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Naturschutzgebiete und Nationalpark Eifel in NRW


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Naturschutzgebiet Davert <COE> (COE-023)

Objektbezeichnung:

NSG Davert <COE>

Kennung:

COE-023

Ort: Ascheberg
Kreis: Coesfeld
Bezirksregierung: Münster
Digitalisierte Fläche: 703,90 ha
Offizielle Fläche: NaN ha
Flächenanzahl: 4
Schutzstatus: NSG, bestehend
Verfahrensstand: VO rechtskraeftig
Inkraft seit: 2000
Inkraft: 2001
Außerkraft: 2021
Schutzziel: Die Unterschutzstellung erfolgt
- Zur Erhaltung, Foerderung und Wiederherstellung der Lebensgemeinschaften
und Lebensstaetten landschaftsraumtypischer Tier- und Pflanzenarten in einem
grossen, zusammenhaengenden und weitgehend unzerschnittenen Waldgebiet
mit eingeschlossenen und angrenzenden Offenlandbiotopen.
Diese Verordnung dient dem Schutz der bodenstaendigen Laubwaelder.
Dies sind in ihrer natuerlichen Vergesellschaftung und natuerlichen Entwicklung
- Eichen-Hainbuchenwaelder,
- Eichen-Buchenwaelder,
- Buchenwaelder,
- Eichen-Birkenwaelder,
- Birkenbruchwaelder,
- Erlenbruchwaelder
und insbesondere als prioritaerer Biotoptyp gemaess FFH-Richtlinie
- Moorwaelder.
Ausserdem sind in ihrer natuerlichen Vergesellschaftung und Entwicklung schuetzenswert
- Feuchtgruenland
- naturnahe Bachabschnitte und die unter die von gemeinschaftlicher Bedeutung
fallenden Lebensraeume der Fliessgewaesser mit Unterwasservegetation
- Kleingewaesser
sowie
- die natuerliche Artenvielfalt der Insekten, Fische, Lurche, Kriechtiere, Voegel und Saeugetiere,
- gefaehrdete Tier- und Pflanzenarten und hier insbesondere die nach FFH- bzw. Vogel-
schutzrichtlinie relevanten Arten
- Zur Erhaltung, Foerderung und Wiederherstellung natuerlicher Prozesse, insbesondere
- natuerlicher Verjuengungs- und Zerfallsprozesse bodenstaendiger Baumarten im Wald,
- natuerlicher Sukzessionsentwicklungen zu bodenstaendigen Waldgesellschaften und
- natuerlicher Nahrungsbeziehungen
- Zur Sicherung des Naturhaushaltes und zur Abwehr schaedlicher Einwirkungen
- Aus naturwissenschaftlichen (insbesondere der Sukzessionsforschung), natur- und
landeskundlichen sowie naturgeschichtlichen Gruenden und wegen der biogeographischen
Bedeutung
- Wegen der Seltenheit, besonderen Eigenart und der hervorragenden Schoenheit des Gebietes
- Als Bestandteil eines Biotopverbundes von landesweiter Bedeutung.
Referenzen FFH- und VS-Gebiete:
Referenzen Schutzwürdige Biotope (BK):
  • BK-4111-023
Kennung:

BK-4111-023

Objektbezeichnung:

