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Naturschutzgebiete und Nationalpark Eifel in NRW


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Naturschutzgebiet Schlootkuhlen (VIE-025)

Objektbezeichnung:

NSG Schlootkuhlen

Kennung:

VIE-025

Ort: Kempen
Kreis: Viersen
Bezirksregierung: Düsseldorf
Digitalisierte Fläche: 62,05 ha
Offizielle Fläche: NaN ha
Flächenanzahl: 2
Schutzstatus: NSG, bestehend
Verfahrensstand: LP rechtskraeftig
Inkraft seit: 1989
Inkraft: 1989
Außerkraft: 9999
Schutzziel: Gemaess LG Paragraph 20
- der Erhaltung der landschaftspraegenden Niederung des Landgrabens
mit teilweise gut ausgebildeten Bruchkanten und mit dem
vielfaeltigen Wechsel zwischen Wasserflaechen der vom Landgraben
durchzogenen Kuhlenkette mit ausgepraegten Verlandungszonen,
Laubwaldbestaenden und feuchten Gruenlaendereien, belebt und
gegliedert durch Baumreihen, Einzelbaeume und Baumgruppen
- der Erhaltung von offenen Wasserflaechen, Roehrichten,
Erlenbruechern, Altholzbestaenden, Wiesen, Weiden, Oedlaendereien
und Brachen als Lebensraum fuer gefaehrdete Kleinsaeugetiere,
Voegel, Amphibien und Gliederfuessler, sowie der Erhaltung dieser
Lebensraeume als Standorte seltener oder gefaehrdeter Pflanzen und
Pflanzengesellschaften
- der Wiederherstellung von naturnahen Wasserflaechen und
Fliessgewaessern, Roehrichten und Bruechern als Lebensraum
gefaehrdeter Tier- und Pflanzenarten.
Referenzen FFH- und VS-Gebiete:
Referenzen Schutzwürdige Biotope (BK):
  • BK-4504-901
Kennung:

BK-4504-901

Objektbezeichnung:

