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Naturschutzgebiete und Nationalpark Eifel in NRW


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Naturschutzgebiet Lanstroper See (DO-014)

Objektbezeichnung:

NSG Lanstroper See

Kennung:

DO-014

Ort: Dortmund
Kreis: Dortmund
Bezirksregierung: Arnsberg
Digitalisierte Fläche: 72,91 ha
Offizielle Fläche: 74,20 ha
Flächenanzahl: 1
Schutzstatus: NSG, bestehend
Verfahrensstand: LP rechtskraeftig
Inkraft seit: 1987
Inkraft: 2005
Außerkraft: 9999
Schutzziel: Gemaess LG Paragraph 20
- Zur Erhaltung und Entwicklung von Lebensstaetten und - gemeinschaften
von gefaehrdeten und seltenen wildlebenden Tierarten und wild-
wachsenden Pflanzenarten und -gesellschaften,
- Zur Erhaltung der vorhandenen Landschaftssturktur wegen ihrer
Seltenheit und ihrer besonderen Eigenart.
Referenzen FFH- und VS-Gebiete:
Referenzen Schutzwürdige Biotope (BK):
  • BK-4411-0066
Kennung:

BK-4411-0066

Objektbezeichnung:

NSG Lanstroper See

Link zur Karte: BK-4411-0066
Objektbeschreibung: Das NSG Lanstroper See, ein strukturreiches, landschaftlich attraktives Schutzgebiet in der nordöstlichen Randzone von Dortmund, besteht aus zwei charakteristischen, eigenständigen Biotopräumen: dem eigentlichen Lanstroper See mit einem nördlich davon gelegenen Weiher sowie dem westlich des Sees liegenden Laubwaldgebiet des Hienberges. Um diese Biotopzentren gruppieren sich weitere charakteristische Biotopelemente und Biotopstrukturen: tlw. feuchte Grünlandflächen, Hecken, Kleingehölze, Kleingewässer und bewachsene Gräben. Der in einer weiten Senke gelegene Lanstroper See ist ein Bergsenkungsgewässer, Anfang bis Mitte der 1960er Jahre entstanden. Er besitzt v.a. im Norden eine ausgeprägte Verlandungsvegetation mit Röhrichten. Am Südufer des Sees sind die Röhrichte schmaler, die Uferpartien insgesamt stärker befestigt. Im Wasser des bis zu knapp 5 m tiefen Sees haben sich Laichkräuter angesiedelt. Eine kleine Seerosengruppe geht auf Anpflanzungen zurück. Der permanent Wasser führende Weiher im Norden des Gebietes ist vergleichsweise jung (Anfang der 1990er Jahre entstanden), es wird von Klein- und Großröhrichten, Seggenriedern und niedrigen, lückigen Weidengebüschen gesäumt. Lanstroper See und Nebengewässer sind Brut- und Rastbiotope zahlreicher Wasservögel (s. a. Anmerkung). Der Nahbereich der Wasserflächen ist noch weitgehend offen, er wird geprägt ausgedehnten Brach- und Grünlandflächen und jungen Gehölzanpflanzungen. Der Hienbergwald im Westen am Fuße des mächtigen Deponiekörpers der Dortmunder Zentraldeponie ist ein alter, kraut- und strauchreichen Buchen- Eichenmischwald. Der Bestand stockt auf einem Kame, ein in der saalezeitlichen Abtauphase entstandener Sedimentationshügel. Vorherrschend sind Eichen mit mittlerem, tlw. auch starkem Baumholz, durchsetzt von Buchen (in Form von Einzelbäumen und Baumgruppen). Diese weisen häufig starkes Baumholz auf, örtlich sind auch Uraltbäume mit einem Brusthöhendurchmesser von über 1,0 m ausgebildet. Westlich des Hienberges am Fuße der Deponie liegen drei Kleingewässer mit dichter Verlandungsvegetation (Röhrichtvegetation), umgeben von noch jungen Roterlen an der Wasserlinie. In einer Feuchtsenke unmittelbar am Waldrand (am Deponiefuß) kommt ein kleiner Bestand des Riesenschachtelhalms zur Ausprägung. Das Naturschutzgebiet Lanstroper See weist insgesamt einen äußerst vielfältigen Biotopkomplex auf, es ist gleichzeitig ein herausragender Naturerlebnisraum. Die Kernzonen des Schutzgebietes sind die großen Gewässer als Brut- und Nahrungsbiotope für Wasservögel und der Hienbergwald mit seinen alten, forstlich