerlichen Lebensraeume und wildlebenden Tier- und Pflanzenarten von gemein-
schaftlichem Interesse gemaess Artikel 4 Abs. 4 i.V.m. Artikel 2 der Richtlinie 93/43/EWG
des Rates zur Erhaltung der natuerlichen Lebensraeume sowie der wildlebenden Tiere
und Pflanzen (FFH-Richtlinie) vom 21.05.1992. Hierbei handelt es sich um folgende
natuerliche Lebensraeume von gemeinschaftlichem Interesse gemaess Anhang I der
FFH-Richtlinie als massgebliche Bestandteile des Gebietes i. S. des Paragraphen 48 d
Abs. 4 LG:

- Sandheiden auf Binnenduenen (2310),
- Sandtrockenrasen auf Binnenduenen (2330),
- Wacholderbestaende auf Zwergstrauchheiden oder Kalktrockenrasen (5130),

sowie um folgende Vogelart des Anhangs I der Richtlinie 79/409/EWG (EG-Vogelschutzrichtlinie)
als massgeblicher Bestandteil des Gebietes i.S. des Paragraphen 48 d Abs.4 LG:

- Heidelerche (Lullula arbores).

Das Gebiet hat darueber hinaus im Gebietsnetz Natura 2000 Bedeutung fuer die Lebensraeume
von gemeinschaftlichem Interesse gemaess Anhang I der FFH--Richtlinie:

- Hainsimsen-Buchenwaelder (9110),
- alte bodensaure Eichenwaelder auf Sandebenen (9190),

sowie fuer folgende Arten gemaess Artikel 4 der EG-Vogelschutzrichtlinie:

Vogelart, die im Anhang I Richtlinie 79/409/EWG aufgefuehrt ist:

- Schwarzspecht (Dryocopus martius).

Regelmaessig vorkommende Vogelarten, die nicht im Anhang I der Richtlinie 79/409/EWG
aufgefuert sind:

- Turteltaube (Streptopelia turtur),
- Schwarzkehlchen (Saxicola torquata),
- Dorngrasmuecke (Sylvia communis),
- Waldohreule (Asio otus).
Referenzen FFH- und VS-Gebiete:
Referenzen Schutzwürdige Biotope (BK):
  • BK-4209-0028
  • BK-4209-0034
Kennung:

BK-4209-0028

Objektbezeichnung:

NSG Westruper Heide

Link zur Karte: BK-4209-0028
Objektbeschreibung: Die Westruper Heide ist ein bereits 1937 unter Naturschutz gestelltes Dünengelände mit ausgedehnten Zwergstrauchheiden, Sandmagerrasen und Wacholderbeständen. Sie liegt südlich des Halterner Stausees am Rande der ausgedehnten Wälder der Hard. Die B 58 bildet die Nördliche Grenze während die L 652 das Gebiet im Osten leicht anschneidet. Die Westruper Heide ist ein stark besuchtes Naherholungsgebiet. In den letzten 10 Jahren wurden umfangreiche Wiederherstellungs- und Pflegemaßnahmen durchgeführt; seit etwa 6 Jahren werden die Heideflächen von einer Heidschnuckenherde beweidet. Die hervorragende Bedeutung ergibt sich aus der sehr guten Ausprägung der umfangreichen Sandmagerrasen auf sehr nährstoffarmen Sanden in enger Verzahnung mit imposanten, bis zu 8 m hohen Wacholderbeständen und umfangreichen Besenheideflächen. Diese Lebensraumkombination bietet v. a. wärmeliebenden gefährdeten Arten wie z.B. Heidelerche, Schlingnatter und Zauneidechse wichtige Rückzugsräume. Besonders bemerkenswert ist die artenreiche, und auf nährstoffarme Sandstandorte spezialisierte Sand- und Seidenbienenfauna. Die Westruper Heide ist eine der wenigen Restflächen der ehemals im Halterner Raum vorherschenden Sandheiden. Das Gebiet stellt wegen seiner sehr guten Ausprägung und seiner Lage im Verbreitungsschwerpunkt der münsterländischen Sandheiden den wichtigsten Trittstein außerhalb der Truppenübungsplätze im Biotopverbund der Moore und Heiden im südlichen Münsterland dar. Zentrales Ziel ist die Erhaltung und Verjüngung der offenen Heideflächen und der Wacholderbestände sowie die Erhaltung der Sandmagerrasen. Zur Stabilisierung der Populationen der stark gefährdeten Wildbienenfauna sollten langfristig die westlich an das NSG angrenzenden Magerrasenbereiche in das Schutzgebiet einbezogen werden. Gleiches gilt für den schmalen Waldstreifen im Norden, der das Gebiet zur B 58 hin abschirmt. Dieser sollte zu einem bodenständigen, bodensauren Eichen- bzw. Buchenwald entwickelt werden. Von zentraler Bedeutung ist darüber hinaus, dass die bereits erfolgreich begonnenen Maßnahmen zur Lenkung des Erholungsverkehrs konsequent weitergeführt werden.
Kennung:

BK-4209-0034

Objektbezeichnung:

Naturschutzgebiet Westruper Heide (nördliche Teilfläche)

Link zur Karte: BK-4209-0034
Objektbeschreibung: Das Gebiet umfasst eine bis zu 7 m hoher Binnendünen im nördlichen Teil NSG Westruper Heide. Die Düne ist mit einem Buchenwald bestockt, dem Eichen und Kiefern beigemischt ist. Die Buchen sind alt und weisen beträchtliche Brusthöhendurchmesser auf. Teilweise ist durch Erosion das Wurzelflechtwerk der Bäume freigelegt. Eine Strauschicht ist nicht vorhanden. Eine Krautschicht ist nur schütter ausgebildet und wird von Elementen Buchenwälder auf nährstoffarmen Standorten geprägt. Der östliche Gebietsteil wird von einem Buchenmischwald eingenommen. Das Gebiet ist mit seinen Altbuchen wichtig für Höhlenbrüter und Bewohner des Altholzes. Auch im Kontext des landesweiten Biotopverbundes der Altbuchenbestände kann dieses Gebiet als wichtiges Trittsteinbiotop angesehen werden. Schutzziel ist die Erhaltung und Förderung der Laubholzbestände durch eine naturnahe forstliche Nutzung. Zudem ist die Erhaltung von Altholz anzustreben.
Lebensraumtypen:
  • Trockene Sandheiden mit Calluna und Genista [Dünen im Binnenland] <2310> (22,43 ha)
  • Duenen mit offenen Grasflaechen mit Corynephorus und Agrostis [Duenen im Binnenland] <2330> (17,92 ha)
  • Wacholderbestaende auf Zwergstrauchheiden oder Kalkhalbtrockenrasen <5130> (8,25 ha)
  • Hainsimsen-Buchenwald (Luzulo-Fagetum) <9110> (4,09 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete Laubwaelder ausserhalb von Sonderstandorten (nicht FFH-LRT) <NA00> (2,98 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete Waelder auf Duenenstandorten und naehrstoffarmen Sandboeden (nicht FFH-LRT) <NAD0> (2,75 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete trockene Heiden (nicht FFH-LRT) <NDA0> (12,40 ha)
Geschützte Biotope (§62):
  • Trockenrasen (17,92 ha)
  • Zwergstrauch-, Ginster-, Wacholderheiden (30,68 ha)
Biotoptypen:
  • Buchenmischwald mit einheimischen Laubbaumarten <AA2> (2,98 ha)
  • Eichen-Birkenmischwald <AD1> (0,47 ha)
  • Kiefernwald <AK0> (2,52 ha)
  • Kiefernmischwald mit einheimischen Laubbaumarten <AK1> (2,75 ha)
  • Robinienmischwald <AN1> (1,48 ha)
  • Ahorn-/Lindenwald <AR0> (0,96 ha)
  • Ahornmischwald <AR1> (1,09 ha)
  • Laerchenwald <AS0> (1,05 ha)
  • Gehoelzstreifen <BD3> (3,09 ha)
  • Einzelbaum <BF3> (0,01 ha)
  • Degenerierte Calluna-Heide <DA2> (12,40 ha)
  • ohne Zuordnung <OZ> (0,01 ha)
  • Buchenwald <xAA0> (4,09 ha)
  • Calluna-Heide <zDA1> (22,43 ha)
  • Wacholder-Heide <zDA4> (8,25 ha)
  • Silikattrockenrasen <zDC0> (6,91 ha)
