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Naturschutzgebiete und Nationalpark Eifel in NRW


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Naturschutzgebiet Am Lichtebach (GT-010)

Objektbezeichnung:

NSG Am Lichtebach

Kennung:

GT-010

Ort: Guetersloh
Kreis: Guetersloh
Bezirksregierung: Detmold
Digitalisierte Fläche: 89,25 ha
Offizielle Fläche: 89,50 ha
Flächenanzahl: 1
Schutzstatus: NSG, bestehend
Verfahrensstand: VO rechtskraeftig
Inkraft seit: 1989
Inkraft: 2001
Außerkraft: 2021
Schutzziel:
Referenzen FFH- und VS-Gebiete:
Referenzen Schutzwürdige Biotope (BK):
  • BK-4016-005
Kennung:

BK-4016-005

Objektbezeichnung:

NSG Am Lichtebach

Link zur Karte: BK-4016-005
Objektbeschreibung: Das NSG "Am Lichtebach" ist ein ca. 90 ha großes, weitgehend zusammenhängendes Feuchtwiesenschutzgebiet zwischen Gütersloh-Niehorst im Süden und Brockhagen im Norden. Der große und offene Feuchtwiesen-Komplex liegt in der Lichtebachaue, die hier am Zusammenfluss des Steinbaches wannenförmig erweitert ist. Sandige, oft anmoorige Bachablagerungen bestimmen den geologischen Untergrund. Der Gehölzbestand des Gebietes ist spärlich und bleibt weitgehend auf randliche Wirtschaftswege, auf Fließgewässerabschnitte mit Ufergehölzsaum sowie die Umgebung mehrerer Teichanlagen beschränkt. Die gesamte Bachniederung ist von einem engmaschigen Netz schmaler, alter Entwässerungsgräben durchzogen, der Grundwasserflurabstand ist allgemein gering. Etwa die Hälfte des gesamten Schutzgebietes ist durch Feucht- und Nassgrünland gekennzeichnet, darunter artenreiche Sumpfdotterblumenwiesen, Übergänge zu seggenreichen Pfeifengraswiesen, Flutrasen sowie feuchte Weidelgras-Weißkleeweiden. Im Zentrum des NSG unterliegen heute nahezu alle Flächen der Wiesennutzung - ein großer Teil davon wird im Rahmen von Bewirtschaftungsverträgen extensiv genutzt. Eine intensivere (Mäh-)Weidenutzung mit Pferden auf örtlich feuchten bis nassen Standorten findet im Westen im Umfeld des Eichenhofes sowie im Nordosten des Gebietes statt. Auf frischen bis feuchten Standorten ist häufig mesophiles Grünland, zumeist als Glatthaferwiesen häufig, kleinflächig kommt Magergrünland vor. In den Grünlandflächen sowie an den Randbereichen in Kontakt zu den häufig extensiv unterhaltenen Gräben wachsen zahlreiche, zum Teil landesweit gefährdete Pflanzenarten. In dem zusammenhängenden Grünlandgebiet brüten u. a. Großer Brachvogel und Kiebitz (2014). Neben mehreren am Gebietsrand liegenden Teichanlagen mit zum Teil gärtnerisch gestaltetem Umfeld sind an naturnahen Kleingewässern eine Blänke im Zentrum des Gebietes sowie drei Stillgewässer nordöstlich des Eichenhofes mit umgebendem Schilf-Röhricht vorhanden. Steinbach und Lichtebach sind überwiegend begradigt. Der Steinbach ist ein grabenartig ausgebauter Wiesenbach von lediglich < 1 m Breite, er tritt im Nordosten in das NSG ein und mündet im Westen in den Lichtebach, der etwa eine Breite von 1,5 - 3 m aufweist. Der Lichtebach fließt zunächst von Ufergehölzen gesäumt von Osten in das Gebiet, westlich des Brokheideweges ist eher weitgehend begradigt. Aufgrund seiner Ausstattung mit typisch ausgebildetem Feucht- und mesophilem Grünland als großflächiger, zusammenhängender Komplex ist das Feuchtwiesenschutzgebiet von herausragender landesweiter Bedeutung. Hervorzuheben sind insbesondere die sehr artenreichen Feuchtwiesen im Zentrum des Gebietes, die aufgrund langjähriger extensiver Nutzung, floristisch und vegetationskundlich besonders wertvoll sind. Zu nennen sind hier u.a. die individuenreichen Vorkommen stark gefährdeter Pflanzenarten wie Faden-Binse und Wasser-Greiskraut sowie die Ausbildung typischer Sumpfdotterblumenwiesen mit örtlichen Übergängen zu den sehr seltenen Pfeifengraswiesen. Von besonderem floristischem Wert sind auch viele Grabenränder, an denen zahlreiche seltene und gefährdete Pflanzenarten wachsen, die damit auch ein bedeutendes Wiederbesiedlungspotential für das Grünland sicherstellen. Als angestammtes Brutgebiet des Großen Brachvogels und des Kiebitzes hat das Gebiet darüber hinaus eine herausragende Bedeutung für Wiesenvögel. Das großflächig extensiv genutzte Feuchtwiesenschutzgebiet ist als Refugial- und Vernetzungsbiotop für stark bedrohte Wiesenvögel von herausragender Bedeutung für den Biotopverbund. Aus naturschutzfachlicher Sicht sollten der Erhalt und die Ausdehnung der extensiven Wiesennutzung in Verbindung mit dem Erhalt und der Wiederherstellung geringer Grundwasserflurabstände die wesentlichen Ziele für die weitere Optimierung des Gebietes sein.

