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Naturschutzgebiete und Nationalpark Eifel in NRW


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Naturschutzgebiet Wacholderbestaende bei Wildberg (GM-044)

Objektbezeichnung:

NSG Wacholderbestaende bei Wildberg

Kennung:

GM-044

Ort: Reichshof
Kreis: Oberbergischer Kreis
Bezirksregierung: Köln
Digitalisierte Fläche: 6,97 ha
Offizielle Fläche: 4,50 ha
Flächenanzahl: 2
Schutzstatus: NSG, bestehend
Verfahrensstand: LP rechtskraeftig
Inkraft seit: 1994
Inkraft: 2014
Außerkraft: 9999
Schutzziel: Allgemeine Schutzzweck gemäß § 23 Abs. 1 BNatSchG:

a)Erhaltung, Entwicklung oder Wiederherstellung von Lebensstätten, Biotopen oder Lebensgemeinschaften
bestimmter wildlebender Tier- und Pflanzenarten

b)wissenschaftliche, naturgeschichtliche, oder landeskundliche Gründe

c)Seltenheit, besondere Eigenart oder hervorragende Schönheit

Die Schutzausweisung erfolgt für die größere Teilfläche
- zur Erhaltung und Entwicklung eines gut ausgebildeten Wacholderbestandes auf der westlichen
Flanke einer Bergkuppe. Neben hochwüchsigen Wacholderbeständen sind verschiedene Stadien
einer Heidevegetation als Offenlandbereiche in einer durch Wald geprägten Landschaft von beson-
derer Bedeutung für den Biotopverbund.
Für die kleinere Teilfläche östlich Wildberg erfolgt die Schutzausweisung
- zum Erhalt und zur Optimierung einer Wacholderheide mit einzelnen Kratteichen.

Das Naturschutzgebiet beinhaltet das Schutzgebiet DE-5012-301 nach den Bestimmungen der
Richtlinie 92/43/EWG (Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie), welches Bestandteil des europäischen
kohärenten Netzes von besonderen Schutzgebieten (Natura 2000) ist.
Das Naturschutzgebiet N 15 "Wacholdergebiet Wildberg" beinhaltet Lebensräume, die im Sinne
des europaweiten Schutzgebietssystems Natura 2000 nach der Richtlinie 92/43/EWG zu schützen sind.
Vorrangige Schutzzwecke und Schutzziele für das Gebiet mit der Nummer 2.1-15 gemäß § 48c LG und
EU-Richtlinie 92/43/EWG:
a) Schutzgegenstand
Für die Umsetzung der Richtlinie 92/43/EWG ausschlaggebende Lebensräume gemäß Standarddaten-
bogen, die zu erhalten sind:
- Trockene Heidegebiete (4030)
- Wacholderbestände auf Zwergstrauchheiden (5130)
In den genannten Lebensräumen 4030 und 5130 sind u. a. folgende charakteristische Pflanzen- und Tierarten
nachgewiesen:
- Wacholder (Juniperus communis)
- Borstgras (Nardus stricta)
- Grauer Wacholder-Nadelholzspanner (Thera juniperata)
- Klappergrasmücke (Sylvia curruca)
- Schlingnatter (Coronella austriaca)
b) Schutzziele für die unter a) genannten Lebensraumtypen
Erhalt und Pflege der vorhandenen Wacholderbestände und Heidevegetation durch
- extensive Beweidung (Wanderschafbeweidung)
- Entkusselung und Ausdünnung der Wacholderbüsche zur besseren
Belüftung des Gebietes und zur Förderung der offenen Heidevegetation
- Entfernung der Fichtenbestände.
Referenzen FFH- und VS-Gebiete:
Referenzen Schutzwürdige Biotope (BK):
  • BK-5012-0001
  • BK-5012-086
Kennung:

BK-5012-0001

Objektbezeichnung:

NSG Wachlolderbestände bei Wildberg

Link zur Karte: BK-5012-0001
Objektbeschreibung: Die Wacholderheide liegt an dem N /NW-exponierten Mittelhang der 480 m hohen Bergkuppe ("Knöpfchen") südlich der Ortschaft Wildberg in der Gemeinde Reichshof. Der dichte Wacholderbestand, in dem neben Wacholder hauptsächlich Blaubeere vorkommt, wird von einem breiten Schotterweg durchtrennt. Nur randlich sind offene Heidebereiche mit Besenheide, Preiselbeere und Borstgras vorhanden. Im Süden des Gebietes entwickelt sich auf einer abgeplaggten ehemaligen Fichtenfläche ein Heidebestand. Weitere Fichtenbestände im Norden des Gebietes beschatten und gefährden den Wacholder zunehmend. Das Gebiet ist eines der letzten drei Relikte der Wacholderheiden im Oberbergischen Kreis und somit sowohl aus Gründen des Arten- und Biotopschutzes, als auch kulturhistorisch von Bedeutung. Als Lebensraum für den seltenen Wacholder, Borstgras und behaarten Ginster ist das Gebiet von herausragender und internationaler Bedeutung für den Biotopverbund. Der Schutz dient dem Erhalt und der Entwicklung der seltenen und gefährdeten Wacholderheide. Zur Schaffung der typischen Lebensraumstrukturen und zur Verbesserung des Erhaltungszustandes sind folgende Maßnahmen notwendig: Entfernung überalterter und degenerierter Wacholder, Beseitigung aufkommender Gehölze, Beseitigung der bedrängenden Fichtenbestände, Schaffung neuer Keimbetten durch Abplaggen und nachfolgende Pflege und Beweidung.
Lebensraumtypen:
  • Trockene europaeische Heiden <4030> (0,13 ha)
  • Wacholderbestaende auf Zwergstrauchheiden oder Kalkhalbtrockenrasen <5130> (1,46 ha)
Geschützte Biotope (§62):
  • Zwergstrauch-, Ginster-, Wacholderheiden (1,59 ha)
Biotoptypen:
  • Fichtenwald <AJ0> (1,78 ha)
  • Fichtenmischwald mit einheimischen Laubbaumarten <AJ1> (0,15 ha)
  • Nadelbaum-Fichtenmischwald <AJ3> (0,20 ha)
  • Kahlschlagflaeche <AT1> (0,09 ha)
  • Gehoelzarme Waldflaeche unbekannter Herkunft <AT5> (0,06 ha)
  • Aufforstung <AU0> (0,09 ha)
  • Wacholder-Heide <DA4> (0,54 ha)
  • arten- und vegetationsarmes Magergrasland <ED0a> (0,00 ha)
  • Vegetationsarme oder -freie Bereiche <GF0> (0,11 ha)
  • Trockener Waldaussensaum bzw. Hochstaudenflur, linienfoermig <KB4> (0,01 ha)
  • ohne Zuordnung <OZ> (NaN ha)
  • Feld-, Wirtschaftsweg, befestigt <VB1> (0,19 ha)
  • Waldweg <VB4> (0,02 ha)
  • Calluna-Heide <zDA1> (0,13 ha)
  • Wacholder-Heide <zDA4> (1,46 ha)
Rote Liste Arten 2010 NRW:
Planungsrelevante Arten:
Pflanzenarten:
  • Besenheide (Calluna vulgaris)
  • Blutwurz (Potentilla erecta (subsp. erecta))
  • Borstgras (Nardus stricta)
  • Brombeere unbestimmt (Rubus spec.)
  • Cladonia spec. (Cladonia spec.)
  • Draht-Schmiele (Deschampsia flexuosa)
  • Dreizahn (Danthonia decumbens)
  • Faulbaum (Frangula alnus (subsp. alnus))
  • Fichte (Picea abies)
  • Gewoehnlicher Faulbaum (Frangula alnus var. alnus)
  • Grosses Gruenstengelmoos (Scleropodium purum)
  • Haar-Ginster (Genista pilosa)
  • Heide-Schlafmoos (Hypnum jutlandicum)
  • Heidelbeere (Vaccinium myrtillus)
  • Kleiner Sauerampfer (Rumex acetosella)
  • Pfeifengras (Molinia caerulea)
  • Preiselbeere (Vaccinium vitis-idaea (subsp. vitis-idaea))
  • Quendel-Kreuzbluemchen (Polygala serpyllifolia)
  • Rotbuche (Fagus sylvatica (subsp. sylvatica))
  • Roter Fingerhut (Digitalis purpurea (subsp. purpurea))
  • Sand-Birke (Betula pendula)
  • Schrebers Rotstengelmoos (Pleurozium schreberi)
  • Vielbluetige Hainsimse (Luzula multiflora (subsp. multiflora))
  • Wacholder (Juniperus communis)
  • Wacholder-Widertonmoos (Polytrichum juniperinum)
Tierarten:
  • Anarta myrtilli (Anarta myrtilli)
  • Brauner Grashuepfer (Chorthippus brunneus)
  • Feld-Sandlaufkaefer (Cicindela campestris)
  • Kurzfluegelige Beissschrecke (Metrioptera brachyptera)
  • Ockergelber Braundickkopffalter (Thymelicus sylvestris)
Schutzziele: Erhalt und Optimierung des Wacholdergebietes als Lebensraum für seltene und gefährdete Pflanzen- und Tierarten mit herausragender und internationaler Bedeutung im Biotopverbund.
Gefährdungen:
  • Beschattung
  • mangelnde Naturverjuengung
  • Verbuschung
Maßnahmen:
  • abplaggen, organische Bodenauflage entfernen
  • Beseitigung von verdaemmenden Gehoelzen
  • Beweidung
  • entkusseln, entbuschen
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