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Naturschutzgebiete und Nationalpark Eifel in NRW


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Naturschutzgebiet Rheinaue Ehingen (DU-011)

Objektbezeichnung:

NSG Rheinaue Ehingen

Kennung:

DU-011

Ort: Duisburg
Kreis: Duisburg
Bezirksregierung: Düsseldorf
Digitalisierte Fläche: 127,39 ha
Offizielle Fläche: 128,08 ha
Flächenanzahl: 1
Schutzstatus: NSG, bestehend
Verfahrensstand: LP rechtskraeftig
Inkraft seit: 1989
Inkraft: 2009
Außerkraft: 9999
Schutzziel: Die Festsetzung erfolgt gemäß § 20 a), b) und c) Landschaftsgesetz
1. zur Erhaltung, Herstellung und Wiederherstellung von Lebensgemeinschaften und Lebensstätten
bestimmter wildlebender Pflanzen und wildlebender Tierarten

Das Gebiet ist schutzwürdig aufgrund:
- seiner hohen strukturellen Vielfalt
- der Bedeutung der Kopfbaumbestände und Althölzer als Brutbiotope für mehrere zum Teil gefährdete
höhlenbrütende Vogelarten sowie als Lebensräume gefährdeter Kleinsäuger
- der Bedeutung der Gewässer als Laichbiotope für Amphibien
- der Bedeutung der Wegränder, Böschungen und Deiche als Standorte einer krautreichen Vegetation mit
zahlreichen seltenen und gefährdeten Pflanzenarten
- der Bedeutung der in Teilbereichen noch artenreichen Wiesen
- seiner Bedeutung als Nahrungs- und Überwinterungsgebiet für zahlreiche zum Teil gefährdete Wasser-,
Wat- und Wiesenvogelarten (vergleiche Grundlagenkarte II b: Schutzwürdiges Gebiet 48)

2. aus wissenschaftlichen, erdgeschichtlichen und landeskundlichen Gründen
- der naturnahen Ausprägung der Altstromrinnen als erdgeschichtliche Relikte
- seiner Bedeutung als naturnahes Überschwemmungsgebiet des Rheins
- der Bedeutung der Kopfbaumbestände als kulturhistorische Dokumente

3. wegen der Seltenheit, besonderen Eigenart und hervorragenden Schönheit der Fläche.

Das Gebiet ist schutzwürdig aufgrund:
- des hohen Entwicklungspotentials der relativ ungestörten Fläche
- der regionalen Bedeutung der großflächigen, zum Teil vielfältig strukturierten für das Landschaftsbild
am Niederrhein charakteristischen Auenlandschaft
Referenzen FFH- und VS-Gebiete:
Referenzen Schutzwürdige Biotope (BK):
  • BK-4606-0092
Kennung:

BK-4606-0092

Objektbezeichnung:

NSG Rheinaue Ehingen

Link zur Karte: BK-4606-0092
Objektbeschreibung: Das NSG liegt in der Rheinaue bei Ehingen im Überflutungsbereich des Rheins. Der östliche Teil wird überwiegend als extensives Grünland genutzt, das durch Gehölze und gepflegte Kopfbäume sehr reich gegliedert und reliefreich ist. Nahe am Rhein hat sich mageres und sehr blütenreiches Grünland entwickelt. Ein Teil dieses Bereichs ist abgesperrt und dient als Wasserwerksgelände. Ein abgebundener Altarm des Rheins führt ständig Wasser und ist zusätzlicher Lebensraum von Wasservögeln. Im westlichen Teil dominiert die Ackernutzung in einer weitgehend eingeebneten Aue. Das NSG zeichnet sich durch großflächiges Deichvorland mit reichen Vorkommen mehrerer teilweise stark gefährdeter Arten und durch das im Osten vorherrschende, durch Gehölze und einen Altarm reich gegliederte Grünland aus. Es ist im LEP als ein Gebiet mit gesamtstaatlicher Bedeutung ausgewiesen. Beeinträchtigt wird das Gebiet durch einen hohen Anteil von Ackerflächen. Ein Teil der Gehölze besteht aus nicht standortgerechten Baumarten. Im Biotopverbund der Rheinaue nimmt das NSG eine hervorragende Stellung als Lebensraum u.a. für zahlreiche Wasservogelarten ein. Die weitere naturnahe Entwicklung eines von der Überflutungsdynamik des Rheins geprägten Grünland-Gehölzkomplexes und Altarmbereiches durch Erhöhung des Grünlandanteils und die Förderung von heimischen und standortgerechten Ufergehölzen gehört zu den naturschutzfachlichen Zielen.
Lebensraumtypen:
  • Magere Flachland-Maehwiesen (Alopecurus pratensis, Sanguisorba officinalis) <6510> (14,78 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete Feldgehoelze (nicht FFH-LRT) <NBA0> (2,50 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete flaechige Gebuesche und Baumgruppen <NBB0> (0,90 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete linienfoermige Gehoelzstrukturen und Einzelbaeume <NBD0> (1,05 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete Ufergehoelze (nicht FFH-LRT) <NBE0> (0,10 ha)
  • Schutzwuerdiges und gefaehrdetes mesophiles Wirtschaftsgruenland incl. Brachen (nicht FFH-LRT) <NE00> (31,00 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete Stillgewaesser (nicht FFH-LRT) <NFD0> (5,22 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete Fliessgewaesser (nicht FFH-LRT) <NFM0> (0,30 ha)
  • Schutzwuerdige und gefaehrdete vegetationsarme Sand-, Kies- oder Schotterflaechen und Rohboeden (nicht FFH-LRT) <NGF0> (2,50 ha)
Geschützte Biotope (§62):
  • artenreiche Magerwiesen und -weiden (4,13 ha)
  • stehende Binnengewaesser (natuerlich o. naturnah, unverbaut) (5,22 ha)
Biotoptypen:
  • Feldgehoelz <BA0> (2,50 ha)
  • Gebueschstreifen, Strauchreihe <BB1> (0,60 ha)
  • Gehoelzstreifen <BD3> (0,30 ha)
  • Ufergehoelz <BE0> (0,10 ha)
  • Baumreihe <BF1> (0,05 ha)
  • Baumgruppe <BF2> (0,30 ha)
  • Kopfbaumreihe <BG1> (0,60 ha)
  • Kopfbaum <BG3> (0,10 ha)
  • Fettwiese <EA0> (30,00 ha)
  • Gruenlandbrache <EE0> (1,00 ha)
  • Graben mit extensiver Instandhaltung <FN3> (0,30 ha)
  • Tieflandfluss <FO2> (2,50 ha)
  • Acker <HA0> (55,00 ha)
  • Fettwiese, Flachlandausbildung (Glatthaferwiese) <xEA1> (10,66 ha)
  • Altarm, Altwasser <yFC0> (5,22 ha)
  • Magerwiese <zED1> (4,13 ha)
Rote Liste Arten 2010 NRW:
Planungsrelevante Arten:
Pflanzenarten:
  • Acker-Hornkraut (Cerastium arvense)
  • Acker-Witwenblume (Knautia arvensis)
  • Bruch-Weide (Salix fragilis)
  • Deutsches Weidelgras (Lolium perenne)
  • Druesiges Springkraut (Impatiens glandulifera)
  • Echtes Johanniskraut (Hypericum perforatum)
  • Echtes Labkraut (Galium verum (subsp. verum))
  • Echtes Labkraut Sa. (Galium verum agg.)
  • Eingriffliger Weissdorn (Crataegus monogyna)
  • Esche (Fraxinus excelsior (subsp. excelsior))
  • Feld-Ahorn (Acer campestre)
  • Flaum-Hafer (Helictotrichon pubescens)
  • Gelbe Resede (Reseda lutea (subsp. lutea))
  • Gelbe Schwertlilie (Iris pseudacorus)
  • Gelbe Wiesenraute (Thalictrum flavum)
