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Naturschutzgebiete und Nationalpark Eifel in NRW


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Naturschutzgebiet Huenenpforte (HA-001)

Objektbezeichnung:

NSG Huenenpforte

Kennung:

HA-001

Ort: Hagen
Kreis: Hagen
Bezirksregierung: Arnsberg
Digitalisierte Fläche: 5,65 ha
Offizielle Fläche: NaN ha
Flächenanzahl: 1
Schutzstatus: NSG, bestehend
Verfahrensstand: LP rechtskraeftig
Inkraft seit: 1950
Inkraft: 2008
Außerkraft: 9999
Schutzziel: Das Naturschutzgebiet "Hünenpforte" wurde als Teil des FFH-Gebietes, (Fauna-Flora-Habitatrichtlinie der EU) "Kalkbuchenwälder bei Hohenlimburg" (Natura 2000 Nr. DE - 4611-301) von der Bundesrepublik Deutschland
der Europäischen Kommission gemeldet.
Es ist Teil eines Massenkalkzuges und erstreckt sich zwischen Haßley, Herbeck, Holthausen und Hohenlimburg.

Im Bereich des Naturschutzgebietes kommen folgende Lebensraumtypen gemäß Anhang I der FFH-Richtlinie vor,
die für die Meldung des Gebietes ausschlaggebend (A) oder darüber hinaus für das Gebietsnetz Natura 2000 von
Bedeutung sind (B):

A: - Orchideen-Kalk-Buchenwald (9150)
- Waldmeister Buchenwald (9139)

B: - Kalkfelsen mit Felsspaltenvegetation (8210)
- Schlucht- und Hangmischwälder (9180 prioritärer Lebensraum)

Bezüglich der Verträglichkeit und Genehmigungsfähigkeit von Projekten innerhalb und außerhalb des
FFH-Gebietes sind die Anforderungen der FFH-Richtlinie und die "Verwaltungsvorschrift zur An-wendung
der nationalen Vorschriften zur Umsetzung der Richtlinien 92/43/EWG (FFH-RL) und 70/409/EWG (Vogel-
schutz-RL) (VV-FFH)" strikt zu beachten.


Im Gebiet sind auch folgende nach § 62 LG NRW ge-schützten Biotope vorhanden:
- Wälder und Gebüsche trockenwarmer Standorte
- Schlucht-, Block- und Hangschuttwälder
- Felsen, Blockschutthalden, Höhlen und Stollen

Schutzzwek:

1 Zur Erhaltung und Wiederherstellung von Lebensgemeinschaften oder Lebensstaetten bestimmter
wildlebender Pflanzen- und wildlebender Tierarten in dem Kalkbuchenwald "Huenenpforte" sowie zur
Erhaltung und Entwicklung überregional bedeutsamer Biotope seltener und gefährdeter sowie land-
schaftsraumtypischer wildlebender Pflanzen- und wildlebender Tierarten von europäischer Bedeutung.

Der Schutzzweck ist insbesondere:

a) Erhalt und Aufbau der Lebensgemeinschaften der Kalkbuchen-Hochwaelder mit gut ausgepraegten
Waldraendern mit ihren charakteristischen Pflanzen- und Tierarten z. B. Rotes und Weißes Waldvoege-
lein, Seidelbast, Vogelnestwurz, Maeusebussard, Gruenspecht, Waldlaubsaenger, verschiedene Kaefer-
und Kleinschmetterlinge.

b) Erhalt und Foerderung der Felsklippen und Kalkfels-Formationen der Huenenpforte mit typischer Fels-
Vegetation,

c) Erhalt der Hoehlen und Kluefte im Massenkalk als Lebensraum fuer eine Vielzahl charakteristischer
und zum Teil bedrohter Tierarten z. B. Hoehlenspinnen, verschiedene Nachtfalterarten und Fleder-
maeus einschließlich ihrer mikroklimatischen Verhältnisse, ihres Wasserhaushalts und ihrer Höhlen-
gewässer als Lebensraum für troglobionte (reine Höhlenbewohner) und troglophile (auch in Höhlen
lebende) Tierarten.

d) Erhaltung und Entwicklung naturnaher, meist kraut- und geophytenreicher Waldmeister-Buchenwälder
auf basenreichen Standorten mit ihrer typischen Fauna in ihren verschiedenen Entwicklungsstufen/
Altersphasen und in ihrer standörtlichen typischen Variationsbreite, inklusive ihrer Vorwälder, Gebüsch-
und Staudenfluren sowie ihrer Waldränder

- Wegen der kulturhistorischen Bedeutung der ehemaligen Befestigung "Ruecklenburg" und der wissen-
schaftlichen und erdgeschichtlichen Bedeutung der Huenenpforte und des Hoehlensystems,

- Wegen der besonderen Eigenart und der hervorragenden Schoenheit der Kalkklippen und des
Felsentores Huenenpforte.
Referenzen FFH- und VS-Gebiete:
Referenzen Schutzwürdige Biotope (BK):
  • BK-4611-0252
Kennung:

BK-4611-0252

Objektbezeichnung:

NSG Hünenpforte

Link zur Karte: BK-4611-0252
Objektbeschreibung: Das NSG Hünenpforte befindet sich im Osten der Stadt Hagen, oberhalb des Lennetals. Der Baumbestand stockt auf einer Kalkkuppe mit nach N und NO steil abfallenden Felshängen, die auf 3 Seiten von Siedlungen umgeben ist. Die Kuppe ist weitgehend mit altem Buchen-Hallenwald bestockt. In der geschlossenen Krautschicht dominiert meist das Einblütige Perlgras. Auf dem Gipfel sind seltene Orchideen- Kalkbuchenwald-Arten beigemischt. Das Gebiet ist als Trittsteinbiotop besonders wertvoll im Rahmen des regionalen Biotopverbundes im FFH-Gebiet Kalkbuchenwälder bei Hohenlimburg. Im Gebiet kommen folgende Par. 62-Biotoptypen vor: - natuerliche Felsbildungen (GA, GE), - Wald und Gebuesch trocken-warmer Standorte (AA5) - Ahorn Schlucht- bzw. Hangschuttwald (AR2)
Lebensraumtypen:
  • Kalkfelsen mit Felsspaltenvegetation <8210> (0,14 ha)
  • Nicht touristisch erschlossene Hoehlen <8310> (0,00 ha)
  • Waldmeister-Buchenwald (Asperulo-Fagetum) <9130> (1,64 ha)
  • Mitteleuropaeischer Orchideen-Kalk-Buchenwald (Cephalanthero-Fagion) <9150> (1,85 ha)
  • Schlucht- und Hangmischwaelder Tilio-Acerion <9180> (0,66 ha)
Geschützte Biotope (§62):
  • natuerl. Felsen, offene natuerl. Block-, Schutt-, Geroellhalden (0,14 ha)
  • Schlucht-, Blockhalden-, Hangschuttwaelder (0,66 ha)
  • Waelder und Gebuesche trockenwarmer Standorte (1,85 ha)
Biotoptypen:
  • Sonstiger Laubmischwald einheimischer Arten (ein Art dominat) <AG1> (1,37 ha)
  • Buchenwald <xAA0> (1,64 ha)
  • Hoehlen und Stollen <xGE0> (0,00 ha)
  • Orchideen-Buchenwald <zAA5> (1,85 ha)
  • Ahorn-Schlucht- bzw. Hangschuttwald <zAR2> (0,66 ha)
  • natuerlicher Kalkfels <zGA1> (0,14 ha)
Rote Liste Arten 2010 NRW:
Planungsrelevante Arten:
Pflanzenarten:
  • Aehrige Teufelskralle (Phyteuma spicatum)
  • Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus)
  • Berg-Ulme (Ulmus glabra)
  • Braunstieliger Streifenfarn (Asplenium trichomanes)
  • Breitblaettrige Stendelwurz (Epipactis helleborine)
  • Busch-Windroeschen (Anemone nemorosa)
  • Dreinervige Nabelmiere (Moehringia trinervia)
  • Echte Nelkenwurz (Geum urbanum)
  • Echtes Springkraut (Impatiens noli-tangere)
  • Efeu (Hedera helix (subsp. helix))
  • Einbluetiges Perlgras (Melica uniflora)
  • Eingriffliger Weissdorn (Crataegus monogyna)
  • Esche (Fraxinus excelsior (subsp. excelsior))
  • Feld-Ahorn (Acer campestre)
  • Fichte (Picea abies)
  • Flattergras (Milium effusum)
  • Fruehlings-Hainsimse (Luzula pilosa)
  • Gewoehnliche Goldnessel (Galeobdolon luteum)
  • Gewoehnlicher Wurmfarn (Dryopteris filix-mas)
  • Grosse Brennessel (Urtica dioica)
  • Grosses Hexenkraut (Circaea lutetiana)
  • Hain-Rispengras (Poa nemoralis)
  • Hainbuche (Carpinus betulus)
  • Haselnuss (Corylus avellana)
  • Himbeere (Rubus idaeus)
  • Kleinblaettrige Stendelwurz (Epipactis microphylla)
  • Knoblauchsrauke (Alliaria petiolata)
  • Mauerlattich (Mycelis muralis)
  • Mauerraute (Asplenium ruta-muraria (subsp. ruta-muraria))
  • Nesselblaettrige Glockenblume (Campanula trachelium (subsp. trachelium))
  • Nestwurz (Neottia nidus-avis)
  • Pfirsichblaettrige Glockenblume (Campanula persicifolia (subsp. persicifolia))
  • Rotbuche (Fagus sylvatica (subsp. sylvatica))
  • Rotes Waldvoegelein (Cephalanthera rubra)
  • Ruprechtskraut (Geranium robertianum)
  • Sanikel (Sanicula europaea)
  • Sommer-Linde (Tilia platyphyllos)
  • Suesskirsche (Prunus avium)
  • Trauben-Eiche (Sa.) (Quercus petraea agg.)
  • Vielbluetige Weisswurz (Polygonatum multiflorum)
  • Wald-Bingelkraut (Mercurialis perennis)
  • Wald-Habichtskraut (Hieracium murorum)
  • Wald-Segge (Carex sylvatica (subsp. sylvatica))
  • Wald-Veilchen (Viola reichenbachiana)
  • Wald-Zwenke (Brachypodium sylvaticum (subsp. sylvaticum))
  • Waldmeister (Galium odoratum)
  • Weisses Waldvoegelein (Cephalanthera damasonium)
  • Zerbrechlicher Blasenfarn (Cystopteris fragilis)
Tierarten:
Schutzziele: Erhaltung und Entwicklung der Lebensgemeinschaften der Kalkbuchenwaldes sowie Erhaltung der Felsklippen und Kalkfels-Formationen, Höhlen und Klüfte als Lebensraum einer Vielzahl charakteristischer und z.T. gefährdeter Tier- und Pflanzenarten
Gefährdungen:
  • Beseitigung alter Baeume
  • Eutrophierung
  • Stoerungs-, Eutrophierungszeiger
Maßnahmen:
  • Altholz erhalten
  • Erhaltung der Laubholzbestockung
  • Erhaltung des Kleinreliefs
  • Erhaltung von Steilwaenden
  • Hoehlen, Stollen erhalten, sichern
  • keine wegebaulichen Massnahmen
  • naturnahe Waldbewirtschaftung
  • Totholz erhalten
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