NSG Schlootkuhlen

Link zur Karte: BK-4504-901
Objektbeschreibung: Die Niederungslandschaft ist gepraegt von unterschiedlichen Waldbestaenden, in die groesstenteils auf ehemaligen Torfabbau zurueckgehende, unterschiedlich stark verlandete Kuhlen eingelagert sind, ausserdem von Weideflaechen, die hauptsaechlich den mittleren Teil entlang des Niersgrabens sowie die naehere Umgebung der Gehoefte und Siedlungen einnehmen. Im Ostteil des Gebietes (noerdlich Haus Velde) wird der Wald weitgehend von Erlen mit unterschiedlich starker Beimischung von Eichen und z.T. Pappeln gepraegt. Die Erlenbestaende wurden frueher meist im Niederwaldbetrieb bewirtschaftet. Die Kraut- und Strauchschicht dieser Waldbestaende ist gut ausgebildet. Die eingelagerten ehemaligen Torfkuhlen sind hier nahezu ueberall vollstaendig verlandet, meist werden sie von einem Grauerlen-Weidengebuesch eingenommen, teilweise sind Grossseggenrieder vorgelagert, Roehrichtfragmente kommen nur selten vor. Eine Kuhle in der Naehe einer Siedlung wird von dem Besitzer offenghalten. Das Ufer ist hier z.T. durch Aufschuettung befestigt, sonst spaerlich bis maessig von Grauweiden und Seggen bewachsen. Die Torfkuhlen entlang des Landgrabens im Mittelteil des Gebietes gehoeren nur teilweise zum hier beschriebenen Gebiet. Sie stehen durch den Landgraben miteinander in Verbindung und werden groesstenteils zu Fischerei- und sonstigen Erholungszwecken genutzt (Ufer oft an Privatgaerten angrenzend). Ein ausgesprochener Roehrichtguertel ist nirgends vorhanden, die Ufer sind von Grauweidengebuesch und z.T. von Erlen-Ufergehoelzen bewachsen. Dort, wo weder Weide noch Gartengelaende an die Kuhlen angrenzt, sind diese in einen Erlenbruchwald oder einen strukturreichen Erlen-Eschenwald eingelagert. Auch hier zeigen die Erlen anzeichen frueherer Stockholznutzung. Einige weitere Gewaesser finden sich westlich der Strasse, welche das Gebiet durchschneidet. Sie sind fast ausschliesslich von Gruenland umgeben, stellenweise grenzen einige kleinere Feldgehoelze (vorwiegend Pappeln, auch Erlen) an, die sich als schmaler Streifen entlang des Landgrabens fortsetzen. Diese Gewaesser sind z.T. eutroph (bei Hs. Stieger) und stark verlandend. In den hier groesseren Roehrichtbestaenden dominiert der Rohrkolben. Die Ufer sind von Grauweiden- und Erlengehoelzen bewachsen, die stellenweise vor kurzem beseitigt wurden. 1995 fanden sich stellenweise neue Kopfweidenreihen. Westlich der Gewaesser grenzt ein Pappelmischwald an, der einen kleinen Erlenbruch einschliesst. Ausser den genannten Erlen- und Erlenmischwaeldern kommen in der Niederung vereinzelt strukturarme Pappelaufforstungen vor (oft am Rande von von Siedlungen und Wegen), in denen z.T. die Brennessel Dominanzbestaende bildet. Auf hoeher gelegenen Platten im Suedwesten, Nordosten und Norden kommen Buchen-Eichenmischwaelder mit spaerlicher Kraut- und Strauchschicht vor. Im Norden wird eine ehemalige Kahlschlagflaeche eingeschlossen, die von Birken aus Anflug und Bergahorn- Pflanzungen bewachsen ist. Im aeussersten Norden stockt ein Rot- eichen-Bergahorn-Bestand. Bei Sand ist ein kleinerer Ackerbereich in das Gebiet eingeschlossen. Ganz im Osten befindet sich in einem Erlenbruch ein seit laengerer Zeit trockengefallener Teich, in dem Seggen dominieren, sowie eine kleine Ackerbrache. Faunistische Angaben nach G. Sennert (Grefrath) und H. Hubatsch (Viersen) Biotoptypen nach Par. 62 LG im Gebiet: - Erlen-Bruchwald (AC4), - Roehricht (CF), - Grossseggenried (CD)
Lebensraumtypen:
Geschützte Biotope (§62):
Biotoptypen:
  • Eichen-Buchenmischwald <AA1> (3,20 ha)
  • Buchen-Eichenmischwald <AB1> (5,12 ha)
  • Erlenwald <AC0> (1,28 ha)
  • Erlenmischwald mit einheimischen Laubbaumarten <AC1> (7,68 ha)
  • Pappelwald <AF0> (1,28 ha)
  • Pappelmischwald <AF1> (3,20 ha)
  • Eschenmischwald <AM1> (0,64 ha)
  • Roteichenmischwald <AO1> (3,84 ha)
  • Ahornmischwald <AR1> (0,64 ha)
  • Feldgehoelz <BA0> (0,64 ha)
  • Weiden-Ufergehoelz <BE1> (0,64 ha)
  • Erlen-Ufergehoelz <BE2> (0,64 ha)
  • Fettweide <EB0> (28,17 ha)
  • Graben <FN0> (0,64 ha)
  • Acker <HA0> (0,64 ha)
  • Ackerbrache <HB0> (0,64 ha)
  • ohne Zuordnung <OZ> (1,92 ha)
  • Erlen-Bruchwald <yAC4> (1,28 ha)
  • Grossseggenried <yCD0> (0,64 ha)
  • Roehrichtbestand <yCF0> (0,64 ha)
  • Weiher (stetig) <yFB0> (1,28 ha)
Rote Liste Arten 2010 NRW:
Planungsrelevante Arten:
Pflanzenarten:
