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Naturschutzgebiete und Nationalpark Eifel in NRW


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Naturschutzgebiet Oberes Oelbachtal (BO-004)

Objektbezeichnung:

NSG Oberes Oelbachtal

Kennung:

BO-004

Ort: Bochum
Kreis: Bochum
Bezirksregierung: Arnsberg
Digitalisierte Fläche: 37,09 ha
Offizielle Fläche: 30,00 ha
Flächenanzahl: 3
Schutzstatus: NSG, bestehend
Verfahrensstand: LP rechtskraeftig
Inkraft seit: 1990
Inkraft: 1998
Außerkraft: 9999
Schutzziel: Die Festsetzung als NSG erfolgt gemaess Paragraph 20a,c LG

- Zur Erhaltung von Lebensgemeinschaften oder Lebensstaetten bestimmter
wildlebender Pflanzen und wildlebender Tierarten,
- Wegen der Seltenheit, besonderen Eigenart und hervorragenden Schoenheit
des Gebietes.
Referenzen FFH- und VS-Gebiete:
Referenzen Schutzwürdige Biotope (BK):
  • BK-4409-0007
Kennung:

BK-4409-0007

Objektbezeichnung:

NSG Oberes Oelbachtal

Link zur Karte: BK-4409-0007
Objektbeschreibung: Das NSG Oberes Oelbachtal (Bövinghauser Bachtal) umfasst die auf Bochumer Stadtgebiet liegenden Flächen westlich des Harpener Bach-Oberlaufes einschließlich vier von Westen einmündenden Seitensiepen mit in Teilbereichen verrohrten oder begradigten, nur teilweise wasserführenden Bachläufen, ausgedehnten Nassgrünlandbrachen und Röhrichtflächen, Seggenriedern und Quellbereichen, mehreren meist naturnahen Teichen und Kleingewässern, altholzreichen Eichen- und Buchenwaldresten sowie größeren, unterschiedlich strukturierten, meist jüngeren Laubwaldflächen sowie einer größeren Lolium-Einsaatfläche im SO. Das Gebiet befindet sich im überwiegend ackerbaulich genutzten Nordosten der Stadt Bochum und setzt sich auf Dortmunder Stadtgebiet mit dem 22 ha großen, ähnlich strukturierten "NSG Oelbachtal" fort. Vor allem in den Einmündungsbereichen der beiden nördlichen Seitensiepen haben sich ausgedehnte Schilfröhrichte entwickelt, angrenzend finden sich hochstaudenreiche Brachen sowie Gebüsche und Weiden- und Birken-Aufwuchs bzw. -Wälder. Die Geländekanten sind häufig mit Eichen-dominierten Baumreihen und Böschungsgehölzen bestanden. Hauptsächlich im Siepengrund der beiden mittleren Seitensiepen befinden sich größere Nassgrünlandbrachen, wechselweise mit Sumpfseggen-, Zottiges Weidenröschen- und Mädesüß-Dominanz, teilweise sehr quellig oder in Seggenrieder übergehend. Altholzreiche Buchen- und Eichenbestände finden sich nur vereinzelt als Relikte innerhalb der meist jüngeren Laubholzmischbestände in der Südhälfte des Gebietes, u.a. im Quellbereich des südlichsten Seitensiepens. In den Waldbereichen sind Buchenmischbestände (häufig zusammen mit Lärche) und Bergahornbestände häufig, außerdem Hybridpappel-, Erlen-, Eichen- und Vogelkirsch-Bestände. Erwähnenswert ist auch ein teils abgängiger größerer Hybridpappelbestand mit aufkommenden Erlen und Eschen, die sich zu einem auwaldartigen Bestand entwickeln könnten. Von besonderem Wert sind die