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Naturschutzgebiete und Nationalpark Eifel in NRW


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Naturschutzgebiet Oestricher Wald (WAF-037)

Objektbezeichnung:

NSG Oestricher Wald

Kennung:

WAF-037

Ort: Ahlen
Kreis: Warendorf
Bezirksregierung: Münster
Digitalisierte Fläche: 150,64 ha
Offizielle Fläche: 10,00 ha
Flächenanzahl: 1
Schutzstatus: NSG, bestehend
Verfahrensstand: LP rechtskraeftig
Inkraft seit: 1993
Inkraft: 2006
Außerkraft: 9999
Schutzziel: Gemaess Paragraph 20 LG NW,

a) Zur Erhaltung und Entwicklung naturnaher Sternmieren-Eichen-Hainbuchenwaelder mit
ihrer typischen Flora und Fauna in ihren verschiedenen Entwicklungsstufen / Altersphasen
und in ihrer standoertlichen typischen Variationsbreite, inklusive ihrer Vorwaelder, Gebuesch-
und Staudenfluren sowie ihrer Waldraender durch

- naturnahe Waldbewirtschsftung unter Ausrichtung auf die natuerliche Waldgesellschaft ein-
schliesslich ihrer Nebenbaumarten sowie auf alters- und strukturdiverse Bestaende und Foer-
derung der Naturverjuengung aus Arten der natuerlichen Waldgesellschaft,
- Erhaltung und Foerderung eines dauerhaften und ausreichenden Anteils von Alt- und Totholz,
insbesondere von Grosshoehlen- und Altbaeumen,
- Vermehrung des Sternmieren-Eichen-Hainbuchenwaldes auf fuer die Waldgesellschaften typi-
schen Standorten,
- Sicherung und ggfs. Wiederherstellung des natuerlichen Wasserhaushaltes,

Schutzziele fuer Lebensraumtypen und Arten, die fuer die Meldung des Gebietes ausschlaggebend
sind:

- Stieleichen-Hainbuchenwaelder (9160),
- Schwarzspecht,

b) Zur Erhaltung und Entwicklung grossflaechig zusammenhaengender, naturnaher, meist kraut- und
geophytenreicher Waldmeister-Buchenwaelder auf basenreichen Standorten mit ihrer typischen
Fauna in ihren verschiedenen Entwicklungsstufen / Altersphasen und in ihrer standoertlichen typi-
schen Variationsbereiche, insklusive ihrer Vorwaelder, Gebuesch- und Staudenfluren sowie ihrer
Waldraender durch

- naturnahe Waldbewirtschaftung unter Ausrichtung auf die natuerliche Waldgesellschaft einschliesslich
ihrer Nebenbaumarten sowie auf alters- und strukturdiverse Bestaende und Foerderung der Natur-
verjungung aus Arten der natuerlichen Waldgesellschaft,
- Erhaltung und Foerderung eines dauerhaften und ausreichenden Anteils von Alt- und Totholz, insbe-
sondere von Grosshoehlen- und Altbaeumen,
- Vermehrung des Waldmeister-Buchenwaldes auf fuer die Waldgesellschaften typischen Standorten
(v.a. im weiteren Umfeld von Quellbereichen oder Bachlaeufen),

c) Zur Erhaltung und Foerderung von naturnahen Stillgewaessern (§62-Biotope),
d) Zur Bewahrung und Wiederherstellung eines guenstigen Erhaltungszustandes der natuerlichen
Lebensraeume und wildlebenden Tier- und Pflanzenarten von gemeinschaftlichem Interesse
gemaess Artikel 4 Absatz 4 in Verbindung mit Artikel 2 der Richtlinie.
Hierbei handelt es sich um folgenden natuerliche Lebensraum von gemeinschaftlichem Interesse
gemaess Anhang I der FFH-Richtlinie als massgebliche Bestandteile des Gebietes im Sinne des
Paragraph 48 d Absatz 4LG NW:

- Stieleichen-Hainbuchenwald (9160),

Das Gebiet hat darueber hinaus im Gebietsnetz Natura 2000 und/oder fuer Arten des Anhang IV
der FFH-Richtlinie Bedeutung fuer:

- Waldmeister-Buchenwald (9130),

sowie fuer Arten der Vogelschutzrichtlinie:

- Schwarzspecht,

e) Aus wissenschaftlichen, naturgeschichtlichen, landeskundlichen und erdgeschichtlichen Gruenden
und wegen der biogeographischen Bedeutung,
f) Wegen der Seltenheit, besonderen Eigenart und hervorragenden Schoenheit des Gebietes,
g) Zur Sicherung des Naturhaushalts und zur Abwehr schaedlicher Einwirkungen und negativer
Veraenderungen oekologischer Zusammenhaenge,
h) Als Bestandteil eines Biotopverbundes von landes- und europaweiter Bedeutung.
Referenzen FFH- und VS-Gebiete:
Referenzen Schutzwürdige Biotope (BK):
  • BK-4212-0040
  • BK-4212-100
Kennung:

