Titel:

Naturschutzgebiete und Nationalpark Eifel in NRW


Logo:

Naturschutzgebiete und Nationalpark Eifel in NRW


Suche:


Schriftmenü:

Schriftgrösse: ||

Inhalt:

Naturschutzgebiet Kirchheller Heide im Ortsteil Kirchhellen <BOT> (BOT-001)

Objektbezeichnung:

NSG Kirchheller Heide im Ortsteil Kirchhellen <BOT>

Kennung:

BOT-001

Ort: Bottrop
Kreis: Bottrop
Bezirksregierung: Münster
Digitalisierte Fläche: 173,17 ha
Offizielle Fläche: 178,20 ha
Flächenanzahl:
Schutzstatus: NSG, bestehend
Verfahrensstand: LP rechtskraeftig
Inkraft seit: 1933
Inkraft: 2004
Außerkraft: 9999
Schutzziel: Die Festsetzung als NSG nach Paragraph 20 Buchstabe a), b) und c) LG ist
erforderlich,

- um die Lebensgemeinschaften und Lebensstaetten von u.a. z.T. vom Aussterben bedrohten
Tierarten und von z.T. stark gefaehrdeten Pflanzenarten zu erhalten,
- um insbesondere die Heide-, Moor- und naturnahen Waldflaechen, die maeandrierenden
Baeche aus wissenschaftlichen, naturgeschichtlichen und erdgeschichtlichen Gruenden zu
erhalten und zu verbessern bzw. wiederherzustellen,
- um die Landschaftsstruktur wegen ihrer Seltenheit, besonderen Eigenart und hervorragenden
Schoenheit zu erhalten.

Schutzgegenstand gemaess FFH-Richtlinie:

a) fuer die Meldung des Gebietes sind ausschlaggebend:

- Fliessgewaesser mit Unterwasservegetation (3260),
- Hainsimsen-Buchenwald (9110),
- Stieleichen-Hainbuchenwald (9160),
- Alte bodensaure Eichenwaelder auf Sandebenen (9190),

b) das Gebiet hat im Gebietsnetz Natura 2000 Bedeutung fuer folgende Lebensraumtypen
des Anhangs I der FFH-Richtlinie:

- Moorwaelder (91D0),
- Trockene Heiden (4030),
- Erlen-Eschen- und Weichholzauenwaelder (91E0),
- Uebergangs- und Schwingrasenmoore (7140),
- Feuchte Heidegebiete mit Glockenheide (4010),

und folgende Arten des Anhangs II der FFH-Richtlinie:

- Bachneunauge.

Ausserdem handelt es sich um Lebensraeume fuer folgende im Schutzgebiet vorkommende
Vogelarten gemaess Artikel 4 der Richtlinie 79/409/EWG des Rates vom 02.04.1979 ueber die
Erhaltung der wildlebenden Vogelarten (EG-Vogelschutzrichtlinie) als massgebliche Bestandteile
des Gebietes im Siine des Paragraph48 d IV LGNW:

Arten gemaess Anhang I der Richtlinie:

- Schwarzspecht,
- Wespenbussard,
- Eisvogel,

Arten, die nicht im Anhang 1 der Richtlinie aufgefuehrt sind:

- Nachtigall,
- Pirol,
- Waldschnepfe.
Referenzen FFH- und VS-Gebiete:
Referenzen Schutzwürdige Biotope (BK):
  • BK-4307-904
Kennung:

BK-4307-904

Objektbezeichnung:

NSG-Kirchheller Heide im Ortsteil Kirchhellen

Link zur Karte: BK-4307-904
Objektbeschreibung: Das Naturschutzgebiet "Kirchheller Heide" im Ortsteil Kirchhellen umfasst den südlichen Teil des Schwarzbachsystems mit angrenzenden Waldflächen und den Bereichen "Kletterpoth" und "Heidhofsee", sowie die östliche Bachaue des Rotbaches, wobei die beiden Bäche die Kreisgrenze bilden. Rot- und Schwarzbach bilden naturnahe sandgeprägte Waldbäche, die stark maeandrierend über jeweils ca. 5km durch die ca 30 bis 100 m breiten Sohlentäler fliessen. Die Bäche sind teilweise bis zu 1m eingeschnitten mit ausgeprägten Gleit- und Prallhängen. Bemerkenswert ist hier das Vorkommen des Bachneunauges. In zahlreichen, überwiegend verlandeten Altarmen und in kleinen feuchten Senken am Bachlauf stocken vermoorte Erlen- oder Birkenbestände. Höhere Wasserpflanzen fehlen überwiegend, am Schwarzbach findet sich vereinzelt Isolepis fluitans und nur noch selten Potamogeton polygonifolius. Eingestreut ist in beiden Bächen Scapania undulata. Von Osten fliesst dem Schwarzbach der Elsbach zu. Erst ist teilweise etwas begradigt und wird von einem Erlen-Auenwald mit Bruchwaldübergängen begleitet. Die Bachauen von Rot- und Schwarzbach bilden Standorte des Eichen-Hainbuchenwaldes, der in verschiedenen Ausprägungen vorkommt. Am Unterlauf und entlang d es Rotbaches sind gut ausgebildete Maiglöckchen-Eichen-Hainbuchenwälder entwickelt, die in Buchen und Eichen-Buchen sowie Eichenwälder übergehen. Teilweise sind Kiefernforste, Roteichen- und Ahornbestände eingestreut. Unterhalb der Schwarzbachbrücke dominieren teilweise Erlen auf den Eichen-Hainbuchenstandorten. Stellenweise hat sich hier Wasserdost als Störzeiger ausgebreitet. Eingestreut in Pfeifengras-Eichen-Birkenwaldbereiche kleine Torfmoos- Moorbirkenbetände. In dem nördlich angrenzenden Peifengras-Birken-Eichenwald befindet das kleine Übergangsmoor "Kletterpoth" mit Wollgras-Schnabelseggen-Torfmoosbeständen und einem kleinen mesotrophen Verlandungsbereich. Randlich kommt Grauweidengebüsch auf. Stellenweise haben sich dichte Flatterbinsenfluren entwickelt. Am Schwarzbach unterhalb des Heidhofes ist ein Erlen-Auenwald entwickelt, der stark durch Freizeit- und Erholungsnutzung beeinträchtigt ist, die von der großen Spielwiese mit Spielplatz unterhalb des Heidhofes ausgeht. Im Nordosten des Naturschutzgebietes befindet sich eine eingezäunte Altabgrabung mit Heideflaechen und einem mesotrophen Verlandungsbereich. Hierbei handelt es sich um eine ehemalige, vor etwa 20 Jahren aufgelassene Sandgrube, die sich als ein etwa 100 m breites und 400 m langes Viereck von Suedost nach Nordwest. Die westliche Haelfte wurde einige Meter tiefer ausgekiest Hier habt sich ein Gewässer-Verlandungskomplex gebildet. Flachwasserbereiche mit Schnabelseggen-Torfmoosbeständen, Binsen-Röhrichten und Grauweidengebüschen wechseln sich ab. Der südliche Gewässerbereich ist dicht mit Zwiebelbinsenbeständen besiedelt. Dazwischen findet sich Wasserschlauch und randlich Pillenfarnfluren. Einige Stellen sind dicht mit Rohrkolben und Flatterbinse zugewachsen. Die westliche Gebietshälfte ist nur spaerlich von verschiedenen Moosen, Heidekraut und Birkenaufschlag bewachsen, stellenweise mit Pfeifengras. Das Nordufer des Heidhofsees weist eine ähnliche Verlandungszone wie in der angrenzenden Abgrabung auf. Südlich des Heidhofes befindet sich sich ein weiteres Abgrabungsgewässer mit eutropher Verlandungsserie.
Lebensraumtypen:
Geschützte Biotope (§62):
Biotoptypen:
  • Erlenwald <AC0> (12,06 ha)
  • Birkenwald <AD0> (3,45 ha)
  • Pappelwald <AF0> (3,45 ha)
  • Fichtenwald <AJ0> (3,45 ha)
  • Kiefernwald <AK0> (25,84 ha)
  • Roteichenwald <AO0> (3,45 ha)
  • Ahornmischwald <AR1> (3,45 ha)
  • Strauchhecke, ebenerdig <BD2> (1,72 ha)
  • Gruenlandbrache <EE0> (6,89 ha)
  • Graben <FN0> (1,72 ha)
  • ohne Zuordnung <OZ> (NaN ha)
  • Buchenwald <xAA0> (3,45 ha)
  • Eichen-Buchenmischwald <xAA1> (1,72 ha)
  • Nadelbaum-Buchenmischwald <xAA4> (3,45 ha)
  • Eichenwald <xAB0> (3,45 ha)
  • Birken-Eichenmischwald <xAB2> (22,40 ha)
  • Nadelbaum-Eichenmischwald <xAB5> (12,06 ha)
  • Hainbuchen-Eichenmischwald <xAB9> (31,01 ha)
  • Erlenmischwald mit einheimischen Laubbaumarten <xAC1> (8,61 ha)
  • Kiefernmischwald mit einheimischen Laubbaumarten <xAK1> (5,17 ha)
  • Bruchgebuesch <yBB5> (1,72 ha)
  • Pfeifengras-Feuchtheide <yDB2> (1,72 ha)
  • Abgrabungsgewaesser <yFG0> (3,45 ha)
  • Bachbegleitender Erlenwald <zAC5> (1,72 ha)
  • Birken-Moorwald <zAD5> (1,72 ha)
  • Uebergangs-, Zwischenmoor, Quellmoor <zCA3> (1,72 ha)
  • Calluna-Heide <zDA1> (1,72 ha)
  • Tieflandbach <zFM5> (1,72 ha)
Rote Liste Arten 2010 NRW:
Planungsrelevante Arten:
Pflanzenarten:
  • Adlerfarn (Pteridium aquilinum (subsp. aquilinum))
  • Asch-Weide (Salix cinerea subsp. cinerea)
  • Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus)
  • Besenheide (Calluna vulgaris)
  • Bitteres Schaumkraut (Cardamine amara)
  • Blut-Ampfer (Rumex sanguineus)
  • Brennender Hahnenfuss (Ranunculus flammula (subsp. flammula))
  • Brombeere Sa. (Rubus sectio Rubus)
  • Brombeere unbestimmt (Rubus spec.)
  • Buchenfarn (Phegopteris connectilis)
  • Draht-Schmiele (Deschampsia flexuosa)
  • Echte Glockenheide (Erica tetralix)
  • Echtes Maedesuess (Filipendula ulmaria (subsp. ulmaria))
  • Faulbaum (Frangula alnus (subsp. alnus))
  • Fichte (Picea abies)
  • Flatter-Binse (Juncus effusus (subsp. effusus))
  • Flutende Moorbinse (Isolepis fluitans)
  • Gemeine Sumpfsimse (Eleocharis palustris)
  • Gemeiner Gilbweiderich (Lysimachia vulgaris)
  • Gemeines Rispengras (Poa trivialis (subsp. trivialis))
  • Gewoehnliche Goldnessel (Galeobdolon luteum)
  • Gewoehnliche Wald-Engelwurz (Angelica sylvestris)
  • Goldenes Frauenhaar (Polytrichum commune)
  • Grau-Pappel (Populus canescens (P. alba x tremula))
  • Grosse Brennessel (Urtica dioica)
  • Grosse Sternmiere (Stellaria holostea)
  • Hain-Gilbweiderich (Lysimachia nemorum)
  • Hain-Sternmiere (Stellaria nemorum)
  • Hainbuche (Carpinus betulus)
  • Kleiner Dornfarn (Dryopteris carthusiana)
  • Kleiner Wasserschlauch (Utricularia minor)
  • Knoeterich-Laichkraut (Potamogeton polygonifolius)
  • Koenigsfarn (Osmunda regalis)
  • Land-Reitgras (Calamagrostis epigejos)
  • Maigloeckchen (Convallaria majalis)
  • Moor-Birke (Betula pubescens)
  • Ohr-Weide (Salix aurita)
  • Pfeifengras (Molinia caerulea)
  • Pillenfarn (Pilularia globulifera)
  • Rasen-Schmiele (Deschampsia cespitosa)
  • Rippenfarn (Blechnum spicant)
  • Rohr-Pfeifengras (Molinia arundinacea)
  • Rot-Eiche (Quercus rubra)
  • Rotbuche (Fagus sylvatica (subsp. sylvatica))
  • Rote Johannisbeere (Ribes rubrum)
  • Rotes Straussgras (Agrostis capillaris)
  • Sand-Birke (Betula pendula)
  • Schachtelhalm unbestimmt (Equisetum spec.)
  • Schmalblaettriger Rohrkolben (Typha angustifolia)
  • Schmalblaettriges Wollgras (Eriophorum angustifolium)
  • Schwarz-Erle (Alnus glutinosa)
  • Schwarze Johannisbeere (Ribes nigrum)