zahlreichen größeren und kleineren Stillgewässer, die allesamt nicht mehr als Fisch- oder Klärteiche für Grubenwässer genutzt werden, sich teilweise im fortgeschrittenen Verlandungsprozess befinden und dichte Röhrichtbestände aufweisen. Offene Teiche zeichnen sich durch ihre große Anzahl von Wasserpflanzenarten und -Gesellschaften aus, sie sind auch für viele Amphibien- und Libellenarten von höchster Bedeutung. Daneben sind zwei vegetationsfreie, häufig austrocknende Waldteiche zu erwähnen. Der Bachlauf des Harpener Baches ist derzeit nicht in naturnahem Zustand, die Sohle ist zum größten Teil verschalt. Auch die Seitenbäche sind meist stärker beeinträchtigt, nur über kurze Abschnitte relativ naturnah ausgeprägt. Das Obere Oelbachtal ist zusammen mit dem östlich angrenzenden "NSG Oelbachtal" und kleineren potentiellen Erweiterungsflächen für den Biotopverbund von herausragendem Wert. Im Gebiet kommen folgende Biotoptypen nach Paragraph 62 LG NRW vor: Quellbereiche (FK2), naturnahes Stillgewässer (FF0, FD0), Sümpfe und Rieder (CD0), Röhrichte (CF2), Nass- und Feuchtgrünland (EE3).
Lebensraumtypen:
  • Hainsimsen-Buchenwald (Luzulo-Fagetum) <9110> (1,70 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete Laubwaelder ausserhalb von Sonderstandorten (nicht FFH-LRT) <NA00> (20,08 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete Auenwaelder (nicht FFH-LRT) <NAX0> (1,10 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete flaechige Gebuesche und Baumgruppen <NBB0> (0,75 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete linienfoermige Gehoelzstrukturen und Einzelbaeume <NBD0> (0,70 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete Ufergehoelze (nicht FFH-LRT) <NBE0> (0,60 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete Suempfe, Riede und Roehrichte (nicht FFH-LRT) <NCC0> (3,67 ha)
  • Schutzwuerdiges und gefaehrdetes Nass- und Feuchtgruenland incl. Brachen (nicht FFH-LRT) <NEC0> (1,40 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete Stillgewaesser (nicht FFH-LRT) <NFD0> (0,94 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete Quellbereiche (nicht FFH-LRT) <NFK0> (0,02 ha)
Geschützte Biotope (§62):
  • Quellbereiche (0,02 ha)
  • Roehrichte (3,49 ha)
  • Seggen- und binsenreiche Nasswiesen (1,40 ha)
  • stehende Binnengewaesser (natuerlich o. naturnah, unverbaut) (0,94 ha)
  • Suempfe (0,17 ha)
Biotoptypen:
  • Buchenwald <AA0> (4,85 ha)
  • Buchenmischwald mit einheimischen Laubbaumarten <AA2> (2,60 ha)
  • Nadelbaum-Buchenmischwald <AA4> (2,80 ha)
  • Eichenwald <AB0> (0,90 ha)
  • Buchen-Eichenmischwald <AB1> (1,35 ha)
  • Eichenmischwald mit einheimischen Laubbaumarten <AB3> (0,38 ha)
  • Erlenwald <AC0> (0,45 ha)
  • Birkenwald <AD0> (0,70 ha)
  • Weidenwald <AE0> (3,00 ha)
  • Weidenmischwald <AE1> (0,10 ha)
  • Pappelwald <AF0> (0,90 ha)
  • Pappelwald auf Auenstandort <AF2> (1,10 ha)
  • Sonstiger Laubwald aus einer einheimischen Laubbaumart <AG0> (0,55 ha)
