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Naturschutzgebiete und Nationalpark Eifel in NRW


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Naturschutzgebiet Quellgebiet der Gieseler (SO-014)

Objektbezeichnung:

NSG Quellgebiet der Gieseler

Kennung:

SO-014

Ort: Erwitte
Kreis: Soest
Bezirksregierung: Arnsberg
Digitalisierte Fläche: 4,87 ha
Offizielle Fläche: 4,90 ha
Flächenanzahl: 1
Schutzstatus: NSG, bestehend
Verfahrensstand: LP rechtskraeftig
Inkraft seit: 1982
Inkraft: 2003
Außerkraft: 9999
Schutzziel: Die Unterschutzstellung erfolgt

1. Zur Erhaltung, Wiederherstellung und Entwicklung

a) eines landschaftsraumtypischen Quellbereiches am noerdlichen Fuss des Haarstranges
mit seinen spezifischen Lebensgemeinschaften oder Biotopen bestimmter wildlebender
Tier- und Pflanzenarten, insbesondere seltener Voegel, Amphibien, Insekten, Fische
und Rundmaeuler sowie bedrohter Pflanzenarten der Quellfluren, strukturreichen Waelder
und des Feuchtgruenlandes.
b) von natuerlichen Lebensraeumen und Vorkommen wildlebender Tier- und Pflanzenarten,
die in den Anhaengen I und II Richtlinie 92/43/EWG des Rates vom 21.Mai 1992
(ABL. EG Nr. L206 vom 22. Juli 1992 S. 7), zuletzt geaendert durch die Richtlinie 97/62/EG
vom 27.Oktober 1997 (ABL. EG Nr. L 305/42) - ( FFH-Richtlinie ), aufgefuehrt sind.

Hierbei handelt es sich gem. Anhang I der FFH-Richtlinie um folgende Lebensraeume:

- Fliessgewaesser mit Unterwasservegetation (3260),

und gemaess Anhang II der FFH-Richtlinie um folgende Tierarten:

- ,
- Bachneunauge,

Das Gebiet hat darueber hinaus im Gebietsnetz Natura 2000 und/oder fuer Arten des Anhang IV
der FFH-Richtlinie Bedeutung fuer:

- Groppe,
- Rohrweihe,
- Eisvogel,

2. Aus wissenschaftlichen, naturgeschichtlichen und landeskundlichen Aspekten auf Grund der
vorhandenen Karstquellen als geologische Besonderheiten.
Referenzen FFH- und VS-Gebiete:
Referenzen Schutzwürdige Biotope (BK):
  • BK-4316-903
Kennung:

BK-4316-903

Objektbezeichnung:

NSG Quellgebiet der Gieseler bei Eikeloh

Link zur Karte: BK-4316-903
Objektbeschreibung: Quellkomplex, bestehend aus zwei Quellteichen mit Abfluessen nach Norden, die sich noch vor der Gebietsgrenze vereinigen. Im Bereich der Quellteiche stockt ein unterholzreiches Waeldchen, ansonsten wird das Gebiet von Gruenland eingenommen. Unmittelbar an der Gebietsgrenze befinden sich Hoefe, weiterhin grenzen intensiv genutzte Weiden und Aecker an. Die beiden staendig, wenn auch in Trockenzeiten nur schwach schuettenden Quellen werden von blaugruenem Karstwasser aus der Haar gespeist und fuellen zwei bis 5 m tiefe und bis 10 m Durchmesser aufweisende Quellteiche (Limnokrenen). Das abfliessende Wasser trieb vor zwanzig Jahren eine an der noerdlichen Gebietsgrenze gelegene Muehle an, die vor zwei Jahren wieder in Betrieb genommen wurde (1989). Der Damm des Muehlkanals wurde 1990 durch Anschuettung verstaerkt und die Einstauhoehe vergroessert. Der von Kopfweiden begleitete Bachlauf wird daher ueber einen Damm gefuehrt. Der Abfluss wird durch zwei Stauwehre geregelt, so dass der natuerliche Uebergang zwischen Quelle und Bachoberlauf unterbrochen wird. Das lichte Waeldchen setzt sich aus verschiedenen Baumarten zusammen, die bis zu 25 m hoch werden: Schmalblattweiden, Erlen und Pappeln. Schlehe, Hasel, Holunder, Weissdorn, Heckenrose u.a. bilden die ueppige Strauchschicht. Durch den hoeheren Anstau sind zahlreiche Baeume 1999 allerdings bereits abgestorben. Im oestlichen Bereich am staunassen Rand des Baches bzw. der Quelle gedeihen ueppige Uferhochstauden und gut entwickelte Brunnebkressenbestaende. Durch den Anstau und die grossflaechigen Ueberschwemmung gehen der angestaute Teich und die eigentliche Quelltuempel teilweise ineinander ueber und der naturnahe Charakter wird beeintraechtigt. Strauchreihen befinden sich unter den Kopfbaeumen auf dem Damm. Das Gruenland wird eher extensiv bewirtschaftet, an staufeuchten Stellen kommen Feuchtezeiger auf. Im Westen durchquert ein Bachlauf das Gruenland. Hier stehen einige alte, z.T. durchgebrochene Kopfweiden, in deren Koepfen sich teilweise Heckenrosen angesiedelt haben.
Lebensraumtypen:
Geschützte Biotope (§62):
Biotoptypen:
  • Pappelwald auf Bruchwaldstandort <AF3> (1,39 ha)
  • Strauchhecke, ebenerdig <BD2> (0,05 ha)
  • Kopfbaumreihe <BG1> (0,26 ha)
  • Fettwiese <EA0> (0,52 ha)
  • Fettweide <EB0> (1,65 ha)
  • Staugewaesser <FH0> (0,83 ha)
  • Tieflandbach <FM5> (0,10 ha)
  • ohne Zuordnung <OZ> (NaN ha)
  • Erlen-Bruchwald <yAC4> (0,21 ha)
  • Grundquelle, Tuempelquelle <yFK1> (0,16 ha)
Rote Liste Arten 2010 NRW:
Planungsrelevante Arten:
Pflanzenarten:
  • Aronstab (Arum maculatum)
  • Bachbunge (Veronica beccabunga (subsp. beccabunga))
  • Brombeere Sa. (Rubus sectio Rubus)
  • Echte Brunnenkresse (Nasturtium officinale)
  • Efeu (Hedera helix (subsp. helix))
  • Eingriffliger Weissdorn (Crataegus monogyna)
  • Esche (Fraxinus excelsior (subsp. excelsior))
  • Gaensebluemchen (Bellis perennis)
  • Gelbe Schwertlilie (Iris pseudacorus)
  • Gemeines Hornkraut (Cerastium holosteoides)
  • Gemeines Quellmoos (Philonotis fontana)
  • Gemeines Rispengras (Poa trivialis (subsp. trivialis))
  • Gewoehnlicher Glatthafer (Arrhenatherum elatius (subsp. elatius))
  • Giersch (Aegopodium podagraria)