  • Schwarzer Holunder (Sambucus nigra)
  • Schwimmendes Laichkraut (Potamogeton natans)
  • Stiel-Eiche (Quercus robur (subsp. robur))
  • Sumpf-Haarstrang (Peucedanum palustre)
  • Sumpf-Kratzdistel (Cirsium palustre)
  • Sumpf-Veilchen (Viola palustris (subsp. palustris))
  • Torfmoos unbestimmt (Sphagnum spec.)
  • Ufer-Wolfstrapp (Lycopus europaeus)
  • Wald-Geissblatt (Lonicera periclymenum)
  • Wald-Kiefer (Pinus sylvestris)
  • Wald-Schachtelhalm (Equisetum sylvaticum)
  • Wasserdost (Eupatorium cannabinum (subsp. cannabinum))
  • Wassernabel (Hydrocotyle vulgaris)
  • Weiches Honiggras (Holcus mollis (subsp. mollis))
  • Weisse Hainsimse (Luzula luzuloides)
  • Weisse Seerose (Nymphaea alba)
  • Wiesen Knaeuelgras (Dactylis glomerata)
  • Wiesen-Baerenklau (Heracleum sphondylium)
  • Wiesen-Schaumkraut (Cardamine pratensis var. pratensis)
  • Winkel-Segge (Carex remota)
  • Wolliges Honiggras (Holcus lanatus)
  • Zitter-Pappel (Populus tremula)
  • Zwiebel-Binse (Juncus bulbosus)
Tierarten:
  • Admiral (Vanessa atalanta)
  • Bachforelle (Salmo trutta fario)
  • Bachneunauge (Lampetra planeri)
  • Bachstelze (Motacilla alba)
  • Bergmolch (Triturus alpestris)
  • Brauner Sandlaeufer (Cicindela hybrida)
  • Buntspecht (Dendrocopos major)
  • Dreistachliger Stichling (Gasterosteus aculeatus)
  • Erdkroete (Bufo bufo)
  • Flussbarsch (Perca fluviatilis)
  • Flussregenpfeifer (Charadrius dubius)
  • Gebaenderter Feuersalamander (Salamandra salamandra terrestris)
  • Grasfrosch (Rana temporaria)
  • Grosser Blaupfeil (Orthetrum cancellatum)
  • Gruendling (Gobio gobio)
  • Kleiber (Sitta europaea)
  • Kreuzkroete (Bufo calamita)
  • Neunstachliger Stichling (Pungitius pungitius)
  • Ringelnatter (Natrix natrix)
  • Schlingnatter (Coronella austriaca)
  • Schmerle (Noemacheilus barbatulus)
  • Steinkaefer (Typhaeus typhoeus)
  • Stockente (Anas platyrhynchos)
  • Sympetrum spec. (Sympetrum spec.)
  • Teichhuhn (Gallinula chloropus)
  • Teichmolch (Triturus vulgaris)
  • Waldschnepfe (Scolopax rusticola)
  • Wasserspitzmaus (Neomys fodiens)
  • Wechselkroete (Bufo viridis)
  • Wiesenschafstelze (Motacilla flava)
  • Zaunkoenig (Troglodytes troglodytes)
Schutzziele: Erhaltung und oekologische Optimierung eines grossflaechigen
und vielfaeltigen Biotopkomlexes aus Heide-, Zwischenmoor-, Gewaesser- und
Laubwald-Lebensraeumen entlang naturnaher Bachlaeufe als Bestandteil
und Bindeglied innerhalb eines bestehenden Systems
von Naturschutzgebieten
Gefährdungen:
  • Abbau Sand und Kies
  • Entwaesserung, Wasserentnahme, Wasserregime
  • Eutrophierung
  • Freizeitaktivitaeten
  • Gelaendesport (SP)
  • Gewaesserausbau
  • Gewaesserverunreinigung (SP)
  • Grundwasserabsenkung
  • nicht einheimische Gehoelze (FW)
  • Trittschaden an Vegetation
  • unerwuenschte Sukzession
  • Wassersport (SP)
  • Wegebau
Maßnahmen:
  • Absperrung, Auszaeunung von Flaechen
  • Altholz erhalten
  • Beschraenkung der Freizeitaktivitaeten
  • Beseitigung von Gehoelzen
  • Beseitigung von Muell
  • der Sukzession ueberlassen
  • Erhaltung der Gewaesser
  • Erhaltung der Landschaftsstrukturen
  • Erhaltung der Laubholzbestockung
  • Erhaltung des Kleinreliefs
  • Gruenlandnutzung beibehalten
  • keine Entwaesserung
  • naturnahe Waldbewirtschaftung
  • Pflege von Hecken
  • Verbesserung der Wasserqualitaet
  • weiterhin keine Bewirtschaftung
  • Wiedervernaessung
Die Kartenanwendung benötigt Javascript. Falls Sie diese Karte aufrufen möchten, schalten Sie in Ihrem Browser Javascript ein.