Hinweis: Die Angaben zu den Lebensraumtypen, Biotoptypen, Pflanzen- und Tierarten beziehen sich jeweils auf ein oder mehrere referenzierte BK-Objekte. Wenn diese in Einzelfällen größer als das NSG sind, können sich die Angaben auf Teilflächen außerhalb des NSG beziehen und damit z.B. die Flächensumme aller LRTs größer als die Fläche des NSGs sein kann.

Lebensraumtypen:
  • <> (NaN ha)
  • Kleingehölze (Alleen, linienförmige Gehölzstrukturen, Einzelbäume, Ufergehölze, flächige Gebüsche, Baumgruppen und Feldgehölze) <NB00> (0,42 ha)
  • Sümpfe, Riede und Röhrichte <NCC0> (0,83 ha)
  • Mesophiles Wirtschaftsgrünland incl. Brachen <NE00> (15,49 ha)
  • Nass- und Feuchtgrünland incl. Brachen <NEC0> (39,12 ha)
  • Magergrünland incl. Brachen <NED0> (0,09 ha)
  • Stillgewässer <NFD0> (0,51 ha)
Geschützte Biotope (§62):
Biotoptypen:
  • Ufergehoelz <BE0> (0,40 ha)
  • Kopfbaumreihe <BG1> (0,02 ha)
  • Roehrichtbestand hochwuechsiger Arten <CF2> (0,83 ha)
  • Fettwiese <EA0> (19,89 ha)
  • Fettweide <EB0> (13,30 ha)
  • Nass- und Feuchtwiese <EC1> (35,56 ha)
  • Nass- und Feuchtweide <EC2> (2,40 ha)
  • Flutrasen <EC5> (1,16 ha)
  • Magerwiese <ED1> (0,09 ha)
  • stehendes Kleingewaesser <FD0> (0,30 ha)
  • Blaenke <FD2> (0,21 ha)
  • Teich <FF0> (2,45 ha)
  • Tieflandbach <FM5> (1,00 ha)
  • Graben <FN0> (1,00 ha)
  • Acker <HA0> (4,70 ha)
  • ohne Zuordnung <OZ> (NaN ha)
Rote Liste Arten 2010 NRW:
Planungsrelevante Arten:
Pflanzenarten:
  • Aehren-Tausendblatt (Myriophyllum spicatum)
  • Arznei-Baldrian Sa. (Valeriana officinalis agg.)
  • Asch-Weide (Salix cinerea subsp. cinerea)
  • Besenheide (Calluna vulgaris)
  • Blasen-Segge (Carex vesicaria)
  • Blutwurz (Potentilla erecta (subsp. erecta))
  • Borstgras (Nardus stricta)
  • Braune Segge (Carex nigra)
  • Brennender Hahnefuss (Sa.) (Ranunculus flammula agg.)
  • Brennender Hahnenfuss (Ranunculus flammula (subsp. flammula))
  • Deutsches Weidelgras (Lolium perenne)
  • Echte Glockenheide (Erica tetralix)
  • Echtes Maedesuess (Filipendula ulmaria (subsp. ulmaria))
  • Faden-Binse (Juncus filiformis)
  • Faulbaum (Frangula alnus (subsp. alnus))
  • Feld-Ahorn (Acer campestre)
  • Feld-Hainsimse (Luzula campestris (subsp. campestris))
  • Fieberklee (Menyanthes trifoliata)
  • Flatter-Binse (Juncus effusus (subsp. effusus))
  • Flutender Schwaden (Glyceria fluitans)
  • Gaensebluemchen (Bellis perennis)
  • Gamander-Ehrenpreis Sa. (Veronica chamaedrys)
  • Geflecktes Johanniskraut Sa. (Hypericum maculatum agg.)
  • Gefluegeltes Johanniskraut (Hypericum tetrapterum)
  • Gelbe Schwertlilie (Iris pseudacorus)
  • Gemeine Braunelle (Prunella vulgaris)
  • Gemeine Sumpfsimse (Eleocharis palustris)
  • Gemeine Sumpfsimse Sa. (Eleocharis palustris agg.)
  • Gemeine Waldsimse (Scirpus sylvaticus)
  • Gemeiner Blutweiderich (Lythrum salicaria)
  • Gemeiner Gilbweiderich (Lysimachia vulgaris)
  • Gemeiner Schneeball (Viburnum opulus)
  • Gemeines Ferkelkraut (Hypochaeris radicata (subsp. radicata))
  • Gemeines Hornkraut (Cerastium holosteoides)
  • Gemeines Rispengras (Poa trivialis (subsp. trivialis))
  • Gemeines Zittergras (Briza media (subsp. media))
  • Gewoehnliche Wald-Engelwurz (Angelica sylvestris)
  • Gewoehnlicher Glatthafer (Arrhenatherum elatius (subsp. elatius))
  • Gewoehnliches Ruchgras (Anthoxanthum odoratum)
  • Glieder-Binse (Juncus articulatus (subsp. articulatus))
  • Goldhafer (Trisetum flavescens)
  • Gras-Sternmiere (Stellaria graminea)
  • Grau-Segge (Carex canescens)
  • Grosse Brennessel (Urtica dioica)
  • Hainbuche (Carpinus betulus)
  • Hasenpfoten-Segge (Carex leporina)
  • Herbst-Loewenzahn (Scorzoneroides autumnalis)
  • Hirse-Segge (Carex panicea)
  • Hunds-Straussgras (Agrostis canina)
  • Kleiner Klee (Trifolium dubium)
  • Kleiner Sauerampfer (Rumex acetosella)
  • Kleinkoepfiger Pippau (Crepis capillaris)
  • Knaeuel-Binse (Juncus conglomeratus)
