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Naturschutzgebiete und Nationalpark Eifel in NRW


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Naturschutzgebiet Rheinvorland noerdlich der Ossenberger Schleuse (WES-020)

Objektbezeichnung:

NSG Rheinvorland noerdlich der Ossenberger Schleuse

Kennung:

WES-020

Ort: Rheinberg
Kreis: Wesel
Bezirksregierung: Düsseldorf
Digitalisierte Fläche: 57,40 ha
Offizielle Fläche: 57,00 ha
Flächenanzahl: 1
Schutzstatus: NSG, bestehend
Verfahrensstand: LP rechtskraeftig
Inkraft seit: 1986
Inkraft: 2009
Außerkraft: 9999
Schutzziel: Die Festsetzung als Naturschutzgebiet erfolgt gemäß § 20 a), b) und c) sowie § 48 c LG
a) zur Erhaltung und Wiederherstellung einer naturnahen Rheinaue mit zahlreichen
auentypischen Biotopstrukturen und Lebensgemeinschaften, insbesondere
· zur Erhaltung und Entwicklung der Rheinaue wegen ihrer Bedeutung für
den landesweiten und regionalen Biotopverbund
· zur Erhaltung und Entwicklung der Erlen-Eschen- und Weichholzauenwälder
(91 E0, Prioritärer Lebensraum) mit ihrer typischen Fauna und
Flora - insbesondere auch als Lebensstätte für den Schwarzmilan - in ihren
verschiedenen Entwicklungsstufen/Altersphasen und in ihrer standörtlichen
typischen Variationsbreite, inklusive ihrer Vorwaldstadien und -
gebüsche
· zur Erhaltung und Entwicklung artenreicher Glatthafer- und Wiesenknopf-
Silgenwiesen (6510) mit ihrer typischen Fauna und Flora - insbesondere
als Lebensstätte für den Wachtelkönig
Landschaftsplan Alpen/Rheinberg
2. Besonders geschützte Teile von Natur und Landschaft (§§ 19 - 23 LG)
60-2 / Projektgruppe Landschaftsplanung - 74 -
· zur Erhaltung und Entwicklung natürlicher eutropher Seen und Altarme
(3150), insbesondere als Lebensraum für den Kammmolch
· wegen des Vorkommens gefährdeter Tier- und Pflanzenarten, z. B. der
Knoblauchkröte
· zur Erhaltung und Entwicklung der gut ausgeprägten Gehölzstrukturen
wie Hecken, Baum-, Gehölzreihen und Feldgehölze als Lebensräume von
an Hecken und Gebüsche gebundene Vogelarten
· zur Erhaltung und Entwicklung der wertvollen Einzelbiotope, insbesondere
der Auenwälder und des Magergrünlandes, mit ihren charakteristischen
Lebensraumtypen
b) aus landeskundlichen, naturgeschichtlichen und erdgeschichtlichen Gründen,
insbesondere wegen der Bedeutung der natürlich gewachsenen Auenböden und
des auentypischen Kleinreliefs.
c) wegen der Seltenheit, besonderen Eigenart und hervorragenden Schönheit der
typischen, reich strukturierten Auenlandschaft.
Referenzen FFH- und VS-Gebiete:
Referenzen Schutzwürdige Biotope (BK):
  • BK-4405-055
  • BK-4405-905
Kennung:

BK-4405-905

Objektbezeichnung:

NSG Rheinvorland noerdlich der Ossenberger Schleuse

Link zur Karte: BK-4405-905
Objektbeschreibung: Ueberwiegend gut ausgepraegtes, z.T. feuchtes, mehr oder weniger extensiv genutztes Gruenland zwischen Rhein, Eisenbahndamm und Deich. Als Rest der urspruenglichen, niederrheinischen Wiesen- und Woyenlandschaft wird es durchsetzt von Woyen und Kuhlen, und gegliedert von zahlreichen Baumgruppen und -reihen, durchgewachsenen Wallhecken, einigen Kopfbaumweiden sowie Weissdornhecken und -gebuesch. Durchzogen wird das Gebiet von einem alten Sommerdeich, auf dessen Seiten sich mageres Weidegruenland, das durch Viehtritt stark gestoert ist, ausdehnt. Der hier angegebene artenreiche Sandtrockenrasen wurde 1995 nicht mehr vorgefunden. Das auf dem Magerweidenstandort angelegte Gewaesser mit Steilufern weist ausser einer spaerlichen Unterwasservegetation keinen weiteren Bewuchs auf. Es wird an einigen flacher abfallenden Uferbereichen vom Weidevieh als Traenke genutzt. In der oestliche Haelfte befindet sich eine grosse, ebene Senke, die von steilen Boeschungen umgeben ist. Diese sind bewachsen von dichten Weissdornhecken mit zahlreichen Ueberhaeltern (Esche), einzelnen Kopfbaeumen und an der Westseite mit einer Pappelbaumreihe. Die tiefer gelegene Ebene wird vorwiegend von Graesern bedeckt und ist mit einzel- nen Baeumen und kleineren Baumgruppen bestanden. Saemtliche RL-Pflanzenarten konnten bei der Begehung 1995 nicht mehr aufgefunden werden. Im Gebiet kommen folgende Paragraph 62-Biotoptypen vor: - Feucht- und Nassgruenland (EC) - Magerweide (ED)
Lebensraumtypen:
Geschützte Biotope (§62):
Biotoptypen:
  • Gebuesch, Strauchgruppe <BB0> (5,48 ha)
  • Wallhecke <BD1> (1,83 ha)
  • Baumgruppe, Baumreihe <BF0> (1,83 ha)
  • Kopfbaumgruppe, Kopfbaumreihe <BG0> (0,37 ha)
  • Fettweide <EB0> (16,45 ha)
  • stehendes Kleingewaesser <FD0> (0,37 ha)
  • Abgrabungsgewaesser <FG0> (0,37 ha)
  • Acker <HA0> (1,10 ha)
  • Hochwasserdamm, Deich <HE0> (1,83 ha)
  • ohne Zuordnung <OZ> (NaN ha)
  • Nass- und Feuchtweide <yEC2> (5,12 ha)
  • Magerweide <yED2> (1,83 ha)
Rote Liste Arten 2010 NRW:
Planungsrelevante Arten:
Pflanzenarten:
  • Armleuchteralge (Chara spec.)
  • Arznei-Thymian (Thymus pulegioides)
  • Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus)
  • Distel-Sommerwurz (Orobanche reticulata)
  • Dolden-Milchstern Sa. (Ornithogalum umbellatum agg.)
  • Echter Feldsalat (Valerianella locusta (subsp. locusta))
  • Esche (Fraxinus excelsior (subsp. excelsior))
  • Feld-Mannstreu (Eryngium campestre)
  • Flaum-Hafer (Helictotrichon pubescens)
  • Fruehlings-Fingerkraut (Potentilla neumanniana)
  • Fruehlings-Hungerbluemchen (Erophila verna subsp. verna)
  • Fruehlings-Segge (Carex caryophyllea)
  • Gemeine Waldrebe (Clematis vitalba)
  • Gemeines Zittergras (Briza media (subsp. media))
  • Gewimpertes Kreuzlabkraut (Cruciata laevipes)
  • Gewoehnlicher Glatthafer (Arrhenatherum elatius (subsp. elatius))
  • Grosser Ehrenpreis (Veronica teucrium)
  • Hundszahn (Cynodon dactylon)
  • Kleine Wiesenraute (Thalictrum minus agg.)
  • Kleiner Wiesenknopf (Sanguisorba minor)
  • Kriechendes Fingerkraut (Potentilla reptans)
  • Laichkraut (unbestimmt) (Potamogeton spec.)
  • Milder Mauerpfeffer (Sedum sexangulare)
  • Mittlerer Wegerich (Plantago media (subsp. media))
  • Nickende Distel (Carduus nutans)
  • Nickender Loewenzahn (Leontodon saxatilis (subsp. saxatilis))
  • Pappel unbestimmt (Populus spec.)
  • Polei-Minze (Mentha pulegium)
  • Sand-Vergissmeinnicht (Myosotis stricta)
  • Schwanenblume (Butomus umbellatus)
  • Schwarzer Holunder (Sambucus nigra)
  • Seekanne (Nymphoides peltata)
  • Silber-Weide (Salix alba (subsp. alba))
  • Skabiosen-Flockenblume (Centaurea scabiosa)
  • Stiel-Eiche (Quercus robur (subsp. robur))
  • Weissdorn unbestimmt (Crataegus spec.)
  • Wiesen-Salbei (Salvia pratensis (subsp. pratensis))
  • Wiesen-Schluesselblume (Primula veris (subsp. veris))
  • Zierliches Schillergras (Koeleria macrantha (subsp. macrantha))
  • Zypressen-Wolfsmilch (Euphorbia cyparissias)
Tierarten:
  • Erdkroete (Bufo bufo)
  • Flussuferlaeufer (Actitis hypoleucos)
  • Grasfrosch (Rana temporaria)
  • Kammmolch (Triturus cristatus)
  • Kiebitz (Vanellus vanellus)
  • Knoblauchkroete (Pelobates fuscus)
  • Steinkauz (Athene noctua)
  • Teichmolch (Triturus vulgaris)
  • Turteltaube (Streptopelia turtur)
  • Waldwasserlaeufer (Tringa ochropus)
  • Wasserfrosch-Komplex (Rana esculenta-Synklepton)
Schutzziele: Erhalt einer typischen niederrheinischen Wiesen- und Woyenlandschaft
zum Schutz der Landschaftsstrukturen (wie Wallhecken, Kopfbaeume),
der vorkommenden Pflanzen- und Tiergemeinschaften des feuchten
Gruenlandes und der Magerweiden
Gefährdungen:
  • Abbau Sand und Kies
  • Angelsport, Fischerei
  • Beseitigung alter Baeume
  • Duengung
  • Eutrophierung
  • Gewaesserausbau, Gewaessergestaltung, naturfern (WA)
  • Gewaesserunterhaltung (WA)
  • Grundwasserabsenkung
  • mangelnde Kopfbaumpflege
  • Muellablagerung
  • nicht einheimische Gehoelze (FW)
  • Rodung (FW)
  • Trittschaden an Vegetation
  • Umbruch, Umwandlung von Gruenland in Acker
Maßnahmen:
  • Altholz erhalten
  • Beschraenkung der Fischereiausuebung
  • Beseitigung von Muell
  • Erhaltung der Gewaesser
  • Erhaltung der Landschaftsstrukturen
  • Erhaltung des Kleinreliefs
  • extensive Gruenlandbewirtschaftung, Beweidung
  • Gruenlandnutzung beibehalten
  • keine Duengung
  • keine Entwaesserung
  • Kopfbaumpflege
  • naturnahe Gewaessergestaltung
  • Pflege von Hecken
  • Umwandlung in bodenstaendigen Gehoelzbestand
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