Waldgebiet "Hohe Heide" nordoestl. Davensberg

Link zur Karte: BK-4111-023
Objektbeschreibung: Naturnahe Sternmieren-Eichen-Hainbuchenwälder, bodensaure Eichenwälder und Erlenbruchwälder in der Davert. Das Waldgebiet "Hohe Heide" wird im Norden vom "Emmerbach", im Osten von der Kreisgrenze Warendorf, im Westen von der Autobahn A1 und im Süden vom "Flaggenbach" begrenzt. Neben naturnahen Laubwäldern beinhaltet das Gebiet einen hohen Anteil an Nadelholzforsten und naturfernen Laubholzbeständen. Der Sternmieren-Eichen-Hainbuchenwald kommt im Gebiet mit vier großflächigen, gut erhaltenen und altholzreichen Beständen vor. Der Aspekt der Baumschicht wird von Stiel-Eiche, Hainbuche und Rotbuche mit wechselnden Anteilen bestimmt. Die häufig nur spärlich entwickelte Krautschicht ist durch Feuchtezeiger und vornehmlich anspruchslose Arten wie Sauerklee, Draht-Schmiele, Winkel-Segge, Zweiblättrige Schattenblume, Wald-Geißblatt und Busch-Windröschen gekennzeichnet. Stellenweise kommen Straucharten wie Stechpalme, Faulbaum, Vogelbeere, Hasel und Weißdorn vor. Im Hinblick auf die floristische Zusammensetzung handelt es sich überwiegend um die artenärmste Ausbildungsform des Sternmieren-Eichen-Hainbuchenwaldes auf bodensaurem Standort (Stellario-Carpinetum periclymenetosum). Ein sehr gut charakterisierter Bestand ist im Süden des Gebietes ausgebildet. Die Stechpalme ist hier im Kernbereich zu mannshohen Strauchinseln aufgewachsen. Eine besondere Stellung nimmt der Sternmieren-Eichen-Hainbuchenwald im Westen ein, da hier Flatter-Ulmen mit hohen Anteilen beigemischt sind. Generell sind die Sternmieren-Eichen-Hainbuchenwälder im Gebiet durch Entwässerung und forstlichen Umbau mit Esche und Pappel gefährdet. Die naturnahen Eichenwälder haben ihren Verbreitungsschwerpunkt im Norden des Gebietes. Sie bilden ein Mosaik mit Erlenbruch und Sternmieren-Eichen-Hainbuchenwäldern. Im Süden befindet sich ein isolierter, vom "Flaggenbach" durchflossener Reliktbestand innerhalb einer weiträumigen, überwiegend ackerbaulich genutzten Offenlandschaft. Bei den Eichenwäldern handelt sich um altershomogene, lichte Bestände mit ca. 100jährigen, knorrigen Stiel-Eichen auf bodensaurem Standort. Innerhalb der Baumschicht sind stellenweise Rotbuchen am Bestandsaufbau beteiligt und leiten floristisch zu den Hainsimsen-Buchenwäldern über. In Abhängigkeit des Feuchtegrades bestimmen vornehmlich Adlerfarn (trocken bis schwach wechselfeuchter Standort) oder Pfeifengras (wechselfeucht bis feuchter Standort) den Aspekt der geschlossenen Krautschicht. Die bodensauren Eichenwälder sind im Gebiet durch forstlichen Umbau in Nadelholzforste (insbesondere Fichte) gefährdet. Östlich ("Schnittmoor") und westlich der K 39 (Amelsbüren-Davensberg) sind zwei kleine Erlenbruchwälder ausgebildet. Die artenreiche Krautschicht ist durch zahlreiche Nässezeiger gut charakterisiert. Als floristische Besonderheiten sind Sumpffarn, Steife Segge, Sumpfdotterblume und Sumpf-Baldrian zu nennen. Der Erlenbruch im