  • Adlerfarn (Pteridium aquilinum (subsp. aquilinum))
  • Asch-Weide (Salix cinerea subsp. cinerea)
  • Aufrechter Igelkolben (Sparganium erectum)
  • Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus)
  • Bittersuesser Nachtschatten (Solanum dulcamara)
  • Brombeere Sa. (Rubus sectio Rubus)
  • Echtes Maedesuess (Filipendula ulmaria (subsp. ulmaria))
  • Efeu (Hedera helix (subsp. helix))
  • Esche (Fraxinus excelsior (subsp. excelsior))
  • Faulbaum (Frangula alnus (subsp. alnus))
  • Fichte (Picea abies)
  • Flatter-Binse (Juncus effusus (subsp. effusus))
  • Flattergras (Milium effusum)
  • Fluss-Ampfer (Rumex hydrolapathum)
  • Frauenfarn (Athyrium filix-femina)
  • Gelbe Schwertlilie (Iris pseudacorus)
  • Gemeiner Blutweiderich (Lythrum salicaria)
  • Gemeiner Froschloeffel (Alisma plantago-aquatica)
  • Gemeiner Gilbweiderich (Lysimachia vulgaris)
  • Gewoehnliche Eberesche (Sorbus aucuparia)
  • Gewoehnliche Goldnessel (Galeobdolon luteum)
  • Gewoehnliche Wald-Engelwurz (Angelica sylvestris)
  • Grosse Brennessel (Urtica dioica)
  • Grosses Hexenkraut (Circaea lutetiana)
  • Gundermann (Glechoma hederacea)
  • Hainbuche (Carpinus betulus)
  • Haselnuss (Corylus avellana)
  • Himbeere (Rubus idaeus)
  • Hopfen (Humulus lupulus)
  • Kanadische Pappel (Populus canadensis (P. deltoides x nigra))
  • Kleine Wasserlinse (Lemna minor)
  • Knotige Braunwurz (Scrophularia nodosa)
  • Kratzbeere (Rubus caesius)
  • Kriechender Guensel (Ajuga reptans)
  • Moor-Birke (Betula pubescens)
  • Ohr-Weide (Salix aurita)
  • Pappel unbestimmt (Populus spec.)
  • Rasen-Schmiele (Deschampsia cespitosa)
  • Riesen-Schwingel (Festuca gigantea)
  • Rohr-Glanzgras (Phalaris arundinacea (subsp. arundinacea))
  • Rot-Eiche (Quercus rubra)
  • Rotbuche (Fagus sylvatica (subsp. sylvatica))
  • Rote Johannisbeere (Ribes rubrum)
  • Roter Fingerhut (Digitalis purpurea (subsp. purpurea))
  • Salbei-Gamander (Teucrium scorodonia)
  • Sand-Birke (Betula pendula)
  • Scharbockskraut (Ficaria verna)
  • Schein-Zypergras-Segge (Carex pseudocyperus)
  • Schilf (Phragmites australis (subsp. australis))
  • Schmalblaettriger Merk (Berula erecta)
  • Schmalblaettriger Rohrkolben (Typha angustifolia)
  • Schoenes Frauenhaarmoos (Polytrichum formosum)
  • Schwarz-Erle (Alnus glutinosa)
  • Schwarzer Holunder (Sambucus nigra)
  • Steife Segge (Carex elata)
  • Stiel-Eiche (Quercus robur (subsp. robur))
  • Suesskirsche (Prunus avium)
  • Sumpf-Haarstrang (Peucedanum palustre)
  • Sumpf-Helmkraut (Scutellaria galericulata)
  • Sumpf-Reitgras (Calamagrostis canescens)
  • Sumpf-Segge (Carex acutiformis)
  • Sumpf-Vergissmeinnicht Sa. (Myosotis scorpioides agg.)
  • Sumpffarn (Thelypteris palustris)
  • Ufer-Segge (Carex riparia)
  • Ufer-Wolfstrapp (Lycopus europaeus)
  • Vielbluetige Weisswurz (Polygonatum multiflorum)
  • Wald-Ziest (Stachys sylvatica)
  • Wasser-Minze (Mentha aquatica)
  • Wasser-Schwaden (Glyceria maxima)
  • Wiesen-Schaumkraut (Cardamine pratensis var. pratensis)
  • Wolliges Honiggras (Holcus lanatus)
Tierarten:
  • Eisvogel (Alcedo atthis)
  • Habicht (Accipiter gentilis)
  • Kleinspecht (Dryobates minor)
  • Steinkauz (Athene noctua)
  • Tafelente (Aythya ferina)
  • Wasserfledermaus (Myotis daubentonii)
  • Zwergfledermaus (Pipistrellus pipistrellus)
Schutzziele: Erhaltung der landschaftspraegenden Niederung des Landgrabens mit dem
vielfaeltigen Wechsel von unterschiedlichen Biotoptypen, z.B. Erlen-
Bruchwald, (Feucht)Gruenland, offene Wasserflaechen mit ausgepraegten
Verlandungszonen, Roehrichte, Altholzbestaende und Brachen als Lebens-
raum fuer gefaehrdete Tier- und Pflanzenarten.
Gefährdungen:
  • Angelsport, Fischerei
  • Beseitigung alter Baeume
  • Entwaesserung, Wasserentnahme, Wasserregime
  • Eutrophierung
  • Freizeitaktivitaeten
  • Gewaesserunterhaltung (WA)
  • Gruenlandbewirtschaftung, Beweidung zu intensiv (LW)
  • Grundwasserabsenkung
  • Kahlschlag, unsachgemaesser Holzeinschlag (FW)
  • nicht einheimische Gehoelze (FW)
Maßnahmen:
  • Absperrung, Auszaeunung von Flaechen
  • Altholz erhalten
  • Beschraenkung der Fischereiausuebung
  • Beschraenkung der Freizeitaktivitaeten
  • Erhaltung der Gewaesser
  • Erhaltung der Laubholzbestockung
  • kein Kahlschlag
  • keine Entwaesserung
  • Umwandlung in bodenstaendigen Gehoelzbestand
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