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Naturschutzgebiete und Nationalpark Eifel in NRW


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Naturschutzgebiet Waldgebiet Brock (WAF-031)

Objektbezeichnung:

NSG Waldgebiet Brock

Kennung:

WAF-031

Ort: Drensteinfurt
Kreis: Warendorf
Bezirksregierung: Münster
Digitalisierte Fläche: 76,43 ha
Offizielle Fläche: 76,00 ha
Flächenanzahl: 1
Schutzstatus: NSG, bestehend
Verfahrensstand: VO rechtskraeftig
Inkraft seit: 2004
Inkraft: 2004
Außerkraft: 2024
Schutzziel: Die Unterschutzstellung erfolgt

a) Zur Erhaltung, Foerderung, Entwicklung und Wiederherstellung von Lebensgemein-
schaften und Lebensstaetten landschaftsraumtypischer, seltener und gefaehrdeter
Tier- und Pflanzenarten in einem grossen, landesweit bedeutenden Waldkomplex
mit gut ausgebildeten Stieleichen-Hainbuchenwaeldern und auch Waldmeister-
Buchenwaeldern in ihrer typischen standoertlichen Variationsbreite, inklusive ihrer
Vorwaelder, Gebuesch- und Staudenfluren sowie ihrer Waldraender,
b) Aus wissenschaftlichen, naturgeschichtlichen, landeskundlichen und erdgeschicht-
lichen Gruenden und wegen der biogeographischen Bedeutung,
c) Wegen der Seltenheit, besonderen Eigenart und der hervorragenden Schoenheit
des Gebietes,
d) Zur Sicherung des Naturhaushaltes und zur Abwehr schaedlicher Einwirkungen und
negativer Veraenderungen oekologischer Zusammenhaenge,
e) Als Bestandteil eines Biotopverbundes von landes- und europaweiter Bedeutung,
f) Zur Bewahrung und Wiederherstellung eines guenstigen Erhaltungszustandes der
natuerlichen Lebensraeume und wildlebenden Tier- und Pflanzenarten von gemein-
schaftlichem Interesse gemaess Art. 4 Abs.4 i.V.m. Art. 2 der FFH-Richtlinie. Hierbei
handelt es sich um folgenden natuerlichen Lebensraum von gemeinschaftlichem Inter-
esse gemaess Anhang I der FFH-Richtlinie als massgeblicher Bestandteil des
Gebietes im Sinne des Paragraphen 48 d Abs.4 LG

- Stieleichen-Hainbuchenwald (9160).

Das Gebiet hat darueber hinaus im Gebietsnetz NATURA 2000 Bedeutung fuer die
Lebensraeume von gemeinschaftlichem Interesse gemaess Anhang I der FFH-
Richtlinie

- Waldmeister-Buchenwald (9130).

Die ueber die Verordnungsdauer hinausgehende langfristige Zielsetzung fuer die Wald-
flaechen ist die Erhaltung von grossflaechigen Laubwaeldern und die schrittweise Ent-
wicklung eines zusammenhaengenden Laubwaldgebietes mit den fuer die natuerlichen
Laubwaldgesellschaften typischen Arten. Hierzu gehoert auch die Ueberfuehrung von
Teilbestaenden in naturnahe Laubwaelder mit ihren verschiedenen Entwicklungs- und
Altersphasen einschliesslich der Alt- und Totholzphase und in ihrer standoertlich typischen
Variationsbreite. Dabei ist eine Vermehrung des Stieleichen-Hainbuchenwaldes und
des Waldmeister-Buchenwaldes auf geeigneten Standorten durch den Umbau von
mit nicht bodenstaendigen Gehoelzen bestandenen Flaechen anzustreben. Um die
Verjuengung der natuerlichen Baumarten in der Regel ohne besondere Schutzmass-
nahmen zu ermoeglichen, ist eine angemessene Schalenwilddichte anzustreben.
Referenzen FFH- und VS-Gebiete:
Referenzen Schutzwürdige Biotope (BK):
  • BK-4112-0009
Kennung:

BK-4112-0009

Objektbezeichnung:

