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Naturschutzgebiete und Nationalpark Eifel in NRW


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Naturschutzgebiet Haler Feld-Vogelpohl (ST-127)

Objektbezeichnung:

NSG Haler Feld-Vogelpohl

Kennung:

ST-127

Ort: Lotte
Kreis: Steinfurt
Bezirksregierung: Münster
Digitalisierte Fläche: 705,11 ha
Offizielle Fläche: 705,00 ha
Flächenanzahl: 3
Schutzstatus: NSG, bestehend
Verfahrensstand: VO rechtskraeftig
Inkraft seit: 2003
Inkraft: 2013
Außerkraft: 2033
Schutzziel: (1) Das in § 1 näher bezeichnete Gebiet wird als Naturschutzgebiet gemäß § 23 BNatSchG in
Verbindung mit § 32 Abs. 2 BNatSchG ausgewiesen.

(2) Die Unterschutzstellung erfolgt

a) zur Erhaltung, Entwicklung und Wiederherstellung von Lebensgemeinschaften und Lebensstätten
landschaftsraumtypischer, seltener und zum Teil stark gefährdeter oder vom Aussterben bedrohter
wildlebender Tier- und Pflanzenarten, insbesondere von Wald- Wiesen- und Offenlandvögeln,
Reptilien, Amphibien und Wirbellosen sowie von seltenen, zum Teil gefährdeten Pflanzen und
Pflanzengesellschaften des Waldes, der Heiden und der Binnendünen;

b) zur Erhaltung und Entwicklung großflächiger, in ihrer räumlichen Geschlossenheit hervorragender
Grünlandkomplexe aus typisch ausgebildeten Pfeifengraswiesen graswiesen mit ihrer charakteristi-
schen Vegetation und Fauna;

c) zur Erhaltung und Entwicklung typisch ausgebildeter, struktur- und artenreicher Besen- und Glocken-
heiden in enger räumlicher Verzahnung mit offenen, meist lückig bewachsenen Silbergrasfluren und
Sandtrockenrasen auf Binnendünenkomplexen mit ihrer jeweils charakteristischen Vegetation, Fauna
und natürlichen Morphologie.

d) zur Erhaltung und Förderung der Populationen und Lebensräume von Knoblauchkröte und Laubfrosch;

e) als wichtige Kernfläche innerhalb eines Biotopverbundes von landes- und europaweiter Bedeutung
aufgrund des außergewöhnlich großen Vorkommens landesweit gefährdeter und bedrohter Pflanzen-
gesellschaften bzw. Pflanzen- und Tierarten;

f) zum Erhalt und zur Sicherung der natürlichen Geländemorphologie einschließlich der gebiets-
typischen Bodenstrukturenvergesellschaftungen mit dem Vorkommen schutzwürdiger Böden mit
hohem Biotopentwicklungspotential (Extrem-Standorte);

g) aus naturwissenschaftlichen, natur- und landeskundlichen sowie natur- und erdgeschichtlichen
Gründen und wegen der biogeographischen Bedeutung;

h) zur Sicherung des Naturhaushaltes und zur Abwehr schädlicher Einwirkungen und negativer
Veränderungen;

i) wegen der Seltenheit, besonderen Eigenart und der hervorragenden Schönheit des Gebietes;

j) zur Bewahrung und Wiederherstellung eines günstigen Erhaltungszustandes der natürlichen Lebens-
räume und wildlebenden Tier- und Pflanzenarten von gemeinschaftlichem Interesse gem. Art. 4 Abs.
4 i.V.m. Art. 2 der Richtlinie 92/43/EWG des Rates zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie
der wildlebenden Tiere und Pflanzen (FFH-Richtlinie) vom 21.05.1992.
Hierbei handelt es sich um folgende natürlichen Lebensräume von gemeinschaftlichem Interesse gem.
Anhang I der FFH-Richtlinie als maßgebliche Bestandteile des Gebiets i.S. des § 32 Abs. 3 BNatSchG:

- Dünen mit offenen Grasflächen mit Corynephorus und Agrostis (2330)
- Feuchte Heiden des nordatlantischen Raums mit Erica tetralix (4010)
- Trockene europäische Heiden (4030)
- Pfeifengraswiesen auf kalkreichen, torfigen und tonig-schluffigen Böden (6410).