Bereich "Schnittmoor" weist eine heterogene Baumschicht auf. Neben der Schwarz-Erle kommen Stiel-Eiche, Hainbuche, Esche und Birke vor. Der Bestand ist durch Kahlschlag gefährdet. Eine benachbarte Fläche war im Bearbeitungsjahr (1999) bereits abgeholzt. Südlich grenzt eine junge Aufforstungsfläche an den Bruchwald. Als weitere naturnahe Waldgesellschaften sind zerstreut vorkommende Birkenbestände auf ehemaligen Kahlschlagflächen und zwei kleinflächige Hainsimsen-Buchenwälder nördlich der K 40 (Rinkerode-Davensberg) anzuführen. Zwischen der K 39 (Amelsbüren-Davensberg) und der K 40 (Rinkerode-Davensberg) bestimmen vorwiegend naturferne Forste mit Pappel, Fichte und Kiefer das Erscheinungsbild des Waldgebietes. Eine Sonderstellung nehmen die großflächigen, alten Kiefernwälder ein, da sie hinsichtlich ihres Artenspektrums ein hohes Entwicklungspotential in Richtung Eichenmischwald aufweisen. Die geschlossene Krautschicht setzt sich aus anspruchslosen Arten wie Pfeifengras, Adlerfarn, Dornfarn, Torfmoosen und Heidelbeere zusammen. Innerhalb der Strauchschicht und zweiten Baumschicht kommen bodenständige Gehölze wie Faulbaum, Birke, Vogelbeere und Stiel-Eiche vor. Als floristische Besonderheit des Gebietes ist der Königsfarn hervorzuheben. Zahlreiche Exemplare kommen beidseitig entlang eines Waldweges im Bereich "Hohe Heide" (südlich Schwack) vor. Im Gebiet kommen folgende Paragraph 62-Biotoptypen vor: - Bruch- und Sumpfwälder (yAC4)
Lebensraumtypen:
Geschützte Biotope (§62):
Biotoptypen:
  • Eichen-Buchenmischwald <AA1> (2,36 ha)
  • Buchen-Eichenmischwald <AB1> (2,36 ha)
  • Eichenmischwald mit einheimischen Laubbaumarten <AB3> (7,07 ha)
  • Nadelbaum-Eichenmischwald <AB5> (2,36 ha)
  • Erlenmischwald mit einheimischen Laubbaumarten <AC1> (7,07 ha)
  • Birkenwald <AD0> (9,42 ha)
  • Pappelmischwald <AF1> (11,78 ha)
  • Fichtenwald <AJ0> (28,27 ha)
  • Kiefernwald <AK0> (7,07 ha)
  • Eschenmischwald <AM1> (9,42 ha)
  • Kahlschlagflaeche <AT1> (2,36 ha)
  • stehendes Kleingewaesser <FD0> (2,36 ha)
  • Bach <FM0> (2,36 ha)
  • Acker <HA0> (4,71 ha)
  • ohne Zuordnung <OZ> (NaN ha)
  • Eichen-Buchenmischwald <xAA1> (2,36 ha)
  • Eichenwald <xAB0> (44,76 ha)
  • Hainbuchen-Eichenmischwald <xAB9> (49,47 ha)
  • Eichen-Birkenmischwald <xAD1> (2,36 ha)
  • Kiefernmischwald mit einheimischen Laubbaumarten <xAK1> (32,98 ha)
  • Aufforstung <xAU0> (2,36 ha)
  • Erlen-Bruchwald <yAC4> (2,36 ha)
Rote Liste Arten 2010 NRW:
Planungsrelevante Arten:
Pflanzenarten:
  • Adlerfarn (Pteridium aquilinum (subsp. aquilinum))
  • Amerikanische Balsam-Pappel (Populus balsamifera agg.)
  • Aufrechter Igelkolben (Sparganium erectum)
  • Berg-Ulme (Ulmus glabra)
  • Besenheide (Calluna vulgaris)
  • Bittersuesser Nachtschatten (Solanum dulcamara)
  • Brombeere Sa. (Rubus sectio Rubus)
  • Echtes Maedesuess (Filipendula ulmaria (subsp. ulmaria))
  • Einfacher Igelkolben (Sparganium emersum)
  • Esche (Fraxinus excelsior (subsp. excelsior))
  • Europaeische Laerche (Larix decidua (subsp. decidua))