  • Gemeiner Blutweiderich (Lythrum salicaria)
  • Gemeines Ferkelkraut (Hypochaeris radicata (subsp. radicata))
  • Gemeines Rispengras (Poa trivialis (subsp. trivialis))
  • Gewoehnlicher Glatthafer (Arrhenatherum elatius (subsp. elatius))
  • Gewoehnlicher Hornklee (Lotus corniculatus)
  • Gewoehnliches Pfaffenhuetchen (Euonymus europaeus)
  • Grau-Erle (Alnus incana (subsp. incana))
  • Grosse Brennessel (Urtica dioica)
  • Grosser Ehrenpreis (Veronica teucrium)
  • Hainbuche (Carpinus betulus)
  • Haselnuss (Corylus avellana)
  • Hopfen (Humulus lupulus)
  • Jakobs Greiskraut (Senecio jacobaea)
  • Kanadische Pappel (Populus canadensis (P. deltoides x nigra))
  • Kleine Bibernelle (Pimpinella saxifraga)
  • Kleine Wiesenraute (Thalictrum minus subsp. minus)
  • Kleiner Klee (Trifolium dubium)
  • Kleiner Wiesenknopf (Sanguisorba minor)
  • Kleiner Wiesenknopf (Sanguisorba minor subsp. minor)
  • Knolliger Hahnenfuss (Ranunculus bulbosus (subsp. bulbosus))
  • Korb-Weide (Salix viminalis)
  • Kriechendes Fingerkraut (Potentilla reptans)
  • Orientalische Zackenschote (Bunias orientalis)
  • Rauhes Hornblatt (Ceratophyllum demersum)
  • Rispen-Ampfer (Rumex thyrsiflorus)
  • Robinie (Robinia pseudoacacia)
  • Rohr-Glanzgras (Phalaris arundinacea (subsp. arundinacea))
  • Rotschwingel Sa. (Festuca rubra agg.)
  • Rundblaettrige Glockenblume (Campanula rotundifolia)
  • Saat-Esparsette (Onobrychis viciifolia)
  • Saat-Luzerne (Medicago sativa)
  • Sand-Birke (Betula pendula)
  • Sauerampfer (Rumex acetosa (subsp. acetosa))
  • Schafschwingel Sa. (Festuca ovina agg.)
  • Schilf (Phragmites australis (subsp. australis))
  • Schlehe (Prunus spinosa agg.)
  • Schwarz-Erle (Alnus glutinosa)
  • Schwarzer Holunder (Sambucus nigra)
  • Silber-Weide (Salix alba (subsp. alba))
  • Silber-Weide (Sa.) (Salix alba agg.)
  • Skabiosen-Flockenblume (Centaurea scabiosa)
  • Spitz-Wegerich (Plantago lanceolata)
  • Stiel-Eiche (Quercus robur (subsp. robur))
  • Sumpf-Helmkraut (Scutellaria galericulata)
  • Teichlinse (Spirodela polyrhiza)
  • Ufer-Wolfstrapp (Lycopus europaeus)
  • Wasser-Knoeterich (Persicaria amphibia)
  • Weiche Trespe (Bromus hordeaceus)
  • Weinberg-Lauch Sa. (Allium vineale)
  • Weisses Labkraut (Galium album)
  • Wiesen Knaeuelgras (Dactylis glomerata)
  • Wiesen-Baerenklau (Heracleum sphondylium)
  • Wiesen-Bocksbart Sa. (Tragopogon pratensis)
  • Wiesen-Fuchsschwanzgras (Alopecurus pratensis)
  • Wiesen-Labkraut Sa. (Galium mollugo agg.)
  • Wiesen-Margerite Sa. (Leucanthemum vulgare agg.)
  • Wiesen-Pippau (Crepis biennis)
  • Wiesen-Salbei (Salvia pratensis (subsp. pratensis))
  • Wiesen-Schafgarbe Sa. (Achillea millefolium agg.)
  • Wiesen-Schwingel (Festuca pratensis)
  • Winter-Schachtelhalm (Equisetum hyemale)
  • Wolliges Honiggras (Holcus lanatus)
  • Zottiger Klappertopf (Rhinanthus alectorolophus subsp. alectorolophus)
Tierarten:
Schutzziele: Erhaltung und Optimierung eines naturnahen, von der Überflutungsdynamik des Rheins geprägten Grünland-Gehölzkomplexes mit artenreichen Glatthaferwiesen und einem Altwasser, Weiterentwicklung zu einem naturnahen Lebensraum durch Erhöhung des Grünlandanteils und die Förderung von heimischen und standortgerechten Ufergehölzen
Gefährdungen:
  • Beseitigung alter Baeume (FW)
  • Gruenlandbewirtschaftung, zu intensive Duengung (LW)
  • nicht bodenstaendige Gehoelze (FW)
  • nicht einheimische Gehoelze (FW)
  • Nutzungsaenderung (LW)
  • Rodung (FW)
  • Umbruch Gruenland (LW)
  • Zerstoerung der Gelaendemorphologie
Maßnahmen:
  • Altholz erhalten
  • Erhaltung der Gewaesser
  • Erhaltung der Laubholzbestockung
  • Erhaltung der Ueberschwemmungsdynamik
  • extensive Gruenlandbewirtschaftung, Mahd
  • Gruenland anlegen, wiederherstellen
  • Gruenlandnutzung beibehalten
  • kein Umbruch
  • Kopfbaumpflege
  • Umwandlung in bodenstaendigen Gehoelzbestand
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