BK-4212-100

Objektbezeichnung:

NSG Oestricher Wald <Erweiterung>

Link zur Karte: BK-4212-100
Objektbeschreibung: Teil des Oestricher Waldes im Bereich des Kreises Warendorf. Ueberwiegend feuchter Laubmischwald mit mehr oder weniger naturnahen, aelteren Bestaenden des (artenreichen) Eichen-Hainbuchenwaldes, des Flattergras-Buchenwaldes und des Buchen-Eichenwaldes auf flachwelligen stau- bzw. grundwasserbeeinflussten Geschiebelehm- und (Flug-)Sandablagerungen. Dominant etwa 100-120 jaehrige Buchen- und Eichenbestaende, z. T. mit Edellaubhoelzern. Je nach Kronenschlussgrad bzw. Hauptbaumart lichtere Bestaende mit gut entwickelter Strauch-/Krautvegetation oder dunkle Hallenwaelder. Vor allem im Norden lichte Eschenmischwaldparzellen, z. T. seggenreich. Verbreitet meist schattige Waldtuempel ohne nennenswerte Gewaesservegetation, z. T. nur periodisch wasserfuehrend, oertlich mit Ufergehoelz. Am Waldrand gelegene Kleingewaesser zudem durch Muellablagerung und Verfuellung gefaehrdet. Oertlich Entwaesserungsgraben, am Westrand kleines Bachsiek. Der Biotop wird im Sueden von einer Strasse durchschnitten. Suedlich der Strasse setzt sich der Biotop im Bereich des Standortuebungsplatzes Ahlen fort. Hier ist zunaechst ein grosser zusammenhaengender Waldkomplex aus mittelalten Eichen-, Eschen-, Buchen- und am Suedrand auch Pappelbestaenden zu finden. Eingeschlossen ist auch ein kleiner Laerchen/Kiefern-Bestand und im Nordwesten (unmittelbar suedlich der Strasse) befindet sich ein juengeres Buchen-Bergahorn-Stangenholz. Der oestliche Teil des Waldes wird dabei ueberwiegend von einem Mischbestand aus den oben genannten Arten (ausser Pappeln) gebildet, denen noch andere, dem Alter entsprechende Edellaubhoelzer wie z. B. Vogelkirschen, Bergahorn, Bergulme u. a. beigemischt sind. Im westlichen und suedlichen Teil werden einzelne Waldparzellen jeweils von einer oder zwei der genannten Arten eingenommen. Dabei treten in zwei Bereichen Buchenwaelder, im Norden ein Eichen-Hainbuchen-Wald, und im Sueden Eichen-Eschen sowie in zwei Parzellen auch Eschen-Bergahornbestaende auf. Oestlich eines im Sueden be- findlichen Pappelforstes, der zum groessten Teil aber ausserhalb des Gebietsbegrenzung liegt, befinden sich zwischen noerdlich und suedlich angrenzenden Gruenlandbereichen noch kleinere Waldstuecke. Hier ist zunaechst ein Buchenwald mit eingestreuten Nadelgehoelzen, dann ein Pappelforst und im Osten ein Eichenwald zu finden. Die meisten Bestaende weisen eine dichte Strauchschicht und eine Krautschicht mit Arten der potentiellen natuerlichen Vegetation auf, die hier ueberwiegend von artenreichen Eichen-Hainbuchen-Waeldern, seltener auch Waldmeister-Buchenwaeldern gebildet wuerde. Haeufig ist die Strauch- und Krautschicht allerdings durch die militaerischen oder durch forstwirtschaftliche Aktivitaeten mehr oder weniger stark beeintraechtigt. Es sind neben den Wegen zusaetzlich viele Trampelpfade ausgebildet und vor allem durch das "Schanzen" (Ausheben von Graeben und Unterstaenden) wird die Krautschicht zerstoert und das natuerliche Bodenrelief gestoert.
Lebensraumtypen:
Geschützte Biotope (§62):
Biotoptypen:
  • Buchenmischwald mit einheimischen Laubbaumarten <AA2> (19,35 ha)
  • Nadelbaum-Kiefernmischwald <AK3> (2,76 ha)
  • Eschenmischwald <AM1> (23,50 ha)
  • Schlagflur <AT0> (2,76 ha)
  • stehendes Kleingewaesser <FD0> (1,38 ha)
  • Bach <FM0> (1,38 ha)
  • ohne Zuordnung <OZ> (1,38 ha)
  • Buchenwald <xAA0> (17,97 ha)
  • Eichen-Hainbuchenmischwald <xAQ1> (67,73 ha)
Rote Liste Arten 2010 NRW:
Planungsrelevante Arten:
Pflanzenarten:
  • Aronstab (Arum maculatum)
  • Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus)
