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Naturschutzgebiete und Nationalpark Eifel in NRW


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Naturschutzgebiet Bockerter Heide (VIE-034)

Objektbezeichnung:

NSG Bockerter Heide

Kennung:

VIE-034

Ort: Viersen
Kreis: Viersen
Bezirksregierung: Düsseldorf
Digitalisierte Fläche: 168,36 ha
Offizielle Fläche: NaN ha
Flächenanzahl: 7
Schutzstatus: NSG, bestehend
Verfahrensstand: LP rechtskraeftig
Inkraft seit: 1992
Inkraft: 1995
Außerkraft: 9999
Schutzziel: gemaess LG Paragraph 20,
- zur Erhaltung einer in ihren Grundzuegen intakten spaetmittel-
alterlichen Kulturlandschaft als landeskundlich bedeutsame Einheit,
- zur Erhaltung historischer Strukturen und Einzelelemente wie
Buchenniederwaelder, Eichen- Birken-Mittelwaelder, Peschen, Wall-
hecken sowie Eichen- und Buchenueberhaelter als landeskundlich
bedeutsame Elemente selbst und als Umfeld einer Vielzahl historisch
wertvoller Objekte wie Landwehren, Schanzen, Viehtriften, Wege,
Grenzwaelle und -graeben sowie Flachsroesten,
- zur Erhaltung eines vielgestaltigen und strukturreichen Wald-
gebietes im Wechsel mit Wiesen, Weiden und Akkerflaechen als
Lebensraum wildwachsender Pflanzen und wildlebender Tiere
Referenzen FFH- und VS-Gebiete:
Referenzen Schutzwürdige Biotope (BK):
  • BK-4704-907
  • BK-4704-908
Kennung:

BK-4704-908

Objektbezeichnung:

NSG Bockerter Heide <Erweiterung>

Link zur Karte: BK-4704-908
Objektbeschreibung: Im NSG Bockerter Heide <Erweiterung> werden verstreut liegende Feldgehoelze zusammengefasst. Sie stocken zum Teil auf bewegtem, huegeligen Gelaende. Es handelt sich bei ihnen um Bestaende verschiedener Auspraegung und Exposition. Unter Eichenueberhaeltern mit einem Stammdurchmesser bis zu 80cm stocken Birken, Robinien, Ahorn und Holunder. Stellenweise sind auch Uebergaenge von Birken-Eichen zu Buchen-Eichenwaeldern vorhanden. Die Strauchschicht wird weitgehend von Holunder gebildet. Die Krautschicht ist artenarm und hat nur selten groessere Deckungsgrade. In mehreren Bestaenden sind gut erhaltene Reste einer ehemaligen Buchen-Niederwaldwirtschaft vorhanden. Hier sind die meisten Buchen aus Stockausschlaegen erwachsen. Die Stuempfe sind z.T. hoehlenreich. Die Strauch- und Krautschichten sind von unterschiedlichem Deckungsgrad, aber i.d.R. artenarm. Fast alle Eichen im Gebiet sind schwer, bis sehr schwer geschaedigt. Viele bereits auch im Absterben begriffen bzw. bereits abgestorben. Die Waldmaentel nahezu aller Gehoelze sind dicht und gut ausgepraegt. Die Ackerflaechen des Gebietes liegen im Bereich ehemaliger Heidelandschaften. Eine Extensivierung der Bewirtschaftung ist geplant, stellenweise wird eine Dreifelderwirtschaft angestrebt. Diese Massnahme wuerde zweifellos das floristische Inventar und damit die oekologische Bedeutung des Gebietes erhoehen. Besondere Bedeutung erhaelt dieses NSG vor allem durch die zahlreich vorhandenen Niederwaldreste als sehr bedeutsames landeskulturhistorisches Zeugnis
Kennung:

BK-4704-907

Objektbezeichnung:

NSG Bockerter Heide

Link zur Karte: BK-4704-907
Objektbeschreibung: Innerhalb einer stark ausgeraeumten Agrarlandschaft liegt das NSG Bockerter Heide. Es stellt ein abwechslungsreiches, stark gegliedertes Gebiet mit eingestreuten Waldbestaenden verschiedener Auspraegung und unterschiedlicher Altersstruktur. Daneben ueberwiegen Ackerflaechen, Wiesen- und Weideflaechen sind nur wenig vorhanden. Durch den westlichen Bereich des Gebietes zieht sich die Autobahn Moenchengladbach-Venlo. Das Gelaende ist stellenweise von flachen Graeben und niedrigen Waellen durchzogen. Es wechseln sich Laubmischwaldbestaende (vorwiegend Buchen-Eichen- oder Birken-Eichenbestaende) mit mehr oder weniger reinen Birkenbestaenden (meist im Mittelwaldcharakter) ab. Darin eingestreut finden sich stellenweise einzelne Altbaeume (Rotbuche und Stieleiche). Ebenfalls sind abgestorbene Altbaeume vorhanden. Die Mehrzahl der Eichen sind stark bis sehr stark geschaedigt, bzw. im Absterben begriffen. Das Unterholz ist nur maessig ausgebildet, die Krautschicht am Boden von unterschiedlicher Dichte, aber immer artenarm. Der Waldmantel ist unterschiedlich dicht und nicht immer geschlossen. Eichen- und Buchenueberhaelter erreichen einen Stammdurchmesser von 1m. Sehr zahlreich sind Buchen mit durchgewachsenen Stockausschlaegen vorhanden. Sie stellen die Reste der frueher ueblichen Niederwaldnutzung dar. Ein schoenes Beispiel dieser Bestaende findet sich im noerdlichen Waldbereich oestlich der Autobahn. Suedlich und westlich begrenzt ein alter Landwehr die Flaechen des NSG. Auch hier sind viele der auf der Landwehr stehenden Buchen aus Stockausschlaegen erwachsen. Der Landwehr wurde in Bereichen von Ackerflaechen und bei Waldzufahrten abgetragen. Stellenweise sind einzelne Parzellen mit Fichte, Laerche und noerdlich von Kuehleheide mit Pappeln aufgeforstet worden. Sie sollten in bodenstaendige Gehoelzbestaende umgewandelt werden. In mehreren Waldbestaenden finden sich unterschiedlich grosse, rechteckige, meist voellig vertrocknete Kuhlen. Sie stellen alte Flachskuhlen (Flachsroesten) dar. Nahe der Autobahnbruecke und noerdlich von Kuehleheide wurden im Rahmen der Flurbereinigung Teiche ausgehoben. Sie waren zur Zeit der Kartierung (06.94) voellig ausgetrocknet und ohne charakteristischen Bewuchs. Die Ackerflaechen des Gebietes (bei Bockert) liegen im Bereich ehemaliger Heidelandschaften. Eine Extensivierung der Bewirtschaftung ist geplant, stellenweise wird eine Dreifelderwirtschaft angestrebt. Diese Massnahme wuerde zweifellos das floristische Inventar und damit die oekologische Bedeutung des Gebietes erhoehen. Besondere Bedeutung erhaelt dieses NSG durch die landeskulturhistorischen Zeugnisse, wie Niederwald, Landwehr und Flachskuhlen, die im Gebiet zahlreich vorhanden sind.
Lebensraumtypen:
Geschützte Biotope (§62):
Biotoptypen:
  • Eichenwald <AB0> (15,45 ha)
  • Buchen-Eichenmischwald <AB1> (15,45 ha)
  • Birken-Eichenmischwald <AB2> (15,45 ha)
  • Birkenwald <AD0> (3,09 ha)
  • Pappelwald <AF0> (1,55 ha)
  • Fichtenwald <AJ0> (1,55 ha)
  • Laerchenwald <AS0> (1,55 ha)
  • Feldgehoelz <BA0> (42,65 ha)
  • Gebuesch, Strauchgruppe <BB0> (1,55 ha)
  • Hecke <BD0> (1,55 ha)
  • Baumreihe <BF1> (1,55 ha)
  • Fettweide <EB0> (1,55 ha)
  • stehendes Kleingewaesser <FD0> (1,55 ha)
  • Graben <FN0> (1,55 ha)
  • Acker <HA0> (77,88 ha)
  • ohne Zuordnung <OZ> (NaN ha)
Rote Liste Arten 2010 NRW:
Planungsrelevante Arten:
Pflanzenarten:
  • Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus)
  • Besenginster (Cytisus scoparius)
  • Brombeere Sa. (Rubus sectio Rubus)
  • Draht-Schmiele (Deschampsia flexuosa)
  • Eingriffliger Weissdorn (Crataegus monogyna)
  • Esskastanie (Castanea sativa)
  • Europaeische Laerche (Larix decidua (subsp. decidua))
  • Faulbaum (Frangula alnus (subsp. alnus))
  • Feld-Ahorn (Acer campestre)