  • Knick-Fuchsschwanz (Alopecurus geniculatus)
  • Koenigsfarn (Osmunda regalis)
  • Kohl(-Kratz)distel (Cirsium oleraceum)
  • Kriech-Weide (Salix repens subsp. repens)
  • Kriechender Arznei-Baldrian (Valeriana excelsa subsp. excelsa)
  • Kriechender Guensel (Ajuga reptans)
  • Kriechender Hahnenfuss (Ranunculus repens)
  • Kuckucks-Lichtnelke (Lychnis flos-cuculi (subsp. flos-cuculi))
  • Magerwiesen-Margerite (Leucanthemum vulgare)
  • Moor-Birke (Betula pubescens)
  • Moor-Labkraut (Galium uliginosum)
  • Nickender Loewenzahn (Leontodon saxatilis (subsp. saxatilis))
  • Pfeifengras (Molinia caerulea)
  • Pfennigkraut (Lysimachia nummularia)
  • Pillen-Segge (Carex pilulifera (subsp. pilulifera))
  • Quendel-Ehrenpreis (Veronica serpyllifolia)
  • Rasen-Schmiele (Deschampsia cespitosa)
  • Rauher Loewenzahn (Leontodon hispidus)
  • Rohr-Glanzgras (Phalaris arundinacea (subsp. arundinacea))
  • Rotschwingel Sa. (Festuca rubra agg.)
  • Sal-Weide (Salix caprea (subsp. caprea))
  • Sand-Birke (Betula pendula)
  • Sauerampfer (Rumex acetosa (subsp. acetosa))
  • Scharfer Hahnenfuss (Ranunculus acris)
  • Schild-Ehrenpreis (Veronica scutellata)
  • Schilf (Phragmites australis (subsp. australis))
  • Schlank-Segge (Carex acuta)
  • Schnabel-Segge (Carex rostrata (subsp. rostrata))
  • Schwarz-Erle (Alnus glutinosa)
  • Schwarzer Holunder (Sambucus nigra)
  • Schwimmendes Laichkraut (Potamogeton natans)
  • Segge-Bastard (Carex x elytroides (C. acuta x nigra))
  • Silber-Weide (Salix alba (subsp. alba))
  • Spitz-Ahorn (Acer platanoides)
  • Spitz-Wegerich (Plantago lanceolata)
  • Spitzbluetige Binse (Juncus acutiflorus (subsp. acutiflorus))
  • Spreizender Wasser-Hahnenfuss (Ranunculus circinatus)
  • Steife Segge (Carex elata)
  • Stern-Segge (Carex echinata)
  • Stiel-Eiche (Quercus robur (subsp. robur))
  • Sumpf-Baldrian (Valeriana dioica)
  • Sumpf-Blutauge (Comarum palustre)
  • Sumpf-Dotterblume (Caltha palustris)
  • Sumpf-Hornklee (Lotus pedunculatus)
  • Sumpf-Kratzdistel (Cirsium palustre)
  • Sumpf-Labkraut Sa. (Galium palustre s.l.)
  • Sumpf-Schachtelhalm (Equisetum palustre)
  • Sumpf-Schafgarbe (Achillea ptarmica)
  • Sumpf-Segge (Carex acutiformis)
  • Sumpf-Sternmiere (Stellaria palustris)
  • Sumpf-Vergissmeinnicht (Myosotis scorpioides)
  • Teufelsabbiss (Succisa pratensis)
  • Trauben-Trespe (Bromus racemosus)
  • Vielbluetige Hainsimse (Luzula multiflora (subsp. multiflora))
  • Vogel-Wicke (Vicia cracca)
  • Wasser-Greiskraut (Senecio aquaticus)
  • Wasser-Greiskraut Sa. (Senecio aquaticus agg.)
  • Wasser-Knoeterich (Persicaria amphibia)
  • Wasser-Minze (Mentha aquatica)
  • Wasser-Schwaden (Glyceria maxima)
  • Wassernabel (Hydrocotyle vulgaris)
  • Weiches Honiggras (Holcus mollis (subsp. mollis))
  • Weide-Kammgras (Cynosurus cristatus)
  • Weisses Labkraut (Galium album)
  • Weisses Straussgras (Agrostis stolonifera)
  • Weissklee (Trifolium repens (subsp. repens))
  • Wiesen-Baerenklau (Heracleum sphondylium)
  • Wiesen-Flockenblume (Centaurea jacea)
  • Wiesen-Fuchsschwanzgras (Alopecurus pratensis)
  • Wiesen-Klee (Trifolium pratense)
  • Wiesen-Margerite Sa. (Leucanthemum vulgare agg.)
  • Wiesen-Pippau (Crepis biennis)
  • Wiesen-Platterbse (Lathyrus pratensis)
  • Wiesen-Schafgarbe Sa. (Achillea millefolium agg.)
  • Wiesen-Schaumkraut (Cardamine pratensis)
  • Wiesen-Schwingel (Festuca pratensis)
  • Wolliges Honiggras (Holcus lanatus)
  • Zweizeilige Segge (Carex disticha)
Tierarten:
  • Baumpieper (Anthus trivialis)
  • Grosser Brachvogel (Numenius arquata)
  • Kiebitz (Vanellus vanellus)
  • Teichrohrsaenger (Acrocephalus scirpaceus)
Schutzziele: Schutz, Erhalt und Entwicklung eines großen, zusammenhängenden, offenen, landschaftsraumtypischen Feuchtgrünland-Komplexes und seiner Lebensgemeinschaften mit zahlreichen seltenen und gefährdeten Pflanzenarten