  • Sonstiger Laubwald aus einer gebietsfremden Laubbaumart <AH0> (0,10 ha)
  • Eschenmischwald <AM1> (0,20 ha)
  • Roteichenwald <AO0> (0,20 ha)
  • Ahornmischwald <AR1> (2,20 ha)
  • Gebuesch, Strauchgruppe <BB0> (0,75 ha)
  • Ufergehoelz <BE0> (0,60 ha)
  • Baumreihe <BF1> (0,70 ha)
  • Fettwiese <EA0> (0,15 ha)
  • Fettwiese, Neueinsaat <EA3> (3,05 ha)
  • Gruenlandbrache <EE0> (2,00 ha)
  • Teich <FF0> (0,06 ha)
  • Bach <FM0> (0,30 ha)
  • Acker <HA0> (0,03 ha)
  • Gebaeude, Mauerwerk, Ruine <HN0> (0,09 ha)
  • Eichen-Buchenmischwald <xAA1> (1,70 ha)
  • Grossseggenried <yCD0> (0,17 ha)
  • Roehrichtbestand hochwuechsiger Arten <yCF2> (3,49 ha)
  • Brachgefallenes Nass- und Feuchtgruenland <yEE3> (1,40 ha)
  • stehendes Kleingewaesser <yFD0> (0,10 ha)
  • Teich <yFF0> (0,84 ha)
  • Sicker-, Sumpfquelle <yFK2> (0,02 ha)
Rote Liste Arten 2010 NRW:
Planungsrelevante Arten:
Pflanzenarten:
  • Adlerfarn (Pteridium aquilinum (subsp. aquilinum))
  • Arznei-Baldrian Sa. (Valeriana officinalis agg.)
  • Asch-Weide Sa. (Salix cinerea)
  • Aufrechter Igelkolben (Sparganium erectum)
  • Berchtolds Zwerg-Laichkraut (Potamogeton berchtoldii)
  • Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus)
  • Breitblaettrige Stendelwurz (Epipactis helleborine)
  • Breitblaettriger Rohrkolben (Typha latifolia)
  • Brombeere Sa. (Rubus sectio Rubus)
  • Bruch-Weide (Salix fragilis)
  • Deutsches Weidelgras (Lolium perenne)
  • Dreifurchige Wasserlinse (Lemna trisulca)
  • Druesiges Springkraut (Impatiens glandulifera)
  • Echte Zaunwinde (Calystegia sepium)
  • Echtes Maedesuess (Filipendula ulmaria (subsp. ulmaria))
  • Efeu (Hedera helix (subsp. helix))
  • Eingriffliger Weissdorn (Crataegus monogyna)
  • Esche (Fraxinus excelsior (subsp. excelsior))
  • Feld-Ahorn (Acer campestre)
  • Flatter-Binse (Juncus effusus (subsp. effusus))
  • Flutender Schwaden (Glyceria fluitans)
  • Frauenfarn (Athyrium filix-femina)
  • Gefluegelte Braunwurz (Scrophularia umbrosa)
  • Gelbe Schwertlilie (Iris pseudacorus)
  • Gelbe Teichrose (Nuphar lutea)
  • Gemeiner Blutweiderich (Lythrum salicaria)
  • Gemeiner Gilbweiderich (Lysimachia vulgaris)
  • Gemeiner Schneeball (Viburnum opulus)
  • Gemeines Rispengras (Poa trivialis (subsp. trivialis))
  • Gewoehnliche Wald-Engelwurz (Angelica sylvestris)
  • Gewoehnlicher Glatthafer (Arrhenatherum elatius (subsp. elatius))
  • Giersch (Aegopodium podagraria)
  • Grau-Erle (Alnus incana (subsp. incana))
  • Grosse Brennessel (Urtica dioica)
  • Grosse Sternmiere (Stellaria holostea)
  • Grosses Hexenkraut (Circaea lutetiana)
  • Hainbuche (Carpinus betulus)
  • Haselnuss (Corylus avellana)
  • Hirschzunge (Asplenium scolopendrium (subsp. scolopendrium))
  • Japan-Staudenknoeterich (Fallopia japonica)
  • Kleine Wasserlinse (Lemna minor)
  • Kleiner Dornfarn (Dryopteris carthusiana)
  • Kletten-Labkraut (Galium aparine)
  • Korb-Weide (Salix viminalis)
  • Kriechender Hahnenfuss (Ranunculus repens)