  • Blaugruene Binse (Juncus inflexus (subsp. inflexus))
  • Blauroter Hartriegel (Cornus sanguinea)
  • Brombeere unbestimmt (Rubus spec.)
  • Busch-Windroeschen (Anemone nemorosa)
  • Echte Nelkenwurz (Geum urbanum)
  • Efeu (Hedera helix (subsp. helix))
  • Einbluetiges Perlgras (Melica uniflora)
  • Eingriffliger Weissdorn (Crataegus monogyna)
  • Esche (Fraxinus excelsior (subsp. excelsior))
  • Flatter-Binse (Juncus effusus (subsp. effusus))
  • Flattergras (Milium effusum)
  • Flutender Schwaden (Glyceria fluitans)
  • Frauenfarn (Athyrium filix-femina)
  • Gemeine Sumpfsimse (Eleocharis palustris)
  • Gewoehnliche Goldnessel (Galeobdolon luteum)
  • Gewoehnlicher Wurmfarn (Dryopteris filix-mas)
  • Grosse Sternmiere (Stellaria holostea)
  • Gundermann (Glechoma hederacea)
  • Hainbuche (Carpinus betulus)
  • Haselnuss (Corylus avellana)
  • Hohe Schluesselblume (Primula elatior)
  • Hunds-Rose (Rosa canina)
  • Kleine Wasserlinse (Lemna minor)
  • Knotige Braunwurz (Scrophularia nodosa)
  • Kohl(-Kratz)distel (Cirsium oleraceum)
  • Kuckucks-Lichtnelke (Lychnis flos-cuculi (subsp. flos-cuculi))
  • Rasen-Schmiele (Deschampsia cespitosa)
  • Riesen-Schwingel (Festuca gigantea)
  • Rotbuche (Fagus sylvatica (subsp. sylvatica))
  • Rote Heckenkirsche (Lonicera xylosteum)
  • Ruprechtskraut (Geranium robertianum)
  • Scharbockskraut (Ficaria verna)
  • Schwarzer Holunder (Sambucus nigra)
  • Segge unbestimmt (Carex spec.)
  • Stiel-Eiche (Quercus robur (subsp. robur))
  • Suesskirsche (Prunus avium)
  • Sumpf-Segge (Carex acutiformis)
  • Sumpf-Vergissmeinnicht (Myosotis scorpioides)
  • Veilchen unbestimmt (Viola spec.)
  • Vielbluetige Weisswurz (Polygonatum multiflorum)
  • Wald-Sauerklee (Oxalis acetosella)
  • Wald-Segge (Carex sylvatica (subsp. sylvatica))
  • Wald-Veilchen (Viola reichenbachiana)
  • Wald-Zwenke (Brachypodium sylvaticum (subsp. sylvaticum))
  • Weissdorn unbestimmt (Crataegus spec.)
  • Zweigriffliger Weissdorn (Crataegus laevigata)
Tierarten:
  • Amsel (Turdus merula)
  • Baumfalke (Falco subbuteo)
  • Buchfink (Fringilla coelebs)
  • Buntspecht (Dendrocopos major)
  • Fitis (Phylloscopus trochilus)
  • Gartenbaumlaeufer (Certhia brachydactyla)
  • Gartengrasmuecke (Sylvia borin)
  • Habicht (Accipiter gentilis)
  • Hohltaube (Columba oenas)
  • Kohlmeise (Parus major)
  • Kuckuck (Cuculus canorus)
  • Moenchsgrasmuecke (Sylvia atricapilla)
  • Pirol (Oriolus oriolus)
  • Ringeltaube (Columba palumbus)
  • Rotkehlchen (Erithacus rubecula)
  • Rotmilan (Milvus milvus)
  • Schwarzspecht (Dryocopus martius)
  • Singdrossel (Turdus philomelos)
  • Sperber (Accipiter nisus)
  • Turteltaube (Streptopelia turtur)
  • Waldlaubsaenger (Phylloscopus sibilatrix)
  • Waldschnepfe (Scolopax rusticola)
  • Zaunkoenig (Troglodytes troglodytes)
  • Zilpzalp (Phylloscopus collybita)
Schutzziele: Erhaltung und Entwicklung naturnaher Sternmieren-Eichen-Hainbuchenwälder und Waldmeister-Buchenwälder.
Gefährdungen:
  • intensive Forstwirtschaft (FW)
  • Kahlschlag, unsachgemaesser Holzeinschlag (FW)
  • militaerische Aktivitaeten
  • Muellablagerung
  • nicht bodenstaendige Gehoelze (FW)
  • nicht einheimische Gehoelze (FW)
  • Verfuellung
  • Wegebau
Maßnahmen:
  • Altholz erhalten
  • Beseitigung von Gehoelzen
  • Beseitigung von Muell
  • Erhaltung der Gewaesser
  • Erhaltung der Laubholzbestockung
  • Erhoehung des Laubholzanteils
  • naturnahe Gewaessergestaltung
  • naturnahe Waldbewirtschaftung
  • Pufferzone anlegen
  • Totholz erhalten
  • Waldmantelentwicklung
  • Wiederherstellung von Biotopen
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