Titel:

Naturschutzgebiete und Nationalpark Eifel in NRW


Logo:

Naturschutzgebiete und Nationalpark Eifel in NRW


Suche:


Schriftmenü:

Schriftgrösse: ||

Inhalt:

Naturschutzgebiet Aggeraue (SU-118)

Objektbezeichnung:

NSG Aggeraue

Kennung:

SU-118

Ort: Lohmar
Kreis: Rhein-Sieg-Kreis
Bezirksregierung: Köln
Digitalisierte Fläche: 155,45 ha
Offizielle Fläche: 174,00 ha
Flächenanzahl: 3
Schutzstatus: NSG, bestehend
Verfahrensstand: LP rechtskraeftig
Inkraft seit: 2005
Inkraft: 2005
Außerkraft: 9999
Schutzziel: Die Schutzausweisung erfolgt gemäß § 20 Satz 1 Buchstabe a, b und c sowie Satz 2 LG.
Die Schutzausweisung erfolgt zur Erhaltung, Entwicklung und langfristigen Sicherung der
Flussaue mit bedeutenden Erlen-Eschen-Wäldern, entwicklungsfähigen Weichholzauen-
wäldern, repräsentativen Hartholzauenwäldern und gut entwickelten Eichen-Hainbuchen-
wäldern in engem Verbund mit großflächigen Grünlandflächen. Besonderes hervorzuheben
ist das Vorkommen von Bach- und Flußneunauge. Die durch großflächige Grünlandnutzung
und besonders schöne einzelstehende Laubbäume und Baumreihen geprägte Flußland-
schaft ist naturraumweit einzigartig.
Die Unterschutzstellung erfolgt des weiteren gemäß § 20 Satz 1 Buchstabe a sowie Satz 2 LG
- zur Erhaltung und Wiederherstellung folgender natürlicher Lebensräume von gemeinschaft-
lichen Interesse gemäß Anhang I der Richtlinie 92/43/EWG des Rates vom 21.05.1992
zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen:
- 9160 Sternmieren-Eichen-Hainbuchenwälder
- 91E0 Erlen-Eschenwälder und Weichholzauenwälder an Fließgewässern (prioritärer Lebensraum)
- 91F0 Hartholz-Auenwälder;
- zur Erhaltung der folgenden wildlebenden Tierarten von gemeinschaftlichem Interesse gemäß
Anhang II der Richtlinie 92/43/EWG:
- Bachneunauge (Lampetra planeri, 1096),
- Flussneunauge (Lampetra fluvialis, 1099),
sowie zur Erhaltung und Wiederherstellung der Lebensräume dieser Arten;
1. zur Erhaltung und Wiederherstellung einer durchgängigen, weitgehend naturnahen
Flusslandschaft, welche von einer historisch gewachsenen Kulturlandschaft in der Aue umgeben
ist, als Hauptachse eines landesweit bedeutsamen Biotopverbundes;
1. zur Erhaltung und Entwicklung der Agger als naturnahen Tieflandsflusses
- mit einer guten Wasserqualität, einer naturnahen Fließgewässerdynamik einschließlich hierfür
charakteristischer Gewässerstrukturen wie naturnahen Steil- und Flachufern, Uferabbrüchen, Totholz
im Gewässer, Auskolkungen, offenen Sand- und Kiesablagerungen, Ausbuchtungen und Seitenarmen,
Rauschen sowie einer strukturreichen, feinsedimentarmen Gewässersohle, vielfältigen Strömungsmustern
und einer natürlichen Geschiebeführung,