  • Laerche unbestimmt (Larix spec.)
  • Ohr-Weide (Salix aurita)
  • Pappel unbestimmt (Populus spec.)
  • Pfennigkraut (Lysimachia nummularia)
  • Rasen-Schmiele (Deschampsia cespitosa)
  • Riesen-Goldrute (Solidago gigantea)
  • Riesen-Schachtelhalm (Equisetum telmateia)
  • Rispen-Segge (Carex paniculata (subsp. paniculata))
  • Rohr-Glanzgras (Phalaris arundinacea (subsp. arundinacea))
  • Rot-Eiche (Quercus rubra)
  • Rotbuche (Fagus sylvatica (subsp. sylvatica))
  • Sal-Weide (Salix caprea (subsp. caprea))
  • Sand-Birke (Betula pendula)
  • Schilf (Phragmites australis (subsp. australis))
  • Schlehe (Prunus spinosa agg.)
  • Schmalblaettriger Merk (Berula erecta)
  • Schmalblaettriges Weidenroeschen (Epilobium angustifolium)
  • Schwarz-Erle (Alnus glutinosa)
  • Schwarzer Holunder (Sambucus nigra)
  • Silber-Weide (Salix alba (subsp. alba))
  • Stiel-Eiche (Quercus robur (subsp. robur))
  • Stumpfblaettriger Ampfer (Rumex obtusifolius)
  • Suesskirsche (Prunus avium)
  • Sumpf-Dotterblume (Caltha palustris)
  • Sumpf-Kratzdistel (Cirsium palustre)
  • Sumpf-Schachtelhalm (Equisetum palustre)
  • Sumpf-Segge (Carex acutiformis)
  • Sumpf-Vergissmeinnicht (Myosotis scorpioides)
  • Tannenwedel (Hippuris vulgaris)
  • Teich-Schachtelhalm (Equisetum fluviatile)
  • Teichlinse (Spirodela polyrhiza)
  • Ufer-Wolfstrapp (Lycopus europaeus)
  • Wasser-Knoeterich (Persicaria amphibia)
  • Wasser-Knoeterich (aquatischer Form) (Persicaria amphibia (fo. aquatica))
  • Wasser-Minze (Mentha aquatica)
  • Wasser-Schwaden (Glyceria maxima)
  • Wasserdost (Eupatorium cannabinum (subsp. cannabinum))
  • Welsches Weidelgras (Lolium multiflorum)
  • Wiesen Knaeuelgras Sa. (Dactylis glomerata agg.)
  • Wiesen-Baerenklau (Heracleum sphondylium)
  • Wiesen-Fuchsschwanzgras (Alopecurus pratensis)
  • Winkel-Segge (Carex remota)
  • Wolliges Honiggras (Holcus lanatus)
  • Zitter-Pappel (Populus tremula)
  • Zottiges Weidenroeschen (Epilobium hirsutum)
  • Zweizeilige Segge (Carex disticha)
Tierarten:
  • Blaesshuhn (Fulica atra)
  • Zwergtaucher (Tachybaptus ruficollis)
Schutzziele: Erhaltung und Optimierung eines Bachtales und mehrerer Seitentäler mit Quellbereichen, naturnahen Stillgewässern, Seggenriedern, ausgedehnten Röhrichtbeständen und Nassgrünlandbrachen sowie bodenständig bestockten, naturnahen Laubwäldern als Lebensraum einer Vielzahl, teilweise gefährdeter Tier- und Pflanzenarten, u.a. für Wasservögel, Amphibien und Altholzbesiedler
Gefährdungen:
  • Beseitigung alter Baeume
  • Entwaesserung, Wasserentnahme, Wasserregime
  • Gewaesserausbau
  • Gewaesserverunreinigung (SP)
  • nicht einheimische Gehoelze (FW)
Maßnahmen:
  • Altholz erhalten
  • Erhaltung der Gewaesser
  • naturnahe Gewaessergestaltung
  • naturnahe Waldbewirtschaftung
  • Totholz erhalten
  • Umwandlung in bodenstaendigen Gehoelzbestand
  • Verbesserung der Wasserqualitaet
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