  • Fichte (Picea abies)
  • Flatter-Binse (Juncus effusus (subsp. effusus))
  • Frauenfarn (Athyrium filix-femina)
  • Gemeines Rispengras (Poa trivialis (subsp. trivialis))
  • Gewoehnliche Eberesche (Sorbus aucuparia)
  • Gewoehnliche Kratzdistel (Cirsium vulgare (subsp. vulgare))
  • Gewoehnlicher Glatthafer (Arrhenatherum elatius (subsp. elatius))
  • Gewoehnlicher Klettenkerbel (Torilis japonica)
  • Grosse Brennessel (Urtica dioica)
  • Hain-Rispengras (Poa nemoralis)
  • Hainbuche (Carpinus betulus)
  • Haselnuss (Corylus avellana)
  • Himbeere (Rubus idaeus)
  • Hunds-Straussgras (Agrostis canina)
  • Knotige Braunwurz (Scrophularia nodosa)
  • Kornelkirsche (Cornus mas)
  • Kratzbeere (Rubus caesius)
  • Moor-Birke (Betula pubescens)
  • Pappel unbestimmt (Populus spec.)
  • Pfeifengras (Molinia caerulea)
  • Robinie (Robinia pseudoacacia)
  • Rose unbestimmt (Rosa spec.)
  • Rot-Eiche (Quercus rubra)
  • Rotbuche (Fagus sylvatica (subsp. sylvatica))
  • Roter Fingerhut (Digitalis purpurea (subsp. purpurea))
  • Salbei-Gamander (Teucrium scorodonia)
  • Sand-Birke (Betula pendula)
  • Schlehe (Prunus spinosa agg.)
  • Schwarz-Erle (Alnus glutinosa)
  • Schwarzer Holunder (Sambucus nigra)
  • Stiel-Eiche (Quercus robur (subsp. robur))
  • Suesskirsche (Prunus avium)
  • Sumpf-Reitgras (Calamagrostis canescens)
  • Wald-Kiefer (Pinus sylvestris)
  • Weiches Honiggras (Holcus mollis (subsp. mollis))
  • Weide unbestimmt (Salix spec.)
  • Weissdorn unbestimmt (Crataegus spec.)
  • Weisse Hainsimse (Luzula luzuloides)
  • Winter-Linde (Tilia cordata)
  • Wolliges Honiggras (Holcus lanatus)
  • Zitter-Pappel (Populus tremula)
  • Zweigriffliger Weissdorn (Crataegus laevigata)
Tierarten:
  • Amsel (Turdus merula)
  • Baumfalke (Falco subbuteo)
  • Baumpieper (Anthus trivialis)
  • Blaumeise (Parus caeruleus)
  • Dorngrasmuecke (Sylvia communis)
  • Eichelhaeher (Garrulus glandarius)
  • Elster (Pica pica)
  • Fitis (Phylloscopus trochilus)
  • Gartengrasmuecke (Sylvia borin)
  • Gelbspoetter (Hippolais icterina)
  • Goldammer (Emberiza citrinella)
  • Grauschnaepper (Muscicapa striata)
  • Jagdfasan (Phasianus colchicus)
  • Kohlmeise (Parus major)
  • Kuckuck (Cuculus canorus)
  • Misteldrossel (Turdus viscivorus)
  • Moenchsgrasmuecke (Sylvia atricapilla)
  • Nachtigall (Luscinia megarhynchos)
  • Rabenkraehe (Corvus corone corone)
  • Ringeltaube (Columba palumbus)
  • Rotkehlchen (Erithacus rubecula)
  • Singdrossel (Turdus philomelos)
  • Sumpfrohrsaenger (Acrocephalus palustris)
  • Turteltaube (Streptopelia turtur)
  • Zaunkoenig (Troglodytes troglodytes)
  • Zilpzalp (Phylloscopus collybita)
Schutzziele: Erhaltung von Feldgehoelzen mit Bedeutung fuer Hoehlenbrueter in
der ausgeraeumten Agrarlandschaft.
Erhaltung von Niederwaldresten als landeskulturhistorisches ZeugnisErhaltung einer grossflaechig reichstrukturierten
Landschaft mit zahlreichen, mosaikfoermig zusammenhaengender
Waldbestaende mit naturnahem Waldbestand.
Erhaltung von landeskulturhistorischen Zeugnissen, wie
Niederwaldresten, Landwehre und Flachsroesten
Gefährdungen:
  • Beseitigung alter Baeume
  • Biozideinsatz
  • Duengung
  • Freizeitaktivitaeten
  • Isolationseffekt
  • Kahlschlag, unsachgemaesser Holzeinschlag (FW)
  • Muellablagerung
  • nicht bodenstaendige Gehoelze (FW)
  • Trittschaden an Vegetation
Maßnahmen:
  • Altholz erhalten
  • Beschraenkung der Duengung
  • Beschraenkung der Freizeitaktivitaeten
  • Beseitigung von Muell
  • Einstellung der Bewirtschaftung
  • Erhaltung der Laubholzbestockung
  • Erhaltung des Kleinreliefs
  • keine Biozidanwendung
  • naturnahe Waldbewirtschaftung
  • Totholz erhalten
  • Umwandlung in bodenstaendigen Gehoelzbestand
  • Vernetzung herstellen
  • Wiederherstellung von Biotopen
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