k) Außerdem handelt es sich um Lebensräume für folgende im Schutzgebiet vorkommende Vogel-
arten gem. Art 4 der Richtlinie 2009/147/EG des Rates vom 02.April 1979 über die Erhaltung der wild-
lebenden Vogelarten (EG-Vogelschutzrichtlinie) als maßgebliche Bestandteile des Gebiets i.S. des
§ 32 Abs. 3 BNatSchG:
Vogelarten, die im Anhang I der Richtlinie 2009/147/EG aufgeführt sind

- Ziegenmelker (Caprimulgus europaeus)
- Schwarzspecht (Dryocopus martius)
- Neuntöter (Lanius collurio)
- Heidelerche (Lullula arborea)

Vogelarten der Richtlinie 2009/147/EG, die nicht im Anhang I aufgeführt sind

- Wiesenpieper (Anthus pratensis)
- Bekassine (Gallinago gallinago)
- Raubwürger (Lanius excubitor)
- Großer Brachvogel (Numenius arquata)
- Schwarzkehlchen (Saxicola torquata)
- Pirol (Oriolus oriolus)
- Kiebitz (Vanellus vanellus).

l) Das Gebiet hat darüber hinaus im Gebietsnetz Natura 2000 Bedeutung für folgende Arten gem.
Artikel 4 der EG-Vogelschutzrichtlinie:
Vogelarten, die im Anhang I der Richtlinie 2009/147/EG aufgeführt sind

- Weißstorch (Ciconia ciconia)
- Goldregenpfeifer (Pluvialis apricaria)
- Rohrweihe (Circus aeruginosus)
- Kornweihe (Circus cyaneus)
- Kranich (Grus grus)
- Sumpfohreule (Asio flammeus).

m) zur Erhaltung und Entwicklung weiterer Arten der Flora und Fauna, u.a.:

- Fadenbinse (Juncus filiformis)
- Knorpelkraut (Illecebrum verticillatum)
- Lungenenzian (Gentiana pneumonanthe)
- Platterbsen-Wicke (Vicia lathyroides)
- Sprossendes Nelkenköpfchen (Petrorhagia prolifera)
- Vielstengelige Sumpfsimse (Eleocharis multicaulis)
- Zwergflachs (Racliola linoides).

(3) Die über die Verordnungsdauer hinausgehende langfristige Zielsetzung für die Grünland- und
Heidebereiche sind die Erhaltung und weitere Entwicklung der großflächigen, halboffenen Land-
schaft, die durch eine Vielzahl unterschiedlicher Biotoptypen charakterisiert ist.
Dabei sind die Grünland- und Heideflächen in ihrer natürlichen Ausprägung zum Schutz gefährdeter
Arten und zum Erhalt der hohen Strukturvielfalt auch zukünftig extensiv zu nutzen. Zur Sicherung der
nährstoffarmen Verhältnisse ist eine Vermeidung von Eutrophierung und der weitgehende Verzicht
auf Düngung sowie die Schaffung ausreichend großer, nährstoffarmer Pufferzonen anzustreben.
Darüber hinaus ist die Schaffung von Pionierstandorten auch außerhalb der befestigten Wege
anzustreben.
Zur Förderung eines strukturreichen Laubwaldkomplexes mit für die natürlichen Waldgesellschaften
typischen Arten sollen die Bestände durch naturnahe Bewirtschaftung in naturnahe Laubwälder mit
ihren verschiedenen Entwicklungs- und Altersphasen einschließlich der Alt- und Totholzphase und in
hren standörtlich typischen Variationsbreiten überführt werden.
Dabei ist eine Vermehrung der natürlichen Waldgesellschaften durch den Umbau von mit nicht zur
natürlichen Waldgesellschaft gehörenden Gehölzen betandenen Flächen anzustreben. Um die
Verjüngung der natürlichen Baumarten in der Regel ohne besondere Schutzmaßnahmen zu ermög-
lichen, ist auf eine entprechende Regulierung der Schalenwilddichte zu achten.
Referenzen FFH- und VS-Gebiete:
Referenzen Schutzwürdige Biotope (BK):
  • BK-3613-001
  • BK-3613-0063
  • BK-3613-019
  • BK-3613-030
  • BK-3613-031
  • BK-3613-057
Lebensraumtypen:
Geschützte Biotope (§62):
Biotoptypen:
Rote Liste Arten 2010 NRW:
Planungsrelevante Arten:
Pflanzenarten:
Tierarten:
Schutzziele:
Gefährdungen:
Maßnahmen:
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