seit Jahrzehnten ungenutzten Laubwald-Biotopen. Am N-Rand des Sees kommt der einzige für Dortmund nachgewiesene Ringelnatterbestand vor. Durch die effektive Besucherlenkung bleiben beide Kernzonen weitgehend von Erholungssuchenden unberührt. Allerdings wird das Hauptgewässer als (abgesperrtes) Angelgewässer genutzt. Insgesamt ist der Lanstroper Weiher ein regional herausragender Refugial- und Trittstein-Biotop innerhalb der stark von Siedlungen geprägten Hellwegbörde um Dortmund, Kamen und Lünen. Hauptschutzziel des Schutzgebietes ist der Erhalt großflächiger und störungsarmer (tlw. besucherfreier) Gewässer-, Offenland- und Wald-Lebensräume als herausragender Refugial- und Trittstein-Biotopkomplex und als hochwertiger, siedlungsnaher Naturerlebnisraum.
Lebensraumtypen:
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete Laubwaelder ausserhalb von Sonderstandorten (nicht FFH-LRT) <NA00> (12,77 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete linienfoermige Gehoelzstrukturen und Einzelbaeume <NBD0> (1,70 ha)
  • Schutzwuerdiges und gefaehrdetes mesophiles Wirtschaftsgruenland incl. Brachen (nicht FFH-LRT) <NE00> (16,50 ha)
  • Schutzwuerdiges und gefaehrdetes Nass- und Feuchtgruenland incl. Brachen (nicht FFH-LRT) <NEC0> (3,00 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete Stillgewaesser (nicht FFH-LRT) <NFD0> (6,35 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete Fliessgewaesser (nicht FFH-LRT) <NFM0> (0,50 ha)
Geschützte Biotope (§62):
  • Seggen- und binsenreiche Nasswiesen (3,00 ha)
  • stehende Binnengewaesser (natuerlich o. naturnah, unverbaut) (6,35 ha)
Biotoptypen:
  • Buchen-Eichenmischwald <AB1> (12,77 ha)
  • Hecke <BD0> (1,30 ha)
  • Baumgruppe, Baumreihe <BF0> (0,40 ha)
  • Erstaufforstung landwirtschaftlicher Flaechen <BM0> (1,10 ha)
  • Fettweide <EB0> (30,00 ha)
  • Gruenlandbrache <EE0> (16,50 ha)
  • Tuempel (periodisch) <FD1> (0,00 ha)
  • Graben <FN0> (0,50 ha)
  • Nass- und Feuchtwiese <yEC1> (3,00 ha)
  • See <yFA0> (2,50 ha)
  • Weiher (stetig) <yFB0> (3,50 ha)
  • stehendes Kleingewaesser <yFD0> (0,35 ha)
Rote Liste Arten 2010 NRW:
Planungsrelevante Arten:
Pflanzenarten:
  • Asch-Weide Sa. (Salix cinerea)
  • Behaarte Segge (Carex hirta)
  • Berchtolds Zwerg-Laichkraut (Potamogeton berchtoldii)
  • Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus)
  • Bittersuesser Nachtschatten (Solanum dulcamara)
  • Blauroter Hartriegel (Cornus sanguinea)
  • Breitblaettriger Rohrkolben (Typha latifolia)
  • Brennender Hahnenfuss (Ranunculus flammula (subsp. flammula))
  • Brombeere Sa. (Rubus sectio Rubus)
  • Deutsches Weidelgras (Lolium perenne)
  • Dreifurchige Wasserlinse (Lemna trisulca)
  • Druesiges Springkraut (Impatiens glandulifera)
  • Echte Nelkenwurz (Geum urbanum)
  • Echte Zaunwinde (Calystegia sepium)
  • Einbluetiges Perlgras (Melica uniflora)
  • Eingriffliger Weissdorn (Crataegus monogyna)
  • Esche (Fraxinus excelsior (subsp. excelsior))
  • Flatter-Binse (Juncus effusus (subsp. effusus))
  • Flattergras (Milium effusum)
  • Fruehlings-Hainsimse (Luzula pilosa)
  • Gelbe Schwertlilie (Iris pseudacorus)
  • Gemeine Sumpfsimse Sa. (Eleocharis palustris agg.)
  • Gemeiner Froschloeffel (Alisma plantago-aquatica)
  • Gemeiner Schneeball (Viburnum opulus)
  • Gemeiner Wasserdarm (Stellaria aquatica)
  • Gewoehnliche Wald-Engelwurz (Angelica sylvestris)
  • Gewoehnlicher Glatthafer (Arrhenatherum elatius (subsp. elatius))
  • Gewoehnliches Ruchgras (Anthoxanthum odoratum)
  • Gift-Hahnenfuss (Ranunculus sceleratus (subsp. sceleratus))
  • Glieder-Binse (Juncus articulatus (subsp. articulatus))