als Teil eines zusammenhängenden, durchwanderbaren Gewässersystems für die Fließgewässerfauna,
insbesondere für einen der Größe und Beschaffenheit der Gewässer angepassten heimischen, sich selbst
reproduzierenden Fischbestand einschließlich (hinsichtlich der Lebensraumqualität) anspruchsvoller Fischarten
und Neunaugen,
- als Ganz- oder Teillebensraum (z.B. Nahrungshabitat, Winterrastgebiet) für charakteristische Tierarten dieses
Fließgewässertyps und dessen Auen sowie
als Wuchsort charakteristischer Fließgewässerröhrichte, Laichkraut- und Schwimmblattgesellschaften
sowie von Uferhochstaudenfluren und natürlicher Pioniervegetation mit typischen Pflanzenarten
der Fließgewässer und ihrer Uferbereiche,
2. zur Erhaltung und Optimierung von Röhrichten und naturnahen stehenden Gewässern;
- zur Erhaltung, Optimierung und Vermehrung von Nass- und Feuchtgrünland sowie magerem bzw.
artenreichem Grünland auf geeigneten Standorten;
- zur Erhaltung und Entwicklung der Erlen-Eschenwälder und Weichholzauenwälder und der Hartholz-
auenwälder, jeweils mit ihrer typischen Fauna und Flora in ihren verschiedenen Entwicklungsstufen /
Altersphasen und in ihrer standortüblichen Variationsbreite, inklusive ihrer Vorwälder, Gebüsch- und
Staudenfluren;
- zur Erhaltung und Entwicklung naturnaher Sternmieren-Eichen-Hainbuchenwälder mit ihrer typischen
Fauna und Flora in ihren verschiedenen Entwicklungsstufen / Altersphasen und in ihrer standortübli
chen Variationsbreite, inklusive ihrer Vorwälder, Gebüsch- und Staudenfluren;
zur Erhaltung und Entwicklung naturnaher Ufergehölze, sonstiger Gehölze, Hochstaudenfluren, Brachen
und Saumstrukturen sowie weiterer Kleinstrukturen als Lebensraum für heimische Tier- und Pflanzenarten;
zur Erhaltung und Wiederherstellung von Lebensgemeinschaften und Lebensräumen teilweise gefähr-
deter wildlebender Tier- und Pflanzenarten.
Die Unterschutzstellung erfolgt gemäß § 20 Satz 1 Buchstabe b in Verbindung mit Buchstabe a LG
zur Erhaltung von Böden, die durch einen hohen Wasserstand oder regelmäßige Überflutungen
geprägt sind, aufgrund derer Seltenheit und als Voraussetzung für das Vorkommen verschiedener,
teilweise bedrohter Tier- und Pflanzenarten und Lebensräume.
Die Unterschutzstellung erfolgt des weiteren gemäß § 20 Satz 1 Buchstabe c LG wegen der beson-
deren Eigenart und hervorragenden Schönheit des Flusstales mit einzelnen landschaftsbildprägenden
Bäumen und Gehölzbeständen inmitten großflächiger Grünlandflächen und randlich gelegenen Gehölz-
bzw. Waldbeständen.
Referenzen FFH- und VS-Gebiete:
Referenzen Schutzwürdige Biotope (BK):
  • BK-5009-005
  • BK-5109-013
  • BK-5109-026
  • BK-5109-037
  • BK-5109-055
  • BK-5109-061
  • BK-5109-086
  • BK-5109-087
  • BK-5109-144
Kennung:

BK-5109-026

Objektbezeichnung:

"Landschaftspark Aggerbogen"

Link zur Karte: BK-5109-026
Objektbeschreibung: Westlich von Wahlscheid befindet sich zwischen der B 484 und der Agger der "Landschaftspark Aggerbogen". Die Flaeche wird im Norden von ausgedehnten Glatthaferwiesen eingenommen, die nur extensiv gemaeht werden. Die Flaeche wird von einer Gelaendekante durchzogen, die den erhoehten vom haeufiger ueberschwemmten Auenbereich trennt. Neben einer alten Eiche mit knapp 1 m Stammdurchmesser wurde ein ca. 8 x 20 m grosses Kleingewaesser als Naturschutzmassnahme angelegt. Die Ufervegetation setzt sich aus Rohrkolben- und Schilfroehrichten zusammen und ist offenbar aus Anpflanzungen hervorgegangen. Weiter im Sueden befindet sich in einer Flutmulde ein flaches Kleingewaesser, in dem das Schilf dominiert. Das Gewaesser wurde mit einer Verbindung zur Agger angelegt. Hier stockt ein dichtes Weidengebuesch am Ufer. In Sueden des Landschaftsparks befindet sich eine Fettweide, die extensiv mit Schafen beweidet wird. Auf der gesamten Flaeche wurden vor einigen Jahren an verschiedenen Stellen Laubholz-Gebuesche mit heimischen Arten angepflanzt, die sich gut entwickeln. Im Norden der Weide stockt eine Fichten-Baumreihe. Das Ufer der Agger ist mit einer Steinschuettung befestigt. Hier stocken einzelne juengere Eschen und Weiden. Ein Weg entlang der Agger wird haeufig von Spaziergaengern genutzt. Die Flaeche wird von einem Naturschutzverband gepflegt und ist Beispielflaeche im Rahmen der Umwelterziehung. Im Gebiet kommen Biotoptypen nach Par. 62 LG vor: (siehe Rubrik Biotoptyp)
Lebensraumtypen:
Geschützte Biotope (§62):
Biotoptypen:
  • Gebuesch, Strauchgruppe <BB0> (1,03 ha)
  • Ufergehoelz <BE0> (0,10 ha)
  • Baumreihe <BF1> (0,10 ha)
  • Einzelbaum <BF3> (0,10 ha)
  • Fettwiese, Flachlandausbildung (Glatthaferwiese) <EA1> (4,11 ha)
  • Fettweide <EB0> (3,49 ha)
  • Magerwiese <ED1> (1,03 ha)
  • ohne Zuordnung <OZ> (NaN ha)
  • stehendes Kleingewaesser <yFD0> (0,31 ha)
Rote Liste Arten 2010 NRW:
Planungsrelevante Arten:
Pflanzenarten:
  • Deutsches Weidelgras (Lolium perenne)
  • Echtes Labkraut (Galium verum (subsp. verum))
  • Esche (Fraxinus excelsior (subsp. excelsior))
  • Fichte (Picea abies)
  • Flatter-Binse (Juncus effusus (subsp. effusus))
  • Flutender Schwaden (Glyceria fluitans)
  • Gemeiner Froschloeffel (Alisma plantago-aquatica)
  • Gemeines Zittergras (Briza media (subsp. media))
  • Gewoehnliche Wald-Engelwurz (Angelica sylvestris)
  • Gewoehnlicher Glatthafer (Arrhenatherum elatius (subsp. elatius))
  • Gewoehnliches Pfaffenhuetchen (Euonymus europaeus)
  • Hainbuche (Carpinus betulus)
  • Haselnuss (Corylus avellana)
  • Kalmus (Acorus calamus)
  • Rohr-Glanzgras (Phalaris arundinacea (subsp. arundinacea))
  • Rotes Straussgras (Agrostis capillaris)
  • Rundblaettrige Glockenblume (Campanula rotundifolia)
  • Schilf (Phragmites australis (subsp. australis))
  • Schmalblaettriger Rohrkolben (Typha angustifolia)
  • Silber-Weide (Salix alba (subsp. alba))
  • Spitz-Wegerich (Plantago lanceolata)
  • Stiel-Eiche (Quercus robur (subsp. robur))
  • Tannenwedel (Hippuris vulgaris)
  • Weissdorn unbestimmt (Crataegus spec.)
  • Weissklee (Trifolium repens (subsp. repens))
  • Wiesen Knaeuelgras (Dactylis glomerata)
  • Wiesen-Flockenblume (Centaurea jacea)
  • Wiesen-Klee (Trifolium pratense)
  • Wiesen-Labkraut (Galium mollugo)
  • Wiesen-Lieschgras (Phleum pratense)
  • Wiesen-Margerite Sa. (Leucanthemum vulgare agg.)
  • Wolliges Honiggras (Holcus lanatus)
Tierarten:
Schutzziele: Erhalt und Entwicklung von ausgedehnten, extensiv genutzten Gruenlandbereichen und Erhalt von Kleingewaessern als wertvoller auentypischer Lebensraum fuer verschiedene Tier- und Pflanzenarten sowie als Retentionsraum innerhalb der Aggeraue.
Gefährdungen:
  • nicht bodenstaendige Gehoelze (FW)
Maßnahmen:
  • Erhaltung der Gewaesser
  • Erhaltung der Ueberschwemmungsdynamik
  • Erhaltung des Kleinreliefs
  • extensive Gruenlandbewirtschaftung, Beweidung
  • extensive Gruenlandbewirtschaftung, Mahd
  • keine Duengung
  • keine Eindeichung
  • Vermeidung Eutrophierung
Die Kartenanwendung benötigt Javascript. Falls Sie diese Karte aufrufen möchten, schalten Sie in Ihrem Browser Javascript ein.