Erhaltung und Förderung von Pflanzengesellschaften des extensiv genutzten Feuchtgrünlandes auf basenarmen Sandböden aus naturwissenschaftlichen, naturgeschichtlichen, erdgeschichtlichen und landeskundlichen Gründen

Schutz, Erhaltung und Entwicklung eines zusammenhängenden, offenen, überwiegend extensiv genutzten Grünland-Komplexes als Brut-, Nahrungs-, Rast- und Lebensraum zahlreicher seltener und gefährdeter Vogelarten, insbesondere für Wat- und Wiesenvögel (Limikolen)

Förderung und Wiederherstellung naturnaher Tieflandsbäche und ihrer Lebensgemeinschaften
Gefährdungen:
  • Duengung
  • Entwaesserung, Wasserentnahme, Wasserregime
  • Entwaesserungsgraeben
  • Eutrophierung (LW)
  • Freizeitaktivitaet
  • Gewaesserausbau, Gewaessergestaltung, naturfern (WA)
  • Gewaesserbegradigung (WA)
  • Gewaesserunterhaltung (WA)
  • Gruenlandbewirtschaftung, Beweidung zu intensiv (LW)
  • Gruenlandbewirtschaftung, Mahd zu intensiv (LW)
  • Grundwasserabsenkung
  • Pflegeumbruch (LW)
Maßnahmen:
  • Anlegung von Gewaessern
  • Beschraenkung der Freizeitaktivitaeten
  • extensive Gruenlandbewirtschaftung, Beweidung
  • extensive Gruenlandbewirtschaftung, Mahd
  • Fliessgewaesser renaturireren
  • Gruenland anlegen, wiederherstellen
  • Gruenlandnutzung beibehalten
  • keine Duengung
  • naturnahe Gewaessergestaltung
  • NSG-Erweiterung / vertragliche Regelung
  • Schliessen und Anstau von Entwaesserungseinrichtungen
  • Wiedervernaessung
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