  • Grosse Brennessel (Urtica dioica)
  • Grosse Sternmiere (Stellaria holostea)
  • Grosses Flohkraut (Pulicaria dysenterica (subsp. dysenterica))
  • Grosses Hexenkraut (Circaea lutetiana)
  • Gruene Teichbinse (Schoenoplectus lacustris)
  • Haarblaettriges Laichkraut (Potamogeton trichoides)
  • Hain-Rispengras (Poa nemoralis)
  • Hainbuche (Carpinus betulus)
  • Haselnuss (Corylus avellana)
  • Kleinbluetige Sumpfkresse (Rorippa palustris (subsp. palustris))
  • Kleine Wasserlinse (Lemna minor)
  • Kletten-Labkraut (Galium aparine)
  • Knaeuel-Binse (Juncus conglomeratus)
  • Knick-Fuchsschwanz (Alopecurus geniculatus)
  • Kriechender Hahnenfuss (Ranunculus repens)
  • Liguster (Ligustrum vulgare)
  • Pappel unbestimmt (Populus spec.)
  • Rainfarn (Tanacetum vulgare)
  • Rasen-Schmiele (Deschampsia cespitosa)
  • Rauhes Hornblatt (Ceratophyllum demersum)
  • Riesen-Goldrute (Solidago gigantea)
  • Riesen-Schachtelhalm (Equisetum telmateia)
  • Rosenrotes Weidenroeschen (Epilobium roseum (subsp. roseum))
  • Rotbuche (Fagus sylvatica (subsp. sylvatica))
  • Scharfer Hahnenfuss (Ranunculus acris)
  • Schilf (Phragmites australis (subsp. australis))
  • Schlehe (Prunus spinosa agg.)
  • Schmalblaettriger Rohrkolben (Typha angustifolia)
  • Schwarzer Holunder (Sambucus nigra)
  • Schwimmendes Laichkraut (Potamogeton natans)
  • Spitzbluetige Binse (Juncus acutiflorus (subsp. acutiflorus))
  • Stiel-Eiche (Quercus robur (subsp. robur))
  • Suesskirsche (Prunus avium)
  • Sumpf-Hornklee (Lotus pedunculatus)
  • Sumpf-Labkraut Sa. (Galium palustre s.l.)
  • Sumpf-Teichfaden (Zannichellia palustris)
  • Ufer-Wolfstrapp (Lycopus europaeus)
  • Wasser-Minze (Mentha aquatica)
  • Wasserdost (Eupatorium cannabinum (subsp. cannabinum))
  • Wasserstern unbestimmt (Callitriche spec.)
  • Weide unbestimmt (Salix spec.)
  • Weissdorn unbestimmt (Crataegus spec.)
  • Weisse Seerose (Nymphaea alba)
  • Wiesen Knaeuelgras Sa. (Dactylis glomerata agg.)
  • Wiesen-Baerenklau (Heracleum sphondylium)
  • Wiesen-Fuchsschwanzgras (Alopecurus pratensis)
  • Wiesen-Kerbel (Anthriscus sylvestris)
  • Wiesen-Lieschgras (Phleum pratense)
  • Wiesen-Schwingel (Festuca pratensis)
  • Wilde Moehre (Daucus carota (subsp. carota))
  • Winkel-Segge (Carex remota)
  • Wolliges Honiggras (Holcus lanatus)
  • Zitter-Pappel (Populus tremula)
  • Zottiges Weidenroeschen (Epilobium hirsutum)
  • Zweizeilige Segge (Carex disticha)
Tierarten:
  • Erdkroete (Bufo bufo)
  • Grasfrosch (Rana temporaria)
  • Graureiher (Ardea cinerea)
  • Kleiner Wasserfrosch (Rana lessonae)
  • Ringelnatter (Natrix natrix)
  • Teichmolch (Triturus vulgaris)
Schutzziele: Erhalt eines strukturreichen, großflächigen Biotopkomplexes mit differenzierten Gewässer-, Offenland- und Wald-Lebensräumen als herausragender Refugial- und Trittstein-Biotop in der städtisch geprägten Hellwegregion um Dortmund, Lünen und Kamen
Gefährdungen:
  • Duengerdrift (LW)
  • Einbringen von Tieren (FI)
  • Erschliessung stoerungsempfindlicher Bereiche (FI)
  • Eutrophierung
  • freilaufende Hunde (SP)
  • Freimaehen-, schlagen von Angelplaetzen (FI)
  • Gelaendesport (SP)
  • nicht einheimische Arten
  • Stoerung Brutgeschaeft durch Angelsport (FI)
  • Uferschaeden (FI)
Maßnahmen:
  • Altholz erhalten
  • Beschraenkung der Freizeitaktivitaeten
  • Betretungsverbot
  • Erhaltung der Gewaesser
  • Erhaltung der Laubholzbestockung
  • Umwandlung in bodenstaendigen Gehoelzbestand
  • Verbot des Aussetzens von Satzfischen
  • Vermeidung Eutrophierung
  • weiterhin keine Bewirtschaftung
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