  • Silbergrasflur <zDC2> (6,33 ha)
  • Straussgrasrasen <zDC3> (4,68 ha)
Rote Liste Arten 2010 NRW:
Planungsrelevante Arten:
Pflanzenarten:
  • Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus)
  • Besenginster (Cytisus scoparius)
  • Besenheide (Calluna vulgaris)
  • Borstgras (Nardus stricta)
  • Brombeere Sa. (Rubus sectio Rubus)
  • Cladonia spec. (Cladonia spec.)
  • Draht-Schmiele (Deschampsia flexuosa)
  • Einwaertsgebogenes Krummstielmoos (Campylopus introflexus)
  • Faulbaum (Frangula alnus (subsp. alnus))
  • Fruehlings-Spoergel (Spergula morisonii)
  • Gewoehnliche Eberesche (Sorbus aucuparia)
  • Grosser Dornfarn (Dryopteris dilatata)
  • Harzer Labkraut (Galium saxatile)
  • Himbeere (Rubus idaeus)
  • Kleinbluetiges Springkraut (Impatiens parviflora)
  • Kleiner Dornfarn (Dryopteris carthusiana)
  • Kleiner Sauerampfer (Rumex acetosella)
  • Pfeifengras Sa. (Molinia caerulea agg.)
  • Rot-Eiche (Quercus rubra)
  • Rotbuche (Fagus sylvatica (subsp. sylvatica))
  • Rotes Straussgras (Agrostis capillaris)
  • Sand-Birke (Betula pendula)
  • Sand-Segge (Carex arenaria)
  • Sand-Straussgras (Agrostis vinealis)
  • Silbergras (Corynephorus canescens)
  • Spaetbluehende Traubenkirsche (Prunus serotina)
  • Stiel-Eiche (Quercus robur (subsp. robur))
  • Wacholder (Juniperus communis)
  • Wald-Kiefer (Pinus sylvestris)
  • Wolliges Honiggras (Holcus lanatus)
Tierarten:
Schutzziele: Erhaltung bzw. Wiederherstellung einer grossflaechigen Duenen-
und Heidelandschaft mit Wacholderheide, Sandtrockenrasen und
Feuchtheideresten durch Fortführung der extensiven Beweidung, der Umsetzung eines Konzeptes zur Lenkung des Erholungsverkehrs und der Umwandlung nicht bodenständiger Gehölzbestände.Erhaltung und Förderung naturnaher Laubwaldbestände
Gefährdungen:
  • Aufforstung
  • Freizeitaktivitaeten
  • nicht bodenstaendige Gehoelze (FW)
  • nicht einheimische Gehoelze (FW)
  • Stoerungs-, Eutrophierungszeiger
  • Trittschaden an Vegetation
  • unerwuenschte Sukzession
  • Verbuschung als unerwuenschte Sukzession
Maßnahmen:
  • Absperrung, Auszaeunung von Flaechen
  • Beschraenkung der Freizeitaktivitaeten
  • Beseitigung von Gehoelzen
  • dynamisches Altholzkonzept
  • Erhaltung der Landschaftsstrukturen
  • Erhaltung der Laubholzbestockung
  • extensive Gruenlandbewirtschaftung, Beweidung
  • keine Aufforstung
  • Umwandlung in bodenstaendigen Gehoelzbestand
  • Vegetationskontrolle
  • weiterhin keine Bewirtschaftung
  • Wiederherstellung von Biotopen
Die Kartenanwendung benötigt Javascript. Falls Sie diese Karte aufrufen möchten, schalten Sie in Ihrem Browser Javascript ein.