  • Grosse Brennessel (Urtica dioica)
  • Gundermann (Glechoma hederacea)
  • Haselnuss (Corylus avellana)
  • Hexenkraut unbestimmt (Circaea spec.)
  • Hunds-Rose (Rosa canina)
  • Kleine Wasserlinse (Lemna minor)
  • Klette (unbestimmt) (Arctium spec.)
  • Kletten-Labkraut (Galium aparine)
  • Kriechender Hahnenfuss (Ranunculus repens)
  • Pappel unbestimmt (Populus spec.)
  • Riesen-Schwingel (Festuca gigantea)
  • Rohr-Glanzgras (Phalaris arundinacea (subsp. arundinacea))
  • Ruprechtskraut (Geranium robertianum)
  • Sauerampfer (Rumex acetosa (subsp. acetosa))
  • Scharfer Hahnenfuss (Ranunculus acris)
  • Schlehe (Prunus spinosa agg.)
  • Schmalblaettriger Merk (Berula erecta)
  • Schwarz-Erle (Alnus glutinosa)
  • Schwarzer Holunder (Sambucus nigra)
  • Schwimmendes Laichkraut (Potamogeton natans)
  • Silber-Weide (Salix alba (subsp. alba))
  • Stachelbeere (Ribes uva-crispa)
  • Sumpf-Dotterblume (Caltha palustris)
  • Sumpf-Segge (Carex acutiformis)
  • Sumpf-Storchschnabel (Geranium palustre)
  • Sumpf-Vergissmeinnicht (Myosotis scorpioides)
  • Sumpf-Wasserstern (Callitriche palustris)
  • Trauben-Trespe (Bromus racemosus)
  • Ufer-Wolfstrapp (Lycopus europaeus)
  • Wald-Ziest (Stachys sylvatica)
  • Wasser-Minze (Mentha aquatica)
  • Wiesen Knaeuelgras (Dactylis glomerata)
  • Wiesen-Kerbel (Anthriscus sylvestris)
  • Wiesen-Schaumkraut (Cardamine pratensis var. pratensis)
  • Wolliges Honiggras (Holcus lanatus)
  • Zottiges Weidenroeschen (Epilobium hirsutum)
  • Zweigriffliger Weissdorn (Crataegus laevigata)
Tierarten:
  • Amsel (Turdus merula)
  • Bachstelze (Motacilla alba)
  • Bergmolch (Triturus alpestris)
  • Blaesshuhn (Fulica atra)
  • Blaumeise (Parus caeruleus)
  • Buchfink (Fringilla coelebs)
  • Eisvogel (Alcedo atthis)
  • Fitis (Phylloscopus trochilus)
  • Gartenbaumlaeufer (Certhia brachydactyla)
  • Gebirgsstelze (Motacilla cinerea)
  • Goldammer (Emberiza citrinella)
  • Grasfrosch (Rana temporaria)
  • Graureiher (Ardea cinerea)
  • Gruenfink (Carduelis chloris)
  • Heckenbraunelle (Prunella modularis)
  • Misteldrossel (Turdus viscivorus)
  • Rotkehlchen (Erithacus rubecula)
  • Steinkauz (Athene noctua)
  • Stockente (Anas platyrhynchos)
  • Teichhuhn (Gallinula chloropus)
  • Teichmolch (Triturus vulgaris)
  • Wasseramsel (Cinclus cinclus)
  • Zaunkoenig (Troglodytes troglodytes)
  • Zilpzalp (Phylloscopus collybita)
Schutzziele: Erhaltung und Entwicklung zweier Quellteiche mit strukturreichem
Umland (Feldgehoelz, Extensivgruenland, Kopfbaumreihen) als
Regugialbiotope in ausgeraeumter, ackerbaulich genutzter
Boerdelandschaft.
Schutz von Karstwasserquellen als seltene Biotoptypen und
geologische Besonderheiten.
Gefährdungen:
  • Angelsport, Fischerei
  • Anstau eines Fliessgewaessers
  • Biozideinsatz
  • mangelnde Kopfbaumpflege
  • nicht bodenstaendige Gehoelze (FW)
  • Rodung (FW)
  • Umbruch, Umwandlung von Gruenland in Acker
Maßnahmen:
  • Beschraenkung der Fischereiausuebung
  • Erhaltung der Gewaesser
  • Erhaltung der Laubholzbestockung
  • extensive Gruenlandbewirtschaftung, Mahd
  • Gruenlandnutzung beibehalten
  • kein Gewaesserausbau
  • Kopfbaumpflege
  • naturnahe Waldbewirtschaftung
  • Umwandlung in bodenstaendigen Gehoelzbestand
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