  • Faulbaum (Frangula alnus (subsp. alnus))
  • Fichte (Picea abies)
  • Flatter-Binse (Juncus effusus (subsp. effusus))
  • Flatter-Ulme (Ulmus laevis)
  • Flattergras (Milium effusum)
  • Frauenfarn (Athyrium filix-femina)
  • Gefranstes Torfmoos (Sphagnum fimbriatum)
  • Gelbe Schwertlilie (Iris pseudacorus)
  • Gelbe Teichrose (Nuphar lutea)
  • Gemeiner Gilbweiderich (Lysimachia vulgaris)
  • Gewoehnliche Eberesche (Sorbus aucuparia)
  • Gewoehnliche Wald-Engelwurz (Angelica sylvestris)
  • Gewoehnlicher Wurmfarn (Dryopteris filix-mas)
  • Grosse Sternmiere (Stellaria holostea)
  • Grosser Dornfarn (Dryopteris dilatata)
  • Grosses Hexenkraut (Circaea lutetiana)
  • Hainbuche (Carpinus betulus)
  • Haselnuss (Corylus avellana)
  • Heidelbeere (Vaccinium myrtillus)
  • Hohe Schluesselblume (Primula elatior)
  • Hunds-Straussgras (Agrostis canina)
  • Kanadische Pappel (Populus canadensis (P. deltoides x nigra))
  • Koenigsfarn (Osmunda regalis)
  • Land-Reitgras (Calamagrostis epigejos)
  • Langaehrige Segge (Carex elongata)
  • Moor-Birke (Betula pubescens)
  • Pfeifengras (Molinia caerulea)
  • Pfeilkraut (Sagittaria sagittifolia)
  • Rasen-Schmiele (Deschampsia cespitosa)
  • Rohr-Glanzgras (Phalaris arundinacea (subsp. arundinacea))
  • Rotbuche (Fagus sylvatica (subsp. sylvatica))
  • Sand-Birke (Betula pendula)
  • Schmalblaettriger Merk (Berula erecta)
  • Schwanenblume (Butomus umbellatus)
  • Schwarz-Erle (Alnus glutinosa)
  • Steife Segge (Carex elata)
  • Stiel-Eiche (Quercus robur (subsp. robur))
  • Sumpf-Baldrian (Valeriana dioica)
  • Sumpf-Dotterblume (Caltha palustris)
  • Sumpf-Haarstrang (Peucedanum palustre)
  • Sumpf-Helmkraut (Scutellaria galericulata)
  • Sumpf-Reitgras (Calamagrostis canescens)
  • Sumpffarn (Thelypteris palustris)
  • Torfmoos unbestimmt (Sphagnum spec.)
  • Traubenkirsche (Prunus padus)
  • Ufer-Wolfstrapp (Lycopus europaeus)
  • Ulme (unbestimmt) (Ulmus spec.)
  • Wald-Kiefer (Pinus sylvestris)
  • Wald-Sauerklee (Oxalis acetosella)
  • Wald-Ziest (Stachys sylvatica)
  • Wald-Zwenke (Brachypodium sylvaticum (subsp. sylvaticum))
  • Wasserdost (Eupatorium cannabinum (subsp. cannabinum))
  • Winkel-Segge (Carex remota)
  • Zweiblaettrige Schattenblume (Maianthemum bifolium)
Tierarten:
  • Mittelspecht (Dendrocopos medius)
  • Wasserfrosch-Komplex (Rana esculenta-Synklepton)
Schutzziele: Erhaltung und Entwicklung von großflächigen, zusammenhängenden naturnahen Laubwäldern als Lebensraum von teilweise seltenen und gefährdeten Tier- und Pflanzenarten.
Gefährdungen:
  • Entwaesserung, Wasserentnahme, Wasserregime
  • Gewaesserausbau
  • nicht bodenstaendige Gehoelze (FW)
  • nicht einheimische Gehoelze (FW)
  • Uferbefestigung (WA)
Maßnahmen:
  • Altholz erhalten
  • naturnahe Gewaessergestaltung
  • naturnahe Waldbewirtschaftung
  • NSG-Ausweisung / vertragliche Regelung
  • Umwandlung in bodenstaendigen Gehoelzbestand
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