Waldgebiet "Brock" in Ahrenhorst

Link zur Karte: BK-4112-0009
Objektbeschreibung: Östlich der Werse bei Rinkerode liegt das ca. 90 ha umfassende geschlossen Waldgebiet "Brock". Der überwiegende Teil wird von Eichen-Hainbuchenbeständen eingenommen, in denen neben den namengebenden Baumarten die Vogelkirsche, Eschen und Buchen regelmäßig aber mit geringen Deckungsgraden eingestreut sind. Sehr selten sind auch Ulmen in der ersten Baumschicht vertreten. Eine Strauchschicht ist insbesondere im nördlichen und westlichen Gebietsteil nur sehr spärlich ausgebildet und wird - wenn vorhanden - aus Hasel gebildet. Die Bestände sind überwiegend mittelalt, starkes Baumholz und Altholz ist aber regelmäßig beteiligt. Neben der typischen recht artenreichen Artengarnitur der FFH-relevanten "Sternmieren-Eichen-Hainbuchenwälder" wie Sternmiere, Vielblütige Weißwurz, Goldnessel, Efeu und Hainveilchen werden größere Bereiche von der Brombeere dominiert, welches auf einen gestörten Wasser- und Nährstoffhaushalt hinweist. Ersteres wird durch zahlreiche, das Gebiet durchziehende Entwässerungsgräben verursacht. Neben den dominierenden Eichen-Hainbuchenbeständen werden kleinere Parzellen von Eichenwäldern, Buchen-Eichenwäldern und reinen Eichenwäldern sowie Eschenbeständen eingenommen. Aufgrund der Flächengröße, der räumlichen Geschlossenheit und des noch guten Erhaltungszustandes ist das Gebiet "Brock" als naturschutzfachlich sehr wertvolles Refugialgebiet für die Erhaltung der typischen Lebensgemeinschaft der feuchten Eichen-Hainbuchenwälder im Kreis Warendorf anzusehen. Zudem stocken die Wälder auf historisch alten Waldstandorten, welches den Wert zusätzlich unterstreicht. Auch im Rahmen des landesweiten Biotopverbundes naturnaher Laubwälder kommt dem Gebiet eine besondere Funktion als Trittstein und Ausbreitungsraum zu. Als prioritäres Schutzziel lässt sich die Erhaltung der Laubwaldbestände durch die Wiederherstellung des Wasserregimes durch Schließung der Entwässerungsgräben und die Erhaltung von Tot- und Altolz durch eine naturnahe forstliche Bewirtschaftung formulieren
Lebensraumtypen:
  • Waldmeister-Buchenwald (Asperulo-Fagetum) <9130> (11,39 ha)
  • Subatlantischer oder mitteleuropaeischer Stieleichenwald oder Hainbuchenwald (Carpinion betuli) [Stellario-Carpinetum] <9160> (43,68 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete Laubwaelder ausserhalb von Sonderstandorten (nicht FFH-LRT) <NA00> (13,81 ha)
Geschützte Biotope (§62):
Biotoptypen:
  • Eichenwald <AB0> (7,02 ha)
  • Buchen-Eichenmischwald <AB1> (2,29 ha)
  • Fichtenwald <AJ0> (7,51 ha)
  • Eschenmischwald <AM1> (4,50 ha)
  • Schlagflur <AT0> (2,75 ha)
  • Aufforstung <AU0> (0,64 ha)
  • Wald, Jungwuchs <AU1> (12,00 ha)
  • stehendes Kleingewaesser <FD0> (0,94 ha)
  • Wildacker <HA2> (0,94 ha)
  • Buchenwald <xAA0> (0,37 ha)
  • Eichen-Buchenmischwald <xAA1> (11,02 ha)
  • Hainbuchen-Eichenmischwald <xAB9> (43,68 ha)
Rote Liste Arten 2010 NRW:
Planungsrelevante Arten:
Pflanzenarten:
  • Aronstab (Arum maculatum)
  • Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus)
  • Breitblaettriger Rohrkolben (Typha latifolia)
  • Brombeere Sa. (Rubus sectio Rubus)
  • Draht-Schmiele (Deschampsia flexuosa)
  • Echte Nelkenwurz (Geum urbanum)
  • Efeu (Hedera helix (subsp. helix))
  • Einbluetiges Perlgras (Melica uniflora)
  • Esche (Fraxinus excelsior (subsp. excelsior))
  • Faulbaum (Frangula alnus (subsp. alnus))
  • Feld-Ahorn (Acer campestre)
  • Fichte (Picea abies)
  • Flatter-Binse (Juncus effusus (subsp. effusus))
  • Flatter-Ulme (Ulmus laevis)
  • Flattergras (Milium effusum)
  • Frauenfarn (Athyrium filix-femina)
  • Gewoehnliche Goldnessel (Gartenform) (Lamium galeobdolon var. variegatum)
  • Gewoehnlicher Wurmfarn (Dryopteris filix-mas)
  • Grosse Brennessel (Urtica dioica)
  • Grosse Sternmiere (Stellaria holostea)
  • Gundermann (Glechoma hederacea)
  • Hainbuche (Carpinus betulus)
  • Haselnuss (Corylus avellana)
  • Kleiner Dornfarn (Dryopteris carthusiana)
  • Kratzbeere (Rubus caesius)
  • Rotbuche (Fagus sylvatica (subsp. sylvatica))
  • Ruprechtskraut (Geranium robertianum)
  • Sand-Birke (Betula pendula)
  • Stechpalme (Ilex aquifolium)
  • Stiel-Eiche (Quercus robur (subsp. robur))
  • Suesskirsche (Prunus avium)
  • Vielbluetige Weisswurz (Polygonatum multiflorum)
  • Wald-Bingelkraut (Mercurialis perennis)
  • Wald-Geissblatt (Lonicera periclymenum)
  • Wald-Sauerklee (Oxalis acetosella)
  • Wald-Segge (Carex sylvatica (subsp. sylvatica))
  • Wald-Veilchen (Viola reichenbachiana)
  • Wald-Ziest (Stachys sylvatica)
  • Wald-Zwenke (Brachypodium sylvaticum (subsp. sylvaticum))
  • Waldmeister (Galium odoratum)
  • Winter-Linde (Tilia cordata)
Tierarten:
Schutzziele: Erhaltung und Entwicklung eines großflächigen Waldgebietes mit Eichen-Hainbuchenwäldern durch eine naturnahe forstliche Nutzung und einem dynamischen Altholzkonzept. Erhaltung und Anreicherung der Bestände durch Totholz und Wiederherstellung des Wasserregimes durch Schließung der Entwässerungsgräben.
Gefährdungen:
  • Muellablagerung
  • nicht bodenstaendige Gehoelze (FW)
  • nicht einheimische Gehoelze (FW)
Maßnahmen:
  • Altholz erhalten
  • Beseitigung von Muell
  • dynamisches Altholzkonzept
  • Erhoehung des Laubholzanteils
  • naturnahe Waldbewirtschaftung
  • NSG-Ausweisung / vertragliche Regelung
  • Umwandlung in bodenstaendigen Gehoelzbestand
  • Waldmantelentwicklung
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